Beiträge von Wilder Jäger

    Ich würde auch sagen, daß wenn nicht die Ordensdevise darauf steht, es nicht der Hosenbandorden ist.


    Wappen (Coat of arms) und Abzeichen (Badge): Wappen sind in Großbritannien etwas Höchstpersönliches. Selbst enge Verwandte, die im Grundsatz dasselbe Wappen führen, müssen im Schild Unterscheidungszeichen anbringen, aus denen genau hervorgeht, wie sie mit dem Familienoberhaupt und momentanen Träger des unmodifizierten Wappens verwandt sind. England und Schottland verwenden hier zwo unterschiedliche, sehr komplexe Systeme. Solche Wappen werden schnell unübersichtlich.


    Ein Abzeichen kann dagegen jedermann tragen, der vom Stifter des Abzeichens dazu ermächtigt wurde. Im Mittelalter trugen Soldaten das Abzeichen ihres Führers, niemals dessen Wappen. Auch die meisten Mitglieder der sehr großen und verzweigten Clans dürften imho meist nicht berechtigt sein, ein Wappen zu führen, deswegen gibt es die Clansabzeichen.


    Gruß, Jäger

    Okay, jemand korrigiert mich per PN. Es war Hindenburg, der einmal alle Säbel und Degen seiner Offiziere zu Ehrenwaffen erhoben hat. Ob Mackensen etwas ähnliches getan hat oder ob ich mir eine peinliche Verwechslung geleistet habe, kann ich jetzt auch nicht sagen.


    Gruß, Jäger

    "Echte" Ehrenwaffen aus der Monarchie dürften oft eine entsprechende Widmung in Form einer Ätztung oder Gravur aufweisen, aber das änderte sich nach dem verlorenen Kriege. Eben weil Ehrenwaffen weitergetragen werden durften, bemühten sich die Offiziere, ihre ganz gewöhnlichen Dienstwaffen zu Ehrenwaffen umzudeklarieren. Ich glaube es war Mackensen, der allen ihm unterstellten Offizieren ihre eigenen Degen pro forma als Ehrendegen verlieh. Darüber gab es dann höchstens eine Urkunde. So weit, so bekannt.


    Also würde ich sagen: Das Portepee legt nahe, daß dieser bestimmte Säbel als Ehrensäbel oder unter dem Vorwand, ein Ehrensäbel zu sein, im Polizeidienst weitergetragen worden ist. Etwas, was grundsätzlich dagegen spräche, gibt es nicht, aber letztgültige Sicherheit gibt es auch nicht. Oder?


    Gruß, Jäger

    Grundsätzlich unterschieden sich die Waffen der Unteroffiziere ohne Portepee nicht von denjenigen der Mannschaften. Unteroffiziere mit Portepee trugen die Waffen der Offiziere in der einfachen, "ordonnanzmäßigen" Ausführung.


    Gruß, Jäger

    Unterärzte waren Absolventen der Kaiser Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen und Berufssoldaten; einjährigfreiwillige Ärzte dagegen hatten an zivilen Universitäten studiert und leisteten ihren Wehrdienst ab, bevor sie ins Zivilleben zurückkehrten. Nur sie trugen die Einjährigen-Schnur.


    Jedenfalls soweit ich das verstehe.


    Gruß, Jäger

    Ein "Fussartillerie Regiments Nr 96 KR Sachsen" gab es leider nicht. Ich nehme an, daß die Schulterklappen dem (ebenfalls sächsischen) selbständigen Fußartillerie-Bataillon 96 zuzuordnen sind, einer Kriegsformation. In dieser Form ab 1915, glaube ich.


    "Schulterklappen KR Sachsen eines juniorgraden Arztes" - ein einjährig-freiwilliger Arzt im Range eines Fähnrichs.


    Die rechteckigen Schulterklappen sind typisch für Sachsen.


    Bitte nicht übelnehmen!


    Gruß, Jäger

    Wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf:


    Als Ziffern bezeichnet man im Deutschen die Zahlen von 0 bis 9.


    Als Chiffre bezeichnet man eine Methode zur Verschlüsselung von Texten.


    Das englische Wort cypher heißt in der deutschen Übersetzung im allgemeinen Monogramm. Wenn es um die Herrschermonogramme geht, die im Militär verwendet werden, ist der zeitgenössische Ausdruck Namenszug üblich.


    Gruß, Jäger

    Preußischer Infanterie-Offizierdegen neuen Modells mit Scheide in der Ausführung ab 1910. Als Kriegsausführung bezeichnet man gemeinhin diejenigen Stücke, deren Gefäß nicht mehr aus dem Sparmetall Messing, sondern aus Eisen gefertigt war. Für die Schwärzung würde ich den Begriff "kriegsmäßig geschwärzt" analog zu "kriegsmäßig geschärft" vorschlagen ;-)


    Ergänzung: Die Fingerschlaufe sehe ich auf Bild #4.


    Gruß, Jäger

    Soll einen Sergeanten darstellen,müsste dann einen großen Knopf mit Adler oder Löwe links und rechts am Kragen auf Höhe der Schulterklappen haben.
    DEA:)


    Wieso Sergeant? Uffztresse ohne Auszeichnungsknopf = Unteroffizier oder Fähnrich. Am Mantel wurde die Tresse allerdings nicht getragen, da gehören Kragenpatten mit senkrechten Streifen hin.


    Gruß, Jäger

    Warum nicht einfach den Vereinsvorstand fragen? Wenn man nicht besserwisserisch auftritt, sollte das doch kein Problem sein.


    http://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__1.html


    Schaukampfwaffen sind nicht "ihrem Wesen nach dazu bestimmt [...], die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen", sie sind im Gegenteil dazu bestimmt, unfallfrei Fechtvorführungen darbieten zu können. Ganz im Gegensatz zu einem Seitengewehr; auch wenn es nicht kriegsmäßig geschliffen ist, ist es eine Waffe.


    Wenn man mal einen Mittelaltermarkt systematisch kontrollieren würde, fände man sicher trotzdem einen Haufen Rechtsverstöße.


    Gruß, Jäger

    § 42 WaffG verbietet (Absatz 1) das Führen von Waffen auf "öffentlichen Vergnügungen, Volksfesten, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen, Märkten oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen". Gemäß Absatz 2 kann die zuständige Behörde allgemein oder für den Einzelfall eine Ausnahmegenehmigung erteilen.


    Ich gehe davon aus, daß der Verein über eine solche Genehmigung verfügt und würde das einfach beim Vorstand erfragen.


    Möglicherweise handelt es sich auch um eine einer Theateraufführung gleich zu achtende Vorführung nach Absatz 4, dann würde das Verbot nicht gelten, aber das kann ich nicht beurteilen.


    Den meisten schwertähnlichen Objekten, die auf Mittelaltermärkten geführt werden, mangelt übrigens die Waffeneigenschaft und sie unterliegen nicht dem WaffG.


    Gruß, Jäger

    1. Artillerie-Extrasäbel oder Junkersäbel, würde ich sagen, allerdings passen die beweglichen Trageringe nicht zu einem Mannschaftsstück. Ich weiß nicht auswendig, wann die abgeschafft wurden.


    Gruß, Jäger