Beiträge von Stef.79

    Hallo Leute,


    einigen dürften die englischsprachigen Beiträge von Ed Buffaloe über verschiedenste Taschenpistolen bekannt sein. Auf der Suche nach deutschen Quellen für einen Artikel über die Schwarzlose Pistole Modell 1909 sind wir auf eine ganze Reihe von Werbeanzeigen z.B. aus dem Waffenschmied gestoßen, mit denen sich die Geschichte der Schwarzlose gut erzählen lässt. Den Artikel dazu findet ihr hier (Englisch).


    Den vollständigen Artikel zur Schwarzlose gibt es hier.


    Beste Grüße


    Stefa Klein

    Hallo Leute,


    ich freue mich, euch einen neuen Artikel über die Schwarzlose Pistole Modell 1909 präsentieren zu können.

    http://unblinkingeye...WSLZ/ewslz.html

    Auslöser war ein toller Artikel von Fritz Müller in der RWM Depesche. Wir konnten Fritz für einen englische Version gewinnen. Angereichert wurde der Artikel mit ein paar neueren Daten und Patentzeichnungen.

    Viel Spaß beim Lesen!


    Stefan

    Hallo,


    kurzes Feedback und neuester Stand.
    Ich habe mich mal an den Club Littlegun gewendet und um Identifikation der Pistole gebeten.
    Michel Druart, Pieper Fachmann und Buchautor, hat die Pistole als ein bislang unbekanntes Modell 1919 identifiziert. Bislang war ihm nur ein weiteres Exemplar bekannt, das aber aufgrund Rostvernarbung und unleserlicher Beschriftung fälschlicherweise als Modell 1914 bezeichnet wurde. Dies passte aber nicht zu den Daten der bekannten Patente. Das Modelljahr 1919 reiht sich hingegen passend ein.
    Aufgrund der Seriennummerbereiche der beiden bekannten Pistolen zw. 36008 und 38675 sollte es also mindestens 2667 Stück geben.


    In der einschlägigen Literatur taucht dieses Modell bislang nicht auf. Die Pieper Modellreihe muss nun also um das Modell 1919 ergänzt werden.


    Beste Grüße


    Stefan

    Hallo Leute,


    ich brauche mal euren Rat. Mir ist die Tage, zumindest rein äußerlich, eine Nicolas Pieper Modell 1920 über den Weg gelaufen. So weit so gut.


    Allerdings hat diese Waffe die zweizeilige Beschriftung links:
    PISTOLET AUTOMATIQUE
    MODELE 1919


    Alle Modell 1920 Waffen, die ich bislang gesehen habe, hatten dort MODELE 1920 stehen.
    Bilder einer Pistole mit Standardbeschriftung findet Ihr dort:
    http://www.littlegun.be/ma_col…1909%20ou%201920%20gb.htm


    Ein Kuriosum?


    Beste Grüße


    Stefan

    Hallo Dieter,


    ein Lob aus deinem Munde wiegt gleich doppelt :)
    Zu dem Randthema TP und TPH kam ich eher durch Zufall. Eigentlich wollte ich mit meinem Sammelthema die gesamte Ära der "klassischen" Ganzstahl Taschenpistolen abdecken. Das Konstruktionsjahr habe ich deshalb bis 1970 beantragt, weil eben TP und TPH da noch mit drin waren. Warum 1970? Nach 1970 kam die "Miniaturisierungsphase", also verkleinerte oder gekürzte Gebrauchspistolen. Später kam dann Polymer dazu... Das hatte für mich zu wenig Charme.
    Die Behörde wollte aber nur bis Konstruktionsjahr 1931 und Baujahr 1945. Als Ausnahme gestattete man mir aber die Walther TP und TPH. So kanns gehen...


    Für einen Anfänger ist das natürlich schwierig. Auf der anderen Seite macht nur Versuch klug. Wenn man explizit TP und TPH beantragt, kann man schlecht auf 1945 zurück gestuft werden. Das Gesetz gibt es auf jeden Fall her. Und 1970 ist schließlich auch schon ein paar Jahre her.


    Beste Grüße


    Stefan

    Hallo Leute,


    hier und hier habe ich in Englisch zwei Artikel über die Walther TP und TPH verfasst.
    Schon länger wollte ich beide Artikel auf Deutsch zusammenzuführen, was ich hiermit tun möchte. Bilder zu den verschiedenen Modellen finden sich in den verlinkten Artikeln. Tipp: auf die Bilder klicken, dann geht ein neues Fenster mit noch mehr Bildern auf.


    Über ein Feedback würde ich mich freuen.
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------
    1. Vorbemerkung
    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb bei Walther ein Marktsegment zunächst unbeachtet. Schließlich hatte man bis Kriegsende erfolgreich Taschenpistolen für den Zivilmarkt gefertigt. Aber erst 1961 erschienen mit der TP (Taschenpistole) und 1969 mit der TPH (Taschenpistole mit Hahn) wieder kleine Pistolen für die Selbstverteidigung. Dieser Artikel stellt die beiden Modelle vor und geht dabei im Schwerpunkt auf die verschiedenen Beschriftungsvarianten ein. Das Funktionsprinzip sowie technische Details werden nur am Rande behandelt.


    2. Die Walther TP
    Die Walther TP kam 1961 auf den Markt und wurde bis 1971 in den Kalibern 6,35 mm Browning und .22 lfb produziert. Sie folgt technisch weitgehend dem Vorbild der Taschenpistole Modell 9, ist aber deutlich größer und hat eine veränderte Kontur. Die augenscheinlichste Änderung ist die Verlegung des Sicherungshebels von der linken Griffstückseite auf die linke Verschlussseite.
    Insgesamt wurden etwa 11.500 Pistolen in 6,35 mm Browning (höchste bekannte Serien-nummer 011465) sowie 3.417 Pistolen in .22 lfb produziert. Die Seriennummern sind sechsstellig, wobei die 6,35er Modelle bei 0000xx (Startnummer unbekannt) und die .22er bei Nummer 200011 beginnen (höchste bekannte Seriennummer 203427). Die Modelle weisen geringfügige, doch für den Sammler höchst interessante Unterschiede auf.


    Frühe Modelle in 6,35 mm Browning tragen auf der linken Schlittenseite den Schriftzug:


    [Walther Banner] Modell TP Cal. 6,35mm


    Auf der rechten Seite lautet die Beschriftung:


    Carl Walther Waffenfabrik Ulm/Do.


    Der rote Punkt der Sicherung hat einen Durchmesser von 4,5 mm. Das Korn ist 1,4 mm breit. Die höchste bekannte Seriennummer mit der frühen Beschriftung lautet 001944. Etwa zwischen Seriennummer 001600 und 002000 wurde der Schriftzug verändert (niedrigste bekannte Nummer 001635). Der Wechsel erfolgte demnach nicht trennscharf, sodass in diesem Seriennummernbereich Modelle mit alter und solche mit neuer veränderter Beschriftung vorkommen. TP’s mit neuer Beschriftung zeigen auf der linken Schlittenseite:


    [Walther Banner] TP Cal. 6,35 Ulm/Do.


    Die rechte Seite bleibt frei. Der rote Punkt der Sicherung hat nun einen Durchmesser von nur noch 3,5 mm und das 2,3 mm breite Korn sitzt nun auf einem gefrästen Block. Bei den Modellen in Kaliber .22 lfb existiert hingegen nur eine Variante mit folgender Beschriftung analog den späten 6,35er Modellen:


    [Walther Banner] TP Cal.-22 L.R. Ulm/Do.


    Das Korn ist 1,4 mm breit, wie bei den frühen 6,35er Pistolen. Der rote Punkt der Sicherung ist hingegen die schmale Ausführung der späten 6,35er Variante. Die früheste mir bekannte .22er Waffe mit dieser Beschriftung hat die Seriennummer 200098 und wurde 1967 beschossen. Es ist deswegen davon auszugehen, dass keine andersartige Beschriftungsvariante existiert.


    3. Die Walther TPH
    Im Juli 1969 startete die Produktion des neuen Modells TPH parallel zum auslaufenden Modell TP. Auch die TPH wurde in den Kalibern 6,35 mm Browning und .22 lfb angeboten. Sie sieht der PPK, abgesehen von der Größe, sehr ähnlich und folgt damit einem erfolgreichen und bewährten Design.


    Es handelt sich wiederum um eine Pistole mit unverriegeltem Federmasseverschluss, wobei der Lauf, PPK-typisch, fest mit dem Rahmen verbunden und die Schließfeder um den Lauf angeordnet ist. Wie die PPK hat die TPH einen geschlossenen Rahmen mit Auswurffenster. Der einteilige Schlagbolzen wird durch die durchbrochene Sicherungswalze in Position gehalten und durchstößt sie mit dem hinteren Ende. Die Walze ist mit dem auf der linken Seite liegenden Sicherungshebel (60°-Sicherung) verbunden – ein System, das bereits am 7. November 1930 patentiert und in der PP und PPK verwendet wurde (vgl. Deutsches Reichspatent Nr. 578765). In gesicherter Position wird der Abzug vom Auslösemechanismus entkoppelt, sodass dieser in gesicherter Position ohne Wirkung durchgezogen werden kann.


    Üblicherweise haben die TPH eine tiefschwarze, glänzende Oberfläche, die bei einigen Waffen einen violetten Schimmer aufweist. Spätere Modelle, insbesondere die späten .22er Pistolen, haben ein eher mattgraues Finish. Neben den Standardmodellen wurden auch eine Reihe von Luxusversionen sowie Jubiläumsmodelle angeboten. Zudem startete 1987 für den US-amerikanischen Markt die Produktion von Stainless-Ausführungen durch die US-amerikanische Firma Interarms. Diese Modelle weisen geringfügige Unterschiede im Gewicht, den Magazinen, der Verschlussfeder sowie der Visiermarken auf. Auf Luxusausführungen und Interarms-Modelle soll hier aber nicht eingegangen werden.


    Während ihrer Bauzeit erfuhr die TPH nur drei Formänderungen:
    • 1970 (ab SN 252 300): Abzugsklinke und Auslösehebel wurden geändert bzw. bei älteren Exemplaren nachgerüstet mittels Einbausatz „Einlage TPH 222 46 07“.
    • 3/1986 (ab SN 295 730): Änderung des Magazinhalters durch zusätzlichen Stift
    • TPH der späten Fertigung: Der Abzugsbügel kann nur dann zur Demontage der Pistole nach unten ausgeschwenkt werden, wenn zuvor das Magazin entnommen wurde.


    Bei den Standardmodellen sind zwei verschiedene Beschriftungsvarianten der linken Schlittenseite bekannt. Die Modelle im Kaliber 6,35 mm Browning sowie Modelle in Kaliber .22 lfb bis etwa zur Seriennummer 300.000 haben eine zweizeilige Beschriftung:


    Carl Walther Waffenfabrik Ulm/Do,
    [Walther-Banner] Modell TPH Cal. 22l.r. (6,35 mm)


    Späte Modelle in Kaliber .22 lfb ab Seriennummer 300.000 tragen hingegen eine vereinfachte, einzeilige Beschriftung:


    [Walther-Banner] TPH cal .22l.r.


    Wesentlicher Unterschied der TPH-Varianten ist die Position der Seriennummer. Bei frühen Modellen findet sich die Seriennummer auf der rechten Griffstückseite hinter dem Abzug. Dann, zwischen 1970 und 1971 um Seriennummer 260.000 wechselte die Position auf die rechte Verschlussseite auf Höhe der Mündung. Die späten .22er Modelle ab etwa 300.000 haben die Seriennummer unterhalb der Auswurföffnung.


    Die TPH wurde bis 1997 in einer Stückzahl von etwa 35.000 im Kaliber .22 lfb und etwa 20.000 im Kaliber 6,35 mm Browning produziert. Alle Waffen weisen eine sechsstellige Seriennummer oberhalb 250.000 auf. Späte .22er erreichen Seriennummern knapp über 300.000. Bei etwa 55.000 gebauten Waffen kann deswegen davon ausgegangen werden, dass die Waffen ohne Rücksicht auf das Kaliber durchgehend nummeriert wurden.


    4. Fazit
    Die Pistolen TP und TPH sind derzeit vermutlich eher selten im Fokus von Sammlern. Es handelt sich hierbei jedoch um ein relativ kleines und überschaubares Sammelgebiet, das definitiv „Lust auf mehr“ macht. Zudem bewegen sich die derzeitigen Preise für ungeschossene oder wenig geschossene Modelle in neuwertigem Zustand, in der Originalverpackung, inklusive sämtlichem Zubehör selten über 150 Euro. Für einen Sammler mit kleinem Budget kann dies somit durchaus lohnenswert sein.

    Hallo Leute,


    ich melde mich hier im Forum im Funkkreis an. Zu mir. Ich sammle seit einigen Jahren Taschenpistolen in 6,35mm Br und 7,65mm Br. Der Schwerpunkt liegt auf den Ländern Deutschland, Belgien und Österreich.


    Zum Thema Ortgies habe ich mit einem befreundeten US-Sammler einen recht ausführlichen Artikel verfasst, der sicherlich euer Interesse wecken dürfte (Achtung: Englisch).


    http://unblinkingeye.com/Guns/Ortgies/ortgies.html
    Tipp: Auf die Bilder klicken, dann öffnet sich jeweils eine Dia-Show.


    Nicht vorenthalten möchte ich euch eine Ortgies in 6,35mm Br mit bislang in der Literatur vollkommen unbekannter Beschriftung, die sich in meinem Besitz befindet. Diese lautet:
    ORTGIES’ PATENT
    D.W.A.E.


    Beste Grüße


    Stefan