Seilbahnabteilung 1

  • Hallo!


    Vielleicht kann mir einer weiterhelfen.


    Nach längeren Recherchen habe ich über meinen Großvater folgendes herausgefunden:


    - 02.06.1917 bis 23.07.1917 königlich bayrisches Eisenbahnersatzbataillon, Ersatzkompanie


    - 23.07.1917 bis 10.08.1917 Etappen Hilfskompanie 7


    - 10.08.1917 bis 09.03.1918 königlich bayrisches Eisenbahnersatzbataillon, 4. Ersatzkompanie


    - 09.03.1918 bis 27.11.1918 Seilbahnabteilung Nr. 1


    Entlassungstag war der 27.11.1918. Bei den Mitgemachten Gefechten finde ich außer ein Ortsbezeichnung „Dudice“ (?) nichts. Der Ort müsste auf dem Balkan, in Mazedonien liegen.


    Nun meine Frage.
    Mit Eisenbahnersatzbataillon und Etappenhilfskompanie kann ich was anfangen und finde einiges an Informationen.
    Aber über die Seilbahnabteilung 1 finde ich absolut nichts.
    Kann mir jemand etwas zu dieser ominösen Seilbahnabteilung sagen?


    Gruß


    Jockel

    Suche Ärmeladler Feuerwehr Bischheim / Pfalz bzw. Bischheim /Saar-Pfalz


    :bea

  • kann man dir ja vieleicht auch mal helfen hier mal infos die ich gefunden habe:


    Seilbahn Kommandos, Seilbahn-Kompanie und Seilbahn-Trupps


    Einführung, Begriff und Aufgaben


    Seilbahn-Einheiten waren spezialisierte Eisenbahn-Pionier-Einheiten, die entsprechend dem Einsatz und der Notwendigkeit der Truppe bei den Operationen während des Krieges eingesetzt wurden. Sie waren im unmittelbaren Frontgebiet eingesetzt.


    Vor Beginn des ersten Weltkrieges wurde keine Übungen im Bau oder Betrieb von Seilbahnen vorgenommen.
    Die Feldseilahnen entstanden erst im Verlauf des Ersten Weltkrieges, vorallem durch den Kriegseintritt von Italien.
    Frühere Bewegungskriege mieden, wenn möglich, das unwegsame Hochgebirge zur Versorgung ihrer Truppen. Der rücksichtslose moderne Krieg versetzt ganze Armeen für Monate und Jahre in die steilsten Gebirge. So entstand das Bedürfnis nach einem Versorgungsmittel für die Truppen, das auch in diesem Gelände den Nachschub gewährleistete. Man fand es in den Seilbahnen. Dieser Gedanke lag eigentlich nicht fern, da diese Art Bahnen schon lange vor dem Kriege bei Bergwerken und Fabriken bekannt war. Die hier genutzten vierseiligen Bahnen waren aber für den Krieg nicht einfach genug, man konstruierte für ihn eine Verbindung mit nur einem Seil nach jeder Seite, das den Wagen trug und ihn mit sich nach vorwärts nahm. Außer dieser Vereinfachung gab es in der Konstruktion der Feldseilbahnen noch mehrere Erleichterungen, die für den Kriegsbetrieb charakteristisch waren, darunter als wesentliche Punkte, das viele Seilbahnen in kürzester Zeit fast ohne Rücksicht auf die Gestaltung des Geländes aufgestellt werden konnten und eine ausreichende Leistungsfähigkeit besaßen.


    Die ersten Beschaffungen von Feldseilbahnmaterial des System Bleichert erfolgten im Jahre 1915, durch die k.u.k. Eisenbahntruppe.
    In Korneuburg erfolgte zunächst die Ausbildung einer kleinen Lehreinheit. Der Bedarf an Seilbahnen vergrößerte sich derart das bis 18. August 1918, 9 Seilbahn-Baukompanien, 39 Seilbahn-Betriebskompanien und 7 Seilbahndepots durch die k.u.k. Armee aufgestellt wurden.
    Der östereichische Personalbestand für Feldseilbahnen betrug damals ca. 400 Offiziere und 12.630 Unteroffiziere und Mannschaften.
    Zusätzlich gab es noch Eisenbahnkompanien die Seilbahnbauten ausführten.
    Auf deutsche Seite waren es 6 Seilbahnabteilungen und 89 Seilbahn-Betriebstrupps.


    Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges gab es keine selbständige Seilbahn-Einheit.
    Die Seilbahn-Einheiten wurden nach der Mobilmachung im Wehrkreis XVII aufgestellt, dieser Wehrkreis stellte auch den Ersatz.
    Die Ausbildung erfolgte in Korneuburg durch das Eisenbahn-Pionier-Ersatz-Bataillon 3 umbenannt m 01.April 1940 in Eisenbahn-Pionier-Ersatz-Bataillon 2. An den schroffen Hängen des Bisamberges bei Korneuburg wurden zu Ausbildungszwecken Seilbahnen gebaut.


    Die Seilbahnen wurden unterschieden in:
    - Standseilbahnen, Schrägaufzüge
    - Eintrümmige Behelfsaufzüge
    - Doppeltrümmige Behelfsaufzüge
    - Einseilbahnen, Feldseilbahn
    - Zweiseilbahn


    Seilbahn-Einheiten bauten auch eigenständig Brücken und verlegten auch Gleise.
    Seilbahnen wurden auch durch andere Einheiten und Formationen gebaut und betrieben, zum Beispiel durch Bau-Bataillone, Heerespionier-Einheiten, OT-Einheiten etc.


    An Seilbahn-Einheiten standen zur Verfügung:


    Zwei Seilbahn Kommandos mit den Nummern 601 und 602
    Eine Seilbahn Betriebs Kompanie Murmansk/ Seilbahn Betriebs-Kompanie 619
    Zehn Seilbahntrupps mit der Nummer 621 bis 630
    Verschiedene Einheiten denen eine Feldpostnummer zugeordnet wurde


    Anfang 1940 waren 28 Seilbahntrupps gefordert, zwei Seilbahn Kommandos und vier Trupps waren vorhanden, vier Trupps wurden bis 01.Mai 1940 und zwei weitere zum 15.Mai 1940 aufgestellt. Beide Kommandos und alle 10 Trupps wurden am 09.September 1943 in die Eisenbahn-Pionier-Kompanie (mot) 49 (Seil) umgegliedert.


    Die Seilbahn Kommandos bestanden aus:
    2 Offizieren, 7 Unteroffizieren und 5 Mannschaften


    Die Seilbahntrupps bestanden aus:
    1 Unteroffizier und ca. 10 bis 15 Mannschaften


    Die Seilbahn Betriebs Kompanie bestand aus:
    Keine Angaben vorhanden


    Die Eisenbahn-Pionier-Kompanien (Seil), sind unter Eisenbahn-Pionier-Kompanien zu finden.


    Die Seilbahn-Einheiten gehörten zu den Eisenbahn-Pionieren und unterstanden den Bedeis/General der Eisenbahnpioniere.


    Die Waffenfarbe der Dienstgradabzeichen war schwarz.
    Die Truppenkennzeichnung auf den Schulterklappen/Schulterstücken war mit einem gotischen E, bei den Offizieren goldfarben, den Portepeeunteroffizieren silberfarben, bei den anderen Unteroffizieren und Mannschaften schwarz.


    Der Nachweis von taktischen Zeichen konnte bisher nur in den Kriegsgliederungen erbracht werden.

    - Orden im Etui von 1870 ...bis 1945
    - Dinge zum Bezug der Städte ULM NEU-ULM GÜNZBURG usw.

    VERKÄUFE: AUSSCHLIESSLICH AN PERSONEN DIE DAS 18.LEBENSJAHR VOLLENDET HABEN !

  • ich meine ja das sie zu den alpenkorps gehören...im serbischen feldzug wurden solche kommandos soweit ich weis von den alpenkorps gestellt...

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  • Hallo!


    Danke für die Information.


    Bilder von meinem Großvater hatte ich hier schon mal eingestellt. Darauf trägt er einen Hut, ähnlich dem, der Schutztruppen.


    Leider hat er so gut wie nichts aus seiner Zeit im 1. Weltkrieg erzählt. Sehr viel habe ich erst nach seinem Tod in Erfahrung bringen können.


    Das er bei einer solchen "Spezialpioniereinheit" war, habe ich erst im bayrischen Landesarchiv entdeckt.


    Ich stöbere mal weiter ob ich im Detail noch mehr über die Seilbahnabteilung erfahren kann. Bisher bin ich zu der Erkenntnis gekommen, das diese Einheit wohl eher zu den kleineren Einheiten zählte.


    Gruß


    Jockel

    Suche Ärmeladler Feuerwehr Bischheim / Pfalz bzw. Bischheim /Saar-Pfalz


    :bea

  • ich wünsch dir da viel glück und hoffe das auch andere etwas dazu beitragen dir zur helfen da du auch immer zu stelle bist..
    gruss daniel

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  • Im albanisch-sebirsch--griechischen Grenzgebiet verlief die südöstliche Front der Mittelmächte. Hierzu gehörte auch das Dudicemassiv, Teil des Kozufgebirges. Die Kammlinie in ostnordost und westsüdwest bildete die Front. Die Versorgung der Truppen in diesem Gebiet erfolgte über Feld- und Seilbahnen, die Hauptstrecke Belgrad - Saloniki lag mehr als 100 km von den Stellungen entfernt.


    Im Juli 1917 arbeiteten an der Herstellung und dem Betrieb von Feld- und Seilbahnen in Mazedonien 7 Eisenbahnbaukompanien (EBK), 3 Betriebsabteilungen- und Kompanien, 4 Seilbahnabteilungen und 26 Seilbahnbetriebstrupps. Dazu deutsche Hilfstruppen, bulgarische Einheiten, mazedonische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene. Die Personalzahl belief sich auf ca. 16000 Mann.


    Betrieben wurden die Seilbahnen mit Benzolmotoren zu 40 und 55 PS. Ende 1917 waren 71 Motoren in Betrieb die monatlich 325.000 l Benzol brauchten und mit größten Schwierigkeiten nur aus Rumänien zu beschaffen war und mit großem Aufwand an die entlegenen Seilbahnstationen gebracht werden mußte.


    In dem im April 1918 erreichten Endausbau wurden 325 km Feldbahn und 168 km Seilbahn betrieben.


    Die Ausrüstung der Bahnen erfolgte über die Firma Bleichert Leipzig Modell 150 deren Seilbahntechnik als dauernd umlaufendes Seil (tragendes Seil und Zugseil) konzipiert war.


    Seilbahn Drenovo - Prilep 36,1 km


    Die Seilbahn konnte am 10.6.1916 bis Trojaci und am 29.6.1916 in ganzer Länge bis Prilep betrieben werden


    Seilbahn Demirkapu - Konopiste - Rozden 38,5 km


    Demirkapu - Besevica in Betrieb ab 27.12.1916
    Februar 1917 weiter bis Krujevo und im März in vorgesehener Länge bis Konopiste, 9.1.1918 verlängerung bis Rozden.


    Drenovo ( Mackensenbahnhof) - Plettvarpass 27,25 km


    In Betrieb ab 22.1.1917


    Seilbahn Stepanci - Pestrica ( Vardartal zur Feldbahn Prilep über Babunapass) 13,75 km


    März 1917 in Betrieb


    Seilbahn Trojaci - Panteleimon 50,4 km


    Ende Februar 1917 Baubeginn, 20.4.1917 bis Belikamen Süd fertiggestellt
    5.5.1917 bis Dunje
    29.6.1917 bis Rasimbay Berg
    Frühjahr 1918 verlängerung bis Panteleimon


    MfG


    Infos mit Karte und Bilder


    http://www.google.de/url?sa=t&…PGQ&bvm=bv.67720277,d.bGQ


    http://www.google.de/imgres?im…&ndsp=22&ved=0CKMBEK0DMBc

  • Danke! Das hilft schon sehr viel weiter.


    Im Anhang ein paar Bilder von Opa. Für Uniformkundler evtl. interessant.


    Gruß


    Jockel

    Dateien

    Suche Ärmeladler Feuerwehr Bischheim / Pfalz bzw. Bischheim /Saar-Pfalz


    :bea

  • Servus zusammen!


    habe auch was zur Königlich Bayerischen Seilbahnabteilung 1 gefunden.

    Ob das auf dem Gruppenbild die Seilbahner sind, kann ich nicht sagen.

    Das Bild war mit etlichen Postkarten in dem Feldpostpäckchen.

    Gruß

    Markus

    Dateien

    • NIK_9974.JPG

      (2,49 MB, 11 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • NIK_9980.JPG

      (1,46 MB, 16 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • NIK_9975.JPG

      (2,32 MB, 11 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Heya,



    wieder was gelernt. Davon habe ich bisher noch nie was gehört oder gesehen. Danke für die Vorstellung.

    Wert oben angepinnt zu werden!

    Rasch mit dem Pferde, hart mit dem Schwerte,
    im Sattel feste, beim Becher der Beste,
    den Frauen hold, treu wie Gold,
    Mut in Gefahr, das ist ein Husar


    SUUM CUIQUE das Motto der Leib Garde Husaren (jedem das Seine)
    Experte für Uniformierung vor 1914 speziell die Deutsche Kavallerie
    Für Fragen über mein Spezialgebiet stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!