7 Schritte der Stahlhelm-Restauration

  • Hallo Jochen,

    bei dem einen Helm der mit Parafin behandelt wurde und den ich schon so bekommen habe brösel die nicht entfernten Rostpocken runter und wenn man den in die Hand nimmt langt er sich an wie eine Kerze. Die Helme die ich selber mit Ballistol hinterher behandelt habe fassen sich m.M.n. einfach besser an. Auch entferne ich alle Rostpocken wenn nötig und möglich. Aber das ist sicherlich Geschmacksache und auch eine Frage des Helmzustandes.

    Mfg Michi

    Alles klar - kann ich verstehen, Danke Michi!

  • Ich teile hier mal meine Erfahrung mit euch. Den Helm auf Bild 1 habe ich sehr mühevoll und mit dünner Mischung mit Oxalsäure entrostet. Nun liegt er 1 jahr bei mir im Zimmer und wie man sieht bröseln die vom Rost unterwanderten Rostschichten ab.


    Der Helm auf Bild 2 liegt ebenfalls 1 Jahr im Raum und dort fällt kein Krümel Rost ab. Er lag in sehr lehmigem Boden.


    Also ich denke ob er bröselt oder nicht hängt davon ab wie stark er vom Rost unterwandert ist denn Rost ist sehr porös. Wenn der Rost mit starken Temperatur unterschieden klarkommen muss bröselt er ab. Das kenne ich von Eisenfunden die lange oberflächlich lagen die sind meist blank weil sie durch die witterung ständige Temperaturunterschiede natürlich entrostet werden und an der luft schlechter wieder rosten können als im boden.

    Ich habe einen ähnlichen Helm wie auf Bild 1 zum Test auch mal mit Wachs behandelt und trotzdem hat er nach einiger zeit angefangen zu bröseln.

    Ich denke man kann das abbröseln nur verhindern wenn man ihn lackiert. Denn der Lack bildet eine feste oberfläche die den helm zusammenhält. Allerdings wenn er einmal mit klarlack lackiert ist dann ist das endgültig.

    Was ich mich frage: was hat alles einen einfluss darauf wie sich der helm nach der Reinigung verhält.

    Klar einmal die stärke des Rostbefalls und der boden der beeinflusst wie er rostet.

    Man kennt es ja vom aluminium.

    Kommt das aus trockenem boden -> sogut wie kein alufraß

    In sehr feuchtem boden kann es einem da schonmal in der hand zerfallen.


    Die frage die man sich immer wieder stellen muss bei der reinigung ist werde ich das vorgehen, für das ich mich entschieden habe irgendwann bereuen oder ist es der richtige weg.

    Deswegen bin ich der meinung immer so wenig wie nötig zu konservieren denn sind wir ehrlich rost entsteht dort wo viel feuchtigkeit herscht und so viel feuchtigkeit wie ein fund 70 jahre im boden erfahren hat wird er wohl kaum auf anderem wege bekommen.

    Geknickt war ich trotzdem als der helm angefangen hat zu bröseln und ich habe mich gragt: hätte ich ihn mit lack konserviert wäre das dann nicht passiert? wahrscheinlich nicht.

  • So ... mein Resultat nach einer Woche im destillierten Wasser und 3 mal 2 Stunden im Ovalbad (15 Liter a 8 Löffel Oxalpulver).


    Außen hat sich einiges getan - innen immernoch sehr rostig.


    ich habe das5217CBAD-4768-4D64-8D4C-864FE31EC40C.jpegF2ED46A2-A538-4689-9A15-22B32A755B63.jpeg0B0B428A-CB7A-4815-969E-89CB18450DE2.jpeg8A8BAB00-6589-4DAA-9FA8-91D962A165BF.jpeg säurebad frisch gemischt und lege den Helm weiter in Oxal ein.

  • Ein Helm der Luftwaffe,das weiße könnten Reste einer Wintertarnung sein.

    Es wird,hinten hat es leider schon gelbe Spuren..

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  • Ein Helm der Luftwaffe,das weiße könnten Reste einer Wintertarnung sein.

    Es wird,hinten hat es leider schon gelbe Spuren..

    ja, das gleiche dachte ich mir auch ... man kann den Luftwaffen Adler erahnen.


    Anbei mein Zwischenstand nach 2 Tagen und 4 oxal bädern:


    1.) Mischung war ok

    2.) Ich hätte das Wasser / das Oxalbad früher (täglich) wechseln müssen wegen der hässlichen gelben Flecken... :-( .. wie bekomme ich die wieder weg?

    3.) jetzt überlege ich, wie ich weiter mache, da der Rost im inneren der Glocke auch weg muss.


    Ggf verwachse ich den Adler / den Wintertarn und mache weiter mit Oxalbad.


    Was meint Ihr ???

  • Hallo, die weißen Flecken sind mMn. Nur Verschmutzungen und keine tarn Farbe, das Luftwaffe blau kommt dafür zu sehr zur Geltung. Wegen den gelben Flecken.. Ich würde es noch mal in oxal geben und regelmäßig mit einer Handbürste abbürsten müsste dann normaler weise weg gehen achso und nicht über den Adler bürsten sonst ist er schneller weg als du gucken kannst. Auf jeden Fall ist dort noch einiges rauszuholen. Gruß

  • Zu 2.ich Wechsel das Wasser auch nicht und bekomme eigentlich durch bürsten die gelben Flecken immer gut weg. Zu 3. Entweder den Helm lange in Wasser einweichen und mit leichten Schlägen versuchen die Blasen zu öffnen und dann im oxal mit Bürste weiter bearbeiten oder mit Hammer und Schraubenzieher die Blasen weg schlagen (vorsichtig) und das selbe machen. (hammer und Schraubenzieher geht schneller und innen wird sowieso nicht mehr so viel Farbe kommen.)

  • Vielen Dank für die ausführliche Antwort und die guten Tipps!


    Die gelben Flecken sind in der Tat nach. 4 weiteren Oxalbädern weg:-)


    Ich habe den Rost wie von Dir empfohlen auch vorher schon mit einem kleinen Hammer und einem Schraubenzieher innen entfernt . Ging gut, nur leider lässt die Substanz des Helms zu wünschen übrig, so dass Löcher entstanden sind, weil der Helm schon zu durchrostet war :-(


    jetzt überlege ich, ob ich den Rest Rost innen mit Rostumwandler behandele, bevor ich noch mehr durchbreche ... Für einen Tipp bin ich dankbar ...


    LG


    Jochen.

  • Hallo, ja mit den Löchern das hat ich vergessen zu erwähnen, ist mir auch schon oft passiert wenn die innen so verkrustet sind. Mit rostumwandler hab ich noch keine Erfahrung gemacht. Was möchtest du den mit dem Helm machen, möchtest du ihn nur hinstellen oder? Da würd ich überlegen ob ich den Rost innen nicht doch lieber lasse weil der meistens die Konsistenz nur noch zusammen hält. An Farbe kommt auch nichts mehr zum vorschein, daher würde ich ihn gegeben falls für 1 2 Tage in Diesel legen und ab und zu abbürsten (löst weitere Verschmutzungen etc.)dann Trocknen und mit zb. Waffen Öl konservieren. Nach einen viertel halben Jahr gucken ob er noch leicht ölig ist ansonsten mit einer leicht schicht Vaseline noch mal nach bearbeiten(frischt die vorhandene Farbe ein wenig auf). Eventuell hat jemand ein anderen Vorschlag aber ich würde es so probieren. Gruß

  • Naja danach mit balistol zb. Einsprühen und trocknen lassen und den Rest mit einem Tuch abreiben. Müsste eigentlich gehen. Man kann ihn auch noch mal ins Wasser legen mit Spülmittel aber ich finde Diesel erzielt bessere Reinigungsergebnisse und konserviert gleichzeitig mit.

  • Weils gerade dazu passt, hatte gestern mal ein Versuch gestartet, 2 Heeres M42 über 32 Stunden unbeaufsichtigt im (älteren) oxal. Leider hab ich keine vorher Bilder aber hier die Ergebnisse:IMG_20200504_195221.jpg

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    Das war der Versuch altes Oxal und mehrere Stunden unbeaufsichtigt in der Säure, ich denke es kann sich einigermaßen sehen lassen.

  • Hallo, ja mit den Löchern das hat ich vergessen zu erwähnen, ist mir auch schon oft passiert wenn die innen so verkrustet sind. Mit rostumwandler hab ich noch keine Erfahrung gemacht. Was möchtest du den mit dem Helm machen, möchtest du ihn nur hinstellen oder? Da würd ich überlegen ob ich den Rost innen nicht doch lieber lasse weil der meistens die Konsistenz nur noch zusammen hält. An Farbe kommt auch nichts mehr zum vorschein, daher würde ich ihn gegeben falls für 1 2 Tage in Diesel legen und ab und zu abbürsten (löst weitere Verschmutzungen etc.)dann Trocknen und mit zb. Waffen Öl konservieren. Nach einen viertel halben Jahr gucken ob er noch leicht ölig ist ansonsten mit einer leicht schicht Vaseline noch mal nach bearbeiten(frischt die vorhandene Farbe ein wenig auf). Eventuell hat jemand ein anderen Vorschlag aber ich würde es so probieren. Gruß

    Hallo !


    bitte entschuldige meine zeitverzögerte Antwort! Ich möchte den Helm möglichst im aktuellen Zustand bewahren und vor dem Verrosten bewahren. Ich über noch den Rest-Rost mit dem Dremel zu entfernen und dann den Helm mit Feinmechaniker-Öl zu konservieren (vorher in Backpulver einlegen zum neutralisieren der Oxalsäure). Vaseline ist auch eine gute Idee zum auffrischen der Farben!

  • Das ist ja unglaublich, dass da keine gelben Flecken entstanden sind ... ich verstehe das nicht. Ich habe mind. 6 Oxalbäder angemischt und trotzdem gelbe Flecken und Deine Helme sehen einfach nur klasse aus nach 32 h im Oxalbad ... der Hammer!

    Hast Du sie danach mit Waffenöl behandelt?

    Für was ist denn das Bad in Diesel gut? auch zum konservieren?


    Viele Grüße7


    Jochen

  • Du musst nur gut bürsten da gehen die Flecken weg, das oxal war eine Woche alt. Diesel ist zum reinigen und Konservieren gut. Es reinigt starke Verschmutzungen und ölt zugleich. Natürlich musst du danach noch mal mit balistol einsprühen und wirken lassen.

  • Habe die Helme danach noch mal im Wasser abgebürstet und dann mit balistol eingesprüht, das ziehen lassen (ca. 1 Tag) dann ab getrieben und fertig.

  • Also ich finde die Säure ständig zu wechseln ist sinnlos (siehe Helme) und die oxal Flecken bekommt man auch ganz gut weg.

  • Das ist ja unglaublich, dass da keine gelben Flecken entstanden sind ... ich verstehe das nicht. Ich habe mind. 6 Oxalbäder angemischt und trotzdem gelbe Flecken und Deine Helme sehen einfach nur klasse aus nach 32 h im Oxalbad ... der Hammer!

    Bei mir waren genauso gelbe Flecken nur die sind mit abbürsten ganz gut weggegangen(habe auch schleiffließ benutzt) aber das hat schön den Rost weg genommen. Zum konservieren empfehle ich balistol, schön einsprühen und einen Tag wirken lassen, danach mit einem Lappen abreiben und fertig. Das diesel zwischen durch musst du nicht machen aber das nimmt noch ein wenig Dreck und ölt zu gleich, wie schon geschrieben.