Nummerngleiches SG 84/98

  • Moin moin,


    ich habe dieses schöne Seitengewehr bekommen. Soweit ich das beurteilen kann, ist eine fehlende Niete das einzige Manko.
    Da ich mich mit Blankwaffen leider bislang nicht wirklich auskenne, habe ich ein paar Fragen:
    - Was für ein Hersteller verbirgt sich hinter der 42 cof? Ich vermute, die 42 ist das Herstellungsjahr?

    - Was bedeutet die kleine "1" unter der Nummer?

    - Die kleinen Markierungen auf dem letzten Bild sind Abnahmestempel? Wenn ja, von wem?

    Und als letztes:

    Kann mir jemand lohnenswerte Literatur zum Thema empfehlen? Würde mich gerne einlesen.


    Danke euch und Grüße,

    Sven

  • Hallo

    Schönes Stück, Hersteller ist Carl Eickhorn Solingen.

    Gefertigt 1942, und die "1" ist ein i.

    Literatur ist nicht wirklich üppig dazu zu bekommen.

    Aber schöne Beispiele gibt's hier: k98.free.fr

    Grüße

    Meine Preise im Verkauf sind immer verhandelbar!
    Ich suche ein nicht verbasteltes S84/98 n.A. von Odeon, sowie IMMER deutsche Ersatzbajonette und/oder einzelne Scheiden dazu.

  • ... Was bedeutet denn das "i"? ...


    Das bedeutet, dass dein Seitengewehr eigentlich die Nr. 94.624 aus der Produktionsserie im Jahr 1942 ist.


    Die Hersteller haben pro Herstellungsjahr folgende Systematik zur Nummerierung der Seitengewehre genutzt:


    1 - 9999 für die ersten 9.999 Seitengewehre

    1a - 9999a für die Nummern 10.000 bis 19.9999

    1b - 9999b für 20.000 bis 29.999

    1c - 9999c für 30.000 bis 39.999

    usw.


    Der Nummernblock „i“ ist der 9. Buchstabe und war daher 90.000 bis 99.999


    Also ist „4624i“ die Nummer 94.624

  • Super, wieder was gelernt! Vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung!

  • Hier ein paar „Buchempfehlungen“ von mir


    Für mich das beste Buch über deutsche Seitengewehre:


    Seitengewehr: History of the German Bayonet 1919 - 1945

    von George T. Wheeler aus dem Jahr 1999, erschienen im R. James Bender-Verlag


    328 Seiten über die diversen deutschen Seitengewehre inklusive Taschen und Troddeln.


    Zwei kleine Nachteile von diesem Buch: ist auf Englisch und beinhaltet nur schwarz-weiß Fotos


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  • Zweitbestes Buch:


    The German Bayonet“ bzw. „Das deutsche Bajonett

    von John Walter aus dem Jahr 1976 (englische Ausgabe), erschienen im Verlag „Arms & Armour Press“, London bzw. 1995 (deutsche Zweitauflage) erschienen im „Motorbuch Verlag“, Stuttgart


    128 (englische Ausgabe) bzw. 166 Seiten (deutsche Ausgabe) mit einem etwas längeren Betrachtungszeitraums der deutschen Seitengewehre (1871 - 1945).

    Kleiner Nachteil: ebenfalls nur s/w Fotos


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  • Dann habe ich noch dieses Buch:


    Collecting Bayonets

    Von Jim A. Maddox aus dem Jahr 2005


    Er zeigt auf 528 Seiten so ziemlich alle Seitengewehr-Typen dieser Welt. Er hat die Kapitel nicht nach Länder oder Zeiträume angeordnet, sondern nach technischen Merkmalen der Seitengewehre. Das ist manchmal etwas störend, da man den Eindruck zunächst hat, dass alle Seitengewehre etwas durcheinander dargestellt werden. Aber am Schluß ist ein Länder-Index mit allen Seitengewehr-Modellen nach Land sortiert, so dass man schnell das gesuchte Seitengewehr findet. Alle Bilder sind in Farbe und qualitativ hervorragend. Kleiner Nachteil: das Buch ist auf Englisch.


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  • Vielen lieben Dank! Da werde ich mich mal auf die Suche machen und meine Bibliothek demnächst erweitern!
    Dank Dir für Deine Bemühungen!

  • Als letztes noch dieses Buch, besser gesagt Heft.


    Reichswehr and Wehrmacht Bayonets 1920 - 1945

    Von Mike Welser aus dem Jahr 1985; es gibt eine Zweitauflage im Jahr 1998


    Es ist mit seinen 68 Seiten kein richtiges Buch, mehr ein Heft aus zusammengeklammerten s/w fotokopierten Seiten mit einem Kartonumschlag. Es beinhaltet einige Fotos, ein paar Handzeichnungen und ein paar falsche bzw. fehlende Informationen bei den Codierungs-Informationen. Vermutlich war dies damals noch nicht bekannt.


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  • Die Bücher behandeln vieles gar nicht oder lückenhaft was meiner Ansicht nach für Sammler intressant und wichtig wäre. So bsp. die Seriennummern der einzelnen Hersteller und deren Unterschiede. Daran orientiert Griffschalenmaterial, Oberflächenverarbeitung und Brünierung. Daran kann man bsp. gut ausgetauschte Griffschalen, Basteleinen etc. erkennen.

    Bisher beruhen diese Informationen auf das Erfahrungswissen und Fleißarbeit von Sammlern.

    Alle von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Berichte und Gegenstände aus der Zeit 1933 - 1945 und angesprochenen Themen dienen nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger und verfassungsfeindlicher Bestrebungen, der wissenschaftlichen und kunsthistorischen Forschung, der Aufklärung oder Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens oder der militärhistorischen und uniformkundlichen Forschung gemäß §§ 86 / 86a, Deutsches StGb.
    - Und ich bin kein Verkaufsberater -

  • die beste Refernenz- und Informationsquelle, die Webside des BCN, gibt es leider nicht mehr.

    Alle von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Berichte und Gegenstände aus der Zeit 1933 - 1945 und angesprochenen Themen dienen nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger und verfassungsfeindlicher Bestrebungen, der wissenschaftlichen und kunsthistorischen Forschung, der Aufklärung oder Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens oder der militärhistorischen und uniformkundlichen Forschung gemäß §§ 86 / 86a, Deutsches StGb.
    - Und ich bin kein Verkaufsberater -

  • Vielen Dank auch Dir!

    Hmm, wenn ich das also richtig interpretiere, gibt es das "allumfassende Standardwerk" nicht wirklich. Aber immerhin ein paar Bücher, die nicht nur für den Einsteiger geeignet sind, sich intensiv mit der Materie zu beschäftigen, wenn man das absolute Spezialistenwissen mal außen vor läßt.