S&S Mod.38 Streukreis und Praxistest

  • Hallo,


    gibt es irgendwelche Werksangaben/ Erprobungsberichte aus denen der mittlere Streukreis einer Sauer & Sohn Modell 38 hervorgeht. Meine bescheidene Literatur zum Thema kann mich da mit der Aussage "gute Schussleistung" nicht wirklich informieren.


    Besten Dank und Grüße

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  • Hallo,


    gibt es wirklich keinerlei Informationen zum Thema ?


    Grüße

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  • Hallo Schlammspringer,


    mir jedenfalls sind keine Werksangaben zum Thema bekannt.


    gruß


    sauerfan

  • Hallo Sauerfan,


    danke für Deine Antwort.


    Da das Mod. 38 sicherlich keine Präzisionswaffe werden sollte, wird das auch damals nicht wirklich jemanden interessiert haben. Obgleich ich dieser Konstruktion wegen dem feststehenden Läufchen einiges Potenzial zugestehe, naja vielleicht komme ich mal zu der Gelegenheit dazu ein paar Versuche anzustellen.


    Grüße

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  • zum Thema/zur Frage passen könnte diese orig. Anschuss-Scheibe von 1942 -
    da die Entfernung nicht vermerkt ist, ist die Aussage natürlich nur relativ.... :

    Dateien

    • low2.jpg

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    Gruß Covenant

  • Hallo Covenant,


    welches Format hat die Scheibe denn, DIN A2 ?


    Jetzt müsste man nur noch herausbekommen auf welche Entfernungen derartige Waffen angeschossen wurden....:D


    Besten Dank schonmal

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  • zum Thema/zur Frage passen könnte diese orig. Anschuss-Scheibe von 1942 -
    da die Entfernung nicht vermerkt ist, ist die Aussage natürlich nur relativ.... :



    Ich meine in Erinnerung zu haben, dass Pistolen auf eine Entfernung von 15 Meter Test beschossen wurden. Die Quelle habe ich auf die Schnelle jetzt nicht zur Hand.

    Sammelschwerpunkt Pistolen der deutschen Truppen im II. WK mit Zubehör und Dokumente.


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  • Bei der Polizei wurde die Pistole auf 20 und auf 40 Meter getestet. Die Eindringtiefe in Buchenholz wurde auf 10 Meter Entfernung getestet.


    aus dem Waffen- und Schießtechnischer Leitfaden der Ordnungspolizei von 1943

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  • Streukreis ca. 90mm


    Also wenn der Werksmäßige Anschuss auch auf 20 Meter durchgeführt wurde, ist die Präzision der Waffe beachtlich.


    Wenn ich die Definition zum Ermitteln der optimalen Anschussentfernung richtig interpretiere, so ist diese gleich der Visiereinstellung, also "Fleck".


    In meiner Literatur wird nur eine Einsatzschußweite von 30 Metern angegeben, was einer ebensolchen Visiereinstellung entspricht, aber ein Streukreis von 9 cm auf 30 m ist mir dann doch etwas suspekt.

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  • Hallo,


    vielen Dank für die wirklich konstruktiven Antworten.


    Ich denke ich werde mal versuchen in die nähe des gezeigten Trefferbildes zu kommen, sozusagen als eine Art Praxisorientiertes Forschungsprojekt....:D


    Hat jemand eine Munitionsempfehlung ?


    Grüße


    Georg

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  • Hallo,


    und weiter gehts:


    Ich habe nun ein paar praktische Experimente mit der "Kleinen" durchgeführt und möchte Euch davon berichten (falls es einen interessiert).


    Der Streukreis meiner S&S "H" entspricht derzeit noch nicht dem, was ich erwartet habe. In der Praxis liege ich etwa bei 100 Ringen mit 21 Schuß auf 25 Meter. Die Scheibe ist recht gleichmäßig "abgestreut" und ich musste aufgrund aufkeimender Selbstzweifel zwischendurch mal mit einer "modernen" Waffe schießen und diese wieder zu zerstreuen...:rolleyes:


    Bei der Munition empfinde ich Geco und Fiocci als geeignet, S&B sowie Magtech sind für meine Begriffe zu stark (jeweils Vollmantel).


    Ich habe beim praktischen Schießen mit der Waffe nun auch ein paar Punkte gefunden, welche ich zum Teil bereits verändern konnte:


    - die Schließfeder war müde, bzw. zu schwach für die moderne Munition, weshalb der Schlitten bei jedem Schuß in den Anschlag reindonnerte und das Schießen nicht wirklich angenehm war. Ich habe mir daher eine neue, etwa 15% stärkere Feder anfertigen lassen und somit dieses Problem behoben.


    - die (Repro)-Griffschalen schliffen an der Unterseite des Schlittens und die rechte verklemmte außerdem die Abzugstange, da half Feile und Dremel...bei Repro-Zeug ist mir das egal.


    - Der Schlitten hat(te) zum Griffstück horizontal und vertikal Spiel. Und da liegt der H a s e im Pfeffer, jedenfalls was die Streuung betrifft. Da meine Waffe 1941 hergestellt und seitdem nicht wenig geschossen wurde, gehe ich mal von einer Mischung von Verschleiß und Fertigungstoleranzen aus. Jedoch sehe ich hier auch die "Achillesferse" der Konstruktion. Die Schlittenführung ist sehr kurz und zudem noch durch den Auswerferblock mehr oder weniger geschwächt. An der Stelle ist also bereits bei geringem Verschleiß mit einer recht großen Auswirkung auf das Spiel von Schlitten zu Griffstück zu rechen und da ja der Lauf am Griffstück angebracht ist, die Visierung jedoch am Schlitten, hat man, bedingt durch die sehr kurze Visierline, einen erheblichen Einfluss auf das Trefferbild. Im Fall meiner Waffe habe ich sogar Laufanlage des Schlittens im Mündungsbereich, also etwa 1mm Spiel. Das entspricht etwa 20 cm auf 25 m.


    Das Horizontalspiel habe ich recht einfach beseitigen können indem ich den Schlitten etwas gerichtet habe, das Vertikalspiel hingegen ist ein ziemlich kniffeliger Gegner, bei dem sich die praktische Durchführung einer Korrektur doch als recht kompliziert erweist, hierzu mehr wenn die Lösung durchgeführt ist.


    Falls es einer geschafft hat sich bis hierhin duch meinen Text zu quälen noch eine kleine Bitte:


    Könntet Ihr mal bei Euren Waffen gleichen Types mit etwas weniger Beanspruchungsspuren das Spiel Griffstück zu Schlitten prüfen (am besten im Mündungsbereich zu sehen) und die Ergebnisse hier kundtun ? Nicht das ich mit meinen Praxisexperiment allzuweit übers Ziel hinausschieße....:)


    Beste Grüße


    Georg

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  • Hallo Georg,

    vielen Dank für deinen Bericht zu deinem Praxistest mit der S&S H38.
    Ich habe vor Jahren einmal mit einer Waffe geschossen um die Funktion zu prüfen.
    Ich war auch froh, dass die Geschosse die Scheibe auf 25 Meter erreichten.
    Eins sollte man aber bedenken: Diese Pistolen waren nicht für den Einsatz über eine Entfernung von 25 Meter vorgesehen. Es waren ausschließlich Pistolen zum Eigenschutz auf kurze Distanz. Für den Kampfeinsatz kamen sie nicht infrage.
    Dennoch gibt es natürlich Unterschiede bei den Pistolen im Kaliber 7,65 mm.
    Mit einer unbenutzen Beretta 35 habe ich nicht einmal die Scheibe getroffen und mit einer Mauser 1914 konnte man locker die 9 auf 25 Meter halten. Auch bei der Walther PP gab es große Unterschiede. Einmal sehr gute Ergebnisse und einmal nur vereinzelt Treffer auf der Scheibe. Der Zustand der Waffe war nicht immer ausschlaggebend bei gleicher Munitionssorte.

    Gruß

    Fridspeed

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  • Hallo, der Thead hier ist zwar schon etwas älter, aber da ich ja noch nicht so lange hier im Forum unterwegs bin, hab ich es jetzt erst beim schmökern im Forum gesehen.
    Ich bin ehrlich erstaunt wie präzise diese kleinen Pistolen doch schießen.
    Habe meine erste Sauer 38 Nr. 265xxx (danke an sauerfan für das schöne Stück!) auch mal auf dem Schießstand getestet.
    Ich muß dazu sagen das ich früher aktiver Sportschütze war. Jetzt fehlt es einfach an der Zeit dafür. Aber einmal richtig gelernt....!
    Meine Großkaliber Sportpistole in 9mm Para ist eine Peters Stahl Multikaliber.
    Eine Schießmaschine schlechthin!
    Mit dieser Pistole habe ich auf die normale Großkaliberscheibe (schwarzes Zentrum 20cm) immer so 80-90 Ringe auf 10 Schuß geschossen.
    Umso erstaunter war ich vom Schießtest mit der S&S Mod. 38.
    Auf Anhieb alle 10 Schüsse im Schwarzen mit 83 Ringen! Da war ich echt baff! :eek:
    Waffe war erstaunlicher Weise auch mit "Spiegel aufsitzend" zu schießen.
    Meist sind derartige Pistolen doch eher mittig eingeschossen.
    Jedenfalls habe ich noch eine zweite Serie mit ähnlichem Ergebnis geschossen.
    Dies kann man nur als überragend für eine derartige Waffe bezeichnen.
    Meine zweite Sauer 38 Nr. 273xxx schoß nicht ganz so präzise, aber immer noch passabel für ein solches Pistölchen.
    Diese militärisch abgenommene Pistole war dann auch "Mitte" eingeschossen.
    Kurz um, es ist kein Problem mit einer dieser Pistolen einen sportlichen Großkaliber-Wettkampf zu bestreiten. Vielleicht werde ich das im Laufe des Jahres mal aus Spaß machen.
    Schon um die verdutzten Blicke der "Schießmaschinen-Ballerer" zu sehen!^^ :D

  • Hallo SauerS,


    tatsächlich gibt es beim schießen mit diesen Pistolen immer wieder Überraschungen.
    Einmal sehr positiv wie bei dir mit der M38, manchmal auch sehr enttäuschend wie z. B. bei mir mit einer fabrikneuen Beretta 35.
    Natürlich kommen alle Faktoren, die man auch bei einer Sportwaffe berücksichtigen muss, beim schießen mit diesen Waffen hinzu. Nur hat man mit diesen Gebrauchspistolen eben viel weniger Möglichkeiten als mit einer Sportwaffe. Schließlich lassen sich Pistolen mit fester Visierung nicht einfach ins Ziel hinein stellen.
    Da die Pistolen auf 10 und 15 Meter eingeschossen wurden, muss man bei 25 Metern oft deutlich über der Scheibe anhalten.
    Wie aber schon geschrieben, es gibt auch positive Überraschungen.


    Gruß


    Fridspeed

    Sammelschwerpunkt Pistolen der deutschen Truppen im II. WK mit Zubehör und Dokumente.


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  • Ich habe bei mir eine Mauser 34 auf der grünen WBK und schieße damit recht oft sogar.
    Auf 25 Meter halte ich und auch andere Schützen aus unserem Verein das schwarze Zentrum.


    Auf Fleck kann ich aber nicht halten, um ins Zentrum zu treffen muss ich links in die 4 halten.
    Wäre leicht zu lösen indem man das Visier verschiebt in seinem Schwalbenschwanz.
    Aber dazu fehlt mir die Lust.


    Man muss nur schauen was man für Munition nimmt, die alten Waffen wollen, so meine Meinung, eher stärker geladene Patronen.


    Gekauft hatte ich die Mauser 34 als ungeschossen von CDS Ehrenreich. Mittlerweile sind gut 800 Schuss durch.
    Man sieht nun auch die Schleifspuren im Inneren der Waffe. Sie geht aber extrem geschmeidig, bis jetzt noch nicht einen einzigen Klemmer gehabt.


    Alles in Allem....ich will die "kleine" nicht missen. Es macht irre Spaß damit mal auf dem Stand zu trainieren.

  • Alles in Allem....ich will die "kleine" nicht missen. Es macht irre Spaß damit mal auf dem Stand zu trainieren.


    Richtig! Genau das soll es machen: SPAß!
    Es ist einfach ein schönes Hobby. Einer wird zwar vielleicht die Nase rümpfen wenn man mit den "guten Sammlerwaffen" auf den Schießstand geht. Aber ein Anderer hat Freude am Schießen und ist fasziniert davon mal ein Stück Geschichte seinem eigentlichen Zweck zu zuführen.
    Alles was bei mir in den Schrank kommt, wird auch mal geschossen.
    Meine kleine S&S WTM 28 hat sich auch nicht schlecht geschlagen.
    Dort musste ich allerdings am oberen Rand anhalten und hatte die 5 Schuß Gruppe dann auf 6 Uhr im unteren Bereich der Scheibe. Streukreis ca. 20cm.
    Wohlgemerkt auf 25m stehend frei geschossen.
    Und der Winzling hat ja nichts außer der Visirschiene.
    Nur bei einer Roth-Sauer würde ich es mir vielleicht überlegen diese mal zu testen!^^ ;)