Das Besitzzeugnis zum Krimschild der 170. Infanterie-Division - Unstimmigkeiten bei Vordrucken

  • Dokumenten-Sammler kennen die dekorativen Besitzzeugnisse zum Krimschild. Viele Einheiten hatten ihre eigenen Schmuck-Vordrucke, so auch die 170. Infanterie-Division. Das Format ist DIN A5.

    Im Anhang findet ihr eine kleine Auswahl von 10 Exemplare aus meiner Sammlung. Alle sind beim Oberkomando der 11. Armee ausgestellt, Ortsangabe und Datum sind gestempelt, ebenso die Faksimile-Unterschrift von Generalfeldmarschall Erich von Manstein.


    Insgesamt habe ich 32 Besitzzeugnisse untersucht, die große Mehrheit von 29 war in dieser Form ausgestellt, lediglich bei 3 Urkunden waren Ort und Datum mit Schreibmaschine eingetragen.


    Bei Interesse findet ihr die vollständigen Urkunden-Nachlässe in meinem Sammlungs-Thema:

    Kleine Dokumenten-Sammlung 170. Infanterie-Division, speziell Infanterie-Regiment 399

  • In letzter Zeit sind mir 2 Urkunden aufgefallen, die etwas vom Standard-Vordruck abweichen. Ich habe die Bilder zu Vergleichszwecken heran gezogen, ich hoffe, das ist in Ordnung. Eines der beiden Besitzzeugnisse wurde hier im MFF vorgestellt:

    Urkunde Krimschild zur Bestimmung


    Bei genauer Betrachtung fallen einige Unterschiede auf:

    (1) die Maße weichen offensichtlich vom bekannten Vordruck ab, ich habe mittels Photoshop die verschiedenen Dokumente übereinander gelegt und das Format als Rahmen eingetragen.

    Evtl. hat jemand so eine Urkunde vorliegen und kann mal das Format abmessen. Sie sollte größer als A5 sein, sonst würden sämtliche Proportionen nicht mehr stimmen! Ich vermute daher eher ein Format wie bei der Infanterie-Sturmabzeichen-Urkunde!


    (2) Die Darstellung des Krimschildes weicht ebenfalls erheblich vom Standard-Vordruck ab! Während man normalerweise die Rasterung deutlich sehen konnte, sieht die bildliche Darstellung bei diesem Vordruck reproduziert aus, bei der üblicherweise aus technischen Gründen die Rasterung weg fällt.

    Eine detaillierte Gegenüberstellung hänge ich mit an.


    (3) Ort und Datum wurden mit Maschine ausgefüllt, was relativ selten ist. Der 15.2.1943 als Ausstellungsdatum stimmt!


    (4) Beim Stempel des Armee-Oberkommando 11 fehlt unten der Stern im Stempelbild.

    Auch hier habe ich eine detaillierte Gegenüberstellung angelegt.

  • Bei meinen Recherchen bin ich auf weitere Besitzzeugnisse gestoßen, die einige Fragen aufwerfen. Ich hoffe, auch hier sind die Bilder für Vergleichszwecke erlaubt.


    Das erste Exemplar weicht erheblich ab:

    (1) die Maße stimmen auch hier nicht mit dem bekannten Vordruck überein, ich habe abermals mittels Photoshop die verschiedenen Dokumente übereinander gelegt und das Format als Rahmen eingetragen.


    (2) Die Darstellung des Krimschildes ist eine andere als beim Standard-Vordruck! Die bildliche Darstellung sieht auch bei dieser Variante reproduziert und bearbeitet aus, die übliche Rasterung ist vollständig weg retuschiert!.


    (3) Sämtliche Stempel wirken grob und "matschig", das Ausstellungsdatum ist falsch!


    (4) Statt des Stempels vom Armee-Oberkommando 11 haben wir hier einen vom Stab der 170. ID, diese war für die Verleihung aber eigentich nicht zuständig. Auch dieser Stempel wirkt sehr grob.


    Zu allem Überfluß wurde als Einheit des Beliehenen das "Gr. Regt. 39" angegeben, die Schreibweise ist unüblich, ein Grenadier-Regiment 39 gab es nicht, das IR 39 wurde zum Füsilier-Regiment 39 und war nie auf der Krim. Offensichtlich wurde eine "1" oder "9" vergessen.


    Die Summe der Ungereimtheiten läßt mich sehr an der Originalität zweifeln...


    Ein weiteres Besitzzeugnis ähnelt sehr dem voran gegangenen, die Darstellung des Krimschildes ist markant.

    Allerdings bleiben hier mehrere Fragen offen. Während die Faksimile-Unterschrift stimmig aussieht, findet man auch hier den Stempel vom Stab der 170. ID, allerdings wesentlich besser abgeschlagen. Dafür findet sich auch hier ein anderes Verleihungsdatum, da die Urkunde für einen Angehörigen des Werferregiment 1 ausgestellt ist, können Abweichungen durchaus denkbar sein. Wer weiß mehr?

  • Hier mal ein guter Scan einer Originalurkunde.


    Für jeden ist der Unterschied deutlich zu erkennen und dies nicht nur in der Art der Rasterung, sondern bereits am

    unteren Rand. Diese ist rechts unten eher ausgefranst.

    Dazu habe ich noch ein Foto des Abstandes zu den Seitenlinien angehängt.


    Hoffe dies hilft zur Klärung ein wenig.

    Dateien

    • Krim1.jpg

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    • Krim2.jpg

      (193,25 kB, 22 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Danke Dir für Deinen Beitrag! Genauso sollen sie aussehen. Je nach Scan kann es halt "vermatschen", daher wollte ich nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, zumal ich noch keine der abweichenden Urkunden in meinen Händen hatte.

    Ich befürchte, daß so manch einer falsche 170er Krim-Urkunden in seiner Sammlung hat.

    Die von Dir gezeigten Scans sind von einer Urkunde aus Deinem Besitz?

  • Nein, die Urkunde gehörte zu einem Nachlaß und mit dem hat sie mich wieder verlassen.


    Um aber Original/Kopie sicher zu unterscheiden, habe ich einen Scan davon angefertigt. Kann ich jedem Sammler

    nur empfehlen. Das spart dann doch erheblich Nerven und Geld.