Stand Deko Waffen nach der neuen Gesetzgebung im September 2020

  • Hat schon jemand einen Antrag beim BKA für magazine gestellt, von denen er keinen Kaufbeleg hat?

    Ja - ich!


    keine Rede von irgendeinen Kaufbeleg - auch wurde keiner verlangt!

    ... und die Anmeldung beim BKA ist kostenlos - im Gegensatz zu meiner Waffenbehörde!


    Das Formular hierfür findest Du auf der BKA- Internetseite.


    mfG

    Joe

  • Hallo, musst Du die Magazine speziell aufbewahren ?


    Beste Grüße

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    Schirmmütze Offizier Ari

  • Noch eine Anmerkung zu Alt-Deko:


    Ich habe heute bei meinem Telefonat mit dem BKA auch das Thema Alt-Deko angesprochen, da ich selbst zwei alte Deko-Karabiner besitze.

    Ich bekam die Auskunft, dass eine Deko-Waffe ohne Deaktivierungs-Zertifikat wertlos sei und man die Waffen in den meisten Fällen, (konkret: nach 1976) ohne Deaktivierungs-Zertifikat nicht besitzen dürfe. Die Mitarbeiterin hat mich auf den § 25 AWaffV hingewiesen. Dort ist der "Erwerb und Besitz von unbrauchbar gemachten Schusswaffen, die nicht den Vorgaben der Verordnung (EU) 2015/2403 entsprechen" geregelt.


    Im Abs. a seht:

    (1) Der Besitzer einer unbrauchbar gemachten Schusswaffe ist verpflichtet, die Deaktivierungsbescheinigung nach § 8a Absatz 2 Satz 3 des Beschussgesetzes aufzubewahren. Kommt ihm die Deaktivierungsbescheinigung abhanden, so hat er dies der gemäß § 48 Absatz 1 und 3 des Waffengesetzes zuständigen Behörde unverzüglich nach Feststellung des Abhandenkommens anzuzeigen. § 37b Absatz 5 des Waffengesetzes gilt entsprechend.

    (2) Wer eine unbrauchbar gemachte Schusswaffe führt oder transportiert, ist verpflichtet, dabei die Deaktivierungsbescheinigung oder eine amtlich beglaubigte Abschrift hiervon mit sich zu führen.

    (3)... (unwichtig)


    Im Abs. c steht die Altdeko-Regelung:

    § 25c Erwerb und Besitz von unbrauchbar gemachten Schusswaffen, die nicht den Vorgaben der Verordnung (EU) 2015/2403 entsprechen

    (1) Für Schusswaffen, die 1.vor dem 1. April 2003 entsprechend den Anforderungen des § 7 der Ersten Verordnung zum Waffengesetz vom 24. Mai 1976 (BGBl. I S. 1285) in der bis zu diesem Zeitpunkt geltenden Fassung unbrauchbar gemacht worden sind,

    (2)...

    (3)...

    besteht die Berechtigung zum Besitz fort (...)


    Das bedeutet, dass alle deaktivierten Waffen seit 1976 über ein amtliches Zertifizierungszertifikat verfügen müssen, um sie besitzen zu dürfen.

    Iich muss meine Alt-Dekowaffen nicht anmelden. Sie sind erlaubnisfrei. Ohne Zertifikat darf ich sie aber nicht besitzen.


    Ich gebe hier nicht meine Meinung wieder, sondern gebe nur die Information des Bundeskriminalamts wieder.


    Gruß


    Dirk


  • ich hab vor kurzem bei ebum ein sturmgewehr 44 gesehen welches von niedermeier auf neuste eu norm deaktiviert wurde. war auch mit eu de 20 gestempelt!

  • Hallo, musst Du die Magazine speziell aufbewahren ?


    Beste Grüße

    Das letzte Mal habe ich die Hinweismitteilung aus Thüringen zitiert - diesmal nehm ich die bayrische Version:

    https://www.lra-ffb.de/fileadm…/41_FAQ_3._WaffRAEndG.pdf


    Ich zittere mit Erlaubnis des Präsidenten:


    Magazine


    Welche Magazine sind künftig verboten?

    Magazine für Langwaffen mit einer Kapazität von mehr als zehn Schuss und für Kurzwaffen mit einer Kapazität von mehr als 20 Schuss (sog. „große“ Maga-zine) werden künftig verboten. Magazine, die sowohl in Lang- als auch in Kurzwaffen passen, gelten als Magazine für Kurzwaffen, es sei denn, der Besitzer verfügt auch über eine dazu passende Langwaffe. Das Verbot kann nicht durch den Einsatz eines Blockiersystems umgangen wer-den.


    Was passiert mit „großen“ Magazinen, die ich bereits besitze?

    Personen, die „große“ Magazine vor dem 13.06.2017 erworben haben, dürfen diese behalten und weiterverwenden, wenn sie den Besitz bis zum 01.09.2021 bei ihrer zuständigen Waffenbehörde anzeigen. In diesen Fällen gelten auch keine strengeren Anforderungen an die Aufbewahrung. Alternativ können Magazine an einen Berechtigten, die Waffenbehörde oder eine Polizeidienststelle abgegeben werden.

  • Vielen Dank für die Ausführungen ! Dann sehe ich etwas klarer.


    Beste Grüße

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  • Und zu #84:

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    Zitat:

    Noch eine Anmerkung zu Alt-Deko:

    Ich habe heute bei meinem Telefonat mit dem BKA auch das Thema Alt-Deko angesprochen, da ich selbst zwei alte Deko-Karabiner besitze.

    Ich bekam die Auskunft, dass eine Deko-Waffe ohne Deaktivierungs-Zertifikat wertlos sei und man die Waffen in den meisten Fällen, (konkret: nach 1976) ohne Deaktivierungs-Zertifikat nicht besitzen dürfe. Die Mitarbeiterin hat mich auf den § 25 AWaffV hingewiesen. Dort ist der "Erwerb und Besitz von unbrauchbar gemachten Schusswaffen, die nicht den Vorgaben der Verordnung (EU) 2015/2403 entsprechen" geregelt.

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    Die Dekovorgaben sind ab der Gesetzgebung 1972 vorgeschrieben und 1976 nochmals erweitert worden. ( bis 76 musste kein BüMa deaktivieren, sondern der Besitzer selbst...)

    Bis zum Inkrafttreten der EU- Richtlinien 2018 war eine (Papier-)Bescheinigung der Deaktivierung gar nicht notwendig bzw. vorgeschrieben!

    Die BKA-Mitarbeiterin hat ja ausdrücklich einen Zusammenhang mit der EU-Verordnung hingewiesen - nur nicht explizit erwähnt, dass diese auch nur für nach EU- Verordnung umgebaute Dekos verlangt ist!

    Natürlich gilt das aber auch für Altdeko - wenn sie Eu-konform nachbearbeitet werden müssen (z.B. bei einem Weiterverkauf).

    Der Besitz von Altdeko ist frei und nicht anmeldepflichtig! Gleiches gilt für einen schriftlichen Umbauernachweis - ist kein Pflichtprogramm sondern nur Kür ( evtl. zum persönlichen Vorteil im Bedarfsfall....)

    Ausgenommen hiervon sind natürlich die teilweise geforderten Kennzeichen des Deaktivierers an der Waffe selbst.

  • Danke für die Erläuterung. So sehe ich es auch. Wenn es Altdeko ist dann braucht man nicht zwangsläufig ein Deko Zertifikat.

    Suche Zweibein 8cm Granatwerfer 34

  • Wenn man es genau nimmt dann ist es der §25c in der AWaffV, die EU Verordnung 2015/2304 trat am 08.04.2016 in Kraft, davor exestierte die Beschussverordnung vom 13.07.2006. Nach dieser Verordnung wurde meine deaktiviert und mit einer Raute Anlage II Abbildung 11 markiert.

  • Wenn man es genau nimmt dann ist es der §25c im WaffG, die EU Verordnung 2015/2304 trat am 08.04.2016 in Kraft, davor exestierte die Beschussverordnung vom 13.07.2006. Nach dieser Verordnung wurde meine deaktiviert und mit einer Raute Anlage II Abbildung 11 markiert.

    Richtig, und von einer Bescheinigung ist im Gesetzestext nichts erwähnt!

    Im übrigen hat mir mein Büchsenmacher bei Einzeldektivierungen auch nie eine Bescheinigung erstellt.

  • Richtig, und von einer Bescheinigung ist im Gesetzestext nichts erwähnt!

    Im übrigen hat mir mein Büchsenmacher bei Einzeldektivierungen auch nie eine Bescheinigung erstellt.

    Es ist zwar die Rede das Dekowaffen die vor dem 28.06.2018 deaktiviert wurden keine Bescheinigung besitzen, aber die EU Verordnung 2015/2304 ist ja im April 2016 in Kraft getreten. Ab da wurde doch bestimmt eine Bescheinigung ausgestellt?

  • Es ist zwar die Rede das Dekowaffen die vor dem 28.06.2018 deaktiviert wurden keine Bescheinigung besitzen, aber die EU Verordnung 2015/2304 ist ja im April 2016 in Kraft getreten. Ab da wurde doch bestimmt eine Bescheinigung ausgestellt?

    Richtig, wie auf Seite 11 dieser Verordnung beispielhaft aufgeführt, ist eine Norm-Bescheinigung Deaktivierungsbestandteil!

  • Wir sitzen doch alle im selben Boot . Ich sehe auch ein sehr großes Problem in der unklaren Rechtslage gepaart mit der fehlenden Fachkompetenz vieler Behördenmitglieder . Das wird in Zukunft viel mehr Ärger und unnötige Gerichtsverfahren geben .


    Anbei ein Fallbeispiel wie ein leerer Druckzünder 35 schnell zur Falle wurde und mir beinahe im Verfahren das Genick gebrochen hätte

    Das ist schon interessant mit dem Zünder.

    Die stehen ja tatsächlich in der Kriegswaffenliste, Nr. 57.

    Wie hat der Anwalt (Herr Scholzen) das denn gelöst - weil der Zünder nicht mehr geeignet ist "als Mittel der Gewaltanwendung bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Staaten zu dienen"?

  • Das ist schon interessant mit dem Zünder.

    Die stehen ja tatsächlich in der Kriegswaffenliste, Nr. 57.

    Wie hat der Anwalt (Herr Scholzen) das denn gelöst - weil der Zünder nicht mehr geeignet ist "als Mittel der Gewaltanwendung bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Staaten zu dienen"?

    Ich weiß das nicht mehr genau , dazu müsste ich mir die Akte nochmal durcharbeiten bei Gelegenheit.