Eine PPK der Polizei der 1930er Jahre

  • Hallo


    Ich habe eine Walther PPK #857744 von 1935 Vintage. Die Markierung am Griffstück ist "ST.P.V. GOSLAR", aber mit dem Buchstaben "K". Mit dabei war ein leder Akah/Anuschat Tasche markiert für Hauptmann d. SchP Rauscher. Die Kennzeichnung zeigt die Stadt Polizei Verwaltung Goslar an. Nach Angaben des Goslar-Archivs war Rauscher der Kommandeur der örtlichen Schutzpolizei.

    Goslar PPK1.JPG  Goslar PPK holster 2.JPGpix198838684.jpg


    Ich denke, vielleicht bedeutet der Buchstabe K Kommandeur?


    Zufällig finde ich durch die Suchfunktion im Forum Blanewaffen bis 1918 einen Säbel mit identischer Kennzeichnung.


    DSC08562.JPG


    Sorgenkind preussen Säbel Goslar bestempelt

    Es ist auch für die Gemeindepolizei.

    Gruß


    Joe


    "Das Sammeln dieser Sache ist eine fortsetzende Erziehung."

  • Leider gibt es nach einer bestimmten Zeit keine Bearbeitungsfunktion mehr, sodass ich meinen ersten Beitrag ändern kann.


    Beachten Sie, dass das Holster, die Pistole und beide Magazine mit dem Buchstaben K gekennzeichnet sind. War dies eine Art Eigentumskennzeichnung der Pistole der Goslar-Polizei? Der bekannte Walther-Forscher Dieter Marschall berichtet

    Ein weiteres PPK # 912711 mit identischen Markierungen außer dem unteren Buchstaben wurde als "J" aufgezeichnet. Also sind die Pistolen mit Buchstaben und die Blanke Waffen mit Zahlen markiert?

    Goslar PPK and magazines.JPG Goslar PPK magazines.JPG


    In einer US-Sammlung wurde ein Polizeibajonett mit identischen Goslar-Markierungen entdeckt, jedoch mit einer Eigenschaftsnummer anstelle eines Eigenschaftsbuchstabens.


    20191024_145241.jpg 20191024_202312.jpg

    Gruß


    Joe


    "Das Sammeln dieser Sache ist eine fortsetzende Erziehung."

  • Ein sehr interessanter Beitrag. Das "K" stellt ein echtes Rätsel dar.

    K für Kommandant halte ich für nicht wahrscheinlich. Eine Lösung hätte ich nicht anzubieten. Ich würde aber eher von einer Abteilung der Polizei oder einem Ortsteil von Goslar ausgehen. Die Markierung mit Buchstaben anstatt mit Nummer ist bei Waffen mit Herstellungsnummer nicht logisch.

    Sammelschwerpunkt Pistolen der deutschen Truppen im II. WK mit Zubehör und Dokumente.


    Militärische Dienstuhren deutsch aus dem II. WK.


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  • Danke für deinen Kommentar. Es scheint, dass Mitglieder meine Beiträge selten lesen und nur sehr wenige Male antworten. Ich nehme an, es ist meine deutsche Schrift.


    Die Stadt Goslar hatte keine große Bevölkerung. 1932 war es 21229 und 1937 22987. Ortsteil in einer so kleinen Stadt? Nein. Und das Polizeiverordnung vom 25.10.1935 sah eine maximale Anzahl von Polizisten für solche kleinen Städte vor. 1937 hätte Goslar maximal 28 Polizisten zugelassen. Warum sollte die Stadtverwaltung natürlich das Maximum ausgeben? Ich glaube, die Polizei war 26 oder weniger. Und sie nummerierten die Schusswaffen mit Buchstaben. Wir wissen, dass die Polizei Blanke Waffen mit Zahlen inventarisiert hat. Warum waren die beiden bekannten Pistolen nicht mit Zahlen gekennzeichnet? Und mein Holster, meine Pistole und beide Magazine sind mit dem Buchstaben K gekennzeichnet. Zeitschriften waren normalerweise mit der Waffe gekennzeichnet, nicht mit einer Einheit oder einem Teil der Stadt.


    Nein, ich denke, es ist völlig logisch für eine kleine Polizei, das Inventar der Pistolen von ihren Blanke-Waffen zu trennen.

    Gruß


    Joe


    "Das Sammeln dieser Sache ist eine fortsetzende Erziehung."

  • Danke für deinen Kommentar. Es scheint, dass Mitglieder meine Beiträge selten lesen und nur sehr wenige Male antworten. Ich nehme an, es ist meine deutsche Schrift.

    Nein, ich nehme an, es antworten selten Mitglieder, weil Deine Fragen meistens sehr speziell sind (was positiv gemeint ist).

    Das ist schon Recherche auf einem sehr hohen Niveau.

    Es weiss halt niemand eine Antwort.

  • Interessant finde ich auch diesen "Mix" bei der Polizei in Goslar.

    Die beiden PPK wären nach der Theorie mit J und K nahe beieinander, die Seriennummern liegen aber recht weit auseinander, was eine zeitlich deutlich versetzte Beschaffung nahelegt.

    Die beiden bekannten Blankwaffen sehen aus wie Privatstücke und nicht wie dienstlich beschaffte Gebrauchswaffen.

  • Vielen Dank für Ihre Antwort. Du hast Recht. Meine Beiträge sind normalerweise sehr spezifisch.


    Die PPKs und alle anderen Pistolen würden von der Stadtverwaltung für ihre Polizei privat gekauft. Ebenso die Blanke Waffen. Das Schwert könnte etwas alt sein, aber das Polizeibajonett ist ein Standardmodell 1929 für die Gemeindepolizei. Kein privater Gegenstand, aber offiziell beschafft.

    Gruß


    Joe


    "Das Sammeln dieser Sache ist eine fortsetzende Erziehung."

  • Die Bilder sind leider sehr schlecht und sehr klein. Ist das K auf den Magazinen in der gleichen Größe und gleichen Schriftart wie auf der Waffe selbst?


    Zuerst grundsätzlich festgehalten: das K am Griffstück sieht gleich groß aus wie das der Beschriftung oberhalb, zudem es augenscheinlich die gleiche Schriftart ist. Das würde einen Zusammenhang bestätigen. Ob sich die Bedeutung eines einzelnen Buchstaben nach so vielen Jahrzehnten noch beantworten lässt, ist allerdings schwierig bis eventuell sogar unmöglich.

  • Nein, ich nehme an, es antworten selten Mitglieder, weil Deine Fragen meistens sehr speziell sind (was positiv gemeint ist).

    Das ist schon Recherche auf einem sehr hohen Niveau.

    Es weiss halt niemand eine Antwort.

    Hallo Joe!


    da muss ich DWM leider recht geben.


    Gruß Günter

  • Hallo Joe!


    da muss ich DWM leider recht geben.


    Gruß Günter

    Danke Gunter.


    "Es weiss halt niemand eine Antwort."? Vielleicht nicht.


    Aber wir können die logischste Antwort finden. Wir wissen, dass die Polizei von Goslar Waffen inventarisiert hat. Wir sehen das Schwert und die Polizei Seitengewehr mit Inventarnummern. Also würden sie ihre Pistolen inventarisieren. Aber keine Zahlen, nur Buchstaben. Mit vielleicht zwei Dutzend Polizisten ist die Stadt zu klein, um Abteilungen oder Bezirke zu haben. Die Pistole, das Holster und zwei Magazine sind mit dem gleichen Buchstaben gekennzeichnet. Und eine andere Goslar-Pistole ist mit dem Buchstaben J gekennzeichnet. Kleinstädte kaufen vertraglich keine Pistolenmengen. Artikel werden bei Bedarf gekauft. Also zwei Pistolen weit voneinander entfernt, aber Buchstaben zu folgen ist nicht ungewöhnlich. Dies ist nur meine Argumentation. Vielen Dank.

    Gruß


    Joe


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  • Die Bilder sind leider sehr schlecht und sehr klein. Ist das K auf den Magazinen in der gleichen Größe und gleichen Schriftart wie auf der Waffe selbst?


    Zuerst grundsätzlich festgehalten: das K am Griffstück sieht gleich groß aus wie das der Beschriftung oberhalb, zudem es augenscheinlich die gleiche Schriftart ist. Das würde einen Zusammenhang bestätigen. Ob sich die Bedeutung eines einzelnen Buchstaben nach so vielen Jahrzehnten noch beantworten lässt, ist allerdings schwierig bis eventuell sogar unmöglich.

    Ja, die Bilder sind leider sehr schlecht. Hier ist ein besseres Phofo zum Vergleich. Der Buchstabe K ist auf der Pistole und den beiden Magazinen gleich. Der gleiche Größe und gleiche Schriftart. Beachten Sie, dass die Magazine unten gestempelt wurden, um die Feder nicht zu beeinträchtigen. Kleinstädte kaufen vertraglich keine Pistolenmengen. Artikel werden bei Bedarf gekauft. Also zwei Pistolen weit voneinander entfernt, aber Buchstaben zu folgen ist nicht ungewöhnlich. IMO.


    GOSLAR kkk.JPG

    Gruß


    Joe


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  • Bei einer Registrierung nach Buchstaben hätte man für eine Kleinstadt auch zu viele Pistolen gehabt.

    Oder sollte man alphabetisch nicht bei A sondern erst z.B. bei D angefangen haben? Dies halte ich für nicht wahrscheinlich. Zufällig gab es aber Ortsteile mit J und K. Auch der Punkt hinter dem Buchstaben weist für mich auf eine Abkürzung hin. Vielleicht befanden sich Pistolen in kleinen Wachen in den Ortsteilen?

    Sammelschwerpunkt Pistolen der deutschen Truppen im II. WK mit Zubehör und Dokumente.


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  • Sind denn andere PPK mit dieser Stempelung bekannt, und wenn ja haben diese den gleichen Buchstaben, keinen Buchstaben oder einen anderen Buchstaben gestempelt?

  • Interessante Antwort.


    1. Ja, eine kleine Stadt hat nicht viele Polizisten. Aber nicht alle müssen mit Pistolen bewaffnet sein. Gewehre wurden vielleicht auch mit Buchstaben inventarisiert. Sechsundzwanzig Buchstaben im Alphabet, aber nicht alle müssen verwendet werden. Buchstaben für Schusswaffen und Nummern für Blanke Waffen.


    2. Die kleine Stadt Goslar hatte Bezirke mit den Buchstaben J und K? Aber nur ein Polizeibüro.


    3. Die Nummer auf dem Schwert hat auch einen Punkt. Keine Abkürzung da.

    Gruß


    Joe


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  • Könnte das K für "Kriminalpolizei" stehen?


    Pumpanski

    Nein. Das Kriminalpolizei-Büro war ein separates Büro unter der Kontrolle der SS / Sicherheitspolizei, nicht der Stadt Goslar. Die Pistole war Eigentum der Polizei von Goslar.

    Gruß


    Joe


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  • Hallo .

    K =

    Gewehr- Prüfungs- Kommission Spandau ?

    Gruss Lars

    Vielen Dank, aber dies ist eine kommerzielle Pistole, die von der Stadt Goslar gekauft wurde. Keine militärische Waffe.

    Gruß


    Joe


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  • Sind denn andere PPK mit dieser Stempelung bekannt, und wenn ja haben diese den gleichen Buchstaben, keinen Buchstaben oder einen anderen Buchstaben gestempelt?

    Ja, während ich zuerst schreibe, wird eine spätere PPK mit dem Buchstaben J gemeldet.

    Gruß


    Joe


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  • Ich genieße die Diskussion über meine Pistole. Ich schätze die Meinungen aller Mitglieder. Das Teilen von Wissen und Meinungen ist die Bedeutung des Sammelns. Vielen Dank.

    Gruß


    Joe


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