Beiträge von Wittmann2012

    Aber wenn jetzt jemand so einen Nachlass ersteigert , ist die gezahlte Summe , plus Aufgeld , eben genau der Wert von solchen Stücken . Wären sie mehr Wert , hätten die anderen Mitbieter wahrscheinlich auch weiter geboten , oder nicht ?


    Das ist ja nun wirklich falsch. Mein umfangreichster DK Nachlass kommt aus einem Auktionshaus für weniger als 10.000€. Da habe ich Angebote von 16.000€ dankend abgelehnt. Letztes mal bei Ratisbons habe ich gekauft: EK 1 1914 im Etui 250€, Fliegerbluse 500€, Offiziersschirmmütze Luftwaffe 500€, Nachlass Spanienkreuz in Gold Träger 400€. Zwar plus Aufgeld, aber alles billig. Und ja, das kann auch bei großen Nachlässen passieren. Es gibt viele Faktoren: Unbekanntes Auktionshaus, Interessentenkreis hat gerade in dem Moment kein Geld, gerade etwas andere gekauft, schlicht die Zeit verschwitzt, usw usw. Die meisten Händler kaufen über Auktionshäuser ein. Das könnten sie wohl kaum, wenn da jeweils immer der Endpreis erzielt würde.



    Bei unbekannten Personen , welche Geschichtlich nicht relevant sind , sehe ich das entspannter . Hier wird auch der Preis dementsprechend niedriger sein . Wenn sich jetzt Leute darüber aufregen , das auch solche Gruppen zerrissen werden , können sie das ja gerne kaufen und sich zu Hause hinlegen , nur um es zu " Retten " ....

    Viele haben eben abgegrenzte Sammelgebiete . Nur die wenigsten sammeln " komplette Nachlässe " . Warum sollte ein Uniformsammler sich Papiere , Fotos oder Orden hinlegen , wenn er daran kein Interesse hat ?

    Warum sollte sich ein Sammler von Orden und Ehrenzeichen Uniformen oder Blankwaffen hinlegen , wenn er daran kein Interesse hat ?

    Diese Aufzählung kann man jetzt noch lange fortführen , das Ergebnis ist immer das gleiche .

    In meinem Sammelgebiet gibt es so etwas wie " Nachlässe " nun einmal nicht . Ich vergleiche es mal bei mir , mit dem Ankauf einer ganzen Sammlung . Nur weil mich dann evtl. 10 % dieser Sammlung interessieren und 90 % eben nicht , würde ich sie auch nicht kaufen . Ich hätte dann einen Menge Kram da liegen , welcher mich absolut nicht interessiert .


    Die Nachlässe unbekannter Personen haben auch einen historischen Wert, weil sich daraus Rückschlüsse ziehen lassen von der Einheitengeschichte bis zur Ausrüstung & Ausstattung. Gibt unzählige Beispiele. Für uns ist das vielleicht nicht so naheliegend, weil der WK 2 noch nicht mal 100 Jahre entfernt ist, aber jeder Archäologe kann ein Lied davon singen, wie erheblich für die Geschichtswissenschaft der Fundzusammenhang der jeweiligen Gegenstände ist.


    Vor dem Hintergrund kann man auch kaum das Auflösen einer neuzeitlich aufgebauten Sammlung mit dem Zerreißen eines historisch-zusammengehörigen Nachlasses vergleichen.


    Hier sehe ich das bei dem Nachlass von Marco noch relativ entspannt, da der Nachlass ja in Gänze dokumentiert worden ist und die relevanten Dokumente sowieso zusammen bleiben.


    Es sind die Auktionshäuser. Lies auch mal die AGBs eines beliebigen Auktionshauses. In der Regel steht sogar drin, dass sie sich vorbehalten, Lose aufzuspalten.

    Ich sehe da eine alte Reparatur, die absolut zeitgenössisch sein kann. Wie man jetzt auf die Idee kommen kann das jetzt neu zu befummeln, um es eventuell handwerklich etwas sauberer zu machen, will mir nicht in den Kopf ...

    Und noch ein Nachtrag: Hier wird immer gerne der Händler als böse dargestellt, der um des schnöden Profits willen auf die Geschichte nichts gibt.


    Aber wenn ich mir überlege wie viele hunderte Nachrichten ich in meinen mittlerweile mehr als 10 Jahren hier nach der Vorstellung von guten Nachlässen bekommen habe, weil Leute nur einzelne Sachen haben wollten. Den meisten Sammlern ist der geschichtliche Zusammenhang leider auch scheiß egal, solange sie ihr Sammelgebiet abgekapselt voran bringen. Was ich alleine schon für Angebote von Soldbuchsammlern bekommen habe, um Soldbücher aus meinen Nachlässen zu entfernen .... Die erlauchten Sammler sind kein Stück besser als die Händler.

    Ich selbst sammele ja eigentlich nur Nachlässe, deshalb bin ich wohl der allerletzte, der das Zerreißen einer solchen Gruppe bejubelt.


    Aber es erscheint mir bisweilen auch alles etwas scheinheilig, wenn jetzt auf einem kleineren Händler herumgehackt wird. Morgen schauen dann wieder alle mit Freude bei den großen Auktionshäusern Ratisbons, Hermann Historica und Thies rein und steigern eifrig mit. Hunderte Nachlässe sind durch die großen Spieler am Markt zerrissen worden und habt ihr deshalb dort nicht mehr gekauft?


    Diese Auktionshäuser lassen ja nicht mal die Urkunden zusammen. Den Nachlass von Friedrich Bonte konnte man urkundenweise bei Hermann erwerben. Nur einer von vielen. Es gibt unzählige bedeutende Nachlässe, die so über den Jordan gegangen sind.


    Marco Kögl hat den Nachlass nahezu geschlossen verkauft und die Stücke, die für den Käufer nicht interessant waren eben einzeln verkauft. Vorher hat er ewig versucht alles zusammen abzugeben. Es ist schade, aber das wichtigste ist zusammen geblieben. Es ist eben auch einfach für uns schlau daher zu reden, wenn man nicht davon leben muss.


    Was mit diesem Nachlass (der in seinen wesentlichen Teilen zusammen geblieben ist) passiert ist, ist zwar irgendwo bedauerlich, aber es ist nicht ansatzweise damit zu vergleichen, was die großen Spieler am Markt mit ähnlichen Nachlässen ständig veranstalten.


    Wer Marco Kögl hier kritisiert sollte dann so konsequent sein und sich bei jedem großem Auktionshaus im Militaria Segment abmelden.


    Gruß Albrecht

    Die ewige Preisdiskussion. Bringt eh nix.

    Ich finde Ordenpeter macht das richtig. Er hat nicht gesagt, dass die Sachen 1000-1200 wert sind, sondern dass Manni das bei der Verhandlung als Anrechnung versuchen soll.

    Warum zum Teufel soll er gleich mit der absoluten maximalen Obergrenze antanzen. Manni ist Geschäftsmann. Geld einfach nur von A nach B zu schieben, verbunden mit Arbeit/Risiko/Kapitalbindung usw macht KEIN guter Geschäftsmann.

    Aber das geht bei vielen einfach nicht in die Birne.


    Nun war Mannis Frage ja aber nicht, was der super günstige Absahnpreis ist, sondern was die Urkunden wert sind. Er wird schon Geschäftsmann genug sein, um dann selbst kalkulieren zu können, mit was er sie anrechnet. Hier hat doch kein Mensch irgendwo geschrieben, dass er sie zum Höchstpreis kaufen soll?


    Davon, dass ein Drittel erklärt, dass der Nachlass schön sei, ein weiteres Drittel erklärt, dass es Interesse hat und das andere Drittel den Tip gibt, die Sachen ja günstig anzukaufen, ist ihm hier auch nicht geholfen. Vielleicht einfach mal die Eingangsfrage des Themenerstellers beherzigen. Die Urkunden kosten alleine 1000-1200€. Was Manni draus macht, kann er dann doch entscheiden.

    Auch für das EK2 musste der Kopf hingehalten werden... für mich wild genug.


    Schöne Spange.


    Keine Frage. Es soll auf gar keinen Fall die Leistung der Person in irgendeiner Form herabgesetzt werden. "Nichts Wildes" ist eine rein phaleristisch-ordenskundliche Aussage zur Klassifizierung der Seltenheit. Und in dieser Hinsicht sind die deutschen Auszeichnungen - wenn auch tapfer erkämpft - eben absolut gängig.

    Moin Albrecht


    Die Frackschnalle finde ich sehr schön auch wenn nichts großes dran ist. Da fängt das Jahr für dich ordentlich an :thumbup::thumbup:


    Sedlatzek war ja gut vertreten in Berlin. Und Friedrich ab August 1938 Dann Friedrich Sedlatzek Der bekannte Orden Spezialist.


    Vielen Dank für Deine Meinung Heiko. In der Tat sind die deutschen Auszeichnungen bzw. die Kriegserinnerungsmedaillen nichts Wildes. Die Besonderheit ist hier für mich einfach die Kombination mit dem Orden der aufgehenden Sonne. Man findet ab und an mal deutsche Schnallen mit der japanischen Rot-Kreuz-Medaille, weil wirklich viele deutsche Mediziner für Japans Medizinwesen viel geleistet haben. Aber mit dem Orden der aufgehenden Sonne ist das schon meines Erachtens etwas Besonderes.


    Beste Grüße

    Albrecht

    Hallo Jakob,


    leider habe ich keinen Namen dazu. Der Orden der aufgehenden Sonne ist wohl einer der wichtigsten Orden Japans. Er wurde 1875 als erster Orden des Kaiserreichs gestiftet und für außergewöhnliche Verdienste um den Staat und im Kampf verliehen. Die Stiftung erfolgte in 8 Klassen.


    Bei der Verleihungsklasse spielte der Rang des Beliehenen eine entscheidende Rolle. Bewährte einfache Soldaten wurden meistens mit der 7. oder 8. Klasse ausgezeichnet. Die hier verliehene 6. Klasse ist für die unteren Offiziersränge oder auch Uffz. und Feldwebelränge.


    Die Verleihung erfolgte meist an deutsche Ausbilder der Armee und Polizei, Diplomaten und Ärzte.


    Beste Grüße

    Albrecht

    Zeitlich genau zum Nachlass passendes Juncker mit Kranztyp 2. Die Punze ist ungewöhnlich, aber scheint es so gegeben zu haben. Es ist wohl die 1. Juncker Punze beim DKiG und nicht so häufig zu finden.


    Und dann ist hier noch hervorzuheben, dass das Stück mal ausnahmsweise eine gut erhaltene Emaille hat. Das ist bei Juncker Stücken ja auch nicht selbstverständlich.


    Gruß Albrecht