Beiträge von Flyingdutchman

    Servus Sammler32,



    Schönen guten Abend,


    ich sehe, das Thema interessiert Dich, gut so.

    Schau, mein Lieber. Der Sven hat schon recht, wer sich ernsthaft mit diesen Abzeichen beschäftigt wird hohle wie neu aussehende Stücke nicht groß beachten. Er wird irgendwelche Nachkaufstücke, egal ob aus den 1920er, 1940er oder 2000er Jahren ebenfalls nur insofern seine Aufmerksamkeit schenken, als er sie abgrenzen möchte, zum wahren Jakob. Da ich gerade vergnüglich an einem Buch über DDR Dolche mitwirke weiß ich, dass man das dort ganz genauso sieht, und zwar gnadenlos. Sven schrieb es ja schon.

    Warum, bitte, sollte das hier anders sein?


    Aber Dir ist auch zuzustimmen. Das vorgestellte Abzeichen ist noch nicht als "nachweisbares Göde-Stück betitelt".

    Das wird so leider auch nicht gehen. Göde hat seine hohlen Machwerke bedauerlicherweise nicht markiert. So kann man nur auf die dünne Nadel achten, falls sie nicht verändert wurde. Und, schau bitte hin, das vorgestellte Stück hat genau diese Konfiguration. Darum hatte ich mir ja auch gestattet, diesen Textteil rot zu markieren.

    Aber, avec plaisir, gern dazu noch die Rückseite aus dem Artikel, wenn Dir der Text nicht reicht. Der Artikel von Herrn Lautenschläger ist sehr schwierig und nicht immer korrekt, aber das ist eine andere Sache, und bei Göde kennt er sich aus.

    Also: Bitte versteh doch, dass niemand NACHWEISEN kann, dass es sich um ein Machwerk der genannten Firma handelt, außer der Produzent dieser Dinger. Ich kann Dir nur nachweisen, und ja, das könnte ich, dass es kein Stück aus dem von mir genannten Verleihungszeitraum ist, sorry, mehr geht nicht.


    Bitte entschuldige meine etwas nervige Art in dieser Sache. Im Grunde hast Du ja recht. Wir sollten Interessierte hier nicht mit irgendwelchen unbelegten Behauptungen abspeisen, daher versuche ich es ja auch etwas ausführlicher.


    Beste Grüße

    Hermann


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    Hallo.

    Es tut mir leid, wenn Du diesbezüglich noch Diskussionsbedarf siehst, trotz beruflicher Anspannung will ich noch darauf eingehen, interessiert mich das Thema Marine doch.


    Vorgeschlagen durch den Kaiser wurde der Beginn der Verleihung zum 1. Februar 1918. In den kurz vorher stattfindenden Prozeduren des Reichs Marine Amtes wurde bestimmt, dass „das Abzeichen nur im Kriege erworben“ wird.


    Der von Patzwall angenommene Nachverleihungszeitraum hängt auch mit dem Ende der kaiserlichen Marine im Jahre 1919 zusammen. Zitat:

    Auf Grund des Gesetzes, das die Nationalversammlung am 16. April 1919 billigte, hieß die deutsche Marine Vorläufige Reichsmarine. Sie war nach Beendigung des Ersten Weltkriegesaus der Kaiserlichen Marine des Deutschen Kaiserreichs hervorgegangen. .„ (Wikipedia)

    Die neue Marine hatte formal gar keine Berechtigung das Abzeichen zu verleihen, hat es aber wohl getan, wie auch nachträgliche Beförderungen noch ausgesprochen wurden. 1921 endete das aber mit Gründung der Reichsmarine. So erklärt sich die Annahme der Autorenkollegen.

    Dein „... heißt man weiß es nicht genau“ ist insofern nicht unberechtigt, aber auch nicht wirklich zielführend. Man weiß nach den vielen im 2. WK vernichteten Akten in der Tat vieles nicht genau. Leider.


    Natürlich ist das hier eine andere Waffengattung: U-Boot Kriegsabzeichen 1918, hohl


    Grundsätzlich fehlt mir leider die Zeit hier immer wieder Erklärungen abgeben zu müssen, mache es aber gelegentlich gern. Wenn Forumskollegen nun Stücke aus dem Nachverleihungszeitraum hier diskutieren möchten ist das völlig ok, und ja, auch diese Stücke sind durchaus sammlungswürdig. Eine Zuordnung des anfänglich vorgestellten Stückes wird dadurch vielleicht sogar möglich, wer weiß.

    Mein pers. Fazit mit dem von mir dem Einsteller gegebenen Rat wird das aber kaum ändern.


    Beste Grüße

    Flyingdutchman

    Guten Morgen,


    es wird wohl niemand die Frage klären können, um was es sich hier handelt. Mit Sicherheit nicht um eines der verliehenen Stücke, davon gibt es nämlich nur wenige Originale, und die sind vermutlich alle von Walter Schott gestaltet und von seiner Künstlerwerkstatt auch hergestellt worden. Eine Verleihungsvoraussetzung waren mind. zwei Feindfahrten mit 150 Seetagen. Wenige Nachverleihungen werden bis in die Jahre 1919/1920 angenommen.


    Ich würde in das von Dir vorgestellte Stück weder Zeit noch Geld investieren. Es ist schon aufwändig genug die Schott Stücke zu verstehen, die grüne Farbgebung sowie die sog. „Flaws“, von den Fälschungen einmal ganz abgesehen.

    Hier Vergleiche mit den Abzeichen anderer Waffengattungen, Herstellern und Zeiträumen anzustellen wird Dir nicht weiterhelfen, es verwirrt nur.


    Sorry, dass ich bezüglich des von Dir vorgestellten Exemplares nicht weiterhelfen kann.

    Gruß

    Hermann

    Servus,


    originaler Dolch, Griffwicklung fehlt wohl nicht, gab es ohne, Dragoner sagte es. Ansonsten Einschätzung meiner geehrten Vorantworter teile ich.


    Wer führte die? Die Einordnung als Lotsendolch ist naheliegend und begründbar, zumal es Abbildung eines Lotsen mit Dolch gibt. Letztlich sicher beweisbar? Nein, da hat Dragoner 08 wohl auch recht.


    Kinderspielzeuge aus der Zeit sind immer mit abgerundeter Spitze, logisch.


    Der sog. Amazone-Dolch ist eine unterkomplexe Erfindung amerik. Autoren, wie so vieles. Im Grunde stammte sie von einem Herrn Puype aus den 1970er Jahren als dieser eine Gruppe Dolche entdeckte, die offensichtlich preußisches Aussehen hatten. Er schaute in die damals verfügbaren Bücher über frühe deutsche Marinen und datierte sie in die Zeit der „Amazone“. Nachschreibende US Autoren übernahmen dies und schon war der „Amazone Dagger“ geboren. Wie so vieles im Leben ist dies weder ganz richtig noch wirklich falsch.


    Die von Dragoner08 benannten Dolche wurden vermutlich auch auf der Amazone geführt, aber nicht nur. Sie sehen nicht aufwändig aus, sie sind es aber. So haben sie zB einen Griffkern aus Holz, der mehrfach eingekerbt wurde, damit der Griff nicht reißt wenn er Seewasser und Gischtspray ausgesetzt wird. Die Datierung einiger Exemplare geht aber in die Zeit der napoleonischen Kriege, mindestens! Leider ergab ein wiss. Datierungsversuch in Zusammenarbeit mit Prof. Föll von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nur einen sehr groben Datierungsrahmen. Für eine dendrologische Altersbestimmung müsste man einen Griffkern zerschneiden. 😳

    Auf der Amazone wurden versch. Blankwaffen vorgeschrieben und geführt. Wie das Mitglied Tidax hier aus dem MFF kürzlich herausfand und belegen kann, wohl sogar Dolche vom 1848‘er Muster, eine der vielen spannenden Recherchen dieses Mitgliedes.


    Schöner gezeigter Fund, der sicherlich seinen Abnehmer finden wird.

    Gruß

    Hermann

    ... das ist ein guter Gedanke, in der Tat. 🤔

    Gruß Flyingdutchman

    Servus,


    mir ist die Produktion aus Suhl natürlich klar. Sooo aufwändig sind diese Geschenkdolche auch gar nicht. Aber ich danke für Deine allgemeinen Infos.

    Näheres zur Originalität des HoNNecker Stückes konnte ich leider dem auch nicht entnehmen. Vielleicht kommt ja noch was hier im Forum.
    Dennoch vielen Dank !

    Gruß

    Flyingdutchman

    also ich hab zumindest schon einmal so einen oder sogar diesen Dolch in denn Händen gehabt...allerdings ohne diese Widmung...

    Ich kann ja mal fragen ob ich Bilder davon machen darf....aber nur wenn interesse zum anschauen besteht...

    Kann aber bis nächste Woche dauern.


    Grüße Swen

    ... das wäre spannend! Danke !

    ... ich weiß, es soll diese Art Geschenkdolche lt. Literatur gegeben haben. Ob das ein Beleg ist? Vielleicht gibt es ja zeitgen. Fotos auf denen man Kosmonauten mit so einem Stück sieht, wer weiß?

    Dieses Stück jedoch bezweifle ich erstmal, aus den o.g. Gründen.

    Ich kenne Kurt, netter Kerl mit teilweise sehr speziellen Interessen. Er versteht einiges von Blankwaffen, in der Tat, sein Wissen ist aber extrem weit gefächert und nicht tiefgehend. Ändert jedoch leider nichts an den sich aus dem Stück ergebenden Fragen.


    Der Text lautet:

    „In tiefer Liebe und Verehrung gedenken am 11. September 1977 die Kommunisten und alle aufrechten Kämpfer für Frieden und Sozialismus des 100. Geburtstages des Helden Feliks Edmundowitsch Dzierzynski

    Einer der Helden an der unsichtbaren Front ist der hervorragende Kommunist, Internationalist und Kundschafter, der Minister für Staatssicherheit Armeegeneral Erich Mielke


    Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands

    (E. Honnecker)

    Generalsekretär“


    Besten Dank für die Hilfe !


    Gruß

    Flyingdutchman




    Foto: Kurt Glemser, A Guide To Military Dress Daggers IV.

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    Hallo an die Wissenden,


    da finde ich im Buch eines Kollegen einen Dolch, bei dem sich mir Fragen aufwerfen.

    Bezug nimmt das schöne Stück auf den 100. Geburtstag des Gründers der Tscheka,


    Das Design erinnert mich an ital. Renaissancewaffen, dazu den Tand mit Glitzersteinchen, anscheinend Rubine. Vom Design her erinnert nichts an den Arbeiter und Bauernstaat, auch nichts an Schwert und Schild der Partei, was hier sicherlich angebracht gewesen wäre. Nun, gut. Kann ja noch sein, ist halt eine Art Brieföffner, so ohne Scheide.

    Da der Schenker und der Beschenkte beide Waidmänner waren, wurde offensichtlich an das ganze, im style Libanaise gehaltene Produkt , ein Rehbockhaupt gepappt. Das Jäger keine Dolche führen, geschenkt.

    Wirklich witzig ist, dass der Name des Staatsratsvorsitzenden der Deutschen Demokratischen Republik falsch geschrieben wurde.


    Mal im Ernst, da hat sich doch jemand einen Scherz erlaubt, oder?

    Gruß

    Flyingdutchman


    Foto: Kurt Glemser, A Guide To Military Dress Daggers IV.

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    Servus,


    Dir ist ja klar, dass dies im Grunde Seitengewehre sind, die sich an die Dolche - die den Seeoffizieren vorbehalten waren - optisch annäherten. Im Grunde eine Statuserhöhung.


    Diese Stücke sind als Originale daher schon recht selten, recht gut gemachte Kopien überschwemmen übrigens gerade den Markt.


    Ich glaube der Träger auf dem Foto hat ein SG mit Messinggriff, es ist vermutlich eine Reflexion. Als ich Tom Johnson bei dem Buch - aus dem Deine beiden Abbildungen stammen - unterstützte, sprachen wir über dieses seltene Foto.


    Ein Stück wie auf der Musterseite in der Tat abgebildet, habe ich bedauerlicherweise noch nie gesehen, auch nicht auf Fotos. Der den Seeoffiziersdolchen vorbehaltene Elfenbeingriff wäre mE auch zu anmaßend gewesen um sowas dienstlich zu führen. Das heißt nicht, dass es solche Exemplare nicht gab, es wären halt Einzelanfertigungen.


    Gruß

    Hermann