Was tun bei Paketverlust ?





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    Stand: 15.12.2015
    Glaubt man der Fernsehwerbung, werden wir die Weihnachtszeit nicht mehr mit einem bärtigen alten Mann in rotem Mantel in Verbindung bringen. Der Konsumsegen wird nämlich von einem schnellen gelben Boten mit Paket unterm Arm beschert. Das Christkind liefert den Kindern am Heilig Abend ausnahmslos pünktlich die Geschenke unter den Baum. Erwachsene aber ärgern sich jeden Tag des Jahres, wenn ein Paket mal verloren geht.
    Wer ist für den Schaden verantwortlich, wenn unterwegs ein Paket verloren geht? Absender, Paketdienstleister oder Empfänger? Je nach Art der Sendung kommt jeder der drei Beteiligten in Betracht.
    Online nachforschen: Wo ist das Paket?


    Nichts trübt den Kaufrausch so sehr, wenn das Paket nicht schnell genug ankommt. Egal ob DHL, Hermes, DPD oder UPS – jeder größere Paketdienst bietet online eine Sendungsverfolgung an, mit der die Reise des Pakets nachvollzogen werden kann.
    Den stets individuellen Tracking-Code bekommt zunächst der Versender, wenn er das Paket auf die Reise schickt. Beim Online-Shopping ist es oft der Fall, dass der Verkäufer die Paketnummer automatisiert dem Kunden mitteilt – etwa in der Versandbestätigung.
    Wer sich also fragt, wo das Paket bleibt, sollte zuerst die Sendungsverfolgung bemühen. Steht die nicht zur Verfügung, hilft eventuell ein Nachhaken beim Absender.
    Achtung: Nicht alle Pakete, Päckchen oder Briefe kann man zurückverfolgen: Ein Standard-Paket von DHL etwa beinhaltet eine Versicherung bis 500 Euro sowie die Sendungsverfolgung. Das etwas günstigere Päckchen aber weder noch.
    Paket zu spät: Schadensersatz nur bei garantierter Zustellung


    Ist ein Paket schon „zu lange“ unterwegs, kann es unter Umständen ärgerlich sein, aber zunächst noch kein Grund für eine Reklamation: Einen Anspruch auf einen bestimmten Zustellungstermin gibt es für den normalen Paketversand nicht. Nur wenn einer mit dem Paketdienst vereinbart wurde – etwa beim Expressversand – kann der gegebenenfalls gezahlte Aufpreis zurückverlangt werden.
    Hat diesen der Käufer bezahlt, muss er sich zunächst an den Verkäufer wenden. Nur der Absender hat mit dem Paketdienstleister ein Vertragsverhältnis. Daher kann auch nur er Ansprüche bei ihm anmelden. Der Verkäufer kann also dann ihn in Regress nehmen, wenn der Paketbote zu spät liefert.
    Außerdem kann ein Privatkunde sein Widerrufsrecht geltend machen und das Paket einfach zurückgehen lassen. Dieses Rückgaberecht hat er unabhängig von der Verspätung gegenüber einem gewerblichen Verkäufer ohnehin 14 Tage lang.
    Paket beim Nachbarn oder vor der Haustür


    Der Postbote darf ein Paket nicht so einfach vor die Haustür legen. Er muss es stets persönlich jemandem übergeben. Das muss nicht der Empfänger persönlich sein: Die meisten Paketdienste räumen sich jedoch die Möglichkeit ein, das Paket bei einem Nachbarn hinterlegen zu können. Dann übernimmt dieser die Verantwortung, dass die Ware beim Empfänger landet. Auch er darf sie nicht einfach vor die Haustür platzieren und sollte sie persönlich überreichen.
    Die Haustür-Variante ist lediglich erlaubt, wenn der Empfänger sie dem Paketzusteller ausdrücklich erlaubt. Die DHL etwa bietet die Möglichkeit eines Ablagevertrags – auch Garagenvertrag genannt –, sodass der Bote das Paket an einem bestimmten Ort hinterlegen darf. Das kann die Wohnungs- oder Haustür sein, oder aber auch eine Ecke in der Gartenlaube.
    Der Ablagevertrag mag für viele Berufstätige praktisch sein – das Verlustrisiko hat er aber dann selbst zu tragen.
    Paket verloren: Wer haftet nun wann?


    Verbraucher, die bei einem gewerblichen Verkäufer bestellt haben, können den Kaufpreis zurückverlangen, wenn das Paket nicht ankommt: In diesem Fall trägt grundsätzlich der Verkäufer das Transportrisiko. Und zwar solange, bis der Empfänger es in Besitz genommen hat. Das heißt, dass der Verkäufer auch dann das Geld zurückzahlen muss, wenn das Paket beim Nachbarn abgegeben wurde und er die Sendung verschlampt hat. Der Verkäufer ist aber nicht dazu verpflichtet, den gleichen Artikel noch mal zu schicken.
    Ist der Verkäufer aber eine Privatperson, wie etwa beim Ebay-Handel oft der Fall, oder ist der Käufer Unternehmer, trägt der Empfänger das Transportrisiko. Im Fall eines Verlusts ist der Absender fein raus, wenn er etwa mit einem Beleg nachweisen kann, das Paket an den Zustelldienst übergeben zu haben.
    Was tun bei verlorenem Paket?


    Wie oben schon erwähnt, ist es der Absender, der einen sogenannten Frachtvertrag mit dem Zusteller hat. Trägt aber der Empfänger das Risiko, liegt es schon in seinem Interesse, selbst einem verlorenen Paket auf den Grund zu gehen. Zunächst sollte er daher den Absender bitten, seine Ansprüche in einem formlosen Schreiben an ihn abzutreten. Darin nennt er idealerweise alle relevanten Daten zur Sendung – also beide Adressen und Sendungsnummer.
    Es kann vorkommen, dass sich der Zustelldienst dagegen sträubt, dem Empfänger zu helfen – trotz abgetretener Rechte. Es könnte in diesem Fall zielführender sein, gleich den Absender zu bitten, die Nachforschung in Auftrag zu geben, anstatt mühsam beim Zusteller auf seine Rechte zu pochen.
    Ein Formular für den Nachforschungsauftrag bieten die meisten auf ihren Websites an. Um den Wert des Inhalts nachweisen zu können, legt man am besten eine Kopie des Kaufbelegs bei.
    Bleibt dann das Paket noch immer verschollen, ersetzt der Paketdienst dem Geschädigten den versicherten Wert. Bei einem regulären Hermes- oder DHL-Paket sind das maximal 500 Euro. Gegen Aufpreis werden hier auch höhere Summen versichert.
    Fazit: Keine Ware unversichert versenden


    Ein unversichertes Päckchen ist meist nur geringfügig günstiger als das versicherte Paket. Beim Kauf unter Privatleuten sollte der Käufer daher stets auf den versicherten Versand bestehen. Flohmarkt- und Anzeigenportale werden immer beliebter. Für den Kaufnachweis empfiehlt es sich daher, die jeweilige Produktanzeige auszudrucken und den Überweisungsbeleg aufzuheben.