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Alt 16.05.2017, 19:05   #11
Kloss
 
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Sehr schön ! .
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Alt 17.05.2017, 17:51   #12
Sleepwalker
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Zitat:
Zitat von planet Beitrag anzeigen
Danke für den Hinweis. Da hast Du wahrscheinlich formal recht. Es hat sich so wohl einfach nur eingebürgert als Bezeichnung der Stahl-Schlösser. Wobei man in dem speziellen Fall hier viell. sogar von M16 sprechen müsste.
Wann wurden die denn nun eingeführt - 2015 oder 2016?
Es gibt ja auch Schlösser mit Buntmetall-Kästen und Auflagen aus Stahl oder Zink. Dann wieder auch zweiteilige aus Zink. Diese Varianten würde ich jetzt zeitlich alle noch vor den einteiligen aus Stahl einordnen.
Gruß, Thomas
Es gab eine Verfügung von 1915 wonach über die Dauer des Krieges wegen der Einsparung entsprechender Metalle wenn möglich Ausrüstung statt aus Messing, Kupfer, Alu usw. aus schutzverzinktem Stahlblech herzustellen sind. Das wie usw. oblag dem Hetsteller...auch die Möglichkeiten der Produktionsvereinfachung. In Sachsen wurden allerdings schon 1914 Koppelschlösser aus Ersatzmaterialien hergestellt. Vin daher ist das mit dem "M15 zweiteilig" schon mal wieder Käse. Diese merkwürdige Sammlereinteilung "M15" und "M16" hinkt schon allein deswegen weil es "M16" mit 1915 datierten Lederwiderhalten gibt. Wenn man sich an der Nomenklatur zu dieser Zeit orientiert sind es Aushilfs-Leibriemenschlösser M95.
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Alle von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Berichte und Gegenstände aus der Zeit 1933 - 1945 und angesprochenen Themen dienen nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger und verfassungsfeindlicher Bestrebungen, der wissenschaftlichen und kunsthistorischen Forschung, der Aufklärung oder Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens oder der militärhistorischen und uniformkundlichen Forschung gemäß §§ 86 / 86a, Deutsches StGb.
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Alt 17.05.2017, 20:59   #13
Kurt Dönch
 
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Zitat:
Zitat von Kurt Dönch Beitrag anzeigen
Ich schaue noch im AVBl 1916 nach, ob sie dort veröffentlicht ist, kann mich daran aber spontan nicht erinnern.
Wie befürchtet, ist die Verfügung nicht im AVBl. veröffentlicht wurden. Sie hat sich aber im bayerischen Kriegsarchiv (jetzt eine Abteilung des bay. Hauptstaatsarchivs) erhalten. Der Einfachheit halber zitiere ich einfach aus Jürgen Kraus, Die feldgraue Uniformierung, 2009, Bd. 1 S. 336, der die Entwicklung bis zu diesem Muster zusammenfasst und die jeweiligen Verfügungen nebst Fundstellenbezeichnung im Archiv angibt:

„Bald nach Kriegsausbruch erwiesen sich die blanken Koppelschlösser als zu auffällig, und die Truppe forderte Abhilfe. Am 17.10.1914 befahl daher das bayer. KM, die Koppelschlösser während des Krieges nur noch ‚abgeblendet‘ zu liefern; um einen stumpfen Überzug zu erzielen, sollten Sie mit Sandstrahlgebläse gerauht, dann mit feldgrauer Farbe gespritzt und die Farbe bei mäßiger Hitze eingebrannt werden (Bayer. KM Nr. 43 159, KA Mü MKr 5345, Prod. 37). Zur Einsparung von Buntmetallen durften die Schlösser gem. preuß. Erl. vom 01.01.1915 (Preuß KM Nr. 908/12 14 B 2. KA Mü, MKr 5043, Prod. 156) und bayer. Erl. vom 16.01.1915 (Bayer. KM Nr. 2449, KA Mü, MKr 5043, Prod. 157) nur noch aus Eisen gefertigt werden. Zum Schutz gegen Rost sollten sie in Bayern gem. Erl. vom 28.03.1915 aus verzinktem Eisen hergestellt werden (Bayer. KM Nr. 27 656, KA Mü, MKr 5043, Prod. 84 f.). Wegen der leichten Rostbildung wurde mit preuß. Erl. vom 02.02.1916 (Preuß KM Nr. 2287/1 16 B 3 C. KA Mü, MKr 5043, Prod. 131 f.), bayer. Erl. vom 14.03.1916 (Bayer. KM Nr. 14 116, KA Mü, MKr 5043, Prod. 131 f.) und sächs. Erl. vom 01.05.1916 (Sächs. KM Nr. 1744 II C., HStA Dresden, Sächs. KA 3823) für die Kriegsfertigung eine Probe des Schlosses aus Siemens-Martin-Stahlblech von 1 mm Stärke festgelegt, die matt verzinkt und mit farblosem Rostschutzlack überzogen war; sie hatte dadurch einen mattgrauen Farbton. Eine Verbesserung dieser Probe bestand auch darin, dass die Schnalldorne nicht mehr aufgelötet, sondern durch eine „rohrartig zugerollte Steghülse“ gesteckt waren.“

Die Diskussion, wie man die verschiedenen Ausführungen nun "korrekterweise" zu bezeichnen hat, empfinde ich als etwas unfruchtbar. Jedenfalls war das Koppelschloss, dessen Probe Thomas dankenswerter Weise hier zeigt, offenbar der Endpunkt einer Entwicklung. Man kann dieses Stück (also mit den Merkmalen SM-Stahl, Schnalldorn in Steghülse) m. E. für unsere Zwecke durchaus als "M/16" bezeichnen, ungeachtet der Übereinstimmung mit dem preußischen Militär-Verwaltungsgebrauch der Zeit. Die Bezeichnung "Aushilfs-Leibriemenschlösser M/95" passt eher auf die von Kraus genannten vorhergehenden Ausführungen.
Kurt Dönch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2017, 21:18   #14
planet
 
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Vielen Dank für den Zuspruch und vielen Dank vor allem Dir Karl für diese wieder einmal überaus informativen Ausführungen. Echt Wahnsinn, was Du alles aus den Papieren holst. Immer wieder denke ich, dass Dein Wissen und Archiv bestimmt für ein Buch zum Thema reichen würden.
Es gibt auch preussische Schlösser mit gekörntem Messing-Kasten und vollständig gekörnter Neusilber-Auflage. Könnte es sich dabei um ein Experiment für abgeblendete Schlösser handeln?
Schöne Grüße, Thomas
planet ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2017, 20:50   #15
Kurt Dönch
 
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Zitat:
Zitat von planet Beitrag anzeigen
Es gibt auch preussische Schlösser mit gekörntem Messing-Kasten und vollständig gekörnter Neusilber-Auflage. Könnte es sich dabei um ein Experiment für abgeblendete Schlösser handeln?
Schöne Grüße, Thomas
Entschuldige bitte, Thomas, dass ich Deine Frage überlesen hatte. So ein Koppelschloss habe ich wohl noch nie gesehen. Ich kann in der Sache nichts beitragen, dass damit eine Abblendung erreicht werden sollte, klingt für mich aber plausibel. Es gab ja so viele Experimente, einerseits Abblendung zu erreichen, andererseits kriegswichtige Metalle zu ersetzen (also insbesondere Messinglegierungen, die für Munition gebraucht wurden).
Kurt Dönch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2017, 21:54   #16
Sleepwalker
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Ein Bild wäre ganz gut
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