Fragen zu deutschen Seitengewehren

  • Da deutsche Seitengewehre vor 1918 nicht so mein Sammelgebiet sind, habe ich mal ein paar Fragen:
    1. Waren die Griffe der Seitengewehre (S98, S 98/05 etc.) original blank belassen oder brüniert ? Da ich schon Seitengewehre sowohl blank als auch dunkel (Patina oder Brünierung) gesehen habe, würde mich das schon interessieren.


    2. Seitengewehre mit Lederscheide: bei diesen Scheiden waren die Metallabschlüsse oben und unten ja mit einer Art Draht befestigt. Gab oder gibt es da Spezialwerkzeug für die Befestigung, oder einen Trick, wie man das befestigen kann ?


    3. Habe schon S98/05 gesehen, bei denen die Klinge leicht gelblich schimmert, so als wäre da eine Art Schutzlack drauf, ist das original oder nachträglich zur konservierung aufgebracht worden ?


    Danke schon mal für die Antworten.


    MfG
    Bajo

  • Hallo,


    1 .vor 1918 waren die Stahlteile von Seitengewehren blank


    2. keine Ahnung wie. Aber sicher gab es das damals


    3. im original schimmert nichts gelblich, außer es ist evtl. altes Fett drauf.



    Grüße

    Alle von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Berichte und Gegenstände aus der Zeit 1933 - 1945 und angesprochenen Themen dienen nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger und verfassungsfeindlicher Bestrebungen, der wissenschaftlichen und kunsthistorischen Forschung, der Aufklärung oder Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens oder der militärhistorischen und uniformkundlichen Forschung gemäß §§ 86 / 86a, Deutsches StGb.
    - Und ich bin kein Verkaufsberater -

  • Danke Sleepwalker für deine schnelle Antwort.


    Zu 1: das bedeutet also, wenn jetzt ein Seitengewehr einen dunklen Griff hat, ist es entweder Patina, die so erhalten bleiben sollte, oder es hat jemand später brüniert.
    Die in die Reichswehr übernommenen Stücke wurden, soweit ich weis, brüniert und sind ja sowieso am 1920er Stempel zu erkennen.


  • Zu 2.
    Der "Draht", auch Beschlagsicherung, war aus Federstahl und wurde durch die zwei im Mundblech und dem Leder befindlichen Locher geschoben und durch die Federwirkung gehalten.
    Ich habe auf meiner Festplatte eine Skizze davon, kann sie dir per E-Mail schicken, wenn du willst.
    gruß stefan

    Suche aus persönlichem Hintergrund alles über das Infanterie-Regiment Nr.126 Großherzog Friedrich von Baden (8. Württembergisches), speziell der 8. Kompanie!!!!!

  • Danke Sleepwalker für deine schnelle Antwort.


    Zu 1: das bedeutet also, wenn jetzt ein Seitengewehr einen dunklen Griff hat, ist es entweder Patina, die so erhalten bleiben sollte, oder es hat jemand später brüniert.
    Die in die Reichswehr übernommenen Stücke wurden, soweit ich weis, brüniert und sind ja sowieso am 1920er Stempel zu erkennen.


    Zu1
    Die Frage bezog sich auf die Stücke bis 1918. Diese waren alle blank.


    Die Brünierung der Seitengewehre der Reichswehr und der Polizei erfolgte erst ab 1934, und nicht alle hatten einen 1920 Stempel.


    Zu2


    Es gibt die orginale Beschreibung plus die Blaupausen für das S98 und die Lederscheide. Darin sind die Werkzeuge und die Verfahrensweise der Befestigung jedoch nicht aufgeführt.

    Alle von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Berichte und Gegenstände aus der Zeit 1933 - 1945 und angesprochenen Themen dienen nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger und verfassungsfeindlicher Bestrebungen, der wissenschaftlichen und kunsthistorischen Forschung, der Aufklärung oder Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens oder der militärhistorischen und uniformkundlichen Forschung gemäß §§ 86 / 86a, Deutsches StGb.
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  • Zu 2.
    Der "Draht", auch Beschlagsicherung, war aus Federstahl und wurde durch die zwei im Mundblech und dem Leder befindlichen Locher geschoben und durch die Federwirkung gehalten.
    Ich habe auf meiner Festplatte eine Skizze davon, kann sie dir per E-Mail schicken, wenn du willst.
    gruß stefan


    Hallo !


    Also die Sache mit den "Krampen" aus Federstahl und der Federwirkung würde mich auch mal interessieren !
    Diese Krampen kann ich biegen, da dürfte es doch kein Federstahl sein. Auch haben wir da die Scheiden z.B. der M71, die haben Messingkrampen.
    Soweit mir bekannt wurden die Enden der Krampen im Inneren der Scheide nicht wie beim "Prinzip Klammeraffe" zueinander sondern voneinanderweg umgelegt. Mit entsprechendem Werkzeug.


    Gruß J.K.

  • so... die D.V.281 enthält folgende Beschreibung:


    "...die Beschläge, die der Scheide eine größere Dauerhaftigkeit geben und zum Tragen in der Tasche des Leibriemens dienen, sind auf die Scheide geschoben, angeleimt und mit Flußeisennieten verneitet; sie bestehen aus Mundblech, der Federvorrichtung, der Deckplatte, der Mundblechschraube und dem Ortband...


    ...in der inneren Wand des Mundblechs befinden sich zwei Löcher, durch die der Niet zur Befestigung des Mundblechs mit der Scheide geht....


    ...Das ortband hat in der inneren und äußernen wand je zwei Löcherfür die Vernietung mit der Scheide"



    also


    die Beschläge wurden angeleimt und dann mit einem Stift/zwei Stiften aus Flußeisen vernietet. Hierzu wird es entprechende Formen, ähnlich dem bekannten Scheidenausbeuler gegeben haben.

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