Lederpflege bei der Wehrmacht

  • Hallo,
    über neuzeitliche Lederpflege usw. hab' ich hier ja schon einiges gelesen. Aber wie haben die Soldaten ihr Lederzeug in Schuß gehalten??
    In irgend einer Vorschrift hab' ich mal gelesen, dass es verboten war den Gewehrriemen mit Öl, Fett oder Schuhcreme zu behandeln. Gibt es darüber irgendwelche Vorschriften?
    Danke
    Gruß
    Tom

    “Never argue with an idiot. They will only bring you down to their level and beat you with experience.”

  • Ich denke , bei der Pflege von Leder gibt es seit jeher keine großen Neuigkeiten .
    Auf jeden Fall gab es bei der Wehrmacht dstl. geliefertes Lederfett , was es heute ebenfalls noch gibt .
    Ansonsten klassische Schuhcreme , die es heute , wenn auch in beschränktem Maße , auch noch gibt .
    Frag doch mal den ERDAL Frosch ;).


    Gruß,
    Frank, der Reiter


  • Hallo,
    Lederfett für Koppelzeug usw?? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Fett oder Öl (Ballistol ...) verursacht doch mit Sicherheit Flecken auf der Uniform. Lederfett für Satteltaschen, Packtaschen usw lass ich mir ja eingehen, aber doch nicht für Zeugs, das auf der Uniform getragen wurde. Aber da ich abslut keine Infos diesbezüglch hab' und auch noch keine entsprechende HDV entdecken konnte, frag' ich mal nach.
    Danke
    Gruß
    Tom

    “Never argue with an idiot. They will only bring you down to their level and beat you with experience.”

  • Tom ,
    zäumen wir das Pferd doch mal anders herum auf .
    Welche Lederpflegemittel gibt es denn heute bei der Bundeswehr , wobei die , wie zum Kriegsende die Wehrmacht , gar nicht mehr soviel zu pflegendes Leder haben ?
    Da fällt mir eigentlich nur diese komische Tubenschuhcreme ein .


    Gruß,
    Frank, der Reiter


    P.S.: die Wehrmacht hatte aber wesentlich mehr Leder zu pflegen als die BW !


  • Hallo,
    also ich habe mich mal wieder entschlossen, mich richtig unbeliebt zu machen. Frank, Du bist mein Opfer. Bitte nicht persönlich nehmen. Ist (glaub ich zumindest) ein generelles Problem hier im Forum. Ist mir zumindest schon ein paar mal unangenehm aufgefallen.


    Die eigentlichen Fragen in den Beiträgen werden nicht richtig gelesen.


    Ich habe nicht nach irgendwelchen Meinungen oder Erfahrungen bei der Bundeswehr gefragt. Meine Frage bezog sich ausschließlich auf die Vorschriften bezüglich Lederpflege bei der Wehrmacht. Sonst nix. Der Rest interessiert mich auch nicht.
    Vorschriften Wehrmacht Lederpflege. Gibt es so was? Wenn ja, was steht da drin. Hast Du (egal wer) dazu was zu sagen? Nein?! Dann verkneif Dir Deine Antworten. Ein Erdal-Frosch oder BW-Lederfett interessieren mich nicht.
    Ist ja mit Sicherheit auch nett gemeint, aber es interessiert mich wirklich nicht.
    Wenn ich hier und jetzt nicht noch mal auf meine eigentliche Frage aufmerksam gemacht hätte, dann wär’ mit Sicherheit der nächste um die Ecke gekommen mit: Ja, bei mir bei der NVA…. Und dann der nächste: Bei uns beim BGS….. NEIN!!!! Wehrmacht Vorschriften Lederpflege. Sonst nix.
    Vielleicht hab’ ich ja auch meine Frage nicht ordentlich formuliert……..


    Im übrigen: den Spieß von den Garmischer Gebirgsjägern hättest Du vermutlich ohne Hörrohr in Flensburg brüllen hören, wenn er einen von seinen Jungs dabei erwischt wie er gerade Tubenschuhcreme auf sein Lederkoppel schmiert. Super! Großer Dienstanzug befohlen, und dann schwarze Schuhcremeflecken auf dem grauen Kittel.


    Also noch mal: bitte nicht sauer sein. Ist nicht persönlich gemeint!
    Gruß
    Tom

    “Never argue with an idiot. They will only bring you down to their level and beat you with experience.”

  • Hallo, habe mal nen alten Reibert (1941) zur Hand genommen...
    Dort steht geschrieben:
    'Ledersachen sind mit Holzspan und Bürste zu reinigenund durch häufiges Einreiben mit Lederfett weich zu erhalten (besonders das Schuhzeug). Dabei wird das Fett mit der Hand in das Leder gerieben (geknetet)...


    Leibriemen, Patronentaschen, Seitengewehrtasche, Tornisterriemen, Schanzzeugfutterale usw. sind mit einer fetthaltigen Lederwichse zu putzen.
    Ein guter Putz wird erreicht, wenn die Poren des Leders mit einem Korken geglättet werden, die Lederwichse mit einem leinenen Lappen in das Leder gerieben und mit einem Wollappen blankgeputzt wird.'


    schönen Gruß...Stefan

    suche alles von den Tragtiereinheiten der Gebirgsjäger,
    speziell vom Tragsattel 23 und Packsattel 33

  • Tom ,


    Welche Lederpflegemittel gibt es denn heute bei der Bundeswehr , wobei die , wie zum Kriegsende die Wehrmacht , gar nicht mehr soviel zu pflegendes Leder haben ?
    Da fällt mir eigentlich nur diese komische Tubenschuhcreme ein .


    Wie hatten einmal die von Reiter angesprochene Schuhcreme bei der BW und dann gab es noch das farblose Lederfett für die Handschuhe.



    MFG


    Stefan


    Suche Nachrichtenausrüstung, Funkgeräte, Fernmeldeanlagen, Bordfunkgeräte, Röhren, etc. sowie Stahlhelme


    SUCHE FOLGENDE ERKENNUNGSMARKE: -84 -4./N. 52b mot und alles zur Nachrichtentruppe!

  • Hallo,


    fretchenkutscher
    Super, vielen Dank.
    Also muß ich mir doch mal einen Reibert zulegen.


    @ Gabbertje. Ich hoffe Du machst das gerade aus Boshaftigkeit. ;-)


    Gruß
    Tom

    “Never argue with an idiot. They will only bring you down to their level and beat you with experience.”

  • Hallo,
    gibt es außer dem Reibert keine Vorschrift der Wehrmacht zu diesem Thema? Die hatten doch für alles eine eigene HDV. Nix für die Reiniglung und Pflege der Ausrüstung?
    Danke
    Gruß
    Tom

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  • Selbstverständlich gab es das....


    Mit Verfügung vom Nr. 314 vom 11.0kt.1926 wurde bereits ausführlich festgelegt, wie mit Ledersachen zu verfahren ist.


    Kurzzusammenfassung:


    Aus dieser Verfügung geht hervor, dass Gewehr/Karabinerriemen, Trageriemen und Gurte für MG und Nachrichtengerät, Sattelkissen für Sättel, Sitzkissen für Trossfahrzeuge, Rück- und Armlehnen, Karabinerhalteriemen, Div. Lederbehälter sowie die Ausrüstung, welche in der II DV. 123 aufgeführt ist (iegt mir nicht vor) zum Schuzt der Kleidung NICHT zu ölen und zu fetten sind.


    Normal sollte des Leder bereits narbengeschärzt oder angebräunt sein.


    Ledersachen die am Mann getragen werden und mit der Bekleidung in Berührung kommen können sind auf der Außenseite hauchartig mit Lederfett zu fetten.


    Alle anderen Sachen (natürlich bis auf die Ausnahmen), aus braunem Leder sind mit Lederöl zu behandeln.


    Bis ca. 1940 wurden z.B. Leibriemen und Seitengewehrtaschen des Heeres (LW war bereits braun lackiert) lohgar ausgegeben und mussten geschwärzt werden. Nach 1940 waren diese Lederteile ab Werk alle schwarz lackiert und mussten nicht mehr gefärbt werden (außer der Lack war total runter)


    In der H.Dv.123 (liegt mir nicht vor) sind die Ausrüstungsgegenstände aufgeführt welche, falls naturbraun (lohgar) bei der Ausgabe geschwärzt werden sollen.
    (Anmerkung: Diese sollen sicher auch Nachgeschwärzt werden falls die Farbe vergeht)
    Ansonsten soll Nachschwärzen unterbleiben.


    Was das Schwärzen betrifft habe ich an Realstücken zwei Methoden gesehen... zum einen regelrechtes Lackieren des Leder mit schwarzer (Leder-)Farbe oder sog. Schwarzputzen.


    Für das Letzere findet sich eine Vorschrift des preuß. Kriegsministeriums vom 27.09.1915 "Anleitung zum Schwärzen des Schuh- und Lederzeugs".


    Daraus geht hervor unter Nr.1.: "Zum Schwärzen des Schuh- und Lederzeugs wird eine Lederschwärze bestehend aus Blauholzextrakt, konzentrierter Eisenschwärze, Salmiakgeist, Nigrosin, Cerisin, Borax und Anilinöl empfohlen". Die Firma "U. Wunderlich" bot diese Schwärze unter dem Namen "Wundalin" an.


    Die Bayern zogen am 18.04.1916 mit einer ähnlichen Verfügung nach. Die Zusammensetzung der Lederschwärze war aber die gleiche.


    Unter Nr. 2 steht darüber hinaus: "... zur Erziehlung eines Glanzes wird Stiefelwichse, am besten aber eine Terpentinöl-Ledercreme, verwendet. Diese allein genügen oft schon zum Schwärzen des gebrauchten Schuh- und Lederzeuges...."


    Ich denke daran, an der zuasammensezung und der Art und Weise der Lederbehandlung, hat sich nicht wirklich was geändert bis in die Zeit der Wehrmacht...


    Das das ganze nicht unproblematisch war beweist ein dramatischer Vorfall aus dem Jahr 1943.
    Mit verfügung vom 23.07.1943 wurden für Offiziere Koppel mit geschwärzter Außenseite eingeführt.
    Die Koppeln mit brauner Außenseite sollten geschwärzt werden.


    Bis Novmber 1943 gab es aber zahlreiche Beschwerden, weil die zur Verfügung gestellte Ledercreme die Uniform versaute.


    Mit Verfügung vom 30.10.1943 wurde darauf hingewiesen, dass vor Auftragen der Lederschwärze die braune Deckfarbe (auf Basis Casien- oder Nitrocellulosebasis) entfernt werden muss (das wurde extra in der deutschen Versuchsanstallt, der Fachschule für lederindustrie sowie bei den IG Farben erforscht!!!!). Dieses Verfahren sei im Feld bzw. der Front jedoch nicht durchzuführen.
    Daher wurde die Anordung mit dem Schwärzen der brauen Koppeln widerrufen.
    (tja... wenn man sonst keine Probleme hat...)



    Ich hoffe ich konnte helfen.


    Grüße

    Alle von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Berichte und Gegenstände aus der Zeit 1933 - 1945 und angesprochenen Themen dienen nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger und verfassungsfeindlicher Bestrebungen, der wissenschaftlichen und kunsthistorischen Forschung, der Aufklärung oder Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens oder der militärhistorischen und uniformkundlichen Forschung gemäß §§ 86 / 86a, Deutsches StGb.
    - Und ich bin kein Verkaufsberater -

  • TRAUMHAFT!!!!!!
    Vielen Dank!
    Gruß
    Tom

    “Never argue with an idiot. They will only bring you down to their level and beat you with experience.”

  • Hallo,


    und heute krieg ich das hier aufm Flohmarkt:


    H.Dv 488/5 Erhaltung der Waffen und Ausrüstung des Feldheeres, Dezember 1942


    129: Es werden weder gefettet noch geölt:
    …Gewehrriemen, Pistolentaschen, Zielfernrohrtaschen, Gewehrhalteriemen, Trageriemen und Tragegurte für Maschinengewehre……..
    130:
    Koppel, Patronentaschen……. Werden mit Guttalin, Koppelwachs oder ähnlichem behandelt.
    131:
    Für Pistolentaschen ist handelsübliches Schwarzwachs zu verwenden.
    131:
    Alle übrigen Stücke aus Leder werden mit Lederfett hauchartig eingerieben.


    Sleepwalker : Nochmal vielen Dank für Deine Mühe!


    Gruß
    Tom

    “Never argue with an idiot. They will only bring you down to their level and beat you with experience.”

  • Tja R35 , obwohl diese Art Dose sogar in einer US Publikation abgebildet ist , Fälschung .
    Schau Dir die Dose mal genau an , da fehlen die .. auf dem u und die Verschmutzung ist künstlich .
    Schau Dir auch mal die weiteren aktuellen Verkäufe des Anbieters an ( LW Fett ) und schau auch in die 1. Seite seiner Bewertungen , z.B. WH Nummernschilder.
    Im Zusammenhang mit der angebotenen Kaschemme , fallen da bestimmt viele d´rauf rein , bzw. sind es schon .

    Gruß,
    Frank, der Reiter



  • Hallo Frank,


    verdammt noch eins, wenn man nicht genau hinschaut....


    Beste Grüße
    R35

    Bin immer auf der Suche nach uralten Schlüsseln, Schlössern, Vorhängeschlössern und Eisentruhen.

  • ballistol öl funktioniert prima, und das leder wird auch nich speckig wenn man "normal" damit umgeht. Ballistol ist damals für den lanser entwickelt worden und bis heute in der rezeptur unverändert geblieben. Laut beschreibung kann es für waffenpflege, holz- und lederpflege verwendet werden. Außerdem diente es als wundspray, da es desinfizierend ist.


    MfG dwm08

    Du deutsches Volk, schlage mutig drein,

    Hammer sollst du, nicht Amboss sein!

  • ballistol öl funktioniert prima, und das leder wird auch nich speckig wenn man "normal" damit umgeht. Ballistol ist damals für den lanser entwickelt worden und bis heute in der rezeptur unverändert geblieben. Laut beschreibung kann es für waffenpflege, holz- und lederpflege verwendet werden. Außerdem diente es als wundspray, da es desinfizierend ist.


    MfG dwm08


    Wenn Du Dir Dein schönes braunes gutes Leder versauen willst, nimm Ballistol!
    Dann ist es weich und für immer schwarz !
    Es hilft im übrigen auch gegen Zecken und bei Arthrose der Kniegelenke. Man kann auch damit Gurgeln!
    Aber Für schönes Leder: Vergiß es einfach.
    Und wenn Du so etwas verbreitest, hast Du noch nie mit altem Leder zu tun gehabt !
    Ja es geht schnell , und ist einfach und das Ergebniss ist aus meiner Sicht katastrophal Da Du ein schönes Stück für immer verhunzt hast.
    Aber jeder wie er eben will.
    MfG
    Oculus

  • Hallo Oculus!
    auf der einen seite gebe ich dir recht, wenn ich weiches, geschmeidiges leder habe reicht zur einfachen pflege schuhcreme, lederöl,oder dünn lederfett, aber um sprödes,ausgetrocknetes leder wieder weich zu bekommen muß man dann viel schuhcreme auftragen! Da kommt man meistens an lederöl bzw. ballistol nicht vorbei, danach empfiehlt sich sicherlich die weitere pflege mit oben genannten produkten. Außerdem sagte ich ja maßvoll umgehen mit ballistol und nicht fluten!
    ps:Auch ich habe berufsbedingt hier und da im restaurationsbereich mit altem leder zu tun!:) Für wetere anregungen bin ich gerne offen. mfg dwm08

    Du deutsches Volk, schlage mutig drein,

    Hammer sollst du, nicht Amboss sein!

  • Vaseline!
    Auf der heizung warmmachen und einmassieren. Ist so ziemlich das Einzige was das Leder nur minimal nachdunkelt!

    www.zeugamt.com
    SUCHE DRINGEND "RATGEBER FÜR BÄUERLICHEN HAUSRAT", HERAUSGEBER "DEUTSCHES HEIMATWERK", SOWIE ANDERE PUBLIKATIONEN VOM DHW.

  • Hallo in die Runde, nachdem ich meine Packtaschen leider mit Ballistol versaut habe (zu spät hier im Forum den Hinweis entdeckt) nun meine Frage, ob ggf. Lebertran altes Leder weniger beeinträchtigt? Mir hat jemand gesagt das Lebertran perfekt für altes Leder wäre zum geschmeidig machen und imprägnieren usw. Außer das es stinkt scheint mir dies plausibel. Kann jemand Erfahrungsberichte geben?
    Danke