Kleiner Trauriger Nachlass eines Oberjägers...

  • Oberjäger Schröder wurde am 21.05.1941 beim Angriff auf Heraklion im Bereich zwischen der Kalokairinou und Psaromiligon Street im Gefecht gegen Gendarmerie und reguläre griechische Soldaten getötet. Nach jetzigem Erkenntisstand im Nahkampf mit den Truppen von Major Michael Tzoulakis, der mit dem Revolver den Angriff auf die 10. Kompanie FJR 1 führte und möglicherweise Schröder erschoss, da beide nah beieinander liegend aufgefunden wurden. Schröder wird dabei als von großer Gestalt beschrieben und konnte beim Rückzug der Fallschirmjäger nicht mitgenommen werden.

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  • Da auch ich mit meinen Kommentar angesprochen wurde, hier meine Positionierung, denn ich stehe nach wie vor zu meiner Aussage:


    Auch für mich eine interessanter Nachlass den ich mir gerne in die Sammlung legen würde - Wo ist das Problem ? Fallschirmjäger Nachlässe sind nunmal besondere Nachlässe, und wenn der Jäger über Kreta abgesprungen ist wertet das die Papiere nur auf. Das hat doch mit dem traurigen Schicksal des jungen Mannes überhaupt nichts zu tun.


    Hier wird wieder einmal gezeigt, dass auch nicht hoch dekorierte Konvolute die Sammlerschaft begeistern - Dazu brauche ich wohl nichts weiter zu schreiben. Es muss nicht immer ein RK oder DK Nachlass sein. Die kleineren Nachlässe der einfachen Soldaten sind mitunter wichtiger als die Superkonvolute, da der Frontsoldat in der HKL die eigentliche Last des Krieges zu tragen hatte.


    Zur Kritik von reibert: Im Prinzip gebe ich dir im Grundgedanken recht. Es werden oft, ohne groß zu überlegen, Kommentare abgegeben. Dies allerdings als hirnlos zu bezeichnen ist aus meiner Sicht ziemlich heftig. Jeder der hier regelmäßig mitliest weiß das zu deuten, wenn man schreibt "schöner Nachlass" - dann ist das kein empathieloser Mensch, dem das Schicksal gefallener Soldaten egal ist, sondern ein Sammler der sich für sein Hobby begeistert.


    Das sich beim Thema Krieg / Militaria oft tiefe menschliche Abgründe auftun sollte man wissen, wenn man sich mit dem Thematik beschäftigt. Nicht umsonst stehe ich ebenfalls zur Aussage " Krieg gehört ins Museum". Wem die Problematik aber,verständlicherweise, zu hart ist sollte sich ein anderes Hobby zulegen. Krieg und Tod ist nichts schönes. Aber das Vergessen ist noch schlimmer, all das menschliche Leid wäre umsonst. Ich weiß von was ich schreibe, Soldatentod gab es auch in meiner Familie. Die Familie meiner Frau hat dazu noch ihre Heimat verloren.

  • Wem die Problematik aber,verständlicherweise, zu hart ist sollte sich ein anderes Hobby zulegen.

    Dem stimme ich voll und ganz zu! :thumbup:

    Es dürfte hier jeder wissen, was er sammelt und in welchem Kontext die Sachen zu sehen sind.


    Viele hier besitzen Dolche und Gewehre, mit denen sicherlich schon zigfach getötet wurde ....

    Panzer- und Flugzeugteile, in denen gestorben wurde ...

    Haben Fotos von Gefallenen oder deren Sterbebildchen sauber einsortiert im Album ...

    Und wer weiß schon, wie viele Uniformen in Sammlungen hängen, die mal ein Toter getragen hat ...

    Helme in der Vitrine, unter denen gestorben wurde ...


    Das könnte man jetzt endlos so weiterführen ...


    Aber muss man in meinen Augen nicht, da jeder wissen sollte, was er sammelt ... in erster Linie nämlich Geschichte.

    Und die ist nun mal nicht immer nur positiv!


    Wem das aufs zarte Gemüt schlägt, der ist hier falsch und sollte lieber rosa Einhörner sammeln. ;-)

    __________________


    "In der Mitte die Straße, außen der Schnee und um uns herum die Rote Armee."
    (Ostmedaille)


  • ... Ich weiß von was ich schreibe, Soldatentod gab es auch in meiner Familie. Die Familie meiner Frau hat dazu noch ihre Heimat verloren. ...

    In meiner Familie ebenso, väterlicherseits, als auch, mütterlicherseits.


    Meine Großmutter väterlicherseits wurde von den Amerikanern mit zwei kleinen Kindern aus ihrem Hause gejagt während ihr Mann als PG in einem, französischen, Kohlebergwerk schuften mußte wo er sich den Lungenkrebs geholt hat.


    Meine Großmutter mütterlicherseits flüchtete mit mehreren Kindern und ihren beiden Schwestern aus Litzmannstadt vor den Russen bis nach Bayern, (fast Alles zu Fuß mit einem Leiterwagen).

    Auf dem Wege erlebten sie auch noch die Bombenangriffe auf Dresden, bei welchem eine der Schwestern meiner Oma zwei Tage lang verschüttet war und die Anderen auf den Elbwiesen den Angriffen ausgesetzt waren und mein Großvater seit ´43 an der Ostfront stand und dann auch noch in Leningrad als Plenny schuften durfte ...

    Zuvor wurde die gesamte Familie aus Riga "heim in´s Reich", (ein Teil davon eben nach Litzmannstadt), geholt und sie zerstreuten sich im, und, nach dem Kriege in alle Winde ...


    Meine Großeltern mütterlicherseits und eine der Schwestern meiner Oma wurden sehr, sehr, alt und sie haben mir Vieles erzählt, was sie so erleben, und, durchmachen mußten.


    Nur mal so am Rande:

    Ja, ich sammle Kampfmesser und Grabendolche und ich bin mir auch durchaus dessen bewußt daß, u.U., damit getötet, und/oder verletzt worden ist, aber, ich habe niemals vergessen den Frontkämpfern, als auch den Zivilisten welche Vieles durchleben mußten meine Anerkennung, und, meinen Respekt zu zollen.


    Vielen Zeitgenossen scheint´s, heutzutage, aber leider an Anstand und Respekt zu mangeln ...

    Und, nein, ich habe kein "Zartes Gemüt", ich habe selber schon so Einiges gesehen, keine Bange !

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  • Also ich bleibe bei meiner Aussage Das der Nachlass für mich interessant ist, glaube das sich jeder dessen Schicksal bewusst ist und wenn ich nun so von reibert als Sammler eingestuft werde, ist das auch für mich in Ordnung ist schließlich seine Meinung.


    P.s nur so am Rande, in meiner Familie wurde mein Onkel mit 9 Jahren abgeholt im Rahmen des Euthanasie Programms und in Österreich ermordet voher aber noch ein paar versuche in einer Heilanstalt gemacht. Als ich vor drei Jahren unseren Bürgermeister und den Geschichtsverein dies bezüglich kontaktiert habe, war die kurze Antwort man sollte die Geschichte ruhen lassen nur so am Rande.

    Grüße Jörg

  • Und, nein, ich habe kein "Zartes Gemüt", ich habe selber schon so Einiges gesehen, keine Bange !

    Meine Aussage war jetzt auch nicht auf dich bezogen ... daher nicht falsch verstehen.

    Das war ganz allgemein gehalten von mir ... ;-)


    Und das man den damaligen Soldaten den größten Respekt zollen sollte und auch MUSS, da bin ich ganz bei dir.

    Ich mag es nur nicht, wenn heutzutage jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird und man dreimal überlegen muss, was man bei dem heutigen empfindlichen Zeitgeist noch sagen darf und was nicht.

    Das nervt mich ganz gewaltig !!! :cursing:


    Und auch das was der Kompaniechef geschrieben hat, sollte man sich mal aus seiner Sicht ansehen und nicht durch die rosa-rote Brille von heute.

    Dieser Mann hat vielleicht selbst nur ein paar Stunden, bevor er das geschrieben hat, noch in der größten Sauerei mitten drin gestanden.

    Wer weiß denn von uns, was dieser Kompanie-Chef schon alles erlebt hat?!?

    Wenn man das alles Tag für Tag mitmacht, dann stumpft man ab und schreibt eben in einem etwas anderen Ton, als jemand, der zu Hause sitzt und Federn in die Luft bläst.

    So sehe ich das jedenfalls ... ;)

    __________________


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    (Ostmedaille)


  • Und auch das was der Kompaniechef geschrieben hat, sollte man sich mal aus seiner Sicht ansehen und nicht durch die rosa-rote Brille von heute.

    Dieser Mann hat vielleicht selbst nur ein paar Stunden, bevor er das geschrieben hat, noch in der größten Sauerei mitten drin gestanden.

    Wer weiß denn von uns, was dieser Kompanie-Chef schon alles erlebt hat?!?

    Wenn man das alles Tag für Tag mitmacht, dann stumpft man ab und schreibt eben in einem etwas anderen Ton, als jemand, der zu Hause sitzt und Federn in die Luft bläst.

    So sehe ich das jedenfalls ... ;)

    Wenn ich das richtig sehe, handelt es sich um Reinhard Egger, der für den Einsatz, den Sturm auf Iraklion, bei dem Heinrich Schröder starb, das Ritterkreuz bekommen hat. Und später noch das Eichenlaub. Also jemand, der vermutlich schon aus besonderem Holz geschnitzt war, dafür aber vielleicht kein feinfühliger Schreiber war.

  • Meint ihr wirklich das der Kompaniechef das selbst geschrieben hat? Wozu hatten die ne Schreibstube?


    Ich meine mich erinnern zu können, mal eine Doku gesehen zu haben, wo ein ehem. Hauptmann gesagt hat, das er die Briefe auf der Schreibstube nur zur Unterschrift vorgelegt bekommen hat.


    Gruß

    Marco

  • Hier noch die Gewünschten Bilder zu dem Pass, interessant finde ich den Eintrag mit Luftwaffenbaukompanie...


    Grüße Dominic

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    Pzjg.Abt.178,Gr.werf.Bat.5, Sturmge.Abt.189,Flak-Abt.293
    Und: „Leibstandarte SS Adolf Hitler“

  • Bilder..

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    Für nicht Supporter: sharant@web.de

  • Diesen Worten ist nichts hinzu zufügen! Sehe ich genauso! Auch meine Worte galten dem Sammelobjekt mit seiner geschichltlichen Seltenheit des Themenschreibers! Sammlerkollegen als Empathielos dazustellen finde ich schon etwas frech. So gut kennt mich der Kollege reibert denke ich nicht um einschätzen zu können in wie fern ich mich mit der schrecklichen Thematik des Krieges auseinader gesetzt habe! Denke schon das ich die vielen millionen traurigen Schicksale vernünftig ein ordnen kann. Mit meinem Kommentar wollte ich den Themenersteller wie viele andere auch NUR zu seinem seltenen Fang gratulieren der natürlich wie jeder Mensch mit normalen Verstand gut ein ordnen kann ein trauriges Schicksal birgt. Nichts desto trotz hat der Oberjäger bei einer sehr interessanten Einheit gedient und ist wie viele viel zu früh gefallen.

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  • Hallo zusammen,

    eine Frage habe ich zum Eintrag,daß der Mann am 20.5. gefallen ist:

    Ich lese da Hiraklion.

    Sollte es nicht Heraklion heißen oder Iraklion?

    Oder hat der Oblt nur einen Flüchtigkeitsfehler beim eintragen begangen,oder wurde das damals so geschrieben?


    Schönen Gruß

    Ralf

  • Ich verstehe Reibert und sowohl auch die anderen, die Sichtweisen sind verschieden.

    Zum Schreiben muss man ganz klar sagen dass es sehr häufig vorkam dass hier nach zig solcher Schreiben einfach (so hart es klingen mag) das Gewisse Feingefühl abhanden gekommen ist da es ja fast zur Routine wurde (wenn man es so nennen darf).

    Natürlich stehen für uns Sammler die Exponate im Vordergrund und viele machen sich vielleicht zu wenige Gedanken über die geschichten und Schicksale aber es ist wie es ist.

    Mfg Peter

  • Noch kurz eine Frage bezüglich der Grablage des Gefallenen, ist er wirklich in Maleme auf dem heldenfriedhof begraben??

    Ich frage deswegen da ich von dort Fotos von JEDEM grabmal gemacht habe und ich konnte nur einen Franz Schröder finden.

    Mfg Peter

  • Noch kurz eine Frage bezüglich der Grablage des Gefallenen, ist er wirklich in Maleme auf dem heldenfriedhof begraben??

    Ich frage deswegen da ich von dort Fotos von JEDEM grabmal gemacht habe und ich konnte nur einen Franz Schröder finden.

    Mfg Peter

    Laut dieser Liste ist er dort bestattet in Block 1:


    http://www.denkmalprojekt.org/…me_kreta_frdh_block_1.htm


    Auf den Metallplatten stehen meines Wissens nach die Vermissten, bzw. die, die nicht geborgen werden konnten.