Durften Wehrmachtsangehörige in englischer Kriegsgefangenschaft ein Taschenmesser behalten?

  • Hallo Zusammen,


    ein Bekannter der 1945 6Jahre alt war, ist immer noch von einem Ereignis betroffen, welches sich in der Nähe von Schwerin 1945, kurz nach der Kapitulation ereignet hat. Er sass in einer Weide, die hohl war und ein endloser Gefangenenzug Deutscher Soldaten kam vorbei. Englische Bewachung. Ein Landser wollte sein Taschenmesser haben. Er gab es ihm nicht und macht sich bis heute Vorwürfe deswegen.


    War es besser so für den Soldaten oder hätte er das Messer ohne Probleme mit sich führen können in die Kriegsgefangenschaft.


    Vielleicht kann jemand das Trauma dieses 84 Jahre alten Mannes erhellen mit einer Antwort.


    Danke schon mal.

  • oder hätte er das Messer ohne Probleme mit sich führen können in die Kriegsgefangenschaft. …


    Für mich sehr schwer vorstellbar, dass er das Messer in Kriegsgefangenschaft hätte behalten dürfen.

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  • Hallo,

    die gefangenen deutschen Soldaten wurden sehr schnell gründlich gefilzt,gerade wegen solchen"kleinen" Waffen,welche sich gut verstecken ließen...

    Man hatte schlichtweg Angst,daß die Soldaten "durchdrehen" und Fluchtversuche unternehmen könnten,und dabei eigene Wachleute verletzen oder gar töten könnten...

    Wahrscheinlich ist es bei dieser Episode so gewesen,daß die Gefangenen schon gefilzt waren,und der deutsche Soldat dachte,er könne jetzt mit einem Taschenmesser was anfangen...

    Aber dem wird so nicht gewesen sein...

    Kam der deutsche Gefangene zu einer nächst größeren Sammelstelle,wurde er wieder gefilzt und da hätte man ihm das Taschenmesser wohl auch abgenommen...

    Obwohl es durchaus gelungen ist,aber in ganz geringen Fällen,daß Stücke,welche man den Soldaten abgenommen hätte durch kuriose Umstände bei den Soldaten blieben...und das die ganze Gefangenschaft...


    Gruß Wolf

  • Ich habe ein Taschenmesser, dass ein deutscher Landser aus russischer Kriegsgefangenschaft mitgebracht hatte.

    Er hatte es die ganze Zeit dabei. Es hatte keine Spitze, war vorn rund geschliffen aber sau scharf.

    Alles, was man in dieser Zeit für seinen Charakter tun kann, ist, zu dokumentieren, daß man nicht zur Zeit gehört.Johann Gottfried Seume 1763-1810

  • Ich denke es kam auch immer drauf an wie und oft die Gefangenen gefilzt wurden - oft konnten die Bewacher ja alles Brauchen und es wurde alles abgenommen. Ich kannte einen Flieger der hat über 4 Jahre russische Gefangenschaft sein Soldbuch geschleust - er hat es im Lager angekommen immer erfolgreich unter der Bracke verstecken können und so konnte er es behalten und schliesslich wieder mit nach Hause bringen.....!

    Taschenmesser hatten die wohl öfter - man sieht ja immer wieder das oft Schnitzarbeiten mit nach Hause gebracht wurden - oder so was wie Schachspiele selbst angefertigt wurden.......ob die Taschenmesser offiziel waren oder nicht....

    Suche immer schöne Wehrpässe und Soldbücher
    vor allem fliegendes Personal - Bordfunker - LNS 3 Pocking - Niederbayern
    Für nicht Supporter: sharant@web.de

  • ....

    Obwohl es durchaus gelungen ist,aber in ganz geringen Fällen,daß Stücke,welche man den Soldaten abgenommen hätte durch kuriose Umstände bei den Soldaten blieben...und das die ganze Gefangenschaft...


    Gruß Wolf

    Mir sind zwei solcher Fälle bekannt.

    Einmal hat der mir bekannte Soldat sein Soldbuch - obwohl es ihm zunächst abgenommen wurde - hinterrücks wieder ansich genommen und bis heute in Besitz behalten. Im zweiten Fall hat der Soldat ein Flakkampfabzeichen über sämtliche Filzereien gerettet. Wo er DAS versteckt hat möchte ich jetzt gar nicht wissen - zumal das gute Stück sich seit 30 Jahren in meinem Besitz befindet. Also möglich war es wohl schon, dass die Leute Kleinigkeiten durch die Gefangenschaft gerettet haben. Da war sicher auch die eine oder andere "Waffe" dabei. Das passierte aber relativ sicher ohne Wissen und Wollen der Bewacher.

  • Ich hatte einen sehr guten Bekannten, der war Sanitätsfeldwebel bei der Wehrmacht und beim Surm auf Sewastopol dabei.

    Ein lustiger Sudetendeutscher. Er hatte seine Dienst-Taschenuhr durch die komplette russische Gefangenenschaft geschleust. Er hatte beid der Gefangenennahme ein Loch in der Hosentasche und sie hing mit einer Schnur befestigt innen am Bein.

    Alles, was man in dieser Zeit für seinen Charakter tun kann, ist, zu dokumentieren, daß man nicht zur Zeit gehört.Johann Gottfried Seume 1763-1810