G43 mit neuem Lauf

  • Moin liebe Sammler u. Sportschützen,


    ich habe vor mir vor einiger Zeit ein G/K43 (ac44) zugelegt!

    Da der Originallauf schlecht gepflegt und dadurch verrostet und kein Zugprofil mehr hatte, habe ich von einem renommierten Büchsenmacher einen neuen Lauf einbauen lassen.

    Die Waffe ging dann zum Beschussamt und wurde entsprechend beschossen und hat einen gültigen Beschuss erhalten.

    Das ist mittlerweile ca. drei Monate her.

    Jetzt war ich mit dem Gewehr das erste Mal auf dem Schießstand (corona bedingt)!

    Schon nach dem ersten Schuss repetierte der Selbstlader nicht richtig, d.h. der Verschluß fuhr nur zur Hälfte zurück und die Hülse blieb im Patronenlager stecken.

    Das wiederholte sich mehrere Male.

    Da der Verschluß manuell einwandfrei repetiert, sind mir diese Klemmer rätselhaft.

    Als Munition verwendete ich S&B 8x57JS, 12,7g, 196GRS, die eigentlich genügend Dampf hat.

    Nun wird ja eine Waffe beim Beschussamt mit einer stärkeren Ladung als normal beschossen, so dass da keine Repierprobleme auftaucht sein könnten.


    Woran kann es liegen?

    Ist vielleicht die Gasendnahmebohrung zu klein?

    Hat jemand von Euch Erfahrung in dieser Hinsicht gemacht und weiß Rat?


    P.S. Natürlich habe ich auch den BüMa angerufen:

    der sagt es kann es nur am "empfindlichen" Verschlußsystem liegen u. ich möge die Waffe ihm zuschicken!? Allerdings hat er nie mit dem Gewehr selbst geschossen.


    über Antworten würde ich mich freuen

    Joe (RR)


  • Hallo Joe,

    das Problem habe ich mit meinem Ljungman auch, bis dahin, dass die Hülse im Patronenlager stecken bleibt und der Auszieher über den Rand rutscht.
    Abhilfe schafft bei mir leichtes fetten Patronen. War beim Ljungman wohl auch so Vorschrift. Seitdem kein Problem mehr mit der Verschlussfunktion.


    Grüße


    peter

  • Hallo Joe,

    das Problem habe ich mit meinem Ljungman auch, bis dahin, dass die Hülse im Patronenlager stecken bleibt und der Auszieher über den Rand rutscht.
    Abhilfe schafft bei mir leichtes fetten Patronen. War beim Ljungman wohl auch so Vorschrift. Seitdem kein Problem mehr mit der Verschlussfunktion.


    Grüße


    peter

    Danke Peter - werde ich mal umsetzen!

  • Ein G43 / K43 ist halt ne Bastelbude...

    Ich versichere, daß die von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Gegenstände aus der Zeit 33-45 nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger, verfassungsfeindlicher Bestrebungen,Identitätsbestimmung, Originalitätsbestimmung gezeigt werden

    militariasammler-tir@gmx.de

  • Richtig. Ich hatte deshalb bei meinem einen verstellbaren Gaskolben nachgerüstet. Trotz allem war ich mit dem ,, Knallstock" nie richtig zufrieden und habe ihn, nachdem er zur Schrankwaffe wurde, verkauft. Er ist schön anzusehen, aber zum zuverlässigen Gebrauch nicht sonderlich geeignet.

    Bei strenger Pflicht, getreu und schlicht ! Gruss, Achtmal33

  • Richtig. Ich hatte deshalb bei meinem einen verstellbaren Gaskolben nachgerüstet. Trotz allem war ich mit dem ,, Knallstock" nie richtig zufrieden und habe ihn, nachdem er zur Schrankwaffe wurde, verkauft. Er ist schön anzusehen, aber zum zuverlässigen Gebrauch nicht sonderlich geeignet.

    Verstehe ich das richtig - also bringt ein Verstellgaskolben auch nicht so richtig was?

  • Doch, Du kannst dann die Waffe der Munition anpassen. Aber trotzdem ist dann immer wieder was anderes an diesem Ding. Und zum präzisen Löcher machen, ist er auch nicht so wirklich geeignet.

    Bei strenger Pflicht, getreu und schlicht ! Gruss, Achtmal33

  • Doch, Du kannst dann die Waffe der Munition anpassen. Aber trotzdem ist dann immer wieder was anderes an diesem Ding. Und zum präzisen Löcher machen, ist er auch nicht so wirklich geeignet.

    👍🏻👍🏻

    Das Gerät, so toll es auch ist, war einfach noch nicht ausgereift. Oder nur auf ne gewissen (geringe) Schusszahl ausgelegt 😂

    Ich versichere, daß die von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Gegenstände aus der Zeit 33-45 nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger, verfassungsfeindlicher Bestrebungen,Identitätsbestimmung, Originalitätsbestimmung gezeigt werden

    militariasammler-tir@gmx.de

  • 👍🏻👍🏻

    Das Gerät, so toll es auch ist, war einfach noch nicht ausgereift. Oder nur auf ne gewissen (geringe) Schusszahl ausgelegt 😂

    Das mag ja so sein, aber es war als Militärwaffe konzipiert und immerhin nahezu 400000 Stck produziert!


    Wie auch immer - ich habe es mir überwiegend als Sammlerwaffe zugelegt und auch nicht vor, damit an irgendwelche

    Schießqualizikationen teilzunehmen.

    Gelegentlich mal damit schießen - auf jeden Fall!

    Und dafür sollte es schon voll funktionsfähig sein.


    mfg

    Joe

  • So dachte ich es mir auch. Aber so richtig machte es mir persönlich keinen Spass, wenn man Angst haben musste, dass wieder Mal was weg fliegt. Selbst bei der Wehrmacht und anderen Militärischen Nutzern war das Teil damals schon nicht sehr beliebt und man tauschte es, wenn man die Möglichkeit hatte, gegen einen 98er oder ein StGw. ( Zitat aus persönlicher Befragung )

    Bei strenger Pflicht, getreu und schlicht ! Gruss, Achtmal33

  • So dachte ich es mir auch. Aber so richtig machte es mir persönlich keinen Spass, wenn man Angst haben musste, dass wieder Mal was weg fliegt. Selbst bei der Wehrmacht und anderen Militärischen Nutzern war das Teil damals schon nicht sehr beliebt und man tauschte es, wenn man die Möglichkeit hatte, gegen einen 98er oder ein StGw. ( Zitat aus persönlicher Befragung )

    Das würde ich so unterschreiben :)

    Ich versichere, daß die von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Gegenstände aus der Zeit 33-45 nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger, verfassungsfeindlicher Bestrebungen,Identitätsbestimmung, Originalitätsbestimmung gezeigt werden

    militariasammler-tir@gmx.de

  • Nach 78 Jahren ist das aber nunmal ein "Oldtimer" der niemals ansatzweise für diese Lebensdauer konzipiert war. Das man hier keine Höchstleistungen auf modernem Niveau erwarten darf, sollte klar sein, es sei denn, man investiert in eine völlige Überarbeitung, was aber jeglichen Charme zerstört.


    -> Suche feldgraue Bekleidung der Technischen Nothilfe (TN) sowie einen Auto Union C1 Generator in der Farbe "dunkelgelb nach Muster". <-

  • Es geht ja nicht um Höchstleistungen. Die Konstruktion war mMn einfach nicht ausgereift, kompliziert und anfällig.


    Und das kann die Freude schnell trüben. Ich würde mir nur noch ein unbefummeltes Stück zum sammeln holen. Und nicht mehr damit schießen :)

    Ich versichere, daß die von mir gezeigten zeitgeschichtlichen und militärhistorischen Gegenstände aus der Zeit 33-45 nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger, verfassungsfeindlicher Bestrebungen,Identitätsbestimmung, Originalitätsbestimmung gezeigt werden

    militariasammler-tir@gmx.de

  • Hallo,

    Das Design der G-43 macht sie zu einer Waffe mit Überschussleistung in ihrem Gasbetriebssystem, die für den Einsatz unter extremsten Bedingungen ausgelegt ist.

    Ich stimme Ihnen zu, diese Waffen sind Sammlerstücke und sollten nicht abgefeuert werden ... oder nur sehr gelegentlich.

    Persönlich verwende ich nur Norma 123gr.Jaktmacht Munition, sehr glatt und genau. Auf nachgeladene Munition achten, Möglichkeit von "Slamfire"!

    Joe, ein weiterer Grund, warum der G-43 stecken bleibt, kann auch an seiner Schutzschieber... entfernen Sie ihn!


    Gruß,

    Antoni

  • Danke für die Info Antoni!


    Falls Du mit dem Schutzschieber den Staubschutzdeckel meinst - der ist es nicht - der hat keinen Einfluß auf die Bewegungsenergie.

    Den Hinweis mit der Munition nehme ich gerne auf.

    Die Waffe zwar über den Jagdschein eingetragen, aber mein Interesse gilt überwiegend der verbauten Technik des SL-Gewehrs.


    Joe

  • Das Beschussamt befundet nicht, ob die Waffe zuverlässig repetiert. Das Beschussamt überprüft nur, ob die Waffe durch die Patrone mit Überdruck Schäden davonträgt.


    Normalerweise tendieren G/K43 zum Gegenteil, sprich mit viel zu viel Gasdruck den Verschluss zu belasten und so bei dauernder Benutzung Schäden an der Waffe zu verursachen. Dein Problem ist eher ungewöhnlich, aber es klingt nicht unlösbar. Der Büchsenmacher, der den Lauf eingebaut hat, hat dir auch eine Lösung zu dem Problem versprochen. Wieso dann nicht einfach zu ihm schicken? Immerhin sollte das auch keine zusätzlichen Kosten verursachen.

  • Der Büchsenmacher, der den Lauf eingebaut hat, hat dir auch eine Lösung zu dem Problem versprochen. Wieso dann nicht einfach zu ihm schicken? Immerhin sollte das auch keine zusätzlichen Kosten verursachen.

    so einfach ist das nun auch wieder nicht, denn als ich bei einem befreundeten Waffenhändler den Verschluß ausbauen wollte, ließ der sich nicht entnehmen.

    Daraufhin habe ich ich den BüMa kontaktiert. Der fragte zunächst nach, warum wir denn den Verschluß ausbauen wollten - es wäre nicht so einfach, die Feder für den Sicherungsflügel auszubauen?

    Kurzum: er erklärte mir die Prozedur.

    Das machte mich und den Händler stutzig, denn normaler Weise ist es kein Problem.

    Daraufhin stellte ich fest, dass der BüMa einen ganz anderen Federring - als vorgeschrieben - verbaut hatte.

    Das trug sich alles zeitlich vor dem ersten Schießen zu.


    Dann - nach den genannten Problemen auf dem Schießstand, habe ich den BüMa erneut kontaktiert.

    Der schieb nun das Problem natürlich auf das Zerlegen und Zusammenbau des Verschlusses.

    Ich könne ihm zwar das Gewehr zusenden, aber ein Garantie wolle er nicht übernehmen.


    Zunächst werde ich nun einen originalen Federing einsetzen und unter Berücksichtigung der hier genannten Empfehlung erneut mit der Waffe auf den Schießstand gehen.


    Falls das nichts bringt, werde ich ihm die Waffe zusenden (das sind schon Zusatzkosten)!



    Joe (RR)

  • Derjenige der den Umbau durchgeführt hat lehnt also die Garantie ab, weil ein anderer Büchsenmacher entsprechend der Vorschrift den Verschluss rausgenommen hat?!

    Wie willst du denn sonst putzen, wenn du den Verschluss nicht rausnehmen darfst. So ein Blödsinn...

  • Naja - er hat ja es nicht abgelehnt, aber durchblicken lassen, dass er ggf. eine Rechnung erstellt.

    Wie bereits erwähnt, sollte beim nächsten Schießen die gleichen Probleme auftauchen, schicke ich ihm das Gewehr zu.

    Dann werden wir ja sehen, was passiert - baulich wurde ja nichts verändert!

  • Ich hatte meinen K43 einmal auf den Stand ausprobiert. Da es sich um ein Sammlerstück handelt, sollte es auch bei einem Funktionstest bleiben. Insbesondere ging es mir auch darum, die Möglichkeiten mit dem originalen ZF43 zu erproben.

    Ich habe sehr ähnliche Probleme gehabt, wie hier beschrieben wird. Ich hatte wiedergeladene, bereits mit Erfolg getestete Munition verwendet. Als Ursache hatte ich zunächst den Gaskolben angesehen, der bei der Demontage auch Ablagerungen zeigte. Ich habe alle Teile poliert bzw. die Ablagerungen entfernt. Erst danach fiel mir auf meiner Munitionsschachtel die Längenangabe auf. Ich hatte irrtümlich eine Schachtel mit Munition gegriffen, wo die Patronenlänge für ein anderes Gewehr optimiert worden war. Die Gesamtlänge der Patrone war länger als bei Fabrikmunition. Dies wird auch der tatsächliche Fehler gewesen sein. Ich habe später nur noch 2 Funktionsschüsse mit Fabrikmunition abgegeben. Die Funktion war gegeben, das Verhalten des Gewehres mit mächtigen Rückstoß hat mich bewogen, nicht weiter diese Sammlerwaffe zu erproben. Das Verhalten bei den ersten Schüssen war ähnlich wie vom RR beschrieben. Die ersten 2 Schüsse gingen einwandfrei durch. Dann wurde es beim 3. etwas komisch was sich bei 4 und 5 dann derart verstärkt hat, dass ich schnell abgebrochen habe. Es gab keinen sichtbaren Grund dafür warum die Hülsen nicht mehr ausgezogen wurden und auch sichtlich mitgenommen waren. Auch wenn die Ursache der Waffenstörungen sehr verschieden sein können, glaubte ich heute daran, daß nicht wie zunächst angenommen der Gaskolben sondern die Munition der Grund war. Seltsam war das die beiden ersten Schüsse einwandfrei funktionierten.

    Eine ähnliche Erfahrung hatte ich mit einem Tokarev svt 40 erlebt. Obwohl die Waffe neuwertig war wollte sie mit meiner Fabrikmunition nicht vernünftig schießen. Eine Präzision war kaum vorhanden und immer wieder Hülsenklemmer. Ich hatte sofort das Gefühl, dass die Munition nicht passte! Ein Vereinskamerad gab mir eine Schachtel finnischer Munition zum ausprobieren. Mit dieser Munition schoß das Gewehr nicht nur einwandfrei sondern erreichte auch auf Anhieb traumhafte Streukreise.

    Zuhause habe ich die beiden Patronen untersucht und vermessen. Meine erste Sorte (ich glaube S&B) hatte ein Geschoß mit einem minimal kleineren Geschoßdurchmesser. Die Gesamtlänge der Patrone war etwas länger als die Patrone aus älterer finnischer Fertigung. Beim Gasdrucklader scheint die Wahl der Patrone entscheidend zu sein. Also, zweiter Test mit anderer Patrone die empfohlen funktioniert und vielleicht ist dann alles im „grünen Bereich“.


    Gruß

    Fridspeed

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