Pickelhaube - Projekt Lazarus

  • 2. Schirme wieder annähen


    Nachdem der Korpus gereinigt und in Form gebracht war, habe ich einige Tage gewartet, bis sie trocken war und habe dann den Vorder- und den Hinterschirm wieder angenäht.


    Ich habe dazu erst die Garnreste entfernt und die Löcher nachgestochen.


    Hier hilft es mE ungemein, wenn man den Schirm vor dem Annähen mit T-Nadeln am Korpus fixiert, so ca. alle 2 cm.


    Man braucht hier gutes Licht, um die alten Löcher wieder zu treffen.

  • 3. Lackieren


    Bei meiner Haube war kaum mehr Schellack vorhanden, also habe ich mich entschlossen, sie neu zu lackieren. Das sollte mE allerdings die ultima ratio sein, wenn wirklich kaum mehr Schellack dran ist.


    Dazu habe ich die vorhandenen Reste abgeschliffen, um einen ebene Fläche zu haben:


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    Lackiert habe ich sie mit dem Pinsel unter Verwendung folgenden Produkts:


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    Natürlich ist es ja wohl so, dass damals dem Schellack auch andere « Zutaten » beigefügt worden sind (zB Russ, meine ich). Ich habe es allerdings beim obigen Schellack pur belassen, da ich der Meinung war, dass das Ergebnis nach 5 Schichten ansprechend war.

  • Vielen Dank für die detaillierte Beschreibung mit Bildern. Ich bin absolut beeindruckt was Du aus der Ruine gemacht hast. Irgendwann wage ich mich auch mal an Leder ran. Momentan ist erstmal noch Stahl angesagt...da kenne ich mich wenigstens aus. Eine Pickelhaube steht noch ganz oben auf meiner Wunschliste.

    Mfg Michi

    suche alles Stabszahlmeister Johann Kestel und seinen Bruder Baptist Kestel betreffend

  • Wir haben doch das Rezept für den schwarzen Miliärlack nun:

    Saubere Arbeit!

    1. Buch: Gemeinnütziges Rezept-Archiv, oder: 800 entschleierte Geheimnisse... - Erscheinungsjahr: 1845, Autor: Friedrich Stobäus - Seite 8

    Link Buch 1

    In einem 1/2 Maas gutem Weingeist werden 4 Loth Schellack und 1 Loth venezianischer Terpentin aufgelöst und nach völliger Lösung, soviel als nötig ist, gebrannter Kinnruß zugesetzt.

    2. Buch: Technisch-Chemisches Rezept-Taschenbuch - Erscheinungsjahr: 1862, Autor: Dr. Emil Winckler - Seite 112

    Link Buch 2

    Man löst bei gelinder Wärme:

    1/2 Pfund gestoßenen Schellack

    3 3/4 Pfund stärkster Spiritus

    setzt alsdann 8 Loth Venetianischer-Terpentin hinzu, reibt andernteils 3 Loth calzinierten Ölruß mit 6 Loth Terpentin an, setzt dann Firnis hinzu und mischt gehörig untereinander.

    3. Buch: Chemisch Technisches-Repertorium - Erscheinungsjahr: 1876, Autor: Dr. Emil Jacobson - Seite 214

    Link Buch 3

    Rezept schwarzer Militärlack besteht aus

    30 Teile Schellack

    2 Mastix

    1 Sandarak

    1 venezianischer Terpentin

    1 Ricinusöl

    145 Weingeist (25%iger)

    gefärbt mit Anilinschwarz (Nigrosin)

    Rasch mit dem Pferde, hart mit dem Schwerte,
    im Sattel feste, beim Becher der Beste,
    den Frauen hold, treu wie Gold,
    Mut in Gefahr, das ist ein Husar


    SUUM CUIQUE das Motto der Leib Garde Husaren (jedem das Seine)
    Experte für Uniformierung vor 1914 speziell die Deutsche Kavallerie
    Für Fragen über mein Spezialgebiet stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!