Beiträge von tague

    "Sieger" gibt es nur in einem Wettkampf. Wir führen eine fachliche Diskussion mit verschiedenen Standpunkten und bei dem möchte ich es auch belassen mit einer Wiederholung meinerseits:


    Jedem seine Meinung.


    Gruß Günter

    zu 1-4: Natürlich wurden gerade die Anschlagbacken und die Laufschiene des Griffstücks speziell gehärtet. Unterschiede zum Bereich des "normalen" Griffstücks oder auch der gehärteten Bereiche zueinander habe ich öfters beobachten können und würden mich nicht stören.


    zu 5 und 6: Kenne ich durchaus so und sogar schlechter.


    zu 7: Wer sagt dir, dass der Grund wirklich dunkel brüniert ist?

    Ich hatte auch schon viele Waffen im schlechten Zustand, mit vielen Macken und habe immer folgendes festgestellt:

    Macke 1 - nicht scharf genug um die Oxidationsschicht zu verletzen (-> dunkler Grund)

    Macke 2 - Oxidationsschicht war verletzt, aber durch die Jahre bildet sich wieder ein dunkler Grund. Ich nehme an, durch erneute Oxidation, Dreck und Waffenöl. Lassen sich meiner Erfahrung auch nicht mehr auf metallisch glänzend reinigen (zumindest schaffte ich es nie).

    Macke 3 - mit metallisch glänzendem Untergrund - Waffe wurde erst vor kurzem massiv beschädigt. (Ist mir leider selber auch schon passiert)


    zu 8 und 9: Für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, was du hier siehst. Falls es die unscharfen Rillen im auslaufenden Bereich sind, diese kenne ich auch nicht anders.


    Gruß Günter

    Hallo Berserker!


    kann alle deine Bedenken nachvollziehen.

    Bei augenscheinlich gut erhalten Waffen ist man immer sehr skeptisch. Ich auch. ;)


    Verfärbungen bei der Brünierung waren fast an der Tagesordnung, diese hängen nämlich nicht nur von der Oberflächenqualität ab, sondern auch zum größten Teil vom Werkstoff, der Härte des Bauteils und natürlich von der chemischen Zusammensetzung des Brünierbads selbst und dessen Temperatur.

    Gerade Mauser hatte große Probleme bei der Umstellung von Streich- auf Tauchbrünierung, welche aber zum größten Teil bis 1939 gelöst waren.


    Überarbeitungen an einer 08 sind allerdings sehr leicht zu erkennen an "auffälligen" Farben, gerundeten Kanten, die Bearbeitungsspuren (Verlaufrichtungen) einer Originalwaffe sind immer ident und können bei einer Bearbeitung auch nicht gehalten werden, bei tauchbrünierten Waffen wie hier auch die Abnützungserscheinungen der Brünierung bei den Teilen zu einander, die Lackierung in "gesichert", Zustand der Griffschalen zum Rest der Waffe, ...


    Alles an der gezeigten Waffe ist aber für mich stimmig.


    Natürlich gebe ich auch Fridspeed recht, dass eine abschließende Beurteilung nur in Natura möglich ist, aber ich würde die Waffe anhand der Fotos kaufen.


    Jedem seine Meinung.


    Gruß Günter

    Gratuliere zu dem schönen Stück, an dem es meines Erachtens nichts auszusetzen gibt.

    Der Lauf hat fast immer eine andere Färbung, überhaupt wenn die Waffe gut erhalten ist.

    Im Anhang mal eine meiner Waffen zum Vergleich.


    Gruß Günter

    Es ist keine Kopie, eher eine verbesserte Variante. Das Griffstück ist deutlich ergonomischer geformt.

    Es gibt keine offiziellen Produktionszahlen, aber ich selbst habe mal eine in Händen gehalten mit einer SN > 9xxx a. Ich gehe daher mal von 20.000 Stk. aus, die gebaut wurden.


    Hier kannst du auch nochmal nachsehen:


    Dwm M1922


    Im Lebenslauf von August Weiß ist anscheinend zu lesen, dass er 1920 in das DWM Stammwerk Wittenau kam um die Produktion, den Zusammenbau und den Beschuss der P08 und den Zusammenbau und den Beschuss der "Browning"-Pistole zu leiten. - Nicht die Produktion - es gehen daher viele Sammler davon aus, dass die Teile in Belgien gefertigt wurden und bei DWM nur zusammengebaut wurde.


    Gruß Günter

    Der Glanz der Schalen gefällt mir gut, bei den Rückseiten bin ich mir nicht sicher.

    Nimm mal eine Nadel oder Büroklammer und erhitze sie und berühre dann die Innenseite einer Griffschale.

    Bei einer Originalen dürfte nichts passieren, da Bakelit. Fast alle Fälschungen sind moderne Kunststoffe, die schmelzen und nach Plastik stinken werden.


    Gruß Günter

    Zustand ist alles.


    Auch vor kurzem eine stinknormale Walther PP ZM, Zustand mint brachte auch 2500 auf egun.


    Günter

    Hallo Markus!


    die Pflaumenfarbe kommt normallerweise von der falschen Temperatur des Brünierbades und kann schon mal vorkommen.

    Wenn diese Stücke nicht tauchbrüniert sondern streichbrüniert waren, ist von einer alten Nachbrünierung auszugehen.

    Kannst du das auf anderen Vergleichsfotos erkennen? (Meistens sind bei einer Streichbrünierung die Innenteile blank)

    Originalbrünierung halte ich aufgrund der deutlichen und gleichmäßigen (pflaumenfarbig genau wie "brünierfarbig) Bearbeitungsspuren für am wahrscheinlichsten, denn ohne mechanische Bearbeitung (Rostentfernung) eine Nachbrünierung durchzuführen ist völlig sinnlos.

    Zum Vergleich mal eine pflaumenfarbige Beretta.


    Beretta%201934%20G29060%20links.jpgBeretta%201934%20G29060%20rechts.jpg


    Günter