Aussergewöhnliche Ehrenpokale und Pokalnachlässe

  • Hallo,
    unter dem Titel "Aussergewöhnliche Ehrenpokale und Pokalnachlässe" möchte ich hier ein Thema starten , in dem nicht alltägliche Ehrenpokale vorgestellt werden können.


    Selbst mochte ich mit dem Nachlass von Kapitänleutnant Hans-Joachim Brans, Kommandant U-801, beginnen.
    Er erhielt den Ehrenpokal zu einem sehr frühen Zeitpunkt am 19.12.1940 als Angehöriger der 1/506 Küstenaufklärungsstaffel für besondere Verdienste im Verlegen von Luftminen.
    Eine weitere Besonderheit ist die Unterschrift von Generalfeldmarschall Milch in Vertretung von Hermann Göring auf der Verleihungsurkunde.


    Zur Seltenheit der Verleihung des Ehrenpokales an spätere U-Bootkommandanten:


    Im Forum Marinearchiv hat der Nutzer F. Almeida eine Aufstellung von U-Bootkommandanten veröffentlicht, welche zeitweise bei den Seefliegern dienten.
    Ich habe die Liste dieser 135 Namen mit Klaus D. Patzwall / Der Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftkrieg abgeglichen.


    Folgende Träger konnte ich finden:


    Ernst, Hans-Joachim Kdt. U-1027, EP 01.02.1943
    von Forstner, Wolfgang-Friedrich Kdt. U-472, EP 13.04.1942
    Herwartz, Wolfgang Kdt. U-1302, EP 29.03.1943
    Jürs, Ralf Kdt. U-778, EP 06.07.1942
    Keller, Günter Kdt. U-683, EP 26.10.1942
    Knollmann, Helmut Kdt. U-1273, EP 02.03.1942
    Lemcke, Hans Kdt. U-327, EP 10.08.1942
    Lessing, Hermann Kdt. U-1231, EP 26.10.1942
    Menard, Karl-Heinz Kdt. U-237, EP 05.10.1942
    Sausmikat, Werner Kdt. U-774, EP 18.05.1942
    Stock, Rupprecht Kdt. U-214, EP 13.01.1942


    Dazu kommen aus anderen Quellen:


    Brans, Hans-Joachim Kdt. U-801, EP 19.12.1940
    Brasack,Paul Kdt. U-737, EP 24.06.1941


    Verleihungen zwischen dem September 1940 und August 1941 sind leider nicht veröffentlicht. Das Ehrenblatt der Luftwaffe listet Träger des Ehrenpokal erst ab September 1941 auf.


    Nach diesem Stand sind 13 Verleihungen nachgewiesen.
    Aufgrund des Materialwechsel von 835er Silber zu Alpaka bei der Herstellung des Ehrenpokals Ende März /Anfang April 1942, gliedert sich die höchstwahrscheinliche Verleihungszahl in 4 mögliche 835er und 9 Alpaka Ehrenpokale auf.


    Der Lebenslauf von Brans findet sich im im englischsprachigen Forum uboat.net:


    Hans-Joachim Brans
    Kapitänleutnant (Crew 35)


    No ships sunk or damaged.


    Born: 21 Aug 1915 Heidelberg
    Died: 17 Mar 1944 (28) Cape Verde Islands


    Ranks:
    5 Apr 1935 Offiziersanwärter
    1 Apr 1936 Fähnrich zur See
    1 Jan 1938 Oberfähnrich zur See
    1 Apr 1938 Leutnant zur See
    1 Oct 1939 Oberleutnant zur See
    1 Nov 1942 Kapitänleutnant


    Decorations:
    1940 Ion Cross 2nd Class
    1940 Iron Cross 1st Class
    1941 Luftwaffe Combat clasp in Gold
    1941 Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftkrieg
    1942-boat War Badge 1939


    Hans-Joachim Brans entered the newly-created Kriegsmarine on April 5 1935 and became a member of Crew 35. After initial training at Stralsund on the Baltic and at the Naval tactics and torpedo school at Flensburg-Mürwik he served on the 1st world war battleship Schlesien off Spain and Portugal and the pocket battleship Deutschland, again in Spain.
    Additional training as a naval pilot followed. During 1939, as a naval 1st Lieutenant (Oberleutnant) he became an observer pilot attached to 1/506 Küstenaufklärungsstaffel, the North Sea coastal unit, based on the island of Norderney and later operating from Amsterdam. In 1940-1941 he was involved in air operations (Luftmineneinsatz) against the Netherlands, Belgium and France, as well as bomber attacks against Great Britain, a total of 95 missions. He was awarded the Luftwaffe Combat Clasp in Gold (Goldene Frontflugspange) and the Luftwaffe Honour Goblet (Flieger-Ehrenpokal).
    In spring 1942, at his own request, he was transferred back to the Kriegsmarine and received submarine training at Gotenhafen (now Gdynia, Poland). Brans was promoted to Kapitänleutnant on 1 Nov 1942 and his first posting was as Watch Officer on U-84 under the command of KL Horst Uphoff (also of Crew 35) with the 1st Flotilla, stationed at Brest, France.
    From January to the end of February 1943 he was Watch Officer on U-169, then assigned to the 27th (Training) Flotilla at Gotenhafen while undergoing tactical training. After U-boat familiarization (Baubelehrung) in Bremen, he commissioned the type IXC/40 U-801 on 24 March 1943, assigned to the 4th (Training) Flotilla at Stettin and transferred to the 2nd Flotilla stationed at Lorient, France in November 1943.
    On 17 March 1944 Brans died with nine of his crew when U-801 was sunk. The day before, the boat had been attacked by American Avenger aircraft while on the surface, and was left with a major oil leak. On March 17 the boat was sunk in further attacks by Avengers from the escort carrier USS Block Island and gunfire from USS Corry in the vicinity of the Cape Verde Islands in mid Atlantic. 47 men survived to spend the duration of the war in US POW camps, being returned to Germany a couple of years later.
    Patrol info for Hans-Joachim Brans


    U-boat
    Departure
    Arrival


    1.U-801
    6 Nov 1943 Kiel
    9 Nov 1943 Bergen
    4 days


    2.U-801
    13 Nov 1943 Bergen
    8 Jan 1944 Lorient
    Patrol 1,
    57 days


    3.U-801
    26 Feb 1944 Lorient
    17 Mar 1944 Sunk
    Patrol 2,
    21 days


    2 patrols, 78 days at sea

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  • Nun noch Bilder der vorhandenen Dokumente und Urkunden.


    Ich hoffe dieser Artikel findet Zuspruch und freue mich auf weitere außergewöhnliche Pokale und Pokalnachlässe.


    Gruß
    waterloo

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  • Zum Ehrenpokal des U-Bootkommandanten und Ritterkreuzträger Paul Brassack kann ich anmerken, dass dieser beim Brand des Begleitschiffes "Daressalem"im Januar 1945 in Kiel vernichtet wurde....b.z.w. wie Brassack zu Lebzeiten zu mir sagte "auf dem Grund der Ostsee liegt":eek:

  • Ergänzernd zur U-Boot-Kommandanten-Liste hier noch der Hinweis das
    Jürs, Knollmann und Sausmikat auch das DKiG in ihrer Funktion innerhalb der Luftwaffe erhielten.
    Sie sind also in der Auflistung der DK.-Träger der Kriegsmarine z.B. bei Dörr (logischerweise)
    nicht zu finden.
    Auch gibt es, neben den U-Kdt. noch weitere zur Luftwaffe abgestellte Marine-Offz.
    die ebenfalls den Ehrenpokal erhielten, was natürlich nicht weniger interessant ist.

  • Nun noch Bilder der vorhandenen Dokumente und Urkunden.


    Ich hoffe dieser Artikel findet Zuspruch und freue mich auf weitere außergewöhnliche Pokale und Pokalnachlässe.


    Gruß
    waterloo


    Ich finde es sehr schön, dass Du den Anfang gemacht hast und die Idee umsetzt, in einem gesonderten Thema interessante Ehrenpokale und Ehrenpokalnachlässe vorzustellen. (Hoffentlich ohne endlose Preisdiskussionen.)


    Deine vorgestellte Gruppe ist natürlich absolut toll. Wobei ich das Thema Marineoffiziere - Luftwaffe - Kriegsmarine überhaupt sehr spannend finde.


    Viele Grüße
    Brunobär

  • Dann will ich auch noch einen Beitrag leisten:


    Nachlass Ehrenpokal der Luftwaffe des Oberfeldwebels Karl Frischling


    Karl Frischling, geboren am 21.10.1914 in Stuttgart und von Beruf Bäcker, trat am 01.10.1933 in das Infanterie Regiment 13 ein.


    Ab 01.10.1935 kam er bis zum 30.06.1937 zur Luftwaffennachrichtenschule in Halle.


    Danach war er Angehöriger in der 6./Kampfgeschwader 255. Ab 24.05.1938 erfolgte seine Versetzung zur 10./Kampfgeschwader 157, zum Sonderkommando Wunstorf (Rügen), und damit zu seinem Einsatz im Rahmen der Legion Condor.


    Im Spanischen Bürgerkrieg nahm er vom 01.07.1938 - 24.07.1938 an der 2. Mittelmeer-Offensive und vom 25.07.1938 - 20.08.1938 an den Ebro-Abwehrkämpfen teil.


    Am 20.08.1938 wird die Maschine von Unteroffizier Karl Frischling der K/88, He 111 25-41, nordwestlich von Gandesa durch feindliche Flak abgeschossen. Beim Fallschirmabsprung aus der abstürzenden Maschine fand der Leutnant Willer durch Schädelbruch den Tod, die Unteroffiziere Schwarz und Frischling wurden verletzt und der Unteroffizier Naumann geriet in Gefangenschaft.
    Für diesen Einsatz erhielt Frischling später die Spanische Medaille de Sufrimientos por la Patria und war damit einer von nur 183 Angehörigen der Legion Condor, die für ihren Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg das Verwundetenabzeichen erhalten haben.


    Ab 01.09.1938 war Karl Frischling wieder bei der 6./Kampfgeschwader 255 und kam schließlich per 01.05.1939 zur 9./Kampfgeschwader 77.


    Laut Wehrpass und Flugbuch nahm er mit dem Kampfgeschwader 77 an folgenden Einsätzen teil:


    01.09.1939 – 04.10.1939 Feldzug gegen Polen mit 18 Frontflügen u. a. mit Einsätzen auf Warschau.
    20.05.1940 – 12.07.1940 Feldzug gegen Frankreich mit 38 Frontflügen u. a. mit Einsätzen auf Flughäfen im Raum Groß-Paris.
    18.09.1940 – 07.06.1941 Luftschlacht um England mit 25 Frontflügen u. a. mit Einsätzen gegen London, Birmingham, Liverpool, Coventry usw.
    22.06.1941 – 29.06.1941 Feldzug gegen Russland mit 9 Frontflügen.


    Bereits am 29.06.1941 erfüllte sich dann das Fliegerschicksal von Oberfeldwebel Karl Frischling, nach insgesamt etwa 300 Flügen, davon 90 Frontflügen. Sein Staffelführer schrieb dazu an seine Schwester:


    „Am 29.06. gegen 18:00 Uhr gab das Flugzeug, indem sich Ihr Bruder befand, durch, dass ein Motor ausgefallen sei und der zweite Motor auch nur noch unregelmäßig laufe. Gegen 18:30 Uhr beobachtete eine Flakeinheit ostwärts Dünaburg, wie das Flugzeug Ihres Bruders zur Notlandung ansetzte. Das Gelände war hierfür sehr ungünstig, die Maschine schlug auf und wurde zerstört. Dabei fand die gesamte Besatzung sofort den Tod.“


    Zusammen mit Karl Frischling fanden an diesem Tag den Tod der Flugzeugführer: Oberfeldwebel Heidisch, der Beobachter: Oberfeldwebel Müller und der Bordschütze: Unteroffizier Fiebig.


    Beförderungen von Karl Frischling:


    01.10.1934 zum Gefreiten
    01.05.1936 zum Obergefreiten
    01.06.1937 zum Unteroffizier
    01.07.1939 zum Feldwebel
    01.10.1940 zum Oberfeldwebel


    Auszeichnungen von Karl Frischling:


    20.01.1938 Dienstauszeichnung IV. Klasse
    28.01.1938 Fliegerschützenabzeichen
    16.12.1938 Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
    04.05.1939 Spanien: Medalla de la Campana
    04.05.1939 Spanien: Medalla de Sufrimientos por la Patria
    04.05.1939 Spanien: Crus roja del Merito Militar
    06.06.1939 Spanienkreuz in Silber mit Schwertern
    01.09.1939 Medaille zur Erinnerung an den 01. Oktober 1938 mit Spange
    25.10.1939 Eisernes Kreuz II. Klasse
    07.07.1940 Eisernes Kreuz I. Klasse
    21.04.1941 Verwundetenabzeichen in Schwarz
    02.05.1941 Frontflugspange für Kampfflieger in Silber
    16.05.1941 Ehrenpokal der Luftwaffe


    Bilder folgen.

  • Viele Grüße
    Brunobär

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  • Das ist so einer dieser Nachlässe, bei denen einem der Mund offen steht beim anschauen, zudem sehr lebhaft und interessant beschrieben H.P.! Danke, dass Du diesen Nachlass hier mit uns teilst.



    Gruß
    Dirk

    !!! Ich suche die Ehrenblätter der Deutschen Luftwaffe vom 26.10.1942 und April 1943 !!!

  • Guten Morgen,


    danke für zeigen!


    Ganz großes Kino!


    Brunobär, könntest du bitte eine detailierte Aufnahme von der Ordensspange (vom Bild) machen?


    Vielen Dank


    Gruss

    Ich hab ne handvoll Asse, doch die Welt spielt Schach!

    Alle von mir gezeigten Gegenstände und Themen dienen nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der wissenschaftlichen und kunsthistorischen Forschung, der Aufklärung oder Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens oder der militärhistorischen und uniformkundlichen Forschung gemäß §§ 86 / 86a.


  • Wolltest Du Bilder vom Foto oder von der Spange? Aber egal...


    Viele Grüße
    Brunobär

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  • Schöne Konvolute, da werde ich mal eines meiner zeigen …..
    Leider habe ich im Moment keine weiteren Bilder am PC.


    Die Orden wurden getrennt verkauft, ich konnte die Papiere und
    den Pokal bekommen, hätte auch gerne die Auszeichnungen dazu,
    war aber damals nicht mehr möglich .
    Sind leider bei einem Händler/Sammler gelandet und irgendwo verstreut.
    Es gibt noch zahlreiche gr. Bilder von Stuka´s und Bilder von der Ostfront.
    Brennende Schiffe im Illmensee … werde ich noch nachreichen wenn gewünscht.
    Ein Bild ist von Oberst Rudel mit Widmung , " dem Fritzl zur Beförderung / Rudel"


    Olt. Platzer Friedrich Geschwader Immelmann .


    RK leider post hum. Pokal Silber verliehen am 10.10.41


    mfg

  • Hallo Pors,
    ich würde mich sehr über weitere Bilder freuen.
    Ein Pokalnachlass von einem Stukateur aus dem Umfeld von Rudel ist schon ein Knaller.


    Aber erstmal ein Danke für Deine Beteiligung an diesem Thema.


    Gruß Thomas

  • Na dann geb ich mich natürlich mit den Bildern von der Spange zufrieden....


    Sehr schönes Stück!


    Vielen Dank für´s zeigen Brunobär!


    Gruss

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  • Dann möchte ich hier auch nochmal eine, durch ihre Zusammensetzung „besondere“ Gruppe vorstellen.


    Ehrenpokal-/DK-Gruppe (leider ohne Pokal) für den Kriegsberichterstatter und Sturzkampfflieger Leutnant Wilhelm Jung


    Wilhelm Jung wurde am 09.10.1912 in Hattingen/Ruhr geboren. Wie aus einer Anerkennungsurkunde
    des Reichsleiters für die Presse der NSDAP hervorgeht, gehörte er schon seit 1928 der NS-Presse an und „…hat bei ihrem Aufbau und damit dem der Bewegung tatkräftige Mitarbeit geleistet.“


    Davon, dass Wilhelm Jung wohl überzeugter Nationalsozialist war, zeugen das Goldene Parteiabzeichen welches er auf Fotos trägt sowie die NSDAP-Dienstauszeichnungen in Bronze und Silber, die ihm am 20.04.1940 verliehen wurden. Aber darum geht es hier nicht…


    Beim Anschluss Österreichs sowie der sudetendeutschen Gebiete war er als Schriftleiter dabei, die entsprechenden Medaillen wurden ihm ebenfalls 1940 verliehen.


    Danach kam er im Dienstrang Sonderführer (Z) als Kriegsberichterstatter zur Luftwaffe.


    (Erklärung: Sonderführer war eine Funktion, die von der deutschen Wehrmacht im Jahr 1937 für den Mobilmachungsfall geschaffen wurde. Mit der Heranziehung als Sonderführer sollten die zivilen Spezialkenntnisse von Soldaten, die keine oder nur eine ungenügende militärische Ausbildung hatten, genutzt werden. Dieser Personenkreis wurde in einen Offiziers- oder Unteroffiziersdienstrang übernommen. Sonderführer (Z), entsprechend einem Leutnant/Oberleutnant.
    Bei der Einberufung als Sonderführer handelte es sich stets um eine jederzeit widerrufliche Übergangsmaßnahme mit dem Zweck, Stellen zu besetzen, die sonst nicht mit regulärem militärischem Personal gedeckt werden konnten. Änderte sich diesbezüglich die Situation, wurde der Sonderführer wieder in den „normalen“ Ablauf mit militärischer Ausbildung etc. eingegliedert. Dabei war die Dienststellung als Sonderführer – diese beinhaltete keinen Dienstgrad, sondern nur den Dienstrang – nicht zu berücksichtigen. Im Jahr 1942 wurde befohlen, dass die Sonderführer im Offizier-Rang militärisch ausgebildet werden sollen, um in das Reserve-Offizierskorps übernommen werden zu können.)


    Am 16.08.1941 erhielt er nach entsprechender Ausbildung das Fliegerschützenabzeichen, so dass er neben seiner Tätigkeit als Kriegsberichter, auch die Funktion eines Fliegerschützen bei Feindflügen übernahm.


    Zunächst wurde der Sonderführer Wilhelm Jung in Afrika eingesetzt. Auf 43 Feindflügen verdiente er sich dort die beiden Eisernen Kreuze, die Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze, die Deutsch-Italienische Feldzugsmedaille sowie das Ärmelband Afrika. Sehr schön ist hier besonders die Urkunde zum EK I. Klasse, ausgestellt auf LW-Kriegsberichter-Kompanie (mot) 7 – Berichterzug Afrika.


    Mit Stichtag zum 01.12.1941 wurde Wilhelm Jung dann zum Leutnant (Kriegsoffizier) befördert.


    Ab Mai 1942 wurde der Leutnant Wilhelm Jung in Russland eingesetzt. Da sich in seinem Nachlass eine Abschrift zu dem Verleihungsvorschlag zum Ehrenpokal der Luftwaffe sowie der Verleihungsvorschlag zum Deutschen Kreuz in Gold befinden, lässt sich sein weiterer militärischer Einsatz bis zur DK-Verleihung gut nachvollziehen.


    Verleihungsvorschlag zum Deutschen Kreuz in Gold heißt es:


    „Leutnant Jung hat in über 220 Feindflügen, von denen 43 in Afrika, die übrigen im Osten geflogen wurden, sich durch besondere Tapferkeit und vorbildliche Einsatzfreude als Fliegerschütze ausgezeichnet.
    Das EK II. Klasse wurde ihm am 27.06.1941, das EK I. Klasse am 26.01.1942 verliehen. Am 30.11.1942 wurde er zum Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftkrieg eingereicht.
    Im Mai 1942 war Leutnant Jung der Luftwaffe des in Russland eingesetzten italienischen Expeditionskorps zugeteilt und nahm in italienischen Kampfmaschinen an drei Feindflügen im Raum Woroschilowgrad teil. Im Juni wurde Leutnant Jung zu einer ME 110-Zerstörergruppe versetzt, mit der er im Raum Charkow-Isjum 11 Schlachtfliegereinsätze (Tiefangriffe auf feindliche Stellungen) flog. Einem Ju 88 Kampfverband zugeteilt, hat Leutnant Jung im August und September 27 Einsätze geflogen, davon sechs über vier Stunden dauernde Einsätze in den Raum Grossny-Armawir und 21 Einsätze bei stärkster feindlicher Jagd- und Flakabwehr gegen Stalingrad und die Bahnlinie Astrachan-Saratow.
    Seit 01.10.1942 ist Leutnant Jung zur 4./Stuka 77 als Fliegerschütze und Kriegsberichter kommandiert und hat in stets gleichbleibender Einsatzfreude bei der Staffel 138 Einsätze, davon 80 als ständiger Fliegerschütze des Staffelkapitäns geflogen. Leutnant Jung hat in vorbildlicher Weise mit seinem Flugzeugführer zusammengearbeitet. Seiner immerwährenden Wachsamkeit ist es zu verdanken, dass oft feindliche Jäger frühzeitig erkannt und abgewehrt worden. Als bei einem Angriff auf einen Tanker im Hafen Tuapse am 04.Oktober 1942 die letzte Maschine der dritten Kette, in der Leutnant Jung als Fliegerschütze flog, von drei sowjetischen Jägern angegriffen wurde, wehrte Leutnant Jung die zäh angreifenden feindlichen Jäger durch gut liegendes MG-Feuer ab. Bei Tiefangriffen auf feindliche Stellungen in den Gebirgstälern des Kaukasus belegte Leutnant Jung feindliche Stellungen wirksam mit dem Feuer seines Maschinengewehrs. Während der Abwehrkämpfe am Don, die oft unter den schwierigsten Wetterbedingungen durchgeführt werden mussten, leistete Leutnant Jung seinem Flugzeugführer wertvolle Hilfe beim Auffinden von gut getarnten feindlichen Stellungen, Panzern und Truppenansammlungen in der verschneiten Steppe. Als während der Kämpfe am Aksay-Abschnitt feindliche Panzer bis wenige Kilometer von den Flugplatz Kotelnikowo vorgedrungen waren, der Platz von feindlichen Tiefangriffsflugzeugen angegriffen wurde und die Besatzungen in dieser Zeit beladen und betanken mussten, hat Leutnant Jung durch sein vorbildlich tapferes Verhalten wesentlich zur Einsatzbereitschaft beigetragen. Bei einem überraschenden Vorstoß feindlicher Panzer bei Simowniki am 30.12. hat Leutnant Jung als Fliegerschütze des Staffelkapitäns Anteil am rechtzeitigen Erkennen und somit der wirksamen Bekämpfung der durchgebrochenen feindlichen Kräftegruppe.
    Leutnant Jung wird der Auszeichnung mit dem Deutschen Kreuz in Gold würdig befunden.“


    Oberleutnant Gläser, Staffelkapitän


    Der Antrag zur Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold ist datiert auf den 13.01.1943, die Verleihung erfolgte am 19.02.1943.


    Zum Ehrenpokal der Luftwaffe wurde Leutnant Jung bereits am 30.11.1942 eingereicht, diese Verleihung erfolgte jedoch erst am 22.04.1943. Nach dem Deutschen Kreuz in Gold und zu spät dafür, noch einen entsprechenden Ehrenpokal zu erhalten.


    Das weitere Schicksal von Wilhelm Jung ist mir leider nicht bekannt.


    Auszeichnungen von Leutnant Wilhelm Jung:


    unbekannt: Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP
    07.03.1940 Medaille zur Erinnerung an den 01. Oktober 1938
    04.04.1940 Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
    20.04.1940 NSDAP-Dienstauszeichnung für 10 Jahre in Bronze
    20.04.1940 NSDAP-Dienstauszeichnung für 15 Jahre in Silber
    27.06.1941 Eisernes Kreuz II. Klasse
    16.08.1941 Fliegerschützenabzeichen
    20.10.1941 Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze
    26.01.1942 Eisernes Kreuz I. Klasse
    20.05.1942 Deutsch-Italienische Erinnerungsmedaille für den Feldzug in Afrika
    13.08.1942 Frontflugspange für Kampfflieger in Silber
    15.10.1942 Frontflugspange für Kampfflieger in Gold
    19.02.1943 Deutsches Kreuz in Gold
    22.04.1943 Ehrenpokal der Luftwaffe
    20.06.1943 Ärmelband „Afrika“

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