Sondeln Sachsen/Brandenburg

  • Hallo,

    ich bin Takao, komme aus Sachsen und bin neu hier.

    Ich begeistere mich sehr fürs sondeln und möchte es gerne als Hobby betreiben.

    Ich habe dem entsprechend auch Anfängerfragen im Gepäck.


    1. Wie bekomme ich Genehmigungen um in Sachsen und Brandenburg zu sondeln und bei welcher Behörde?


    2. Was für ein Metalldetektor wäre für mich als Anfänger ideal?


    3. Welche Fibel zum bestimmen der Funde trifft auf mich als Anfänger zu?


    4. Ist was bei der Kleidungswahl zu beachten außer die Wettertauglichkeit?


    5. Wie reinige ich die Fundstücke?


    Ich bedanke mich im voraus für die Antworten und falls der Text im falschen Themenabschnitt gelandet ist entschuldige ich mich dafür.

    Noch einen schönen Tag.

  • Eine Genehmigung zum sondeln ist in Brandenburg NUR unter großen Anstrengungen zu erhalten. Dazu solltest Du als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger schon einige Jahre tätig gewesen sein und dann VIELLEICHT , aber erst nachdem Du eine langfristige Ausbildung bei der Denkmalpflege hinter dich gebracht hast ! ABER dann darfst Du auch nur in angewiesenen Arealen sondeln (über einen begrenzten Zeitraum) und die Fundstücke müssen abgeliefert werden. Weiterhin ist eine genaue Dokumentation über Deine Tätigkeit zu führen.

  • Und so ähnlich wird es auch in Sachsen gehandhabt!

    Du musst bei Landesamt für Archäologie in Dresden vorstellig werden. Kannst dann mit Glück nach einem Vorgespräch an einem der Kurse teilnehmen und bekommst deine Genehmigung. Diese gilt aber nur in deinem Landkreis und nur mit enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gebietsreferenten.

    Ein Engagement als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger ist nicht zwingend notwendig, aber wünschenswert.
    Die Ernennungen sind aller 4 Jahre. Nächste Woche ist es wieder so weit. Also wird das wohl etwas knapp.


    Fauli

    Suche: Erkennungsmarke der Nachrichten-Ersatz-Batterie 4 und 1. Batterie Panzer-Artillerie-Regiment 119!!!!
    Uniformen, Kopfbedeckungen, Effekten der DDR Streitkräfte aus den 50er/60er Jahren


    Schwinge für Skimütze Offiziere VP-Luft!!!


    http://www.militaria-fundforum.de/showthread.php?t=85888

  • Tarnklamotten lassen einen verdächtig erscheinen,man könnte ja was verbergen.

    Am Besten dunkle Arbeitsklamotten.

    Fundbestimmung?-am Besten alles im MFF posten.

    Bei Reinigung ebenso.

    Anfängerdetector: Fisher F2 zum Beispiel.

    Legal Sondeln in Brandenburg=schier unmöglich-viele Flächen sind:
    Kriegsgräberstätten Truppenübungsplätze Naturschutzgebiet oder gleich für Fussgänger gesperrt/Munitionsverseuchtes Gebiet.

    Sachsen:in Absprache vom Landesdenkmalamt möglich,ausser auf den oben genannten Gebieten.

    SUCHE : LW Schützenschnur ; Papiere mit Bezug (Fhj)GrenRgt.1235 & 1242 Einsatz Ostdeutschland 1945 ; SG84/98 Hersteller"ab" ; Dienstglas in"sandgelb" EFE43 + rotbraunen Köcher ; Klappspatentasche

    Meine Bewertungen: sven79

  • Beschränke Dich zunächst auf Privatgelände und Äcker und hol Dir beim Eigentümer eine Erlaubnis.

    Ich empfehle einen Fisher F22 und einen Pinpointer. Einen Fishkars Spaten und ne Gartenschaufel.

    Klamottenmäßig normale bequeme und strapazierfähige Kleidung in gedeckter Farbe, Metallfreie über den Knöchel gehende Schuhe, dünne und eng anliegende Arbeitshandschuhe und los gehts. Was du sonst so brauchst, in einen kleinen Rucksack ( Fundtüten, bissl Flatterband, Ersatzbatterien...)Mit allem anderen, wird Dir hier geholfen. Viel Erfolg !

    Bei strenger Pflicht, getreu und schlicht ! Gruss, Achtmal33

  • genau:

    Handschuhe !

    Bei den ersten Suchtouren hatte ich immer zerfetzte Finger wegen fehlender Handschuhe.

    SUCHE : LW Schützenschnur ; Papiere mit Bezug (Fhj)GrenRgt.1235 & 1242 Einsatz Ostdeutschland 1945 ; SG84/98 Hersteller"ab" ; Dienstglas in"sandgelb" EFE43 + rotbraunen Köcher ; Klappspatentasche

    Meine Bewertungen: sven79

  • Faustregel:
    Es ist erstmal alles verboten , es sein denn,es wäre AUSDRÜCKLICH erlaubt.

    SUCHE : LW Schützenschnur ; Papiere mit Bezug (Fhj)GrenRgt.1235 & 1242 Einsatz Ostdeutschland 1945 ; SG84/98 Hersteller"ab" ; Dienstglas in"sandgelb" EFE43 + rotbraunen Köcher ; Klappspatentasche

    Meine Bewertungen: sven79


  • ich fass es mal zusammen, da die Gesetzeslage (ohne NFG) zumeist überall ähnlich ist:


    - eine direkte suche nach Bodendenkmälern mit dem Ziel diese an sich zu nehmen ist verboten.
    - eine suche nach Militaria wäre zwar theoretisch erlaubt, jedoch ging in einem Urteil das Gericht bisher davon aus, dass man billigend in kauf nimmt auch Bodendenkmäler zu finden. daher ist das auch verboten.
    - eine suche nach dem Ehering des Nachbarn/Freundes/etc ist zwar sowohl erlaubt als auch genehmigungsfrei ( erlaubnis des Grundstückeigentümers vorrausgesetzt) ABER: wer Gerätschaften dabei mit sich rumträgt die zum Graben sind, macht es schwer diesen Umstand zu beweisen. Sprich: hast du ne Schaufel in der Hand und behauptest du würdest den Ehering suchen, nimmt dir das keiner ab und du darfst mit einer Anzeige rechnen.
    - wichtig zu verstehen ist: sobald Bodeneingriffe stattfinden darfst du das ohne NFG nicht!
    - mit einem MD rumzurennen (ohne grabwerkzeug und ohne zu graben) ist nicht verboten. du darfst rumrennen und dich über das piepen freuen. das geht immer, mehr nicht.


    .....um es kurz zu mache, ohne Genehmigungen / Absprachen etc. ist in Deutschland alles verboten und alles ist irgendwo geregelt.

    Ich darf Ihnen zusammenfassend darlegen, was bei der Suche nach archäologischen Kulturdenkmalen oder Funden (»bewegliche Kulturdenkmale«) in Sachsen zu beachten ist:



    · Genehmigungspflicht:


    Nach § 12 Sächsisches Denkmalschutzgesetz - Sächs.DSchG darf ein Kulturdenkmal - hierzu zählen auch Funde - nur mit Genehmigung der Denkmalschutzbehörde aus seiner Umgebung entfernt, zerstört oder beseitigt werden.


    Nachforschungen, die das Ziel verfolgen, Kulturdenkmale oder Funde zu entdecken, bedürfen einer Genehmigung (§ 14 Sächs.DSchG). Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um Ausgrabungen oder Begehungen und Nachsuchen handelt und ob diese direkt auf einem archäologischen Denkmal stattfinden oder an einem anderen Ort. Auch das Alter der Funde spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.


    Meldepflicht:

    Archäologische Funde müssen der Denkmalschutzbehörde gemeldete werden. Aber nicht allein Funde sind anzeigepflichtig, sondern auch Teile und Sachen, die auf ein Kulturdenkmal hinweisen (§ 20 Sächs.DSchG). Dies ist besonders wichtig, da auch in Fundzusammenhängen, die von Laien oft übersehen werden, für die Fachleute wichtige Aussagen enthalten sind.

    Schatzregal:

    Was die Eigentumsrechte an archäologischen Funden betrifft, gilt in Sachsen die Regelung des »Schatzregals« (§ 25 Sächs.DSchG). Demnach werden herrenlose Funde, deren Eigentümer nicht mehr zu ermitteln sind, mit ihrer Entdeckung Eigentum des Freistaates Sachsen. Die Funde müssen der Denkmalschutzbehörde ausgehändigt werden.

    Straftaten:

    Zuwiderhandlungen insbesondere gegen Abschnitte der §§ 12 und 14 stellen einen Straftatbestand dar (§35 Sächs.DSchG).



    Weitere Hinweise und einen Link auf den vollständigen Wortlaut des Denkmalschutzgesetzes finden Sie auf unserer Internetseite unter:



    http://www.archaeologie.sachsen.de/26.htm



    Für die Nachsuche mit einem Detektor gelten die genannten Bestimmungen. Zusätzlich benötigen Sie im Freistaat Sachsen einen "Nachforschungsschein". Der Erwerb dieses Scheins ist mit einer Schulung beim Landesamt für Archäologie verbunden. Schulungen finden statt, sobald eine genügende Anzahl von Interessenten beisammen ist. Diese Schulungen klären über die denkmalschutzrechtlichen Belange und das Verhalten im Gelände auf, sind aber keine Anleitungen zum Umgang mit Metalldetektoren. Die Genehmigung gilt für ein Jahr.



    Bitte senden Sie Ihren formlosen Antrag auf Zulassung zum Erwerb eines "Nachforschungsscheins" direkt an uns. Zur Bearbeitung Ihres Antrages benötigen wir ein polizeiliches Führungszeugnis neuen Datums.



    Folgende Punkte sind in dem Antrag zu berücksichtigen:


    Zeitraum Ihres Nachsuche-Vorhabens

    maßstäbliche Kartierung des betroffenen Areals

    historische Quellen, Dokumentationen, Fotografien und Gutachten zu dem betroffenen Areal

    die Fragestellung unter der Sie die Suche durchführen

    Fundspektrum und Zeitstellung der Stücke, die Sie zu finden erhoffen

    die technische Ausstattung bei der geplanten Nachsuche und deren Dokumentation

    die Anzahl der tätigen Personen



    Voraussetzung für die Erteilung einer Genehmigung ist ein vorheriges persönliches Gespräch in unserem Dienstsitz, bei dem Ihre speziellen Anliegen erörtert werden. Zur Terminabsprache stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung - dienstags wäre aufgrund der Anwesenheit der Fachreferenten im Hause ein bevorzugter Wochentag.


  • Ohne Genehmigung ist ja alles erstmal sicherheitshalber verboten.

    SUCHE : LW Schützenschnur ; Papiere mit Bezug (Fhj)GrenRgt.1235 & 1242 Einsatz Ostdeutschland 1945 ; SG84/98 Hersteller"ab" ; Dienstglas in"sandgelb" EFE43 + rotbraunen Köcher ; Klappspatentasche

    Meine Bewertungen: sven79

  • Aber ich glaube in Bayern zb. ist es erlaubt auch ohne Genehmigung,weiß nicht was da an Sachsen anders sein soll?!

    Bayern ist das einzige Bundesland wo es noch ohne Genehmigung möglich ist, bzw ist auch nicht möglich eine zu erhalten, da man sowiso kein braucht. Wenn ich jetzt nicht in Bayern wohnen würde, wäre es mir trotzdem egal und würde mich auch auf die Suche nach 2wk machen.

  • Für eine Genehmigung in Brandenburg musst du zuerst einen zweijährigen Lehrgang für Ehrenamtliche besuchen. Hört sich lang an, sind aber in Wirklichkeit nur ein paar Wochenenden Theorie und Praxis. Ausführliche Infos gibt es hier:

    https://www.agibb.de/ehrenamt/


    Ob du die Genehmigung wirklich brauchst ist eine andere Frage, ich kenne viele die ohne unterwegs sind...



    Zur Kleidung: am besten eigene Schuhe oder Stiefel, die man nicht im Alltag anzieht, da die immer sehr schnell dreckig werden. Jacke mit Kapuze für windige Tage, Schirmmütze für sonnige Tage, Wollmütze für kalte Tage. Und Handschuhe zum Schutz vor Schmutz und Schmerz. :)

    2 Mal editiert, zuletzt von Jacza ()