Aufarbeitung Luftwaffenspind

  • Moin Leute,


    ich wollte Euch hier meinen Luftwaffenspind vorstellen.

    Ich bin eher durch Zufall vor ein paar Wochen bei ebay-Kleinanzeigen darüber gestoßen. Ich war auf der Suche nach einen Vorrats- / Abstellschrank.


    Der Verkäufer hatte 4 Spinde im Angebot die seid Kriegszeiten in einem Raum unter dem Dach stehen. Das Haus war sein Elternhaus was verkauft werden sollte. Hinter dem Hof befand sich nach seinen Erzählungen eine Luftwaffenabhörstation die nach dem Krieg gesprengt wurde. Mehrere Luftwaffenhelferinnen waren im Elternhaus einquartiert Aus diesem Grund wurden die Spinde dort aufgestellt.


    Ich hab mir den Besten der Spinde rausgesucht.


    Der Transport aus dem Raum unter dem Dach über einen engen Flur und eine kleinen Treppe war nicht so einfach. Der Spind ist 2,1m hoch, 1m breit und 0,6m tief und er wiegt ordentlich was!

    Nachdem wir den Türsturz und ein Fachwerk darüber von Steinen befreit haben passte es. Wir haben uns nur die Frage gestellt wie die Spinde in dem Raum gekommen sind!


    Mir tat es in der Seele weh die restlichen Spinde zurück zu lassen deshalb hab ich Ihm im Nachhinein ein Paketpreis für die Restlichen angeboten obwohl meine Garage dann voll gewesen wäre. Es war ihm aber zu wenig und ein paar Tage später hat er wohl ein Käufer gefunden.

    Der Zustand war bis auf die Beschädigung der Tür sehr gut. Nur der Originallack war für die angedachte Verwendung in der Wohnung nicht tauglich. Er hatte Abplatzungen, große Kratze, Farbkleckser ... Ansonsten bin ich immer dafür so viel Substanz zu erhalten wie möglich. Hier habe ich wegen der Nutzung anders entschieden. Also habe ich mich daran gemacht die Farbe zu entfernen ...


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  • Der Spind ist jetzt für die Endbehandlung vorbereitet. Hier bin ich noch unschlüssig was ich machen soll!

    Mein erste Gedanke war mit einem matten Klarlack zu lackieren und alles natur zu belassen. Somit hätte man später immer noch die Möglichkeit mit einem Luftwaffengrau drüber zu streichen und in natur gab es sicher auch ehemals Luftwaffenspinde wie die vom Heer.

    Die zweite Möglichkeit wäre ölen. Hier wäre die Oberfläche sicher schöner und das Öl lässt sich leichter verarbeiten als der Lack. Ob man dann später einfach farblich lackieren könnte ist fraglich.

    Dritte Möglichkeit ist zu versuchen den Originalfarbton wieder herzustellen.

  • Ich hätte jedoch die alte original Farbe erhalten.

    Hätte ich auch gemacht ... X/

    Die ganzen Gebrauchsspuren und kleinen Macken haben doch gerade den Reiz eines Originals ausgemacht.

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    "In der Mitte die Straße, außen der Schnee und um uns herum die Rote Armee."
    (Ostmedaille)


  • Ja ich bin eigentlich auch dafür alles so original wie möglich zu erhalten. Da bin ich auf eurer Seite!

    Der Spind soll aber in der Wohnung stehen und normal als Vorratsschrank dienen. Also nicht im Sammlerzimmer oder in der Garage.

    Alleine der Schaden an der Tür! Das hätte man nicht ansehnlich hinbekommen. Aus diesem Grund hab ich mich dafür entschlossen ihn so aufzuarbeiten auch wenn dadurch ein Teil der Authentizität verloren geht.


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    aktueller Stand

  • Übrigens ist das der " große Spind " der Luftwaffe. Der ist schon wirklich schwer im Vergleich. Warum es unterschiedliche Modelle gab weiß ich nicht. Manche meinen es hat was mit dem Dienstgrad oder der Verwendung zutun.

  • Es sind drei Brandstempel auf der Rückseite. An der Seite mache ich nichts. Bleibt unberührt.

    Es waren noch Ausrüstungsgegenstände des Horchposten in der Kindheit des Verkäufers dort in Gebrauch. Er erinnert sich an Kopfhörer, Lautsprecher usw.

    Er hatte von dem Material nur einen Verstärker bis in die heutige Zeit gerettet. Den hat er mir auf einem Handyfoto gezeigt. Ich hab mein Interesse angemeldet. Er wollte es aber einem Museum anbieten und sich eventuell melden wenn das nicht klappt.

    Was noch versteckt dort in dem alten Gemäuer liegt! Ich hätte gerne also inspiziert und wäre in jede Ecke gekrochen! Wenn er sich nochmal meldet werde ich Ihn fragen. An dem Tag als ich den Spind geholt habe hatte ich wenig Zeit und hab mir nur grob alles angesehen. Ich hatte schon das Gefühl das er misstrauisch wird weil ich ihn so ausfragte und in jede Ecke guckte so dass er vielleicht schon den Verdacht hatte wenn er mich alleine lässt dass ich etwas einstecke. Es war aber nur Neugierde und Forscherdrang! Diese Abhörstation für einfliegende Bomberverbände ist sicherlich nicht grossartig bekannt und weckt natürlich das Interesse und der Raum mit den Spinden war wie eine Zeitkapsel.