RK-Träger Artur Becker-Neetz verstorben

  • Hallo zusammen,


    wollte heute die Weihnachtskarten fertig machen und als ich die Postleitzahl suchte, da erhielt ich traurige Gewissheit:
    am 12.10.2016 verstarb Artur Becker-Neetz in Berlin:
    geb. in Danzig am 31.12.1920
    Leutnant d.R. der Panzergrenadiere
    Dipl.Ing. im Ruhestand
    Gruppenführer i.d. 7. / Schützen-Regiment 394
    Beförderungen:
    1939 Polizeianwärter
    1940 Unteroffizier d.R.
    1943 Fahnenjunker
    1943 Oberfähnrich
    1944 Leutnant d.R.


    Auszeichnungen:
    EK II am 24.06.1940
    EK I am 20.07.1941
    Infanterie-Sturmabzeichen am 06.07.1940
    Verwundetenabzeichen in Silber
    Ritterkreuz am 25.08.1941 als Unteroffizier und Kp-Führer, nachdem der Rest seiner Kp-Führer verwundet oder tot ausgefallen waren


    Artur Becker absolvierte 1938 den Arbeitsdienst, 1939 trat er dem Landespolizei-Regiment I in Danzig, das im Oktober 1939 in I.R. 243 umbenannt wurde, bei. Nach der Teilnahme am Frankreich-Feldzug kommt Becker in die 7. / S.R. 394. Als Kompanietruppführer im Feldzug gegen die Sowjetunion eingesetzt, musste er mit seinem II. Bataillon als Flankensicherung im Raum Lykowo/Mogilew schwere Kämpfe durchstehen. Während dieser Kämpfe verlor die 7. Kompanie sämtliche Offiziere, woraufhin Becker selbstständig die Führung übernahm und mit Teilen der Kompanie den Gegner mit Hurra zurückwarf. Bei diesen Kämpfen selbst schwer verwundet, behielt er die Führung der Kompanie und ermöglichte es dem II. Bataillon so den gegnerischen Durchbruchsversuch abzufangen. Nach Ende der Kämpfe in ein Lazarett verlegt, erhält er am 25. August 1941 das Ritterkreuz, das ihm im Reservelazarett III in Frankfurt am Main überreicht wurde. Nach seiner Genesung kommt er in die 4. / Panzer-Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillons 3 und befindet sich 1944 beim 14. Fahnenjunker-Lehrgang der Panzertruppen in Wischau bei Brünn. Bei Kriegsende ist er Scharfschützen-Lehrer in Dänemark und gerät dort am 8. Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er aber bereits am 4. September entlassen wird. Nach dem Krieg ändert er seinen Name in in Artur Becker-Neetz und war als Baudirektor in Frankfurt am Main/Hessen beruflich tätig, Sektionsleiter der OdR. Seit 1. Januar 1981 war Arthur Becker-Neetz in Pension. Die letzten 10 Jahre seines Lebens verlebte er in Berlin. (Quelle: http://www.ritterkreuztraeger.info/rk/b/B146Becker-Neetz.pdf)


    Ich hatte das große Glück ihn 1999 kennen zu lernen! Er war ein Mann, der auch im Alter sein Gehirn mit Latein, Englisch und Französisch trainierte! Er verbrachte täglich 30 Minuten mit lateinischer Grammatik, hat pro Woche eine englisch-sprachige und alle zwei Wochen eine französisch-sprachige Zeitung gelesen! Auch lernte er täglich Gedichte auswendig - das führte bei ihm nicht nur zu einer ausgezeichneten Allgemeinbildung, sondern einer absoluten geistigen Flexibilität, wie ich sie bei älteren Herren selten erlebt habe! Dabei waren seine Gedanken stets an das Vorwärts und die Zukunft gerichtet! Auch absolvierte er vor ca. 10 Jahren einen Computerkurs mit seiner geliebten Ehefrau Doris, so das er in der Lage war Briefe am Computer durch das Netz zu lesen und zu beantworten!
    An jedem meiner Geburtstage konnte ich mich darauf verlassen, er rief an - er war die Zuverlässigkeit in Person und ein vorbildlicher Offizier an Haltung, Pflichtbewusstsein bis zu seinem Lebensende!


    Mit ihm verliert die Welt einen Großen!!!
    Interessant fand ich auch die Geschichte zu dem Bild, als er 1943 Hitler das Geschenk des deutschen Heeres überreichen sollte! Ich kannte niemanden, der Hitler persönlich einmal gesehen und sogar mit ihm gesprochen hatte! Da fragte ich ihn wie das denn damals war und er erzählte mir die Geschichte dazu:
    Am Vorabend kam ein Offz der LAH ins Casino und informierte die beiden RK-Träger, das der Besuch bei Hitler am 20.04. entfalle! Daraufhin orderten die beiden Feldwebeldienstgrade einige weitere Bierchen... Morgens um 0700h kam ein Offizier in den Gemeinschaftsschlafraum der beiden und befahl: "Meine Herren, in 10 Minuten geht es zum Führer!" Also standen die beiden kurze Zeit später vor der Tür zum Besprechungsraum. Beide waren noch total betrunken, aber als sich die Türen öffneten und die ganzen NS-polit-Elite und das gesamte OKW anwesend war, da wollte Herr Becker-Neetz eigentlich sofort wieder gehen! Aber das schlimmste war, dass Hitler sich die Bilder betrachtete und Becker-Neetz, der im Bauingenieur-Studium stand, deswegen auf seine Zeichenleidenschaft ansprach! So musste Becker-Neetz ihm Rede und Antwort stehen - mal ehrlich: die 3 Promille sieht man ihm nicht an, oder?
    Bis er sich und den Kameraden endlich abmelden durfte vergingen gefühlte Ewigkeiten, auch wenn es nur einige ganz wenige Minuten waren!
    Somit kenne ich im Grunde also immer noch keinen Menschen der sich mal persönlich mit Hitler unterhalten hatte!
    Die Geschichte zu dem Bild verändert die Geschichte nicht, ist aber eine nette Anekdote zu dem Foto!


    ARTUR BECKER-NEETZ MÖGE IN FRIEDEN RUHEN!!!!!!

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