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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bajonett zum Karabiner S aus DDR-Produktion


Sleepwalker
08.09.2017, 22:46
Hallo,

nach langer Suche denke ich ein Bajonett zum Karabiner S aus DDR-Produktion gefunden zu haben.

Dieses Modell weißt einige Detail-Unterschiede zu den Produkten aus der UDSSR und China auf.

- etwas geringere Dimensionen was die Klingenbreite und -dicke betrifft
- dadurch etwas leichter
- sehr gute Oberflächenbearbeitung und Brünierung, ebenso die Klinge mit Mattverchromung
- schwächere Ausprägung des Randes um die hintere Nut
- kürzere und schwächere Feder

Die Verarbeitungsqualität weißt Ähnlichkeit zum Seitengewehr K ("M47") aus DDR-Produktion auf.

Was denkt ihr?

Grüße

mill_speer
20.10.2017, 02:38
Was denkt ihr?




Da hast Du aber was angerichtet ,über das SKS45 Bajonett gibt so gut wie gar nichts an Ausagekräftiger Literatur.
Ich habe mal etwas Zusammengestellt was dieses Thema betrifft.
Ich selbst habe keine SKS 45 Bajonette mit Messerklinge,nur das auf meinen Russ.-Deko.
Klingen nebst den Selbstladekarabiner Model Simonow SKS 45 wurden von der DDR nicht gefertigt, obwohl dieser ab 1957 von der UdSSR für teures Geld importiert wurde,
als Schützenwaffe und als Präsentationswaffe unter der Bezeichnung " Kar.- S."
Der SKS wurde von sehr vielen Ländern in Lizenz hergestellt, vor allen Jugoslawien den SKS M.59/ 66 mit zwei Klingenvarianten kurze und lange Klinge.
Der Jugo. M.59/66 mit Granatgerät hat die lange Klinge Bild:6.
China den SKS M.56 überwigend mit Vierkantklinge matt Verchromt und Chrom Poliert.
Polen hat NUR den Mehrladekarabiner M.44 ab 1947 in Lizens hergestellt.
Russ.SKS 45 Bajonette sind in einer hervoragender Qualität gefertigt,bei denRuss. M.47Seitengewehren ist der Anschliff der Schneide zur Klingenwurzel sehr Variabel,ebenso der Anschliff der Rückenschneide .
Alle M.47 Seitengewehre haben eine matt Verchromte Klinge mit unterschiedlicher Oberflächenstruktur. Sehr selten gibt es M.47 S.G. mit schwarz Brünierter Klinge.
Ich bin zu 50% der Meinung dein SKS 45 Bajonett ist eine Russische Fertigung.
Foto 3.3. DDR gefertigte M.47 Klinge mit Arbeiterpunze.

Fotos 1., 2. Präsentaitonsbajonett Russ.SKS 45 Baujahr 1950
Fotos der M.47 zum Vergleichen.
Meine Anmerkung; auf der Schusswaffe Befestigt sind für mich Bajonette. :p
An alle Gutmenschen, zur gefälligen Beachtung!
Das Foto mit den SKS 45 Karabiner ,ist ein Amtlich Bestätigter Deko !!!
Wenn gewünscht,stelle ich noch Fotos von meinen China SKS Bajonetten ein
G.

messersammeln
20.10.2017, 07:49
Im Buch:
„Die Mot-Schützen der NVA“ von Wilfried Kopenhagen
Barett Verlag GmbH, Solingen 1995
Findet sich auf Seite 61 folgendes:
„Von der Industrie der DDR ist diese Waffe in den Jahren 1959 bis 1961 in nicht sehr großer Stückzahl produziert und an die Landstreitkräfte geliefert worden“

Und auf Seite 63ff:
„Der in der DDR gefertigte Selbstladekarabiner S erhielt einen Kolben aus Buchenvoll- bzw. –schichtholz. Die Kolbenkappe hat keine Deckelöffnung. Einige Metalleinzeiteile sind in der DDR aus Präzisionsguß hergestellt worden.“

Ist allerdings die bis jetzt einzige Quelle die ich zur Fertigung des SKS in der DDR fand.

messersammeln

Sleepwalker
20.10.2017, 09:54
Hallo,

der SKS45 wurde definitiv in der DDR produziert.

Das gezeigte Stück in Beitrag 1 ist eine DDR-Produktion. Ich habe Vergleiche mit Stücken an SKS45 aus DDR-Produktion vorgenommen.

Nur was den Zeitraum angeht dürfte es früher als 1959 gewesen sein. Zumindest gibt es früher datierte Unterlagen zur Produktion.

Merkmale der SKS45 DDR Produktion waren u.a., dass der Reinigungsstock und die Vorrichtung für das Putzset im Kolben weggelassen wurden. Dazu gab es oben und unten Durchbrüche im Schaft für den Riemen, wie beim K98k. Der DDR SKS45 ist daher kein einfacher Lizenznachbau sondern schon eine eigene Varinate.

Anfangs wurden diese Waffen wohl noch importiert. Die NVA-DV zur Benutzung und die DV zur Instandsetzung zeigen das UDSSR Modell.

Sowjetische SKS Bajonette tragen Abnahnepunzen
u.a. auf der Klinge und kommen in versch. Vatianten.
Die DDR Vatinate hat keine Stempel und ist in den Dimensionen leicht unterschiedlich.

Habe ich auch in der Datenbank eingestellt.

Grüße

mill_speer
20.10.2017, 22:43
Das war mir bis jetzt völlig Unbekannt. :((
Noch nie etwas über eine DDR Fertigung des SKS 45 gehört oder gelesen.
Muß ein mächtiger Schock für die DDR gewesen sein,Jahrelang an Weltkriegswaffen herumgebastelt und dann für teures Geld die SKS Lizens mit fast allen Werkzeugmaschienen Gekauft.
Mit den Beitritt in den WarschauerVertrag war diese Investion Nutzlos, denn es wurde Vertraglich bindend ein einheitliches Waffensystem Festgelegt.
Da haben die Freunde die DDR mächtig aufs Kreuz gelegt.
Ich habe ewig Sinniert, welche Varianten des SKS 45 auf meinen Fotos sind.
Den frühesten Nachweis über den SKS 45 habe ich in der" DV-20/1a von1958" , die ist aber mit den Russischen SKS 45 illustriert.

Wenn Du einmal ein DDR SKS Bajonet zuviel hast, ich nehme es dir gerne ab.
Danke für deinen Beitrag.
G.
Gib doch bitte mal die Maße an.

Sleepwalker
21.10.2017, 00:15
Hallo.

Gesamtlänge: 311 mm
Klingenlänge: 241 mm
Breite (an der breitesten Stelle): 21 mm
Klingenstärke (an der stärksten Stelle): 5,5 mm
Länge der Feder: 63 mm (entspannt)
Länge des Haltestücks: 57 mm
Innendurchmesser der Öse: 14 mm
Innendurchmesser des Haltestücks: 16 mm
Gewicht: 198g


Ob da Maschinen angekauft wurden weiß ich nicht.

Die Lizenzrechte gab es erst ab 1957 nachdem die Produktion in der UDSSR eingestellt worden war. Vergleichbar mit der Produktionsaufnahme in China. Nur wurden nach dort die Maschinen der Waffenfabrik Tula geliefert. Die DDR Stücke sehen nicht aus, wie wenn sie auf original sowjetischen Maschinen gefertigt wurden.

Die NVA wollte sich an der Bewaffnung ausrichten wie sie die UDSSR ursprünglich vorgesehen hatte: Schützengruppe mit hauptsächlich SKS45 und 1-2 AK als Maschinenpistole. Nachdem die AK dann als Standartwaffe eingeführt wurde kam der SKS45 in die Strukturbewaffnung der rückwärtigen Dienste. Die Bestrebungen wurden einfach vom Fortschritt überholt. Daher dauerte die Produktion auch nicht lange.

Ja in dieser DV findet sich sogar die allererste sowjetische Variante mit den rechtwinkligen Ausschnitten im Haltestück.
Die späteren, wie auch die DDR Variante, haben abgewinkelte Ausschnitte.

Sleepwalker
21.10.2017, 00:21
die Stücke auf den Bildern sind mehrheitlich aus DDR Produktion... fehlende Putzstöcke, flache Schaftkappe und die Durchbrüche für die Riemen sind deutliche Merkmale.

Homunculus
21.10.2017, 11:56
Ist dieses eine DDR-Produktion?

Sleepwalker
21.10.2017, 12:38
mach bitte mal bessere Bilder des Haltestücks. Hier besonders das hintere Ende. Auch beide Seiten der Klingenwurzel.

was die verchromung der Klinge angeht würde ich hier eher Jugoslawien sagen.

Sleepwalker
21.10.2017, 18:18
Ich meine diese Stelle der Klingenwurzel.

Bei sowjetischen, chinesischen und DDR Stücken ist die Klingenwurzel bei verchromten Klingen schwarz brüniert.

Diese ganz verchromte Klinge kenne ich nur von jugoslawischen Stücken. Die haben auf der schmalen Seite des Schaftes unter der Haltestück auch Markierungen.

Homunculus
21.10.2017, 18:37
Danke! Ich fordere bessere Bilder an.

Jens
22.10.2017, 10:06
Hallo,

ich hab hier auch noch eins herum liegen, könnt ihr bei der Bestimmung helfen? Bis auf die Abnahmestempel auf der Kimme sind keine weiteren Markierungen vorhanden.

Sleepwalker
22.10.2017, 11:44
ja das hat doch die komplett verchromte Klinge. Wie beschrieben Jugoslawien. Stempel sind jugoslawisch. .

mill_speer
22.10.2017, 15:53
Ich meine diese Stelle der Klingenwurzel.

Bei sowjetischen, chinesischen und DDR Stücken ist die Klingenwurzel bei verchromten Klingen schwarz brüniert.



China SKS
Klingenlänge bis zur Angel :228mm, Breite an der Klingewurzel :20.8 mm,Dicke an der Klingenwurzel,
Innendurchmesser der Öse:14mm
Abnahmestempel im Nut des Schaft.

Sleepwalker
22.10.2017, 20:33
Ja das sind die die auf den Tula-Maschien gefertigt wurden. Die ersten wurden auch noch ganz oder teilweise aus sowjetischen Teilen.

Homunculus
25.10.2017, 20:31
mach bitte mal bessere Bilder des Haltestücks. Hier besonders das hintere Ende. Auch beide Seiten der Klingenwurzel.

was die verchromung der Klinge angeht würde ich hier eher Jugoslawien sagen.

jetzt bessere Bilder

Sleepwalker
25.10.2017, 21:32
ist das ein r im Kreis? Lannst du das andere besser lesen?

mill_speer
26.10.2017, 00:38
ich habe das Bild etwas verdreht.
Sieht aus wie der russische Buchstabe G

Sleepwalker
26.10.2017, 09:14
sieht schon aus wie eine jugoslawische Abnahme.

Das im großen Kreis könne "BK" sein?

Sleepwalker
26.10.2017, 12:38
oder VK?

Homunculus
26.10.2017, 18:54
Hier nochmal 3 Bilder. Das Bild mit der roten Markierung ist ein abgerundetes Dreieck und unten sehe ich eine kleine 1.

Sleepwalker
26.10.2017, 21:15
Ich kenne zwar die albanischen Marken nicht, aber bisher sieht für mich alles nach Jugoslawien aus.

UDSSR, DDR und China kann ich ausschließen. Andere Länder stellten keine her.

Diese Stempelvielfalt findet man auch auf Jugo M48

https://miliwiki.de/showthread.php?125030-Jugoslawien-M1948

Kannst du das Haltestück abnehmen und die Feder abziehen? Geht recht einfach wenn du die Schraube hinten rausziehst. Da könnte sich auf der schmalen Seite eine Markierung ähnl. einem Schriftzug befinden