Original und Kopie im Vergleich

  • Hallo,


    das Thema Pickelhauben ist von je her die Königsklasse der Fummler und Kopisten. Das war schon immer so und wird auch zukünftig nicht besser werden.


    Bei der Beurteilungen einer Haube sollte neben allen anderen Teilen ein besonderes Augenmerk auf das Haubenemblem gelegt werden.
    Viele Hauben unterscheiden sich in ihrer Grundform nicht großartig voneinander. Manchmal ist es neben der Landeskokarde nur ein kleines Detail im Haubenemblem, was eine 1000,- teure Haube schnell zu einer 5000,- (oder mehr) teuren Hauben werden lassen kann.


    Selbstverständlich können normale Hauben durch Wechsel eines seltenen Originalemblems aufgewertet werden.


    Ich möchte mich hier aber auf die neu gefertigten Embleme begrenzen.


    Neufertigungen werden auf galvanoplastischer Basis hergestellt. Das Grundmaterial besteht aus Kupfer und wird anschließend vergoldet oder versilbert....je nachdem, was benötigt wird.


    Bei bloßer Betrachtung ist die Kopie vom Original manchmal nur sehr schwer zu unterscheiden.


    Die hier vorgestellten Kopieembleme befinden sich in normaler....mittlerer Qualität. Es gibt noch weitaus bessere !!!


    Viele kratzen zur Prüfung an einer unauffälligen Stelle mit einer Stahlnadel das Emblem leicht an. Kommt hierbei ein kupferfarbener Grundton durch, ist das Emblem eine Kopie.


    Dies ist aber bei einer Haube, die einem noch nicht gehört, wohl eher nur selten möglich. Welcher Besitzer möchte schon gerne, dass man bei seiner Haube mit einer Stahlnadel herumkratzt.


    Bei vielen Kopieemblemen sind z.B. die Flügelausläufe eines Adleremblems häufig etwas dicker. Aber auch das ist keine Garantie.
    Lötstellen der Gewindebolzen werden künstlich gealtert, so dass es auch hierbei manchmal schwer fällt, einer Kopie auf die Schliche zu kommen.


    Besonders vorsichtig sollte man bei Reserve-Offiziershauben der Kleinstaaten sein.


    Hier werden sehr häufig aus normalen preußischen Linienoffizieren der Reserve, diese Embleme haben in der Regel kein Bandeau, durch Anbringung eines zusätzlichen Emblemes eines Kleinstaates, wie z. B. Reuß oder auch Thüringen usw.....und durch Wechsel der entsprechenden Kokarde, Aufwertungen vorgenommen.


    Eine solche Haube würde ich nur aus gesicherter Herkunft oder gar nicht kaufen. Auch auf Exoten, wie z. B. Flammenwerferabteilung (Garde-Pionier mit zusätzlichem Totenkopf unter dem Gardestern) würde ich gleich ganz verzichten. Wie gesagt....es sei denn, man bekommt so etwas aus 1000%ig sicherer Quelle.


    Diese Aufzählung ließe sich sicherlich noch um ein Vielfaches erweitern, soll aber nur ein kleiner Abriss zur Problematik darstellen.



    Gruß Dragoner08

  • Auf den Bildern oder auch in der Bucht sowas zu unterscheiden ist mng fast unmöglich. Da müsste der Verkäufer schon eine Garantie einräumen ansonsten würde ich da die Finger weglassen.

    Ich versichere, daß die von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Gegenstände aus der Zeit 33-45 nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger, verfassungsfeindlicher Bestrebungen,Identitätsbestimmung, Originalitätsbestimmung gezeigt werden

  • Großes Lob von meiner Seite für diesen Bericht!! Da der Bereich Kaiserreich stark im Kommen ist, ein sehr gute Lektion für die Beginner in dieser Materie.


    Der beste Weg immer seine Schätze VOR dem Kauf hier einstellen.



    Es ist möglich aber nur mit guter Erfahrung meist ist es bei Calvano Kopien die Rückseite die es verrät. Unebener und nicht so glatt als die geprägten Stücken. Warum zeigen die meisten Fälscher in der Bucht fast nie die Rückseite. Weiter aber da wird es schwere ist die Veredlung der Stücke. Vergoldungen sind meist zu hell, da es nicht mehr erlaubt ist feuer zu vergolden mit Quecksilber und keiner oder kaum einer mehr dies macht. Erhaben Stellen sind im Original immer mit Achachtstein poliert ein sehr sanftes fast matte glänzende Oberfläche....siehe Bild einer Kopie dort wurde dies nicht erreicht! Achte bitte immer auf die Ausarbeitungen der feinen Teile Ende des Zepters, kleiner Adler oder auch der Untergrund bei Emblemen. Lupe ist hier recht hilfreich.


    Bisher sind die Kopien die hier auf dem Markt auftauchen noch gut zu erkennen. Aber wenn die Russen auf Preussen umschwenken dann müssen wir uns warm einpacken.
    Ich habe vor kurzen eine Russische Grenadiermütze in den Händen gehabt. (sehr ähnlich der Preußen Mütze) Sollte dies beurteilen.
    Diese kam direkt aus einem Militär Museum. Einzig der Stoff ( der Stoff war alter aber ..) der kein Geruch, was das Teil dann als Kopie ( mit einigen anderen Kleinigkeiten) verriet, hatte ich eine perfekte Kopie in den Händen. Die haben dort noch die original Matrizen zum Prägen...ebenso die originalen Schablonen zum ätzen der Säbel...

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    • Kopie!.jpg

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    SUUM CUIQUE das Motto der Leib Garde Husaren (jedem das Seine)
    Experte für Uniformierung vor 1914 speziell die Deutsche Kavallerie
    Für Fragen über mein Spezialgebiet stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!

  • kleiner Nachtrag:
    Grade hier im Forum gefunden ein Kopie
    Man siehst deutlich es kommt Kupfer zum Vorschein und in den Vertiefungen auf der Rückseite sieht man klar die kleinen Perlen vom Galvano. Auf diese Merkmale wie unsaubere Vertiefungen sollte man immer achten. Den beim Prägen kommt diese nicht zum Vorschein...

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  • Hallo Samsom,


    vielen Dank für deine Zustimmung zu diesem kleinen Bericht.


    Leider gibt es in Deutschland sehr wohl Leute, die ganz offiziell feuervergolden dürfen und dies auch können. Ich habe selbst schon eine solche Restauration vornehmen lassen. Allerdings ist dies sehr teuer.


    Zudem besteht die ganz große Schwierigkeit darin, Samson hat es schon erwähnt, den korrekten Farbton zu treffen. Die Feuervergoldung wird eingetönt und dazu gehört wahnsinnig viel Erfahrung und Wissen. Dies gelingt in den meisten Fällen nicht.


    Dem Unbedarften wird es aber unter Umständen sehr sehr schwer fallen, ein Haubenemblem als Neufertigung vom Original zu unterscheiden. Wir sprechen hier nur von Nuancen in der Farbgebung zwischen Original und Kopie.


    Seltene Embleme sind meiner Ansicht nach immer mit großer Sorgfalt zu prüfen.


    Gerade auch bei emaillierten Gardesternen gibt es ganz unterschiedliche Anfertigungsqualitäten. Man kann das aber auf der Rückseite noch erkennen. Meistens ist solch ein Gardestern aber schon fest auf einem Adleremblem montiert. Dann kann es schwer werde mit der Beurteilung.


    Der erfahrene Sammler erkennt neu gefertigte Embleme aber am Ganz und am Material. Man fühlt es einfach. Auch die Emailarbeiten sollte man genau betrachten.


    Hier noch ein Beispiel.


    Links das Original und rechts die Kopie.


    Gruß Dragoner08

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    • WuerttGeneral.jpg

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  • Grade bei Garde Sterne sollte man sich mit dem Aufbau vertraut machen siehe Bilder

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  • Ja Samson das ist richtig. Danke dir für die zusätzlichen Bilder.


    Es scheint aber so zu sein, dass nur du, Wurmtiger und ich uns dafür interessieren.

  • Falscher Irrtum,Dragoner...interessieren tut mich der Thread auf alle Fälle,nur kann ich nix beitragen..ergo lese ich nur still mit..
    Und ich schätze,so geht es hier einigen..

  • Gunnar es lesen viel mehr mit als wir denken..... da das Gebiet "Kaiserreich" erst im kommen ist werden es immer mehr..


    Jungs DANKE für die Zustimmungen !!!!!

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  • Oh alles klar, ich dachte schon das Thema wäre etwas langweilig für euch.


    Gruß Gunnar

  • Nein das Thema ist wirklich Interessant auch für mich, bin seit mehr als 35 Jahren des Sammelns vor etwa 15 Jahren z.b.vom sammeln der stücke des dritten Reiches komplett abgekommen und sammele nur noch Kaiserzeit (bis auf wenige ausnahmen) und muss halt auch feststellen das die Kopiesten nunmehr auch eindeutig die Kaiserzeit sehr scharf ins Auge genommen haben.


    Da hilft meiner Meinung nur ein geschultes Auge und Erfahrung der Materialien der Oberfläche und der damaligen Verarbeitungs-Möglichkeiten, Kopien sehen häufig besser aus wie die Originalen stücke !!


    Für ein geschultes Sammlerauge zählt auch die Form eines Originals, da reicht es halt nicht einen Helm oder Lederteil 5 Wochen in Kuhpisse (Jauche) zu vergraben !!


    Das Thema ist abendfüllend und ich könnte ein Buch darüber schreiben was ich schon alles in den letzten 20zig Jahren gesehen habe, zwanzig Jahre alte Kopien haben heute auch schon Patina angesetzt und es wird halt immer schwieriger, ich habe echtes Mitleid mit Neustartern !!


    Ich denke der beste Weg, ist schon einmal hier auf diesem Forum zu finden !!


    Gruß
    Kriegsbeute

    ich suche noch einen Kürassier Helm des K.Rgt. Nr.2 Königin (Pommersches) Garnison Pasewalk, Offizier oder Mannschaft.