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Alt 29.01.2016, 13:24   #1
Fridspeed
MFF Experte für Pistolen der dt. Truppen im II. WK
 
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Standard Restauration und Pflege

Die Restauration und die Pflege der Uhr in der Sammlung wird immer ein Kernthema des Sammlers bleiben. Zum einen gibt es manchmal Dinge die man gerne verbessert hätte und zum anderen soll das lieb gewonnene Sammlerstück auch erhalten bleiben. Hierzu ist oft der Service an einer Uhr unerlässlich.

Über den notwendigen Service an einer alten Uhr zur Funktions- und Werterhaltung braucht man nicht lange zu philosophieren; entweder man macht es oder eben nicht und lebt dann mit den möglichen Folgen.

Beim Thema Restauration scheiden sich dann auch die Geister!
Die Spanne liegt hier von Zustand mint bis stark gebraucht mit vielen Fehlern. Und zu jeden Zustand gibt es Liebhaber! Diskussion hierüber = zwecklos.
Ich persönlich akzeptiere hier jede Meinung eines Sammlers zum Zustand! Natürlich will jeder Sammler möglichst alles Original an seinem Sammlerstück erhalten haben. Original geht immer vor Optik! Auch hierüber braucht man sicherlich nicht zu diskutieren! Ich persönlich akzeptiere Gebrauchsspuren an meinen Uhren. Immerhin sagen sie auch oft etwas über den Lebenslauf aus und müssen nicht zwangsläufig „verschlimmbessert“ werden.
Ich überlege also sehr genau, obwohl an der Quelle sitze, ob ich optische Verbesserungen an meiner Uhr vornehmen möchte. Letztendlich kostet solch eine Maßnahme den Originalzustand und lässt sich nicht wieder rückgängig machen.
Dennoch gibt es auch optische Maßnahmen, die man zwar eigentlich nicht wollte, die dann aber durch den Zahn der Zeit immer mehr entstanden sind und beseitigt werden müssen.
Dies kann sehr vielseitig sein. Zum Thema werde ich nach und nach einzelne Komponenten einer Uhr einstellen und Probleme und Problembehebung zeigen.
Damit alles etwas übersichtlich bleibt, folgen die weiteren Themen in einzelnen Beiträgen.

Gerne würde ich auch eure Meinung zum Service und zur Restauration erfahren.

Gruß

Fridspeed
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Alt 29.01.2016, 14:16   #2
Fridspeed
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Standard Thema Zeiger

Thema Zeiger

Zum Thema Zeiger kann ich viel an bereits erlebten schreiben!
Da gibt es nicht mehr originale Zeiger auf einer Uhr, z.B. goldene Zeiger von einer zivilen Uhr auf einer Heeresdienstuhr. Einfach nur furchtbar!
Da gibt es Zeiger, die leider nicht mehr gut halten und entweder abfallen oder sich miteinander kollidieren. Hier muss schon alleine aus technischen Gründen eingegriffen werden.

Was häufig vorkommt, sind Zeiger in denen die Leuchtmasse löchrig geworden ist oder nicht mehr vorhanden ist. Beides sieht nicht mehr gut aus und stört einen oft im Laufe der Zeit.
Befindet sich z. B. in der Leuchtmasse des Zeigers nur ein kleines Loch oder ist die Masse spröde und dunkel geworden, lasse ich diesen Zustand oft bestehen. Dass die Zeiger nach Jahrzehnten nicht mehr leuchten, spielt dann auch keine Rolle mehr. Original geht eben vor Optik.
Sind die Zeiger bereits leer gebröselt und die pulverisierte Füllung verteilt sich auf Zifferblatt und dann auch ins Werk, dann spätestens ist für mich der Zeitpunkt erreicht, wo man handeln muss.
Die Zeiger müssen vom Werk abgenommen, gereinigt und ggf. entrostet werden. Falls lackiert auch neu lackiert werden bevor dann eine neue Leuchtmasse farblich abgestimmt angerührt werden kann. Leider gibt es die Leuchtpasten fertig nur in Farben, die optisch rein gar nicht zu den alten Uhren passen. Hier muss man etwas Grundpaste anrühren und farblich möglichst nahe versuchen ans Original zu kommen. Oft haben die Ziffern auch bereits nicht mehr den originalen Farbton, sind aber noch original erhalten und sollen nicht geopfert werden. Dann muss man sich mit der anzurührenden Leuchtmasse zur Zeigerbefüllung möglichst nahe an der noch vorhandenen Farbe orientieren. Eine hundertprozentige Abstimmung kann man fast ausschließen.
Hat es dagegen die Originalziffern auch bereits erwischt, kann man alles zumindest einheitlich neu machen.
Hier sind wir dann in dem Bereich, wo es nach meiner Meinung nicht mehr anders ging.
Wer hin und wieder seine Uhr trägt und dann auf leere Zeiger blickt, weis genau wovon ich rede.

Nachfolgend einige Beispiele aus meiner Datenbank:

TU Cortebert KM: Hier waren nur noch wenige Fragmente auf dem Zifferblatt. Die Leuchtziffern und die Zeiger wurden neu gemacht.

TU Silvana = Leuchtziffern und Zeiger mussten neu gemacht werden

AU Mars = Indexpunkte erneuert und Zeigerfüllung angepasst

Verrostete Zeiger mit falscher Füllung einer Heeresdienstuhr, vorher und nachher

und dann auf dem Bild mit der Uhr die Zeigerfüllung noch einmal an die orignale aber gedunkelten Ziffern etwas angepasst.

Gruß

Fridspeed
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Alt 30.01.2016, 16:19   #3
Fridspeed
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Standard Das Zifferblatt

Das Zifferblatt

An einer alten Uhr hat aus den verschiedensten Gründen sehr oft das Zifferblatt gelitten!
Etwas, das den Sammler besonders stört, da er immer wieder auf Zifferblatt der Uhr schaut.

Die Gründe im einzeln können sein:

Patina aufgrund des Alters
Ausbleichen durch Sonneneinstrahlung
Falsche Lagerung über längere Zeit mit teilweiser Sonneneinstrahlung
Lagerung ohne Glas
Lagerung bei Feuchtigkeit
Veränderung der Lackschichten mit Ausblühungen, Fehlstellen, Risse u. ä.
Lösen der Ziffern, der Minuterie u. ä.
Erfolgloser Reinigungs- und/oder Auffrischungsversuch


In allen Fällen, in denen dem Sammler der Zustandes des Zifferblattes nicht mehr ausreicht, gibt es nur begrenzte Möglichkeiten.

Man kann ein Zifferblatt vom Oberflächenschmutz etwas reinigen. Man kann Ziffern teilweise erneuern. Auch manche Arten der Ausblühungen aus der Lackschicht kann man etwas verbessern. Und damit sind die Möglichkeiten auch schon fast ausgeschöpft um ein vorhandenes Zifferblatt zu verbessern. Auch muss erwähnt werden, dass die vorgenannten Arbeiten nur von jemand vorgenommen werden sollten, der bereits Erfahrungen in der Bearbeitung von Zifferblättern gemacht hat.

Es gibt dann auch noch die Zifferblätter, die sich in einem derart schlechten Zustand befinden, dass sich dieses Zifferblatt nicht mehr verbessern lässt. Hat man eine sonst noch gut erhaltene Sammleruhr, bleibt hier nur das Zifferblatt neu erstellen zu lassen. Hierfür gibt es Betriebe, die sich auf die Restaurierung und vollständige Erneuerung von Zifferblättern spezialisiert haben. Hier wird der Originalzustand, soweit erhalten, fest gehalten und dann auf dem alten Zifferblatt vollständig alles entfernt. Wenn nur noch das blanke Blatt übrig ist, wird der Betrieb alles was auf dem Zifferblatt war in vielen Arbeitgängen erneuern. Dies gelingt bei einfach gestalteten bis auch zu anspruchsvolleren Blättern meist sehr gut. Die Kosten für diese aufwendige Arbeit fallen, entsprechend nach Arbeitsaufwand, relativ hoch aus.

Von einem ausgesprochen Glücksfall kann man reden, wenn man eine Uhr mit einem schlechten Zifferblatt besitzt und es einem gelingt ein neues originales oder auch sehr gut erhaltenes Zifferblatt als Ersatz aufzutreiben. Leider lässt sich dies nur in den wenigsten Fälle realisieren!

Zusammenfassend betrachtet bleiben die Möglichkeiten das Zifferblatt der Uhr zu verbessern begrenzt!

Gruß

Fridspeed

NS: Zu den Bildern im Anhang:

1.)Zifferblatt einer Helios AU als Heeres Dienstuhr mit ausgeblichen und fehlenden Leuchtziffern/Indexe auf dem Zifferblatt.
2.)Ein neues unbenutztes Zifferblatt aus Lagerbestand (der ideale Glücksfall)
3.) Longines Heeresarmbanduhr mit vollständig neu restaurierten Zifferblatt
4.) Beispiel für ein Zifferblatt, dass nur noch durch den speziellen Zifferblattrestaurator noch wieder ansehnlich gemacht werden kann.
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Alt 03.02.2016, 15:32   #4
Fridspeed
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Standard Uhrengehäuse

Uhrengehäuse restaurieren

Gehäuse machen ebenfalls einen sehr großen Teil neben den Zifferblättern von der Optik einer Uhr aus. Gehäuse werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt, unterliegen dem entsprechend auch unterschiedlich den Abnutzungen im Laufe der Zeit.
Die besten Materialien für ein Uhrengehäuse bei Armbanduhren sind Vollmaterialien wie Gold und Edelstahl. Mit Gehäuse aus Gold haben wir es bei dienstlichen genutzten Uhren nicht zu beschäftigen. Zumindest kenne ich kein einziges Beispiel! Uhren mit Edelstahlgehäuse sind dagegen die begehrten Uhren, da diese Gehäuse weit weniger anfällig gegen Gebrauchsspuren sind als z.B. verchromte, vernickelte, vergoldetet und sonst beschichtete Gehäuse.
Hat man es mit einen beschichten Gehäuse zu tun und die Verchromung z.B. lässt bereits erheblich zu wünschen übrig, dann gibt es kaum Möglichkeiten an der vorhandenen Schicht noch etwas zu ändern. Berieben nennt man das abtragen der Chromschicht durch scheuern in Verbindung mit für die Materialien über Jahre aggressiven Körperschweiß. Und fort ist eben fort. Oft kommt zum Abtragen der Beschichtung auch noch die Bildung von Poren. Wenn dann z. B. gelb leuchtend das Messing eines Gehäuses sich zeigt, dürfte oft der Zeitpunkt erreicht sein, wo man seine Uhr nicht mehr so gerne anschaut. Klar, es gibt auch Besitzer solcher Uhren, denen dieser Zustand weniger etwas ausmacht.
Was also kann man machen, wenn man diesen Zustand nicht mehr sehen will?
Oft hat man mit einer Art silbernen Lack die schimmernden Stellen etwas kaschiert. Man sieht dann auf den ersten Blick nicht mehr das durchleuchtende Messing des Gehäuses. Auf den zweiten genaueren Blick sieht man die Ausbesserung dann doch recht gut und besonders haltbar ist diese Methode auch nicht.
Mit viel Aufwand konnte man solche Gehäuse von Hand bearbeiten und dann galvanisch neu vernickeln oder vergolden. Die Schicht war neu, der Arbeitsaufwand sehr groß und die relativ dünne Neubeschichtung nicht im Dauergebrauch begrenzt haltbar.
Neue technische Möglichkeiten machen es heute möglich, diese Gehäuse durch industrielle Maschinen bearbeiten zu lassen und dann neu verchromen, vergolden und vernickeln zu lassen. Solche Gehäuse erhalten dann ein neuwertiges haltbares Aussehen.

Nachfolgend als 2 Bespiele von Gehäusen jeweils einer Dienstarmbanduhr der Marke Helios.

Gehäuse Nr. 1 wurde bereits einmal bearbeitet und industriell pulverbeschichtet. Diese Methode ist zwar sehr haltbar gewesen, hat aber mit dem Originalzustand nichts mehr gemein. Man kann in diesem Falle sagen, dass der Originazustand des Gehäuses gänzlich optisch verpfuscht wurde. Da diese Beschichtung über der noch Stückchenweise erhaltenen Restverchromung sehr stark auf dem Gehäuse haftet, wird eine neue Bearbeitung schwierig und sind im Ergebnis auch Grenzen gesetzt. Zudem war in der Lünette bereits starke Porenbildung vorhanden, die auch noch gut durch die neue Beschichtung zu sehen war. Dennoch kann sich das Ergebnis der neuerlichen Behandlung wesentlich besser sehen lassen als der vorherige Zustand des Gehäuses.

Gehäuse Nr. 2, hier war das Gehäuse öfter so stark immer wieder poliert worden, bis das Messing durch schimmerte. Porenbildung wie bei Gehäuse Nr. 1 war hier noch nicht vorhanden, so dass auch ein besseres Ergebnis nach der Neuverchromung sichtbar wird.

Zu den vollen Gehäusematerialien wie Gold oder Edelstahl braucht hier nur kurz eingegangen zu werden. Da keine Beschichtung vorhanden ist, kann sich auch nichts abtragen. Das Material bekommt durch die lange Nutzung Kratzer und Unebenheiten, die sich meist gut auspolieren lassen. Zumindest, wenn die Uhr immer normal eingesetzt war. Bei sehr starken Beschädigungen sind auch bei diesen Material Grenzen gesetzt.
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Alt 14.03.2016, 17:35   #5
Fridspeed
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Standard Restaurationsobjekt Helios D.H. - AU

Mein Restaurationsobjekt, eine nicht mehr gut erhalten Heeres - Dienstuhr, habe ich heute vorläufig fertig gestellt. Vorläufig, weil man noch etwas verbessern oder ändern kann, wenn man dann möchte.

Vorab möchte ich ausdrücklich bekräftigen, dass wirklich nichts über einen sehr schön erhaltenen Originalzustand geht!
Nachfolgende Restaurierung an einer mitgenommen Uhr kann man machen, muss es aber nicht. An der Uhr wurde nur die Optik verbessert. Die Technik war noch in sehr gutem Zustand. Nebenher haben wir es hier mit einer Variante mit Werkabschirmung zu tun. Diese Uhr wurde also speziell für Funk- und Technikräume bestellt. Die normale Helios hat diese Werkabschirmung nicht.

Zunächst den Zustand der Uhr vorher und dann nachher.
Es soll einmal zeigen, was z. B. möglich wäre.

Gruß

Fridspeed
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Alt 14.03.2016, 19:19   #6
benutzer
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Gratuliere, die schaut jetzt fein aus !!!!!!!!!!!!!!!!!
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Alt 16.03.2016, 20:18   #7
Sassenach
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Daumen hoch

Zitat:
Zitat von Fridspeed Beitrag anzeigen
Mein Restaurationsobjekt, (...)

Zunächst den Zustand der Uhr vorher und dann nachher.
Es soll einmal zeigen, was z. B. möglich wäre.

Gruß

Fridspeed
Ich bin überzeugt!!! Du bekommst Arbeit von mir...
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Gott und den Soldaten ehret man,
In Zeiten der Not und zwar nur dann,
Ist aber die Not vorüber und die Zeiten gewandelt,
Wird Gott bald vergessen und der Soldat schlecht behandelt.

Niedergeschrieben auf einer Latrinentür in einem POW-Lager in Sibirien
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Alt 29.04.2016, 14:41   #8
Fridspeed
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Standard Zenith D.H.

Als aktuelles Restaurationsobjekt habe ich eine Heeresarmbanduhr Zenith D.H. in Arbeit.

Befund:
Uhr läuft nicht,
Sekundenzeiger nicht vorhanden

Ein ortsansässiger Uhrmacher hat nach Sichtung der Uhr die Reparatur abgelehnt, da keine Ersatzteile für das Manufakturkaliber Zenith 12-4-6 mehr zu bekommen sind.

Diagnose nach kurzer Sichtung der Uhr:

Federhaus hängt fest und Zugfeder gebrochen,
Der Sekundenzeiger fehlt, weil die Welle, bzw. der Zapfen der Welle gebrochen ist.

Dies stellt in der Tat eine Herausforderung dar, da die Ersatzteile von altern Uhren der Marke Zenith mehr als nur spärlich zu finden sind und weil die Zugfeder nur als Original von Zenith passt. Für viele gängige Modelle gibt es Zugfedern in Massen, die man dann verwenden kann. Für Zenith leider nicht! Die gebrochene Welle kann nur als Originalteil besorgt und verwendet werden.

Der Uhrmacher hatte also Recht! Die Zeiten für Ersatzteilsuche mit unbekanntem Ergebnis zahlt keiner. Und ob man dann das Ersatzteil überhaupt bekommen kann? Und wenn man es bekommt, passt es dann wirklich? Den Uhrmacherbetrieb kann ich nur zu gut verstehen! Schließlich muss er wirtschaftlich arbeiten, was bei solchen Uhren kaum möglich ist.

Da es ohne die beiden gesuchten Ersatzteile (Triebfeder und Sekundenrad) keinen Zweck hat die Reparatur zu beginnen, habe ich erst nach den Teilen gesucht.
Ich hatte wirklich ausgesprochen großes Glück und konnte tatsächlich weltweit die beiden Ersatzteile auftreiben. Nun kann es an die Reparatur gehen und ich hoffe, dass die Heeresdienstuhr bald wieder läuft. Immerhin handelt es sich bei der Zenith um eine des Highlights unter den Heeresdienstuhren.

Heute hat die Reparatur begonnen! Nach und nach werde ich hierüber berichten.

Nachfolgend ein Bild vom öffnen des Federgehäuses mit der gebrochenen Feder.
Man kann hier leicht als Laie erkennen, dass diese Feder im Gehäuse nicht mehr funktionieren konnte.
Weiter sieht man alle Werkteile, Zifferblatt und auch den gebrochenen Zapfen am Sekundenrad.

Forstsetzung folgt.
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Alt 29.04.2016, 17:55   #9
Enigma 1938
 
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Tolles Thema und schöne Uhren. Was mich jetzt aber doch noch interessieren würde ist was man im Falle eines nicht mehr sauber durchlaufenden Uhrwerkes tun kann. Meist ist da von einer Revision beim Uhrmacher die Rede bei der die Uhr komplett zerlegt, gereinigt, geölt und wieder zusammengebaut / eingestellt wird. Aber was kostet so ein Spaß denn so über den Daumen gepeilt. Habe eine alte Elgin aus dem ww2 die an sich in einem Zustand ist die allerdings nach Aufzug läuft aber immer wieder stehen bleibt und auch nicht mehr sehr Ganggenau ist. Habe den Gang zum Uhrmacher bislang immer gescheut wegen evtl Unsummen die ich das kosten würde.
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Alt 29.04.2016, 20:15   #10
Fridspeed
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Tolles Thema und schöne Uhren. Was mich jetzt aber doch noch interessieren würde ist was man im Falle eines nicht mehr sauber durchlaufenden Uhrwerkes tun kann. Meist ist da von einer Revision beim Uhrmacher die Rede bei der die Uhr komplett zerlegt, gereinigt, geölt und wieder zusammengebaut / eingestellt wird. Aber was kostet so ein Spaß denn so über den Daumen gepeilt. Habe eine alte Elgin aus dem ww2 die an sich in einem Zustand ist die allerdings nach Aufzug läuft aber immer wieder stehen bleibt und auch nicht mehr sehr Ganggenau ist. Habe den Gang zum Uhrmacher bislang immer gescheut wegen evtl Unsummen die ich das kosten würde.
Die Revisionspreise lassen sich im Internet googeln, da es auch genügend Online - Uhrmacher gibt. Zu der Revision gehört auch der Austausch von defekten oder verschlissenen Teilen.
Daher kann nur immer der Revisionspreis nur ab und plus Ersatzteile nach Bedarf genannt werden. Der durchschnittliche Preise für eine Revision an einem Handaufzugswerk liegt bei knapp 80€ plus hinzu kommende Ersatzteile. Andere Werke wie z. B. Automatik oder Chrongraphen entsprechend mehr, da der Arbeitsaufwand auch viel höher ist. Bei der Werkrevision einer antiken Armbanduhr rufen die meisten Uhrmacher knapp 200 plus Ersatzteile ab. Wenn es vernünftig gemacht werden soll, braucht es seine Zeit!
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