Bitte um Hilfe zu folgendem K98 aus dem Nachlass meines Vaters

  • Liebe Forumsmitglieder, mein Name ist Raimund, komme aus Österreich und hätte einige Neulingsfragen zu einem K98 Karabiner. Nach dem Ableben meines Vaters in 2010 bin ich nun langsam am Aufarbeiten seiner Sammlung an Jagd- und Sportwaffen als auch anderer Errungenschaften seiner Sammlung. Dazu gehört auch dieser K98 Karabiner. Ich bereits einige Informationen im Internet finden, jedoch nur zu einfacheren Stempelungen wie S/42, 1938 :-) sowie WaA63. Ich habe hiermit einen Karabiner aus dem Werk Oberndorf, Produktionsjahr 1938 vor mir liegen. Nach den Stempelungen zu urteilen dürfte es sich um einen "nummerngleichen" Karabiner handeln??? Informationen habe ich auch noch zur Gravierung "7,9" am Hülsenkopf sowie "Ernst Steigleder" am Zielfernrohr gefunden. Es dürfte sich somit um einen von der Berliner Gewehrfabrik "Ernst Steigleder" überarbeiteten Karabiner mit "Hochleistungsziefernrohr" handeln. Jetzt stehe ich leider mit meinem Latein aber schon an.

    Nach dem Hülsenkopf habe ich auf der Oberseite des Laufs noch eine Stempelung "2IG" mit 2 weiteren Symbolen, den Stempel "K.N.M.107" ebenfalls am Hülsenkopf, "F mit untenstehendem W" nach dem Hülsenkopf, auf der Innenseite des Kammergriffes sowie auf der Schlagbolzenmutter "555" oder "655" (kann ich leider nicht genau entziffern), auf der Außenseite des Kammergriffes "5615y", ein "Adler über einem H" am Kolben sowie ein "E" beim Abzug.


    Noch eine Besonderheit dürfte der Stecher bei dieser Ausführung sein. Hierzu habe ich im Internet die Info "bezüglich des Stecherabzugs beim K98k. R.D. Law erwähnt in seinem Buch "Der K98k als Scharfschützenwaffe" solcher Art ausgerüstete Waffen sind an die Truppe ausgegeben worden, aber in geringer Stückzahl." gefunden.


    Bitte entschuldigt, sollte ich falsche Bezeichnungen verwenden, ich bin leider ein absoluter Neuling auf diesem Gebiet, da mein Vater diese Leidenschaft alleine pflegte.

    Ich wäre euch sehr für Informationen zu diesem Karabiner dankbar.


    LG, Raimund

  • 2IG ist Beschuss Februar (19)86 aus Deutschland, KNM ist Königliche Norwegische Marine. FWW (F über W über W) ist Frankonia Waffen Würzburg. Also eine Beutewaffe der Norweger die dann nach dem 2. Weltkrieg. Die WaA ist demnach 655 und nicht 555.


    Daher ist ZF und der Stecher eine Nachrüstung nach dem 2. Weltkrieg, vermutlich von deinem Vater.

  • Vielen herzlichen Dank für die Hilfe! Wirklich tolles Forum hier, wo einem rasch geholfen wird.

  • Welche Karabiner sind denn sonst noch dabei? Erzähl mal!

  • Hallo Raimund,


    Mitglied Promo hat bereits alles wichtige genannt und ich ergänze nur ein paar Kleinigkeiten.

    Die Stempelung "K.N.M.107" bedeutet "Kongelige Norske Marine" und die "107" ist die von den Norwegern vergebene Waffennummer. Hier kannst Du etwas mehr über dieses Thema lesen: Link

    Die Seriennummer (auf der linken Seite der Hülse) hattest Du nicht genannt, nur die Seriennummer "5615y" vom Kammerstengel mit dem Stempel "655" des Abnahmeoffiziers. Der Abnahmeoffizier mit der Nummer "655" war erst ab Herbst 1939 im Bereich Oberndorf tätig und ein S/42 1938 sollte die Abnahme "63" haben. Der Verschluss ist also nicht nummerngleich zur Waffe. Wie lautet die Seriennummer und Suffix(Buchstabe) auf der Hülse?

    Der Adler mit dem "H" auf dem Schaft ist eine Abnahme des Heeres. Es gab noch "L" für Luftwaffe und "M" für Marine.


    Falls Du noch weitere Fragen hast, bis zum 17. Januar kann ich Dir diese noch beantworten, danach endet meine Supporter Mitgliedschaft und dann kann ich im Forum leider nichts mehr schreiben. Du bist zwar auch kein Supporter und kannst sogar einen eigenen Beitrag eröffnen, bei mir ist es aber (aus unbekannten Gründen) anders.


    Gruß Stephan