Munitionserwerb bei Sammler- WBK

  • Grüße zusammen,


    ich stehe derzeit vor einem Problem und ggfs. kann man mir hier weiterhelfen.


    Ich würde für meine Waffen die ich auf WBK- Rot habe gerne die passende Munition dazu erwerben. Allerdings hat meine Behörde keinen Munitionserwerbserlaubnis bei den Amtlichen Eintragungen vermerkt.


    Jetzt war ich auf dem Amt und wollte das nachtragen lassen. Bisher gab es da mit meiner Sachbearbeiterin keinerlei Probleme. Allerdings hat in meiner zuständigen Behörde der Sachbearbeiter gewechselt. Habe da jetzt einen ziemlichen jungen Sachbearbeiter sitzen der generell erstmal aufgrund von Unsicherheit alles ablehnt und prüfen lassen will.


    Nach 2 Wochen Wartezeit teilt er mir mit, laut Gesetz gehe der Nachtrag nicht und ich solle die Munition doch einfach zum direkten Verbrauch auf dem Schießstand erwerben (musste etwas schmunzeln....welcher Stand hat 6,35, 7,65 Br, 7,62 Tok schon vorrätig). Das es sich hierbei um nicht gängige Kaliber handelt, welche kein Verein bevorratet glaubt er mir nicht.


    Nach langem hin und her will er jetzt nochmal prüfen ob er das Eintragen darf oder nicht.


    Habt ihr ähnliche Erfahrungen oder kennt ihr Fälle wie man das nachträglich Erwirken kann?


    Danke für die Hilfe.

  • Als "normaler" Waffensammler hast Du nach geltendem Recht nur zwei Möglichkeiten - wobei ich jetzt die Thematik "Schießen mit Sammlerwaffen" mal außer Acht lasse:


    Eine Erlaubnis zum Sammeln entsprechender Munition beantragen - das wäre dann in etwa der gleiche Akt wie der Antrag auf Erteilung der roten WBK ansich. Zudem werden solche MES dann häufig mit der Auflage verbunden, dass eben nur original Munition erworben werden darf. Auf Dauer ein teurer Spaß.


    Oder eben - über den Umweg über die Jagd oder das Sportschießen - im Rahmen dieser Bedürfnisse das eine oder andere Kaliber eingetragen zu bekommen.


    Wenn Du "nur" Sammler bist, wirst Du aber Probleme mit dem Erwerb der passenden Munition haben.


    Es gibt nunmal keinen Bedürfnistatbestand der Dich dazu ermächtigt von der Behörde die Eintragung passender Munition zu fordern bzw. ein solcher wird in aller Regel nicht anerkannt.


    Dies ist zumindest die bayerische Sichtweise. Ich denke aber, dass es da bundesweit kaum große Unterschiede geben dürfte.

  • Das Thema hatten wir schon häufig.


    Siehe auch hier:


    http://www.militaria-fundforum…hread.php?t=666656&page=3

    Sammelschwerpunkt Pistolen der deutschen Truppen im II. WK mit Zubehör und Dokumente.


    Militärische Dienstuhren deutsch aus dem II. WK.


    Suche Pistolentaschen der Wehrmacht und Waffenzubehör einschließlich Dokumente.


    Suche auch ständig alte Automatik- und Wehrmachtsuhren. Auch in defektem Zustand.

  • Beantrage doch einfach einen Sammler-MES. Die Begründung ist eigentlich ganz einfach, da es ziemlich einleuchtend ist, daß man zu seinen Sammlerwaffen eben auch die passende Munition haben möchte zur geschichtlichen Dokumentation.


    Also z.B. "Patronenmunition mit Stift-, Rand- und Zentralfeuerzündung für die vom Sammelthema umfaßten Schußwaffen".


    Meist wird halt eingetragen, daß man nur die kleinste Verpackungseinheit erwerben darf.
    Einen Eintrag zur Originalität kenne ich bislang nicht.

    Infos zu meinen Büchern über "Deutsche Fertigungskennzeichen bis 1945", "Deutsche Gewehrgranaten und Gewehrgranatgeräte" und "Die Finnische Maschinenpistole Suomi M/31" gibt es auf meiner Homepage:
    http://codebuch.jimdo.com !

  • ....
    Einen Eintrag zur Originalität kenne ich bislang nicht.


    Ein Solcher ist aber logisch - soweit man im deutschen Waffenrecht von Logik sprechen kann. Auch die rote WBK bezieht sich in aller Regel ausschließlich auf original Waffen und nur im ausdrücklichen Ausnahmefall auf Repliken. Aber was geltendes Recht ist und was in der einen oder anderen Amtsstube dann tatsächlich daraus gemacht wird sind ja bekanntlich zwei Paar Stiefel.....

    Einmal editiert, zuletzt von ral6014 ()

  • Das ist wirklich der einfachste Weg. So habe ich es auch gemacht. Es gibt damit keine Probleme. Der MES wird übrigens in der Regel für bestimmte Kaliber oder für Munition aller Art (Ausgenommen verbotene Munition...) ausgestellt. Klauseln bezüglich des Alters und Epoche oder zu Waffe X passend sind zu weit her geholt.

    Bei strenger Pflicht, getreu und schlicht ! Gruss, Achtmal33

  • Grüße zusammen,


    schonmal danke für die Antworten. Ich habe mich mit meinem Sachbearbeiter nach langem hin und her mittlweile geeinigt. Wird eine gesonderte MES. Gebe sobald ich diese habe hier nochmal Rückmeldung was er mir genau ausgestellt hat.

  • Grüße zusammen,


    kurzes Update:


    Nach langem hin und her ist die MES jetzt bewilligt und ausgestellt worden:


    Auflagen:
    -> begrenzt auf 5 Jahre
    -> Erwerb der Munition nur in der kleinsten Verpackungseinheit
    ->keine generelle MES auf alle in der Roten aufgeführten Waffen sondern Waffen und Kaliberbezogen (musste da den Nachweis erbringen das keiner der Schießstände ,mindestesten 5 im räümlichen Zusammenhang, dieses Kaliber bevorratet hat)
    -> bei Verkauf der Waffe erlischt die MES für diese
    -> wenn weitere Kaliber benötigt werden geht die ganze Nachweisgeschichte von vorne los


    Bewilligungsgrundlage:
    -> Testen einer Sammlerwaffe auf Funktionsfähigkeit
    -> Schiessen von Sammlerwaffen um deren Schussverhalten zu vergleichen


    Bei Fragen, wenn gesetzliche Unterlagen oder Urteile von Präzendezfällen benötigt werden sollte sich das Amt bei der Ausstellung querstellen könnt ihr mich gerne kontaktieren.


  • Vielen Dank für deinen Bericht. Es wird zunehmest schärfer!
    Es wäre hilfreich wenn du noch die geographische Zuständigkeit benennen würdest.


    Gruß


    Fridspeed

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  • -> Testen einer Sammlerwaffe auf Funktionsfähigkeit
    -> Schiessen von Sammlerwaffen um deren Schussverhalten zu vergleichen


    kann mir das jemand erklären ?
    Sammlerwaffen weisen oft keinen gültigen Beschuß auf,b.z.w ist ein
    Neubeschuss manchmal sogar unerwünscht,mindert den Wert,wenn ich richtig informiert bin.Sie muss aber einen gültigen Beschuss haben,um damit schiessen zu dürfen.
    Interessiert das niemanden,und die Munition wird trotzdem erteilt ?? Oder wie ?


    Fragen über Fragen


    Gruß
    Kowalsky

    Mein Verhalten ist, wie immer, frech, ignorant, und absolut unangebracht (Expertenmeinung)



  • Gratuliere. Ich halte das glatt für rechtswidrig. Aber wie schon erwähnt.... was in der einen oder anderen Amtsstube so getrieben wird ist mehr als fraglich.....
    Solange es zum Vorteil des Antragstellers ausgeht mag es natürlich i.O. sein.



  • Die Begrenzung auf fünf Jahre ist nicht richtig. Ich würde dagegen sehr schnell vorgehen.


    Leider hast Du den Fehler gemacht die rote WBK mit dem Thema Munition in Verbindung gebracht. Der MES hat nichts mehr der roten WBK zu tun.

  • Die Begrenzung auf fünf Jahre ist nicht richtig. Ich würde dagegen sehr schnell vorgehen.


    Leider hast Du den Fehler gemacht die rote WBK mit dem Thema Munition in Verbindung gebracht. Der MES hat nichts mehr der roten WBK zu tun.


    Dies hat der Sachbearbeiter aber auch nicht begriffen und seine "eigene Suppe" gekocht.

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  • Viele Sammlerwaffen haben einen noch heute anerkannten Beschuss und dürfen dann ohne Neubeschuss auch geschossen werden. ;)
    Z.B. alle Kurzwaffen mit zivilen alten Beschuss. Auch Wehrmachtswaffen können einen anerkannten Beschuss haben. Z.B. Astra. Und manche Sammlerwaffen bekommt man nur mit Neubeschuss, weil z. B. Frankonia und Kettner in der Vergangenheit aus Sicherheitsüberlegungen alles haben neu beschiessen lassen hat. Natürlich darf man nicht mit einer originalen P 08 und nur militärischem Beschuss auf einem Schießstand schießen!
    Dies gilt aber nur innerhalb der BRD.
    Ein wirklicher Sammler wird mit solch einer Waffe auch nicht schießen und erst recht nicht neu beschiessen lassen.
    Dennoch kann man mit der "Roten" eine Pistole als Belegstücken zur Erprobung erwerben.
    Kein Sammler ist daran interessiert ständig mit seinen Sammlerwaffen zu schießen. Der junge Sammler eher um Erfahrungen zu sammlen, der langjährige Sammler eher weniger bis gar nicht mehr. Es bringt nichts mehr auch die 20zigste P38 noch testen zu wollen.


    Gruß
    Fridspeed

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  • Ich verstehe nicht warum denn nicht einfach ein MES zum Aufbau einer eigenständigen Munitionssammlung beantragt wurde. Das wäre doch der viel einfachere Weg gewesen :confused:


    Zur Funktionsprüfung hätte es sicherlich auch Patronen auf den Schießständen gegeben oder man hätte sich im Handel ein paar Patronen zum Verschuß gekauft. Sammlerpatronen wird man ja kaum verschießen wollen ;)


    Die Auflagen sind ja der Hammer :eek:

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  • Ich verstehe nicht warum denn nicht einfach ein MES zum Aufbau einer eigenständigen Munitionssammlung beantragt wurde. Das wäre doch der viel einfachere Weg gewesen :confused:
    .....



    Und eigentlich rein formalrechtlich auch der einzig mögliche - wobei sich der Munitionserwerb dann i.d.R. auf alte original Munition in der kleinsten Verpackungseinheit beschränken wird. Ein "Bedürfnis" für den Erwerb von Munition für in eine rote Sammler-WBK eingetragene Schusswaffen zum Zwecke einer mehr oder weniger ominösen "Funktionsprüfung" ist jedenfalls m.W. nirgends rechtlich fixiert - jedenfalls nicht für "Sammler". Das mag beim "Waffensachverständigen" - deren Waffenerwerb ja ebenfalls über die rote WBK läuft durchaus anders sein. Wenn der eine oder andere Antrag mit genau dieser Begründung dennoch "durchgeht" liegt das viel eher daran, dass dieses Thema für die meisten Waffensachbearbeiter einfach zu exotisch ist. Zudem sind viele Waffensammler auch Inhaber anderer waffenrechtlicher Erlaubnisse, so dass die reelle "Gefahr" welche mit dem zusätzlichen Munitionserwerb evtl. verknüpft ist als eher gering eingestuft wird. Da ist die Versuchung dann groß den Quälgeist einfach durchzuwinken damit die Sache vom Tisch ist. Tatsächlich gibt es zu diesem Thema keine Rechtsprechung. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass mit der Begründung die Munition für eine "Funktionsprüfung" zu benötigen, eine Klage vor einem deutschen VG auch nur in Ansätzen Erfolg hätte....

  • wobei sich der Munitionserwerb dann i.d.R. auf alte original Munition in der kleinsten Verpackungseinheit beschränken wird.


    Also in den MES die ich kenne, steht keine Beschränkung auf ein Alter. Da steht dann z.B. nur "Patronenmunition mit Zentralfeuerzündung". Macht ja durchaus auch Sinn, da die Munitionsentwicklung nie stoppt und es immer wieder was Neues gibt. So kann der Sammler dies alles dokumentieren.


    Ich kenne bislang nur die Einschränkung auf die kleinste Verpackungseinheit. Wobei das eigentlich kein Problem ist, da ja zumindest die Packungsaufkleber meistens schon verschieden sind und man dann eben mehrere "kleinste Verpackungseinheiten" hat ;)

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