Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feldblusen und Effekten Wehrmacht und frühe NVA im Vergleich
brathahn
07.07.2005, 21:12
Hallo,
da immer wieder die Frage zum Thema wie unterscheide ich frühe NVA Jacken von WH-Feldblusen, hier mal paar Teile zum Vergleich.
Bei den ersten beiden Jacken handelt es sich um eine Dienstuniformjacke für einen NVA-Offizier und eine Offiziersfeldbluse der Wehrmacht. Beide Uniformen sind ohne Effekten. Was auf den ersten Blick auffallen dürfte ist der Farbton, das steingrau der NVA mit leichtem bräunlichen Farbton und das typische feldgrau der Wehrmacht bei der Offiziersfeldbluse.
Beide Jacken sind Maßanfertigungen, der Schneider der NVA-Jacke hat auch schon vor 1945 produziert was man vom Schnitt ableiten kann. Unterschiede sind jedoch die Ärmelaufschläge welche bei den NVA-Jacken stets angenäht sind und bei den WH-Jacken lose sind, allerdings habe ich bei WH-Uniformen auch schon angenähte Ärmelaufschläge gesehen. Die WH-Uniformen sind im Rückenteil geschlitzt, das gab es bei der NVA nicht. Was allerdings absolut ungewöhnlich ist für eine NVA Uniform wie die hier gezeigte ist der Dolchschlitz, die Uniform wurde 1956 hergestellt, die Dolche für Offiziere wurden allerdings erst 1961 eingeführt, da hat der Schneider noch seine Schnittmuster von vor 1945 verwendet 8)...
Anzumerken wäre auch noch das zur Dienstuniform bei der NVA niemals der Dolch getragen wurde!
Hier jetzt noch paar Bilder:
brathahn
07.07.2005, 21:23
Jetzt noch zwei weitere Uniformjacken im Vergleich, frühe Offiziersuniformen der VP. Bei diesen Jacken ist die Farbe recht ähnlich, der Schnitt der Jacken natürlich auch und natürlich gab es von den Volkspolizeiuniformen in dieser Zeit auch reichlich private Maßanfertigungen die Teilweise von Offiziersfeldblusen der Wehrmacht kaum zu unterscheiden sind.
Was allerdings ein Anhaltspunkt wäre, die DDR Uniformjacken sind vorn stets mit fünf Knöpfen, bei WH gibt es ja fünf und sechs Knöpfe. Dann wie schon gesagt die Ärmelaufschläge.
Was jedoch die frühen Vp-Uniformen mit denen der Wehrmacht gemeinsam haben ist der Schlitz hinten!
Markant für DDR-Uniformen sind auch die Löcher durch welche man die Bänder für die Schulterstückknöpfe zieht, allerdings habe ich auch einige privat gefertigte DDR Uniformen bei welchen das nicht der Fall ist, genauso wie es auch eingenähte Schulterklappen in der DDR gab, weiß auch nicht jeder.
Auch noch anzumerken wäre das bei der Volkspolizei bis ungefähr 1960 Knöpfe ähnlich denen der Wehrmacht verwendet wurden, also nicht die typischen DDR Uniformknöpfe mit Rand.
Hier noch paar Bilder zum vergleichen:
Homunculus
14.10.2005, 20:12
Die Oberleutnant Panzzer der WH sieht aber auch steingrau aus. Kannste die mal mit der NVA-Uniform zusammen ablichten?
Dolchschlitz an der NVA-Uniform ist daher noch ungewöhnlich, da es eine Dienstuniform ist und keine Parade-/ Ausgangsuniform.
Homunculus
brathahn
28.10.2005, 16:11
Hat zwar ne Weile gedauert, aber hier nochmal die Uniformjacke WH mit der NVA zusammen auf einem Bild. Der Farbunterschied dürfte deutlich sein.
Das mit dem Dolchschlitz hatte ich oben schon beschrieben.
Gruß Stephan
Homunculus
29.10.2005, 15:52
Danke für das Vergleichsfoto. Jetzt sieht man den Farbunterschied. Weiter oben hatte die Panzerjacke WK II nämlich einen anderen Farbton.
Soweit mir bekannt ist, gab es doch aber auch steingrau in der WH. Siehe: Jean de Lagarde - Deutsche Uniformen 1939 - 1945. Zumindest ein paar Hosen sind da abgebildet.
Homunculus
Homunculus
22.02.2006, 00:51
A 1977 N 1989
B 1972 O 1974
C 1983 P 1986
D 1990 Q /
E 1980 R 1976
F 1979 S 1975
G 1981 T 1985
H 1984 U 1978
I 1982 V /
J / W /
K 1968 X 1971
L 19731987 Y 1988
M 1970 Z 1969
Schönen Tag,
Steingrau gab es beim Heer lediglich bei Hosen - etwa bis 1940 bei Mannschaften und danach noch teilweise bei Eigentumsstücken der Offiziere. Dies war noch durch die alte Vorstellung von der Uniform als "zweifarben Tuch" bedingt. Interessant die Geschichte der steingrauen Hose: als 1910 die "bunte" Uniform auf feldgrau umgestellt wurde, waren auch die Hosen im gleichen Farbton gehalten. Erst als dann 1915 die vereinfachte feldgraue Uniform eingeführt wurde, meinte man, die Hosen wieder in einem anderen Farbton fertigen zu müssen -nämlich steingrau-, damit die Uniform insgesamt etwas "gefälliger" ausssah. Und dies mitten im Krieg und den damit verbundenen Mangelbedingungen!
Elbrus
brathahn
13.01.2008, 14:44
Hallo,
vor kurzem gingh es hier um Kragenspiegel eines Heeresgenerals bezüglich der Echtheitsbestimmung. Ich wollte das Thema nochmal aufgreifen im Zusammenhang mit einem Vergleich zu NVA-Effekten aus den Anfangsjahren zwischen 1956 und 1961.
Dargestellt jeweils links die Ausführung der Wehrmacht, rechts die der NVA. Die Generalskragenspiegel sind beide in Cellonstickerei ausgeführt wobei aber auch hier Abweichung in Größe und Form festzustellen sind.
Gruß Stephan
brathahn
13.01.2008, 15:27
Hallo,
wie gewünscht noch die Rückseiten.
Wäre noch anzumerken das bei den NVA Kragenspiegeln fast ausschlielich Pappe zur Versteiffung eingelegt ist, jedoch kommen auch vereinzelt Kragenspiegel mit Leineneinlage vor.
Gruß Stephan
Homunculus
13.01.2008, 16:28
Dieses Thema schwebte ja schon lang im Raum. Danke Stefan, dass du es aufgegriffen hast! Könnte auch gleich zu den wichtigen Themen, so wie dein Vergleich von WH- und NVA/VP-Jacken.
Ups find ich gar nicht mehr. :(
Homunculus
Captain336
13.01.2008, 17:03
Super Beitrag! Wem würdet ihr die folgenden Kragenspiegel zuordnen?
mit den beiden Gelbtönen hab ich immer so meine Schwierigkeiten, aber wohl Nachrichten- Offizier WH.
Hallo,
vor kurzem gingh es hier um Kragenspiegel eines Heeresgenerals bezüglich der Echtheitsbestimmung. Ich wollte das Thema nochmal aufgreifen im Zusammenhang mit einem Vergleich zu NVA-Effekten aus den Anfangsjahren zwischen 1956 und 1961.
Dargestellt jeweils links die Ausführung der Wehrmacht, rechts die der NVA. Die Generalskragenspiegel sind beide in Cellonstickerei ausgeführt wobei aber auch hier Abweichung in Größe und Form festzustellen sind.
Gruß Stephan
Hallo Stephan,
das ist wirklich mal was ganz interessantes......:RE
Nicht jeder Sammler hat solche Vergleichsmöglichkeiten bzw. Vergleichsobjekte daheim rumliegen und somit schleichen sich halt immer wieder Fehler ein.
Ich persönlich finde Deinen Beitrag sehr gut und würde sogar dafür plädieren, das dieser Beitrag einen festen Platz in der Effekten-Rubrik bekommt!
Herzlichen DANK dafür, das Du uns an Deinem Wissen teilhaben lässt!!
brathahn
13.01.2008, 18:37
Hallo,
danke für die Zustimmung!
Hier gleich nochmal Nachschlag.
Als erstes Kragenspiegel für die grau effektierte Dienstuniform, getragen zwischen 1959 und 1965. Diese Kragenspiegel werden gerne als WH-Einheitslitzen angeboten. Bei NVA Uniformen kommen sie meist auf den Drillichjacken vor. Hier auch mit beiden Arten der Unterlagenversteifung, Pappe und Steifleinen.
brathahn
13.01.2008, 18:44
Und nochwas, Kragenspiegel für die Dienstuniformen der Offiziere in der ersten Form, hergestellt bis ca 1964/65.
Diese Art der Kragenspiegel werden öfters als 44er Offizierskragenspiegel angeboten. Tatsächlich gab es ja ähnliche Kragenspiegel in dieser Form bei der Wehrmacht auch. Da habe ich leider im Moment kein Vergleichsmaterial. Allerdings als Literaturhinweis: Jean de Lagarde, Seite 75, Bild rechts oben, der Offizier hat späte WH Kragenspiegel auf seiner Jacke die diesen sehr ähnlich sind.
Homunculus
24.04.2008, 11:54
Und nochwas, Kragenspiegel für die Dienstuniformen der Offiziere in der ersten Form, hergestellt bis ca 1964/65.
Diese Art der Kragenspiegel werden öfters als 44er Offizierskragenspiegel angeboten. Tatsächlich gab es ja ähnliche Kragenspiegel in dieser Form bei der Wehrmacht auch. Da habe ich leider im Moment kein Vergleichsmaterial. Allerdings als Literaturhinweis: Jean de Lagarde, Seite 75, Bild rechts oben, der Offizier hat späte WH Kragenspiegel auf seiner Jacke die diesen sehr ähnlich sind.
User vibes bietet gerade solche WH-Kragenspiegel zum Tausch an.
unten rechts auf dem Bild
http://www.militaria-fundforum.de/showpost.php?p=1165049&postcount=2
Homunculus
Homunculus
31.05.2008, 09:17
hier das als Anhang im Word-Format
Homunculus
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