Interessante Gruppe mit HoH und FAK 1. Klasse in Schraubscheibenvariante

  • Eine Gruppe bestehend aus

    • einer großen Ordensschnalle
    • zwei Feldspangen
    • einem Miniaturkettchen
    • einer Knopflochminiatur des Hausordens von Hohenzollern
    • Friedrich August Kreuz 1. Klasse 1914 in einer Schraubscheibenvariante mit vier Gewindestangen.


    Die große Ordensschnalle zeigt folgende Auszeichnungen:


    1. Königreich Preußen, Eisernes Kreuz 2. Klasse 1914

    2. Königreich Preußen, Kreuz der Ritter mit Schwertern des Königlichen Hausordens von Hohenzollern (gepunzt FR und 938)

    3. Deutsches Reich, Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse 1939

    4. Großherzogtum Oldenburg, Friedrich August Kreuz 2. Klasse 1914

    5. Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Militär-Verdienstkreuz 2. Klasse 1914

    6. Großherzogtum Hessen (-Darmstadt), Allgemeines Ehrenzeichen für Tapferkeit 1894

    7. Deutsches Reich, Ehrenkreuz des 1.Weltkrieges/Frontkämpferkreuz (Herstellerbezeichnung: „R.V.13 Pforzheim“)

    8. Königreich Preußen, Landwehr Dienstauszeichnung 2. Klasse 1913


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  • Na das ist ja mal wieder ein Hingucker !

    Gefällt mir sehr gut.


    Gruß

    Uwe

  • Hi

    Sehr schöne Gruppe !

    Aber ich habe mal eine Grundsatzfrage :

    Es gibt ja genug Stücke mit Schraubscheiben , vor allem aus dem Bereich der EK´s .....

    Warum wurde so etwas angefertigt ? Wenn man bedenkt , wie Penibel einige mit ihren Uniformen umgegangen sind . Es gibt genug Beispiele , das einige sogar Schlaufen aus Garn an ihre Uniformen angebracht haben , um die zum Teil sehr dicken Nadeln nicht durch den Stoff zu stecken .

    Das führt ja zu einer Beschädigung des Stoffes ....

    Um die Schraubscheibenstücke , mit nur EINER zentralen Schraube zu befestigen , muss ja schon ein Loch in den Stoff geschnitten werden .

    Warum dann gleich VIER Schrauben ? Hier müssen dann ja auch vier Löcher in die Uniform geschnitten werden ......

    Eine so hohe Belastung an dem Abzeichen liegt ja nun wirklich nicht vor , das eine derartig stabile Befestigung an einem dünnen Stück Stoff notwendig wäre .

    Bei den EK´s mit vier Schrauben habe ich mal die Theorie gehört , das es Stücke für einen Kürass sein sollen . Aber gilt das auch in diesem Fall ?

    Oder gibt es andere Gründe für solch eine Befestigung ?

    Gruß

    OAS1

    Si vis pacem para bellum

  • Hallo,

    Also grundsätzlich werden ja für Schraubscheiben keine Löcher "geschnitten".

    Der Stoff wurde an der entsprechenden Stelle mit einem dicken Dorn durchstoßen. Dabei wurde darauf geachtet mehr oder weniger das Gewebe nicht zu zerstören sondern eher die Fäden nur zur Seite zu schieben mit dem Dorn. Danach wurde das entstandene Loch sorgfältig,ähnlich einem Knopfloch, mit Garn eingefasst damit nichts ausfranst.

    Beste Grüße

    KEINERLEI VERSAND ÜBER HERMES !
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    Schirmmütze Offizier Ari

  • Hi

    Das mit dem Dorn wusste ich nicht .

    Aber trotzdem, wieso so ein Aufwand , um ein kleines Abzeichen mit vier Schrauben , Muttern und Gegenplatte , an einem dünnen Stück Stoff zu befestigen ....

    Ist doch auch viel aufwändiger zu fertigen , als ein Schraubscheiben - Stück mit nur einer , zentralen Schraube ?

    Gruß

    OAS1

    Si vis pacem para bellum

  • Hallo OAS1,


    das ist eine sehr gute Frage. Ob die Löcher nun mit einem Dorn gestoßen wurden, kann ich nicht genau sagen. Auf jeden Fall wurden die Löcher eingekettelt um, wie Karabanser schon sagte, sie vor dem Ausfransen zu schützen.


    Überhaupt ist es ganz erstaunlich, dass man Uniformen nur sehr selten mit entsprechend angebrachten Löchern für das EK/FA sieht. Im Verhältnis dazu, tauchen die EK´s mit Schraubscheibe aber sehr häufig auf.


    Eine kaiserliche Uniform mit gar vier Löchern habe ich noch nie gesehen.


    Das Gerücht, dass diese EK´s für den Kürass gedacht waren, hält sich hartnäckig. Es gibt aber auch viele, die das dementieren.


    Ob nun am Kürass oder an der Uniform...notwendig wäre eine vierfache Schraubverbindung sicherlich nicht gewesen. Wobei man dazu sagen muss, dass bei einer einfachen Schraubverbindung das EK sich auch mal verdrehen kann. Bei einer zweifachen oder auch vierfachen Verbindung ist das natürlich ausgeschlossen. Ich denke, dass das die Begründung dafür sein wird.


    Gruß Dragoner08

  • Hallo,

    Ich kenne die eingefasste Lochvariante hauptsächlich von meinen frühen Uniformen.

    Ich habe unter anderem 3 Wehrmachtsröcke welche von der Reichswehr übernommem wurde. Bei allen drei findet sich die Lochvariante. Sowohl für das Ek1 als auch für das Verwundetenabzeichen.

    Meine Schraubscheiben EK,s haben an der Rückseite über der Schraubbuchse einen kleinen Dorn.Dieser greift beim Festschrauben in den Uniformstoff und verhindert zuverlässig ein seitliches verdrehen des Ek.

    Eine vierer Lochvariante habe ich bis jetzt noch nicht im Original gesehen. Wäre spannend ob Jemand sowas in der Sammlung hat.

    Beste Grüße

    KEINERLEI VERSAND ÜBER HERMES !
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    Schirmmütze Offizier Ari

  • Hallo zusammen

    Vielen Dank für Eure Antworten . Ich finde , das ist eine sehr interessante Diskussion ....

    So wie ich es verstanden habe , gibt es genug Uniformen , an denen die Trageweise mit Schraubscheibe , eindeutig nachzuweisen ist .

    Jedoch nicht aus der Zeit des 1. WK , sondern erst ab der Reichswehrzeit ?

    Aber es ist kein Stück bekannt , an welchem eine Trageweise mit vier Schrauben nachzuweisen ist ?

    Hat vielleicht jemand so ein Stück in seiner Sammlung , oder kennt jemand so ein Stück an dem diese Trageweise eindeutig nachzuweisen ist ?

    Das würde mich jetzt wirklich interessieren .

    Gruß

    OAS1

    Si vis pacem para bellum

  • Also ich kenne weder einen Kürass, noch eine Uniform, an der vier Löcher für ein EK oder ähnliches angebracht sind. Dennoch muss es diese ja gegeben haben, so selten sind diese Auszeichnungen mit vier Gewindestangen ja nicht.


    Gruß Dragoner08

  • Servus


    Die vier Gewinde Variante wir wohl ein Versuch gewesen sein das verdrehen des Kreuzes unmöglich zumachen. Was bei einer einfachen schrauben Variante passieren konnte. Wohl eine Lösungs Variante eines Herstellers. Ob und wie weit sich das durchgesetzt hat. Können wir nicht mehr klären. Es waren ja schließlich Nachkaufstücke .

    Die Möglichkeit das es sich um ein Kreuz für den Kürass handeln könnte. Ist sehr wage. Da der Kürass für den Feldgebrauch schon 1888 abgeschafft wurde und diente nur noch zu Parade Zwecke bei den Garde und dem 1,& 2 Regiment. An Kürass findet man eher Ösen wo entsprechend Orden angebracht wurden. Löcher sind mir nicht bekannt im Kürass.

  • Hallo,

    würde eine Variante mit nur 2 Löchern nicht auch schon ein verrutschen absolut verhindern ? Vier sind doch völlig übertrieben...


    Beste Grüße

    KEINERLEI VERSAND ÜBER HERMES !
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  • Mir sind eine ganze Reihe Kürasse bekannt, die entsprechende Löcher aufweisen. Es gibt dazu auch viele Tragebeispiele.


    Die EK/FA Variante mit vier Befestigungsgewinde bleibt für mich aber auch ein Rätsel. Zumal die auch gar nicht so selten vor kommen. Ein EK mit zwei Gewindestangen würde gegen ein Verrutschen auch völlig ausreichen.


    Gruß Dragoner08

  • Dragoner 08


    Das klingt ja mal interessant. Kannst du mal bitte Bilder einstellen wo man die Löcher am Kürass sieht.

    Danke

  • Eigentlich müßten die Bilder dazu hier über die Suche zu finden sein. Musst einfach mal schauen. Auf meinem aktuellen PC habe ich im Moment nur diese.

  • Die EK/FA Variante mit vier Befestigungsgewinde bleibt für mich aber auch ein Rätsel. Zumal die auch gar nicht so selten vor kommen.

    Ich habe trotz intensiver Recherche kein weiteres FA in dieser Variante entdecken können. Ich wäre daher für Hinweise auf weitere Exemplare dankbar.