Ritterkreuzträger in der NVA

  • vielleicht ists mal interessant zusammenzutragen, welche NVA Angehörigen eigentlich RK Träger waren und wieviele es davon überhaupt gab


    Ich fange an mit Walter Lehweß-Litzmann, der auf ganz kuriose Weise sein RK "posthum" 1943 verliehen bekam, als er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft war, erst 1945 durch den sowjetischen Kommandeur von der RK Verleihung erfuhr und durch diesen praktisch das RK verliehen bekommen hat, jedenfalls genötigt wurde, ein RK zu tragen, das aber nich beschaffbar war, so daß er ein EK2 an den Hals legen mußte


    in der DDR war er mit dem letzten Wehrmachtdienstgrad Oberst Chef der fliegerischen Ausbildung der KVP Luft und der Fliegerschule Kamenz der LSK

    de omnibus dubitandum est

  • Hallo,


    Oberst Wilhelm Adam ( 6.Armee ).Am 01.09.1952 den Bewaffneten Organen beigetreten ist er bis 1953 Leiter der Abteilung Inspektion in der Verwaltung der Lehranstalten, wo er auch mit der Führung beauftragt wird. Als Oberst der Kasernierten Volkspolizei ist er ab 1953 Leiter der KVP- bzw. NVA-Hochschule für Offiziere in Dresden I bis er am 01.04.1958 außer Dienst gestellt wird.



    Gruß Sammler32

  • Hallo,


    Vincenz Müller, RK am 7.4.44
    Nach der Entlassung aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft leitete er seit 1949 als Chefinspekteur der Volkspolizei, später als einer der Stellvertreter des Ministers des Inneren den militärischen Aufbau der DDR. 1953 wurde er zum Generalleutnant befördert und zum Chef des Stabes der Kasernierten Volkspolizei (KVP) ernannt. Mit deren Umwandelung in die Nationale Volksarmee (NVA) wechselte er 1956 als Chef des Hauptstabes der NVA in das Ministerium für Nationale Verteidigung und wurde zugleich Stellvertreter des damaligen Innen- und späteren Verteidigungsministers Willi Stoph.



    Gruß Sammler32

  • Paul Markgraf -Ritterkreuz als Kompanieführer einer Panzerkompanie und nach Gefangenschaft 1946 erster Polizeipräsident von Berlin .

  • M. W. waren es 7 RK Träger in der NVA ( Rang = Rang bei RK Verleihung )


    Generallt. Vinzen Müller - am 7.4.1944 als Führer XXVII. Armee-Korps
    Generalmajor Dr. Otto Korfes - am 22.3.1943 als Kdr 295 . Inf. Div.
    Oberst Wilhelm Adam - am 17.12.42 als - Adjutant 6. Armee
    Oberstlt. Walter Lehwess-Litzmann -am 29.10.1943 als Kdre Kampf-Geschw. 3
    Oberleutnant Paul Markgraf - am 3.1.1943 als Führer Panzer-Jäg. Abt. 40
    Hauptmann Wilhelm Riedel - am 8.12.1942 als Kdr. III./Inf.Rgt. 524
    am 25.1.1943 - Eichenlaub als Kdr. III./Inf.Rgt. 524
    Oberfeldwebel Fritz Schreckenbach - am 5.9.1944 als Zugfhr. in der 4./Pz.Aufkl.Abt. 5


    Gruß
    Gebirgsgrenadier

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  • wieso naturgemäßt? ich dachte, das ist eine rein militärische Auszeichnung, die mit der politischen Gesinnung nichts zu tun hat; weiterführend wäre dann interessant, wieviele RK Träger überhaupt in der DDR gelebt haben, ohne dort militärisch aktiv zu sein

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  • Hallo,


    man sollte davon ausgehen, das die RK-Träger, die später Karierre bei der NVA gemacht haben, umgeschult o.ä. wurden.
    D.h. sie haben sich sehr wahrscheinlich nach der Gefangennahme instrumentaliesieren lassen z.b. in dem Nationalkomitee Freies Deutschland aus welchen Gründen auch immer!
    Ohne diesen Akt des Widerstandes bzw Landesverrates wäre auch keine Laufbahn bei der NVA oder in der DDR möglich!
    MMn die Soldaten, die das Pech hatten in russische Gefangenschaft zu gehen und hoch dekoriert waren und sich nicht dem Nationalkomitee Freies Deutschland anschliessen wollten, da stand dann Arbeitslager oder Tod auf dem Plan.
    Schau dir die zwei geposteten Biographien an, ihre Laufbahnen begangen schon Ende der 40ger! Da waren noch hunderttausende Landser in russischer Gefangenschaft!


    GRuss Thomas

    Ich hab ne handvoll Asse, doch die Welt spielt Schach!

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  • wieso naturgemäßt? ich dachte, das ist eine rein militärische Auszeichnung, die mit der politischen Gesinnung nichts zu tun hat; weiterführend wäre dann interessant, wieviele RK Träger überhaupt in der DDR gelebt haben, ohne dort militärisch aktiv zu sein


    Auch wenn es eine milit. Auszeichnung war, wird die ideologische Zuverlässigkeit eine gewisse Rolle gespielt haben. Die Verleihung musste ja vorgeschlagen werden. Wer als Quertreiber oder als regimekritisch bekannt war, kam dafür sicherlich nicht in Frage, selbst wenn er 1000 Russen nur mit seinem Taschenmesser niedergekämpft hätte.


    In der frühen DDR wurden viele ehem. Wehrmachtsoffz. wieder geworben. In der Regel stiegen sie zwei Dienstränge niedriger ein. Ende der 50. Jahre wurden dann viele wieder aussortiert, als genügend eigene Nachwuchskader ausgebildet waren.


    Wer ablehnte am Aufbau der bewaffneten Organe mitzuwirken, hatte oft mit Repressalien zu rechnen und bekam in zivilen Berufen auch nur noch schlecht einen Fuss in die Tür.


    Wieviele RK- Träger in der DDR lebten, weiss ich leider auch nicht. Könnte mir aber vorstellen, dass es im Verhältnis zur BRD sehr viel weniger waren.


    Gruss Ricola!

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  • das führt zwar zu einer ganz anderen Diskussion, aber das Eiserne Kreuz ist nicht das Goldene Parteiabzeichen, es steht für Tapferkeit vor dem Feind und sollte völlig unabhängig von der politischen Gesinnung verliehen werden, ansonsten hebt es seinen Wert selbst auf. Das Eiserne Kreuz war von Beginn an volkstümlich, seine ganze Wertschätzung resultiert aus der sachlich korrekten Verleihungspraxis.


    Aus welchem Grund sollte ein vorbildlicher Soldat des Heeres, der Luftwaffe oder der Marine das RK nicht erhalten, wenn bekannt ist, daß er regimekritisch ist? Muß man nicht eher annehmen, daß die Masse der Soldaten, Offiziere und Generale, auch die, die das Goldene Parteiabzeichen ehrenhalber erhielten, keine Nazis waren, weder in der Partei, noch Sympathisanten des damaligen Staats, sondern nach der Tradition Soldaten, Patrioten eid- und pflichtbewußte Zeitgenossen?

    de omnibus dubitandum est

  • das führt zwar zu einer ganz anderen Diskussion, aber das Eiserne Kreuz ist nicht das Goldene Parteiabzeichen, es steht für Tapferkeit vor dem Feind und sollte völlig unabhängig von der politischen Gesinnung verliehen werden, ansonsten hebt es seinen Wert selbst auf. Das Eiserne Kreuz war von Beginn an volkstümlich, seine ganze Wertschätzung resultiert aus der sachlich korrekten Verleihungspraxis.


    Aus welchem Grund sollte ein vorbildlicher Soldat des Heeres, der Luftwaffe oder der Marine das RK nicht erhalten, wenn bekannt ist, daß er regimekritisch ist? Muß man nicht eher annehmen, daß die Masse der Soldaten, Offiziere und Generale, auch die, die das Goldene Parteiabzeichen ehrenhalber erhielten, keine Nazis waren, weder in der Partei, noch Sympathisanten des damaligen Staats, sondern nach der Tradition Soldaten, Patrioten eid- und pflichtbewußte Zeitgenossen?


    Wie von Dir beschrieben sicher der Idealfall. Allerdings doch auch etwas naiv zu glauben, dass die politische Gesinnung bei der Vergabe von sehr hohen Auszeichnungen, ob zivil oder militärisch, in einem totalitären Regime egal welcher Art, keine Rolle spielten.
    Das RK ist ja doch noch etwas anders anzusiedeln, wie ein KVK oder EK 1 / 2.
    Ein Sozialdemokrat oder ein Kommunist, der in die Wehrmacht ging, weil er sonst inhaftiert oder an die Wand gestellt wurden wäre, wird wohl kaum etwas getan haben, was das RK gerechtfertigt hätte.


    Gruss Ricola!

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  • das RK ist die höchste Stufe des Eisernen Kreuzes; wenn ich davon spreche, meine ich nicht nur die unterste Stufe, sondern den ganzen Orden


    Deine Ausführungen halte ich für völlig spekulativ. Sicherlich haben höhrere Dienstgrade schneller Orden bekommen als niedrige, wenn aber die politische Gesinnung eine signifikante Rolle gespielt haben sollte, hätten ja vor allem die höchsten Dienstgrade, die Generale und diejenigen, die die Verleihung in die Wege leiten, selbst parteienpolitisch und nicht militärisch entscheiden müssen. Dagegen ist aber bekannt, daß gerade das Militär einerseits traditionell unpolitisch, andererseits insbesondere der NSDAP und Ihren Vertretern gegenüber eher distanziert war.


    Die Waffen SS mag ja als politische Armee aufgezogen worden sein, aber die Behauptung, Rommel, Steinhoff, Galland, Raeder, Guderian, von Witzleben usw. hätten bei ihren Verleihungen auf die politische Gesinnung der Soldaten geschaut, finde ich schon ziemlich abwegig. Im Gegenteil glaube ich eher, daß solche Erwägungen bewußt aus der Entscheidung rausgelassen wurden.


    Ich hab keine Infos darüber, wieviele RK Träger nur deshalb in der Wehrmacht waren, um nicht im Knast zu sitzen, halte diesen Spezialfall aber für völlig ungeeinget für diese Diskussion und halte dagegen, daß jeder normale deutsche Mann, ob er nun vor 1933 mit der Republik, mit den Kommunisten oder sonstem sympathisiert hat, allein aus Pflicht, Tradition und Patriotismus seinen Dienst an der Waffe verrichtet und sich ausgezeichnet hat, daß auch die RK Träger in der großen Masse solche normalen Männer waren und keine Freunde des herrschenden Regimes.


    Pflicht, Traditionsbewußtsein und Patriotismus, selbst Nationalismus sollte man nicht gleichsetzen mit einer nationalsozialistischen Überzeugung - das tun Guido Knopf und die anderen Main Stream Historiker schon mehr als erträglich

    de omnibus dubitandum est


  • Hatten Rommel, Guderian u. Co. bei hohen Auszeichnungen das letzte Wort oder mussten sie das, bei z. B. einem RK, von einer höheren ( pateipolitischen ) Instanz absegnen lassen. Könnte mir ebend vorstellen, dass schon ein wenig danach geschaut wurde, wer da zum Helden gemacht wurde.

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  • Interessante Diskussion !!!


    Von den aufgeführten 7 Ritterkreuzträger ist mir von 6 bekannt, daß sie schon relativ früh (1943/44) in russ. Gefangenschaft kamen und dem Nationalkomitee um General Seydlitz angehörten, lediglich von Fritz Schreckenbach habe ich darüber keine Info.


    Sachlich korrekt lief es bei den RK Verleihungen sicher nicht immer ab. Mir ist da gerade im Regiment meines Großvaters ein interessantes Beispiel bekanntgeworden.
    Es ging hierbei um eine einer Gebirgsdivision unterstellten Grenadier-Einheit. Die Operation
    wurde von zwei Bataillonen durchgeführt ( 1 Jägerbataillon + 1 Infanteriebataillon )
    Der Bataillonsführer des Jägerbataillons wurde vom Div-Kdr. der Gebirgsdivision
    zum RK vorgeschlagen - Er bekam das Ritterkreuz - Der Grenadieroffizier ging leer aus,
    obwohl festgestellt wurde, daß er einen höheren Anteil am Erfolg hatte und der
    Regiments ( In diesem Falle Brigadekdr.) des Grenadierverbandes der Meinung war, daß beide Leistungen eigentlich nicht für ein Ritterkreuz ausgereicht hätten.
    ( Tagebuchaufzeichnungen Oberst Adolf Maile - Kdr. Gren.Brig. 388 )
    Sicher ist auch, daß in der Anfangszeit des Krieges RKs für Taten verliehen wurden, für die es in späterer Zeit kein RK mehr gegeben hätte ( Insbesondere bei der Luftwaffe )


    Viele Regimekritiker trugen hohe Tapferkeitsauszeichnungen - eine ganze Reihe von Offizieren die im Zuge des 20. Juli hingerichtet wurden oder sich das Leben nahmen trugen
    RK oder DK, die teilweise auch noch zu Zeiten verliehen wurden, als sie dem Widerstand
    schon angehörten.
    Denke mal, daß viele da in der Zwickmühle waren. Insgeheim gegen Hitler, aber natürlich auch gegen die Sowjets, den Kommunismus - Und selbstverständlich auch die Verantwortung gegenüber den anvertrauten Soldaten. - Auch der militärische Widerstand hätte nach Hitlers Tod am 20.7., im Osten ja nicht einfach "den Kram zusammengepackt" und wäre nach Hause gegangen.


    Ein Großteil der bei der Machtergreifung
    an den Spitzenpositionen der Wehrmacht stehenden Offizieren waren äusserst reserviert gegen Hitler eingestellt.


    Ein gutes Beispiel dafür, daß Hitler was Ordensfragen anbetrifft bei regimkritischen Offizieren nicht eingriff ist wohl General von Blaskowitz, der es trotz äusserst kritischer Haltung zum RK mit Eichenlaub und Schwertern brachte ( auch DK in Silber ) allerdings wurde ihm die eigentlich überfällige Beförderung zum Feldmarschall verweigert, was wohl unmittelbar auf Hitler zurückzuführen ist. Auf der anderen Seite wurde beispielsweise ein Eichenlaubvorschlag bezüglich General von Hengl, der dem NS Regime schon etwas mehr zugetan war
    abgelehnt. - Ich persönlich denke nicht, daß Hitler bei Ordensverleihungen entscheident in großem Stile eingriff.

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  • Ritterkreuz an Uffz. Liebetrau, Gerhard am 11.03.1945 (Gruppenführer GR 399)


    1956 in der NVA Oberstleutnant und stellv. Regimentskommandeur,
    ab 1957 dann in der Reserve und Vorsitzender der GST im Bezirk
    Karl-Marx-Stadt.


    25.01.1921 - 17.06.1994 in Leipzig

  • Danke - Ich war mir sicher, daß es nicht nur sieben sind - Denke, daß es insgeheim noch ein paar mehr sind - Aber mit diesen Dingen ging man natürlich nicht an die Öffentlichkeit.

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