98k J. P. Sauer & Sohn, 1944

  • Hallo,


    so, nachdem Stephan (8x57IS) seinen 98k von Sauer & Sohn vorgestellt hat, möchte ich meinen ebenfalls vorstellen. Er ist auf den ersten Blick nicht als solcher zu erkennen, aber dazu später mehr.


    Hier kurz der Steckbrief der Waffe:



    Hersteller:
    J.P. Sauer und Sohn Gewehrfabrik Suhl


    Modell:
    K98k


    Kaliber:
    8 x 57 IS


    Seriennummer:
    2278 v (Verschluss 240 v)


    Fertigungsjahr:
    1944, wohl im November


    Beschriftung auf der Hülse (Herstellercode):
    bcd 4


    Beschußstempel:
    Militärischer Abnahmestempel (Adler und HK) auf der Hülse und dem Lauf links.


    Seriennummern:
    jeweils vollständige Seriennummer auf Lauf, Laufringen, Kurvenstück, Visierschieber, Kastenboden.


    Schaft:
    Schichtholz mit hoher Kappe, aber "Kolbenauge" noch vorhanden. Schaft ohne sichtbare Seriennummer, rechts im Kolben Abnahmestempel über H


    Allgemeines/Besonderheiten:
    Der 98k wurde bei Sauer & Sohn unter Verwendung einer Systemhülse welche ursprünglich für die Gustloff-Werke vorgesehen war. Aber der kursive Seriennummernbuchstabe deutet eindeutig auf eine Fertigung bei Sauer & Sohn hin, ebenso die polierte Systemhülse.
    Der Magazinkasten wurde von Mauser zugeliefert, ist schon in Blechprägetechnik ausgeführt, hat aber noch die Sicherungsschrauben. Sonst ist nur noch der Unterring in Blechprägetechnik ausgeführt, die restlichen Beschlagteile sind gefräst, aber z.T. schon vereinfacht. Des weiteren ist der Karabiner z. T. brüniert, aber auch schon teilweise phospathiert. Dies ist typisch für Sauer & Sohn in der "Endzeit" der 98k Fertigung.
    Leider ist der Verschluss der Waffe nicht nummerngleich, aber auch ein Sauer & Sohn Verschluss mit gleichen Seriennummernbuchstaben. Ob das Vertauschen nun schon im Werk stattfand oder erst bei der Truppe lässt sich so nicht mehr sagen.


    So, genug der Worte, hier nun ein paar Bilder:

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  • Sehr schön! Vielen Dank fürs zeigen.

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  • Hallo,


    ein wirklich schöner und seltener 98k, der wie der Schaftstempel zeigt, aus einer Heereslieferung stammt. Das der Verschluß nicht nummerngleich zur Waffe ist, würde mich auch nicht besonders stören, da er vom selben Hersteller stammt und in sich nummerngleich ist.

    Du hast Recht, die Schreibweise des Suffix deutet eindeutig auf J.P. Sauer & Sohn hin und das ist nicht der einzige Anhaltspunkt. Die Abnahme auf dem Hülsenkopf mit Adler und HK ist etwas undeutlich, es ist aber schwach die korrekte WaA37 zu erkennen und der "e" Stempel auf der Sicherung kommt bei mehreren Sauer 98k vor, die eine Gustloff Hülse haben.
    Der Suffix ist typisch und wenn man einen bcd 4 im Nummernblockbereich "s" bis "x" findet, kann man eigentlich schon mit ziemlicher Sicherheit sagen, das er bei Sauer produziert wurde.


    Die Seriennummer lautet übrigens "2278 w" und nicht "2278 v".


    Hast Du mal die Waffe ausgeschäftet und nach Stempelungen im Laufbett geschaut bzw. unter der Kolbenkappe? Dort könnte mit etwas Glück die Seriennummer und das Datum mit Schafthersteller verborgen sein. Erkennt man einen Code bzw. die Laufstempelreihe?


    Gruß Stephan

  • Hallo Stephan,


    Danke für die Infos. Das mit dem v/w habe ich damals vom Verkäufer übernommen, werd dann wohl mal die WBK bei Gelegenheit berichtigen lassen müssen.


    Ich Schäfte ihn mal aus und werde berichten, ob und was ich gefunden habe. der Seriennummer nach dürfte eh wohl im 4.Quartal 44 gefertigt worden sein?


    Das mit dem vertauschten Verschluß ist zwar "ärgerlich", aber nicht weiter tragisch, vor allem bei dem Preis, den ich damals bezahlt habe....


    Grüße & danke


    Peter

  • Hallo Peter,


    gern geschehen und ich muss gestehen, mir ist sowas auch schon passiert. Der Sauer Suffix ist schon sehr speziell und manche Buchstaben kann man, besonders bei schwach gestempelten Stücken, nur mit Mühe auseinanderhalten.


    Das hört sich gut an und ich bin gepannt, ob Du etwas findest. Spätes 4. Quartal ist auch meine Vermutung. Der evtl. vorhandene Stempel im Laufbett bzw. unter der Kolbenkappe könnte bei der Datierung vielleicht etwas weiterhelfen und auch die Laufstempelreihe.


    Zum Glück hast Du den Preis nicht genannt, wenn man sieht wie die Preise in den letzten Jahren nach oben geschossen sind, trauert man nur unnötig alten Zeiten hinterher.
    Ich werde dennoch mal die Augen für Dich offenhalten, manchmal geschehen kleine Wunder.


    Noch ein kleines Nachwort zu meinem 147 1940. Ich hatte doch vermutet, das der Kornschutz nicht an die Waffe gehört und nachträglich angebracht worden ist, da sie angeblich erst mit dem CE 41 im Jahre 1941 eingeführt worden sind.
    Durch die Studie von einigen hundert Vergleichsstücken, konnte ich übrigens das Rätsel lösen, J.P. Sauer & Sohn hat den Kornschutz bereits 1940 eingeführt. Der Wechsel fand im hohen "u" Block Bereich statt und somit ist an meinem 98k alles original, wenn man von den norwegischen Stempeln absieht.


    Viele Grüße
    Stephan