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Alt 09.12.2015, 14:42   #1
PK-Mann
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Standard The Polish Institute and Sikorski Museum, London

The Polish Institute and Sikorski Museum

20 Prince’s Gate, London, SW7 1PT
Telephone: 00 44 (0)207 589 9249
Tuesday - Friday - 9.30 - 16.30


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Archives: Tuesday - Friday - 9.30 - 16.00 Closed throughout February
Museum: Tuesday - Friday - 14.00 - 16.00 First Saturday of the month - 10.30 - 16.00

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Alt 09.12.2015, 17:01   #2
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Grund für diesen thread ist diesmal nicht ein Besuch dieses relativ kleinen Museums, welches im Speziellen der polnischen Anders Armee gewidmet ist. Diese Einheit, offiziell 2. Polnisches Korps, wurde aus polnischen Staatsbürgern aufgestellt, welche sich über die UDSSR in den Iran retten konnten, aufgestellt. Wie einfach so eine Flucht war, beschreibt Aleksander Topolski in seinem Buch "Without Vodka - adventures in wartime russia", welche ihm eine zweijährige Odyssee durch NKWD-Gefängnisse und Gulags eingebracht hat, bis er im Jänner 1942 über die Kaspische See, endlich den damals britisch dominierten Iran erreicht hat

Der Junge links unten auf dem Buchumschlag ist Aleksander Topolski
.
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Alt 09.12.2015, 17:17   #3
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Persönlich finde ich es immer interessant, auch mal die Kameraden von der anderen Feldpostnummer und deren Erlebnisse, unter die Lupe zu nehmen. Ein Kuriosum dieser Einheit war ein Unteroffizier namens Wojtek ... welcher u.a. Artilleriemunition zum Beschuß der deutschen Stellungen in Monte Cassino in die polnischen Artilleriestellungen schleppte.

Das wäre an und für sich nichts Besonderes ... aber der Wojtek war ein außergewöhnlicher Braunbär, der überdies rauchte und liebend gerne Bier trank ... aber lest :

Wojtek (1942–1963; [vɔjtɛk]) war ein syrischer Braunbär, der im Iran gefangen und von Artilleriesoldaten des Zweiten Polnischen Korps adoptiert wurde. Bei der Schlacht um Monte Cassino half er bei der Versorgung der Soldaten mit neuer Munition.

Geschichte

Im Jahr 1942 fand ein einheimischer Knabe den ein Jahr alten und von seiner Mutter verlassenen Bären in der Nähe der westiranischen Stadt Hamadan. Er verkaufte ihn an die Soldaten der im Iran stationierten polnischen Armee für ein paar Konserven. Später wechselte der durch die frühe Prägung auf den Menschen sehr nähebedürftige Bär zur 22. Transportdivision des zweiten polnischen Armeekorps. Dort erhielt er den slawischen Vornamen Wojtek, welcher sich aus den Namensbestandteilen für Krieg sowie Freude zusammensetzt und sinngemäß „der den Krieg genießt“ oder „lächelnder Krieger“ bedeutet.[1] Seine Haltung erfolgte nicht artgerecht, da er ohne Kontakt zu Artgenossen aufwuchs und sowohl Bier als auch Zigaretten von den Soldaten erhielt. Als Wärter war für den Bären der Unteroffizier Piotr Prendys zuständig.

Wojtek erfreute sich bei den Soldaten großer Beliebtheit, wurde zu ihrem Maskottchen und später sogar offiziell als Soldat in das Zweite Polnische Korps aufgenommen, mit dem er in Italien zum Einsatz kam. Da die Hafenbehörden von Alexandria den Bären bei der Verschiffung der Truppen nach Neapel am 14. April 1944 zunächst nicht für die Überfahrt zulassen wollten, da Tiere an Bord nicht geduldet wurden, wurde ihm mit Genehmigung des Oberkommandos aus Kairo ein militärischer Rang verliehen sowie eine Dienstnummer und ein Soldbuch vergeben, welche ihn rechtskräftig als offizielles Mitglied der polnischen Armee zur Überfahrt legitimierten. Ihm wurde daraufhin dauerhaft Zugang zu dem britischen Transportschiff gewährt. Seitdem wurde der Bär als Unteroffizier Wojtek geführt.[

Bei der Schlacht um Monte Cassino trug er Kisten mit schweren Mörsergranaten über das Schlachtfeld auf unwegsamem Gelände am Hang des Monte Cassino. Zudem gelang es Wojtek im Laufe seiner militärischen Karriere einen arabischen Spion zu stellen. Neben diesen militärischen Einsätzen sorgte er insbesondere für eine gute Moral innerhalb der polnischen Truppen. Nach der Schlacht um Monte Cassino wurde mit Zustimmung des polnischen Oberkommandos das Emblem der 22. Kompanie in einen Bären geändert, der ein großes Artilleriegeschoss trägt.

Ein anderes polnisches Bataillon, das einen Bären namens Michael in seine Reihen aufgenommen hatte, brachte diesen zu Wojtek, in der Annahme, die beiden Bären würden Spielkameraden werden. Da jedoch aufgrund von Eifersucht heftige Kämpfe zwischen den beiden Bären ausbrachen, wurde Michael 1943 dem Zoo von Tel Aviv übergeben, der den Polen im Gegenzug den Affen Kaska gab


(Quelle : Wiki)
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Alt 09.12.2015, 17:35   #4
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Dieser Artikel im Spiegel vom 29.06.2012 befaßt sich ebenfalls mit diesem kuriosen "Soldaten" http://www.spiegel.de/einestages/sol...-a-947624.html
Und noch ein passender Artikel : http://suite101.de/article/private-w...r-armee-a89384

In Andenken an Wojtek wurde 1944 von David Harding eine Statue angefertigt, die sich im Sikorski Museum in London befindet, wo 2010 eine Fotoausstellung zu Ehren Wojteks stattfand. Pläne zur Errichtung einer weiteren Statue durch den Bildhauer Alan Herriot in der schottischen Hauptstadt Edinburgh wurden 2010 bekannt gegeben, deren Umsetzung für 2011 geplant waren. Diese Statue soll rund 200.000 Pfund Sterling kosten. Für ihren Aufstellungsort sind unter anderem Hillside Crescent und Calton Hill im Gespräch. Laut Herriot sollen ähnliche Statuen in Warschau und nahe der Abtei Monte Cassino entstehen. Ebenso soll auf Bemühen des Wojtek Memorial Trust eine Bronzestatue in der Innenstadt Edinburghs aufgestellt werden. Im Hafen von Grimsby in England erinnert bereits eine hölzerne Skulptur an Wojtek.

Im schottischen Parlament fand im März 2009 ein Empfang zu Ehren des Bären Wojtek statt. Im November 2011 wurde in Edinburgh eine Prozession von Soldaten abgehalten, die von Dudelsackspielern begleitet wurde, um Wojtek schließlich mit einer polnischen Grabrede zu ehren.

Die Brauerei Beartown aus dem englischen Cheshire brachte 2012 eine limitierte Ausgabe von 10.000 Flaschen des Bieres Wojtek heraus, welche den munitionstragenden Bären auf den Flaschenetiketten führten.


(Zitat : wiki)

... und im gegenständlichen Museum in London steht (soviel ich weiß) ebenfalls eine Statue von Wojtek
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Alt 15.12.2015, 18:40   #5
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Hallo Roland,

danke für die kleine Geschichte und für deine Arbeit hier.
Es gibt doch immer wieder unglaubliche Geschichtn aus der Zeit.

Gruß Oliver
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