Nur ein Kraftfahrer? Das Soldbuch mit dem gewissen "Etwas" - wer erkennt es?

  • Moin moin Männers,


    dieses Soldbuch eines Kraftfahrers habe ich bekommen. Auf dem ersten Blick ein gewöhnliches Stück. Oder doch nicht?


    Viel Spaß beim Ansehen!

  • Das ist ein klasse Soldbuch. Hochinteressante Einheit. Vielen Dank fürs Zeigen.


    Beste Grüße

    Albrecht

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  • Hallo Grimbald,

    wirklich interessante Einheit, ich kannte sie nicht!

    mfG

    Pietro

    Suche Soldbücher, Wehrpässe, Urkunden und Dokumenten der 715. ID, 356. ID (August - September 1944) und deutscher Einheiten in der Toskana und des zentralen Sektors der Grüne-Linie (Bologna - Imola - Faenza): 44. HuD, 65., 305., 362. ID.

  • Sehr interessantes SB👍

    Kannte diese Einheit bis jetzt auch noch nicht?

    Gruß Olli

    Suche nach Urkunden, SB/WP von Einheiten der Oderfront, (speziell Panzergreandier Division Kurmark)
    egal welcher Zustand!
    Desweiteren suche ich Dokumente von Stug- und Panzereinheiten.

  • Das Nachschub-Bataillon (mot.) 801 wurde am 29.12.1943 für den "Höheren Artillerie-Kommandeur (mot.) 191" (Harko 191) aufgestellt. Dieser Stab war für die Führung von A4- / V2-Verbänden zuständig und unterstand dem LXV. Armeekorps. Der Stab des LXV. AK wurde zur Durchführung des V-Waffen-Einsatzes aufgestellt und bestand nur ein knappes Jahr.


    Sehr interessant ist auch der Ersatztruppenteil, die Artillerie-Ersatz-Abteilung 271 war der Kommando-Stelle "S" - zuständig für die Koordination des V-Waffen-Einsatzes - und später dem "Beauftragten des Heeres für das z.b.V. Programm" unterstellt. Dieses Programm war die Erprobung und der Einsatz der V2!


    Das Soldbuch gibt neben den interessanten Einheiten einen spannenden militärhistorischen Kontext wieder, immerhin stammen viele Eintragungen aus der Zeit, als nach dem Hitler-Attentat die Kompetenzen im Bereich der Fernwaffen am 20.7.1944 auf die SS übertragen wurden und Reichsführer-SS Heinrich Himmler zum "Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres" ernannt wurde. Damit unterstand ihm fortan auch das A4-Programm!


    Himmler ernannte am 6.8.1944 SS-Gruppenführer Hans Kammler zum "Sonderbevollmächtigten 2", seinem Sonderbevollmächtigten in A4-Angelegenheiten. Zeitgleich zog sich im August das LXV. AK z.b.V. aus Frankreich zurück. Mit dem Verlust von Paris am 28.8.1944 wurde die Stadt neben London hauptsächliches Fernwaffenziel.


    Kammler legte am 6.9.1944 den organisatorischen Rahmen für den A4- / V2- Einsatz folgendermaßen fest:


    Gruppe Nord (Kleve)

    - Artillerie-Abteilung 485

    - Lehr- und Versuchsbatterie 444

    - SS-Werfer-Batterie 500


    Gruppe Süd (Euskirchen)

    - Artillerie-Abteilung 836


    Zur Leitung des A4-Einsatzes und Führung der entsprechenden Einheiten wurde die Division z.V. (zur Vergeltung) mit Sitz in Haaksbergen aufgestellt. Am 7.9.1944 wurden durch die Gruppe Nord die ersten V2 auf Paris und auf London abgefeuert, am 15.9.1944 folgte die Gruppe Süd mit Abschüssen auf Lille und Mons.


    Das Kraftfahrbewährungsabzeichen wurde am 21.10.1944 durch die Artillerie-Abteilung 836 (mot.) verliehen. Diese lag mit ihren Batterien in der Eifel, wobei jede Batterie mit einer eigenen Treibstoff-Kolonne ausgestattet war. Der Gefechtsstand der Abteilung befand sich zu diesem Zeitpunkt bei Hachenburg. Es ist davon aus zu gehen, daß

    zumindest die 4. Kompanie des Nachschub-Bataillon (mot.) 801 für die Abteilung und damit für die Gruppe Süd der Division z.V. im Einsatz war.


    Schon vorher am 20.4.1944 wurde dem Soldaten das KVK 2. Klasse verliehen.

    Die Urkunde ist unterzeichnet vom General der Artillerie Erich Heinemann als kommandierender General des LXV. Armeekorps z.b.V. (DKiG am 25.3.1942, RK d. KVK mit Schwertern am 23.10.1943).

  • Eine sehr gelungene Vorstellung und toll recherchiert. Mein großes Kompliment.


    Beste Grüße

    Albrecht

    Suche:

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  • Eine sehr gelungene Vorstellung und toll recherchiert. Mein großes Kompliment.


    Beste Grüße

    Albrecht

    Danke Dir, Albrecht, wobei ich gestehen muß, daß ich die Informationen weitestgehend aus dem Netz zusammen getragen habe.


    Auch allen anderen vielen Dank für eure Antworten!

  • Moin *Grimbald*,


    da ich im Besitz des 5-Bändigen Grundlagenwerkes (Heeresartillerie) von Uwe Kleinert bin,

    konnte ich dort auch die Aufstellungsbefehle usw., bzgl. s.Art.Abt. 836 (mot) / Art.Rgt. (mot) 836, nachlesen.

    __________

    MfG Uwe

  • Hallo !


    In der Tat, ein sehr interessantes Soldbuch.

    Ich habe das Puzzle gestern gelesen, aber nicht kapiert, was Du meintest.

    Erst nach dem Hinweis von UHF5166 ;) .


    Schöne Vorstellung zu diesem interessanten Thema :thumbup:.

    Die Mühe muss man sich erstmal machen !

    Was mich noch interessieren würde :

    Kann jemand lesen, was auf SB S. 4 vor Dnjepropetrowsk steht ?


    Beste Grüsse,

    Archi

  • Danke euch!


    Genau, er war vorher bei der Wehrmachtskommandantur in Dnjepropetrowsk, die hatte auch die Feldpost-Nr. 05380.

  • Eine 08 als Eigentumspistole (hab ich doch richtig gelesen?) findet sich auch nicht so häufig in Soldbüchern eingetragen...

    Das ist mir noch gar nicht aufgefallen, vielen Dank für den Hinweis!

  • Gerne doch!;)

    Wirklich selten zu finden, zumeist sind nur kleinere wie 7,65er oder 6,35er eingetragen. Oft mit dem Zusatz "aus Heeresbeständen erworben" oder ähnliches. Normalerweise steht das auch separat an anderer Stelle. Ich weiß gar nicht, ob es überhaupt für Soldaten möglich war, die offiziellen 9mm Dienstpistolen im Kriege als Eigentum zu erwerben. Möglicherweise hat er von daheim eine alte 08 (WK1) mitgebracht und eintragen lassen. Wie gesagt, mal abgesehen von der Gesamthistorie für mich ein sehr interessantes Detail.

    Gruß

    Holger