Mosin Nagant 1891/30-43 mit Klappbajonett

  • Bin im Netz auf Angebote mit einem Modell 1891/30 mit Klappbajonett gestoßen. Das Klappbajonett ist ähnlich dem Modell 1944. Es sollen angeblich etwa 5 - 6,000 Stück gefertigt worden sein. Gab es das wirklich oder wurden da normale 1891/30 "aufgewertet"?

  • Ja das gabs wirklich! Tatsächlich eine Art Versuchs-Vorläufer zum M44. Eine Version aus dem Jahr 1943 von Izhevsk. Das Bajonett ist aufgesteckt wie beim M91/30 und wird aber durch einen kleinen Stift am Kornsockel fest in Position gehalten. Auch haben diese M91/43 Modelle keine Ausfräsung im Schaft für das Bajonett wie beim M44 üblich. Das Klappbajonett ist natürlich auch länger als das 44er. Ich hänge mal ein paar Bilder an damit man die Unterschiede sieht (das mit dem dunkleren Holz ist das 43er Modell). Das ganze wurde ausschließlich erprobt aber dann durch das wesentlich kürzere M44 ersetzt.

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  • Diese Waffen sind zwischen normalen M.91/30 Gewehren bei einem Großhändler in Europa aufgetaucht. Bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich auf Gewehren aus Produktion 1943. Der Ausführung betreffend "keiner Aussparung" möchte ich widersprechen, alle Waffen die ich gesehen hatte, hatten am Schaft kleine Aussparungen für die Bajonettspitze. Nachdem diese aber sehr unterschiedlich ausgeführt sind, ist davon auszugehen, dass dies danach im Arsenal gemacht wurde. Ob gewisse davon noch original ab Werk waren, lässt sich heutzutage nicht mehr nachvollziehen. Diese Waffen als Vorläufer zum M44 zu bezeichnen halte ich aber für etwas gewagt. Es war eine bestimmte Form des Bajonettes welches in einem größeren Umfang eingeführt wurde - so würde ich es lieber belassen.


    Diese Bajonette sind im Buch von Alexander Yuschenko über das M.91/30 Gewehr auch beschrieben und abgebildet. Ich meine, dass kurz nach dem Erscheinen dieser Waffen am Markt auch im DWJ ein Artikel über diese Waffen geschrieben wurde, allerdings nicht so fundiert wie im Buch von Alexander Yuschenko.

  • Keine Aussparung im Sinne von, dass der Schaft nicht extra mit einer spezifischen Aussparung produziert wurde, wie beim M44, das Gewehr also nicht unbedingt ursprünglich in der Fertigung schon dafür gedacht war ein Klappbajonett aufzunehmen. Demnach bin ich auch deiner Ansicht dass das danach dafür modifiziert wurde. Es lässt sich ja bei mehreren Varianten mit Klappbajonett in der Versuchsphase beobachten, das das ursprüngliche Modell dann zur Bajonettaufnahme auf manchmal recht ungewöhnliche Art modifiziert wurde. Der dementsprechende Nachweis wann, wo und warum das ganze stattgefunden hat bleibt wie so oft tatsächlich Spekulation.

    Aber du hast Recht, im wesentlichen geht es um das Bajonett. Das passt aber auch nicht einfach so auf ein “normales“ M91/30.

    Mit dem Vorläufer zum M44 hab ich mich ein bisschen aus dem Fenster gelehnt, eher auf das Bajonett bezogen, ein Modell in der Entwicklungsreihe von experimentellen Klappbajonetten an deren Ende dann das M44 steht.

  • Experimentell würde ich dieses Bajonett nicht nennen. Es handelt sich um das Klappbajonett nach Muster Semin. Davon wurden im Dezember 1943 10.000 Stück bestellt sowie weitere 10.000 im Jänner 1944. Dieses ist relativ gut und genau dokumentiert, deshalb mein Hinweis auf das Buch von Alexander Yuschenko.