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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unterschiede, bzw. Merkmale der einzelnen Helmtypen: WK2


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10.05.2007, 11:32
1. Helm, Modell M 35

Eingeführt wurde der M35 als "Stahlhelm 35" am 25.6.1935.
Besondere Merkmale:

- für die Lüftung wurden seperate Buchsen eingepresst.
- der Helmrand ist nach innen umgebördelt.

Bilder unten:
1. Helmrand M35 von innen
2. Helmrand M35 von aussen
3. Lüftungsbuchse M35 von innen
4. Lüftungsbuchse M35 von aussen
5. Gesamtbild M35

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10.05.2007, 11:33
Der Nachfolger des M35 ist der M40.

Am 26.3.1940 erfolgte die Anweisung, die Buchse für das Lüftungsloch nicht mehr seperat einzupressen, sondern direkt in die Glocke zu prägen.
Dadurch wurde bei der Produktion eine Zeit- sowie Materialersparniss erreicht.

Das ist dann auch der einzige Unterschied zum M35:
- das Lüftungsloch ist in die Glocke direkt geprägt!

Der Helmrand ist wie beim M35 nach innen gebördelt.

Bilderfolge unten:
- Helmrand wie beim M35 gebördelt
- Lüftungsloch des M40 von innen.
- Lüftungsloch des M40 von aussen
- Seitenansicht des M40

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10.05.2007, 11:35
Am 6.7.1942 schliesslich, wurde angordnet, den Helmrand nicht mehr umzubördeln - sondern nach Aussen abzukanten - das besondere Merkmal des M42. Dadurch wurde nochmals ein Arbeitsgang bei der Produktion eingespart, der Helm lies sich also noch schneller herstellen.

Das Lüftungsloch ist identisch in der Aufmachung wie beim M40.

Der nach Aussen abgekantete Helmrand lässt den M42 noch schnittiger aussehen, als seine Vorgänger.

Bilderfolge unten:
- Helmrand des M42 innen
- Helmrand des M42 aussen
- Lüftungsloch M40 / M42 aussen
- Seitenansicht M42

HeroX
10.05.2007, 11:38
Der M34 ist der Helm, der hauptsächlich Verwendung bei der Feuerlöschpolizei aber auch beim Luftschutz, HJ-Feuerschar, Werksluftschutz u. ä. fand.
Eingeführt ab dem 3.5.1934, wurde er zunächst mit Kamm getragen. Dieser wurde dann in der späteren Trageweise entfernt und die vorhandenen Löcher verschlossen. Ab 2.7.1940 wurde der Helm dann ohne die Langlöcher für den Kamm (Ziegelbrecher) produziert.

Vom M34 gibt es auch noch Varianten mit verschiedenen Lüftungslöchern (siehe Bilder unten).

Bilderfolge:
- M34 mit Kamm, mit gültigen Emblemen vom 10.7.34

- M34 ohne Kamm, Langlöcher verschlossen, mit gültigen Emblemen ab 28.7.36

- M34 ohne Kamm, mit nach aussen „gedrückten“ sog. Salzstreuerlöchern

- M34 in der Bauform ab Mitte 1943 (runder Übergang). Nicht verwechseln mit den neuzeitlichen Helmen! Der Übergang ist hier flacher. Ausserdem haben neuzeitlichen Helme meist „DIN14940“ im Nacken gestempelt!

HeroX
10.05.2007, 11:39
Der so genannte Gladiator wurde hauptsächlich beim Luftschutz, aber auch beim Roten Kreuz /Sanitäter eingesetzt. Mit SA-Emblemen habe ich ihn nur in Büchern, aber noch nie im Original gesehen.

Den Gladiator gibt es in der drei-, zwei- und einteiligen Form. Ebenfalls wurde diese Änderung in der Herstellung eingeführt um Arbeitsgänge und Zeit zu sparen.

Bilderfolge:
- dreiteiliger Gladiator, so gebaut ab 1938. Der Helm besteht aus den drei Teilen Glocke, Stirnschild und Nackenschild die zusammengefügt und verschweisst wurden.

- zweiteiliger Gladiator, so gebaut ab 1939/40. Der Helm besteht aus zwei Teilen: Glocke und Stirn/Nackenschild

- einteiliger Gladiator, so gebaut ab 1943/44. Der Helm wurde aus einem Stück gepresst. Die Glocke wurde auch schwarz lackiert, das Emblem entfiel

HeroX
10.05.2007, 11:42
Ein nichtmilitärischer Helm, eingeführt ab 1933 und als „M34 Medium Duty“ bekannt. Ursprünglich für den TENO (Technischer Hilfsdienst) als Teil der Uniform gedacht, wurde er dann auch an den SD (Sicherheitsdienst) und Heer (Paradehelm) ausgegeben. Auf Grund des niedrigen Gewichts wurde der Helm als Paradehelm (SS, Heer, Polizei) aber auch als Sanitätshelm eingesetzt. Der Sicherheitsdienst trug die Helme mit Parteiwappen und Runen, stellenweise seitenverkehrt aufgebracht (Partei rechts, Runen links). Hier der „M34 Medium Duty“ als Paradehelm der Polizei.
Eine weitere Theorie besagt, das diese Helme auch in Fotostudios auslagen - da viele der zu fotografierenden ihre eigenen helme nicht immer mitnahmen.

HeroX
10.05.2007, 11:44
Wie in jeder Firma auch heutzutage, gab es auch eine Endkontrolle durch das OKH in der Fertigung. Dort wurden die Helme dann geprüft (stichprobenweise). Es gab auch eine Sichtprüfung der Helme, ich habe z.B. einen Ausschuss-Helm in meiner Sammlung, der einen faltigen Rand hat. Habe auch einen, der hat einen Materialfehler (Ausbrüche) innen an der Glocke -> Ausschuss. Ebenfalls musste die Materialstärke gleichmässig stimmen.

Genauer:

Die Abnahme erfolgt durch Beauftragte des OKH, sie zerfällt in:
a: Vornahme des Beschusses
b: Prüfung der Äusseren Beschaffenheit
c: Prüfung der Abmessungen, Gewicht und Lackierung!

Zu b: Helme mit Fehlern, d.h mit Falten, Beulen, Rissen, Blasen, Narben, Zunder, Schlackstellen werden ausgeschieden!

Zu c: die Wandstärke des unlackierten Helmes beträgt im Mittel 1,25 mm, sie darf an keiner Stelle 1,12 mm unterschreiten >> Ausschuss!

Die größtzulässigen Abweichungen beim Gewicht betragen -70 und +75 Gramm! Mehr oder weniger: Ausschuss!

Eine unlackierte Glocke, Größe 64 hat z.B. 1110 g

Gemäß den Abnahmebestimmungen sollten fehlerhafte Kalotten ursprgl. verschrottet werden – das wurde geändert und Ausschusskalotten sollten als Luftschutzhelme, 100 Stk zu RM 386,47, verkauft werden. Diese Helme erhielten dann diesen Wulst, der sie äusserlich als Luftschutzhelm kennzeichnet.

Diese Helme gab es in allen Modellen: M35, M40, M42

Oft tauchen diese Helme immer wieder (hauptsächlich bei ebay) als so genannte „Kradmelderhelme“ auf. Kradmelderhelm deshalb, weil behauptet wird, dass die Sicke den Zweck erfüllen soll, dass der Gummi der Kradmelderrille nicht von der Glocke rutscht. Baer schrieb dies in einer seiner ersten (engl. sprachigen) Bücher. In seine neuen Bücher wiederholt er diese Behauptung nicht.
Ich habe einige Bücher über Kradmelder (Fotobände) und auf keinem Bild trägt einer dieser Kradmelder einen solchen Helm. Auch dagegen spricht, dass diese Helme fast immer mit einem Futter aus „Ersatzmaterial“ ausgestattet sind, die den Anforderungen eines Motorradhelmes absolut nicht entsprechen.

Ohne Zweifel tauchen auch immer wieder mal Fotos auf, die diese Helme an der Front zeigen. Dieses Rätsel um diesen Helm wird wohl in nächster zeit nie ganz geklärt weden

HeroX
10.05.2007, 11:46
Hier Bilder eines fehlerhaften "faltigen" Helmrandes und dem Ersatzinnenfutter.

Diese Helme mit "Sicke" gab es sowohl mit, als auch ohne Embleme des Luftschutzes.

HeroX
10.05.2007, 11:50
Hier ein Leder-Helm des NSKK

HeroX
10.05.2007, 12:09
Hier eine Glocke eines Fallschirmjägerhelmes. Habe leider nur diese - vielleicht hat jemand eine komplette und kann davon schöne Bilder einstellen.

HeroX
10.05.2007, 17:22
Was unterscheidet ein orginales FJ-Futter von einem Repro?

Das sollte ein originales Futter haben (Bild 1 & 2):
- umlaufende Naht
- "glatte" - "verdeckte" Mittelnaht
- Schlaufen für die Kinnriemen

Das haben die meisten Repros und darf an keinem originalen Futter sein (Bild 3):
- Zickzacknaht in der Mitte

Mittlerweile gibt es aber auch schon sehr gute Repros, die alle Merkmale eines Originalen Futters aufweisen!!
Das mit den Zickzacknähten ist zum Glück noch das gängigste Reprofutter.