Stand Deko Waffen nach der neuen Gesetzgebung im September 2020

  • Zur Übersichtlichkeit geht hier das Thema DEKO - WAFFEN nach Inkrafttreten des neuen WaffG weiter.

    Vorherige Beiträge finden sich hier:

    aktueller Stand Deko Waffen

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  • Moin zusammen,


    iich bringe meinen Fall noch einmal kurz in Erinnerung, der mir von dem einen oder anderen Foristi Hohn und Spott eingebracht hat (welchen ich aber gern auf mich nehme).


    Im August 2020 habe ich meine im Jahr 2020 gekauften MG53- und PPS43-Teilesätze sowie einen nachgekauften MG53 Dekoverschluss, einen PPS43 Deko-Verschluss und Deko-Rohr sowie eine MG53 Gurttrommel mit Deko-Gurt kompromisslos zunächst bei der lokalen Waffenbehörde und anschließend beim BKA angemeldet, umeine Ausnahmegenehmigung dazu erhalten.

    Dieses Verfahren steht nun kurz vor dem Abschluss. Ich habe nach einigem Mailverkehr und einem Telefonat heute folgende Auskunft bekommen:


    Um die Teilesätze und das 35-Schuss Magazin behalten zu dürfen, muss ich einen Waffenschrank- oder Tresor anschaffen, der mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 (Stand Mai 1997. Oktober 2002, Februar 2006, Januar 2010 oder , Juli 2012 oder Juli 2019)3 entspricht und bei dem das Gewicht des Behältnisses 200 Kilogramm unterschreitet). Wenn ich die Anschaffung nachweise, brauche ich weder den MG53- noch den PPS43 Teilesatz und das Magazin zu verändern. Eine Ausstellung der Waffen auf einem Ständer außerhalb des Schranks ist nicht mehr erlaubt. Damit kann ich leben.

    Es ist noch keine Entscheidung gefallen, wie mit Deko-Verschluss und Deko-Rohr umgegangen wird. Wichtig ist, dass meine Teilesatz nicht zu einem EU-Teilesatz umgebaut werden müssen. Weiterhin erhielt ist die Auskunft, dass mein Antrag nach dem Recht des "Altbesitzes" behandelt wird und deshalb kostenfrei bleibt. Es wird jedoch alle drei Jahre meine Zuverlässigkeit überprüft, in dem in verschiedenen Straf- und Zentralregistern geprüft wird, ob ich Scheiße am Stecken habe. Das wird mir alle drei Jahre mit 59,-EUR in Rechnung gestellt.

    Die interessanteste Auskunft war aber, dass bisher nur eine Handvoll Leute so einen Antrag gestellt haben wie ich.


    Alles Schisser!


    Gruß


    Dirk

  • Logisch das niemand so einen Antrag stellt,weil alle anderen ihre Teilesätze zusammen gebaut haben,und diese somit nicht meldepflichtig sind und auch keiner Aufbewahrung im Tresor bedürfen.

    Was haben die denn zu der Gurttrommel für das MG gesagt?

    Die müsste eigentlich völlig frei sein.

    Suche Mündungsfeuerdämpfer für Madsen MG 1903

  • Vielen Dank für die Fortsetzung deiner Berichterstattung.

    Der "Kam" schwillt einem trotzdem, wenn man dies liest.:cursing:

    Das "Gute", man läßt dir die Dekowaffen. Schließlich besteht tatsächlich kein Unterschied zu tausenden von Dekowaffen mit Besitz von vor 2017.

    Nur der Schrank der Klasse 1 kostet Geld und Platz. (du meinst 200 KG nicht unterschreitet) und dann noch die regelmäßige Gebühr alle drei Jahre.

    Dies hat der Dekowaffen - Sammler mit seinen Exemplaren von vor 2017 nicht. Wer kann dies jemals kontrollieren?:/

    Klar, für dich ist ein Erfolg, der dir in jedem Falle zu gönnen ist. Auch arbeitest du hier für viele in der gleichen Situation als Vorreiter mit vollem Risiko vor und ebenes den Weg.

    Dafür und für deine Berichterstattung vielen Dank.

    Gruß

    Fridspeed

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  • Die Trommel ist frei und muss nicht angemeldet werden, sagte sie mir.


    "Klar" finde ich gar nichts, denn "mein" Büchsenmacher war sich sicher, dass der Teilesatz (der Begriff ist juristisch gar nicht belegt) zu einer EU-Dekowaffe zusammengebraten werden muss.


    Den Satz Satz mit dem Schrank des Widerstandsgrads 0, der 200 kg unterschreitet, habe ich mit copy und paiste der Mail vom BKA entnommen. Diese Schränke wiegen auch tatsächlich unter 200 kg und kosten in der Regel so ab die 460 EUR frei Haus. Ich frage aber sicherheitshalber noch einmal nach.


    Gruß


    Dirk

  • Den Satz Satz mit dem Schrank des Widerstandsgrads 0, der 200 kg unterschreitet, habe ich mit copy und paiste der Mail vom BKA entnommen. Diese Schränke wiegen auch tatsächlich unter 200 kg und kosten in der Regel so ab die 460 EUR frei Haus. Ich frage aber sicherheitshalber noch einmal nach.


    Gruß


    Dirk

    Ja, tatsächlich.

    Ich war gedanklich beim beim einser. Ohne Kurzwaffen über 5 Stück geht unter 200KG. Wobei die Hersteller das fehelende Gewicht duch genehmigte Verankerungen ausgleichen.

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  • Guten Tag Dirk,


    vielen Dank für deine Informationen. Werden die Dekos in eine WBK eingetragen? Oder wird das nur bei deiner Waffenbehörde vermerkt, dass du die Teile besitzt? Bei einer Eintragung in eine WBK würde die Sache noch teurer werden. Man kann nur darüber den Kopf schütteln, dass bei dir sogar die Zuverlässigkeit alle drei Jahre geprüft wird. Dass es hier noch keine Klagen gegen die Irrationalität und der Unverhältnismäßigkeit gibt, verwundert mich sehr.


    Du solltest dir die Anschaffung eines 0er oder 1er Tresor gut überlegen, denn dir muss bewusst sein, dass dieser wohl ebenfalls in naher Zukunft wertlos werden könnte, siehe A- und B-Tresore. Selbst die 460€ übersteigen schon den Wert eines MG42/53 in meinen Augen.

    Liebe Grüße

    PeaceMaker

  • bei dem ganzen aufwand würd ich das ding lieber auf eu deko umbauen lassen...dann anzeigebescheinigung bei der behörde für 35 euro und gut is...dann brauchst keinen schrank,kannst es an die wand hängen und überprüft wirst alle drei jahre auch nicht!

  • bei dem ganzen aufwand würd ich das ding lieber auf eu deko umbauen lassen...dann anzeigebescheinigung bei der behörde für 35 euro und gut is...dann brauchst keinen schrank,kannst es an die wand hängen und überprüft wirst alle drei jahre auch nicht!

    Sehe ich genauso. Es wird zu deiner Lebzeit im Schrank stehen, und deine Nachkommen dürfen es dann zum verrschrotten bringen, da du es so nicht weitergeben kannst.


    Was den Wert angeht... zuletzt war das MG53 bei Zib für 999€ drin. Zudem, ob und wann man wieder MGs als deko erwerben kann, steht in den Sternen.


    Umbauen, Ausstellen und sich täglich beim Anblick daran erfreuen.

  • Sehe ich genauso. Es wird zu deiner Lebzeit im Schrank stehen, und deine Nachkommen dürfen es dann zum verrschrotten bringen, da du es so nicht weitergeben kannst.


    Was den Wert angeht... zuletzt war das MG53 bei Zib für 999€ drin. Zudem, ob und wann man wieder MGs als deko erwerben kann, steht in den Sternen.


    Umbauen, Ausstellen und sich täglich beim Anblick daran erfreuen.

    :thumbup:

  • Ich warte erstmal den schriflichen Bescheid ab. Das MG habe ich für 399,-EUR gekauft. Wenn ich die beauflagte Ausnahmegenehmigung habe, kann ich es immer noch umbbauen lassen (den Transport zum Büchsenmacher habe ich gleich mitbeantragt).


    Gruß


    Dirk

  • Hätte die Behörden dir es beweisen können das du es nach dem Stichtag gekauft hast ? Wie wolle die Behörden es überhaupt nachweisen wann und wo welches DEKO MG gekauft wurde ? Ich sehe da nicht viele Möglichkeiten

  • Aus div. Stellungnahmen bzw. Urteilen ist zu entnehmen, dass die Behörde im Zweifelsfall DIR das Kaufdatum beweisen muss!


    Bisher war es so, dass eine Kauf- und Deaktivierungsdokumentation gesetzlich nicht vorgeschrieben war (auch wenn fast alle gewerbl. Anbieter diese der Lieferung beigefügt haben - wohl mehr zur eigenen Entlastung...).


    Erst mit der neuen Gestzesvorgabe ist die Dokumentation Bestandteil des Kaufes und somit vorgeschrieben.


    Bei Altbesitz liegt deshalb die Beweisführung des Kaufdatums bei der Behörde - z.B. durch Abgleich der Kontobewegung im justuziellen Verfahren.

    Gleiches, und deshalb immer wieder ein Verfahren entscheidender Punkt, ist der Zeitpunkt der Deaktivierung. Da es zeitlich gesehen verschiedene Deaktivierungsstandarts gegeben hat (siehe zB. WaffG. von 1972 und dessen spätere Erweiterungen) gibt es auch verschieden umfangreiche Bearbeitungen.


    Im obigen Fall ist es relativ einfach: Ein MG von ZIB für € 399,- stammt aus der letzten Ausverkaufszeit vor dem Inkrafttreten der engeren Gesetzgebung und ggf. genügt dieser Kaufbeleg - obwohl wie o.g.: Ein Quittungsbeleg dient hier einfach des Nachweises, eine Vorlage war bislang jedoch nicht verpflichtend!


    Es gibt hier im MFF einige Mitglieder, welche so ein Verfahren bereits hinter sich haben - vielleicht können die meinen Vortrag bestätigen.

  • Das Nachweisen des Kaufs ist einfach. Das BKA muss sich einfach nur ganz stumpf die Käuferliste des größten Dekowaffen-Händlers ausdrucken. Ich will nicht verraten, wie er heißt, nur dass er mit "Z" anfängt und mit "ib-Militaria" aufhört. :D


    Ich hatte mal ein Steuerstrafverfahren am Hals, wegen des Verdachts der Steuerverkürzung von 437,- [!] EUR. Ich hatte die Steuer also schon bezahlt und wollte sie über die Steuererklärung zurückhaben. Letztendlich wurde das Verfahren kostenintensiv mithilfe meines Rechtsanwalts eingestellt, weil er herausstellen konnte, dass Steueruneinigkeit noch kein Steuerbetrug ist. Was ich daraus gelernt habe, ist, dass deutsche Behörden keine Beißhemmung haben und kein Anlass zu gering für einen Streit ist.


    Manni: die Begriffe Deko-Waffe und Teilesätze benutzt das BKA nicht, sondern nur "verbotene Teile nach § ...etc."


    Mit einem Waffenschrank bin ich auf der sicheren Seiten. Ich räume mir einen gewissen Handlungsspielraum ein, wie ich damit umgehe.

  • Ich will nur mal daran erinnern, dass um 2000 die vorher frei verkäuflichen Teilesätze plötzlich (kurzzeitig) nicht mehr erlaubt waren. Händler schrieben damals in ihren DWJ-Anzeigen "Ein vollständiger Besitz aller zu einem Teilesatz gehördenen Teile ist verboten." Da gab es eine große Unsicherheit, ob plötzlich alles Erworbene illegal wäre. Mancher befürchtete, dass sich Behörden die Kundenlisten der Händler holen würden. Nichts dergleichen geschah! Kein Händler musste irgendwelche Listen herausrücken, soweit ich weiß. Zumal auch viele Dinge ohne Quittung direkt auf Waffenbörsen wie in Kassel verkauft wurden, da gab es nie ein Papier. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Behörden nun zu großen Sammlern von Verkaufsbelegen aller möglichen Händler werden, zumal zum Zeitpunkt der Verkäufe nichts Verbotenes getan wurde, also eine Einholung von Unterlagen über solche älteren Vorgänge rechtlich sehr fragwürdig wäre.

  • Ein klarer Vorteil ist auf jeden Fall, dass zum gesamten Altbesitz an Dekos keinerlei Quittungen vorgeschrieben sind. Niemand musste bisher einen Kassenzettel oder eine Rechnung aufheben, und ich kann immer behaupten, das Dekowaffe X nicht auf Rechnung, sondern per persönliche Übergabe auf der Börse in Kassel gekauft wurde. Alle "Zertifikate" aus der Zeit vor der EU-Deaktivierungsrichtlinie sind ohnehin jetzt bedeutungslos.

    Und: Selbst wenn mir eine Behörde per "gefundener" Rechnung irgendeinen Kauf nachweist, kann ich immer sagen, dass diese Dekowaffe längst an einen unbekannten Käufer per Handschlag verkauft wurde, und die bei mir vorliegende Dekowaffe eine gleichartige, aber andere ist. Keine alte Rechnung der großen Händler enthielt jemals eine Seriennummer der Dekowaffe, also sind ohnehin alle alten Kaufbelege kein Beleg dafür, dass genau jene Deokwaffe gekauft wurde und nicht eine gnaz andere. Wenn früher nichts nachgewiesen werden musste, dann kann das auch nicht später zur Pflicht gemacht werden.