Wissenswertes zu den Dienstdolchen der SA und NSKK von 1933 - 1945

  • Wissenswertes zur frühen Herstellungs-Variante 1933 bis 1935


    Qualität:


    Die Ausführung ist sehr gut und die Dolche sind sehr sauber gebaut. Die Klingenätzung ist tief. Die untere Parierstange hat Buchstaben für die jeweiligen SA Gruppen wie zum Beispiel Ns für Niedersachen, No Nordsee usw. Die Gruppenmarken sind handgestanzt. Es kommen aber auch frühe Dolche ohne SA-Gruppenmarkung vor!!


    Materialien:


    Endmutter, Parierstangen, Beschläge der Scheide und der Adler und SA Abzeichen sind aus Nickel. Beschläge, Scheiden, Parierstangen waren Zukaufteile und es gibt durchaus auch frühe Dolche die schon vernickelte Stahlbeschläge hatten.


    Herstellerzeichen:


    Nur das Herstellerzeichen ist auf der Klinge (siehe Foto).


    568874.jpg


    Die Dolchscheide:


    Die Dolchscheide bestand bei den frühesten der Dolche aus einer zweiteiligen Kupferhülse. Diese wurde aus zwei Teilen geprägt und verlötet. Die Hülse war 238mm lang und an der breitesten Stelle oben 37,4mm breit. Die Blechstärke betrug 0,8mm.


    Die Scheiden wurden dann braun brüniert oder lackiert.


    Generell wurden dann die Dolchscheiden aus 0,8mm Stahlblech zusammengeschweißt und anschließend braun brüniert oder lackiert. Bei den frühen Dolchen war die Scheide überwiegend braun brüniert und mit einer schützenden Lackschicht überzogen ( zapponiert ).


    Die Abmaße haben sich nicht verändert.


    Bei den Scheiden der ersten Fertigungsperiode 1933-1935 waren überwiegend Beschläge aus Nickel ( Neusilber ) montiert, es tauchen aber auch bei den frühen Dolchen durchaus mal Scheiden mit vernickelten Eisenbeschlägen auf.


    Gehänge:


    Die Gehänge sind noch ohne Markierung. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel



    Wissenswertes zur mittleren Herstellungs-Variante 1936 bis 1938


    Qualität:


    Die Dolche sind in der Ausführung immer noch gut bis sehr gut. Die Parierstangen haben jetzt keine Gruppenmarken mehr.

    Materialien:

    Die Materialien sind noch wie bei den frühen Dolchen. Es kommen jetzt vereinzelt auch schon Dolche aus unterschiedlichen Materialien vor. Die RZM (Reichs-Zeug-Meisterei) kontrolliert jetzt die Herstellung.

    Herstellerzeichen:

    Es kommen jetzt häufig Doppelkennzeichnungen (d.h. Hersteller- und RZM-Zeichen siehe Foto) vor. Selten jedoch Doppelkennzeichen mit 1939, da ab 1939 nur noch mit RZM gekennzeichnet wurde.


    568873.jpg

    Die Dolchscheide:

    Generell wurden dann die Dolchscheiden aus 0,8mm Stahlblech zusammengeschweißt und dann lackiert. Bei der mittleren Fertigungsperiode 1936-1938 und der späten Fertigungsperiode 1939-1942 waren dann überwiegend vernickelte Eisenbeschläge montiert.

    Gehänge:

    Bei den Gehängen sind RZM Markungen vorgeschrieben.


    Wissenswertes zur späten Herstellungs-Variante 1939 bis 1942


    Qualität:


    Die Qualität der Dolche ist jetzt deutlich schlechter geworden. Die Ätzung in der Klinge ist nicht mehr so tief. Die Griffe sind nicht mehr Handgemacht und die Aussparungen für den Adler und das SA Logo sind unsauber, Adler sind zum Teil schief eingesetzt. Die Mittellinie des Griffes ist auch schärfer ausgeprägt.


    Materialien:


    Endmuttern und Scheidenbeschläge sind jetzt überwiegend aus vernickeltem Eisen. Die Parierstangen und der Adler sowie SA Pastille können aus Alu oder Zink sein. Unterschiedliche Materialien sind möglich! Parierstangen aus Nickel, Adler aus Alu usw..In der Regel werden jetzt für die Parierstangen, Adler und das Logo, vernickelte Teile aus Zinkspritzguss,Temperguss oder Teile aus Aluminium verwendet. Die Scheidenbeschläge sind aus vernickeltem Eisen.


    Herstellerzeichen:


    Die Herstellerzeichen und Jahreszahlen sind verschwunden, (bis auf ganz wenige Ausnahmen wie z.B. Eickhorn RZM 7/66 der hat auch weiterhin die Jahreszahl mit auf der Klinge) und wurden durch RZM Nummern ersetzt (siehe Foto).


    571193.jpg


    Die Dolchscheide:


    Generell wurden dann die Dolchscheiden aus 0,8mm Stahlblech zusammengeschweißt und dann lackiert. Bei der mittleren Fertigungsperiode 1936-1938 und der späten Fertigungsperiode 1939-1942 waren dann überwiegend vernickelte Eisenbeschläge montiert.


    Gehänge:


    Bei den Gehängen sind RZM Nummern vorgeschrieben.


    Wissenswertes zum SA-Ehrendolch (sogenannter Röhmdolch)


    Etwas Hintergrund Wissen zum SA-Ehrendolch:


    Am 3.Februar 1934 ermöglichte der Stabschef der SA Ernst Röhm mit Verfügung Nr.:1444/34 und 1444/34 II vom 20. Februar 1934 die Verleihung des SA-Ehrendolches.


    Trageberichtigt waren alle SA-Männer die vor dem 31.12.1931 in die SA eingetreten waren und seitdem ununterbrochen Dienst taten. Die Verfügung Nr.:1444/34 II war für ehemalige Mitglieder der Hitlerjugend die dann in die SA eingetreten waren vorgesehen. Die Trageberechtigung wurde nach strenger Kontrolle durch den Vorgesetzten in das SA Mitgliedsbuch eingetragen. Der Dolch entspricht in der Ausführung immer dem des 1.Modells (es gab keine Röhmdolche mit Doppel bzw. RZM Kennzeichnung). Auf der Rückseite der Klinge war in Röhms Handschrift " In herzlicher Kameradschaft Ernst Röhm " eingeätzt.


    Es wurden 125.960 Dolche angefordert.


    Anmerkung zu der in Fachkreisen bekannte Zahl von 125.960 Ehrendolchen.


    Dies war nur die Zuteilung für die den ersten Bedarf. Zweidrittel davon waren ausgeliefert (März 1934), das letzte Drittel sollte im Juni folgen, dürfte aber wegen der Röhm-Affäre nicht voll zum tragen gekommen sein.


    Nach der Beseitigung von Röhm (auch die Nacht der langen Messer genannt) am 30.06.1934 wurde

    per Verfügung Nr.:6747/34 vom 01.07.1934 angeordnet, dass die Widmung des " Verräters " von den Dolchen komplett zu entfernen sei. Dies geschah zum Teil mit brachialer Gewalt. Mancher SA Mann zog die Klingenrückseite über einen Schleifstein oder bearbeitete die Widmung unsachgemäß mit einer Feile. Es gab auch die Möglichkeit die Dolche an die Herstellerfirma zurückzugeben, wo sie dann durch Schwertfeger nachgearbeitet wurden (die einzige Möglichkeit solche Dolche noch als Röhmdolche zuordnen zu können ist die um ca. 0,25mm ( soll 5,5 mm ) dünnere Klinge oder die zum Teil oder ganz entfernte Herstellermarke.


    Nicht alle SA Männer befolgten (zum Glück für uns Sammler) den Befehl. Vermutlich um den Status ihrer frühen Mitgliedschaft zu demonstrieren, wurde die Widmung gar nicht oder nur der Name " Ernst Röhm" entfernt.


    Röhmdolche mit kompletter oder noch teilweiser Widmung sind sehr selten. Auch hier gilt es wieder sehr Vorsichtig zu sein, denn es gibt heute sehr gute Fälschungen von Röhmdolchen. Es werden originale Dolche des 1.Modells nachträglich mit der Widmung versehen, um somit den Preis erheblich zu steigern. Die nachträglich angebrachten Widmungen werden dann sogar wieder ( fast ) heraus geschliffen um so einen ehemaligen Röhmdolch vorzutäuschen. Am sichersten jedoch auch am schwierigsten ist es immer noch, wenn sich die Herkunft eindeutig belegen lässt.


    Es sind bis heute 16 Hersteller dieser Dolche bekannt: Aesculap, Haco, Haenel, Heller, Henckels, Kober & Co., Pack & Söhne, Stöcker & Co. ( SMF ), Anton Wingen, Carl Eickhorn, R.Herder, G.Hammesfahr, Sauer & Sohn, F.Dick , Ed.Wüsthof, August Merten.


    Das Photo zeigt eine originale Inschrift der Widmung "In herzlicher Kameradschaft Ernst Röhm", leider sind die Widmungen von Hersteller zu Hersteller leicht unterschiedlich und können so nicht miteinander verglichen werden.


    568875.jpg