Beiträge von Nadelstreifen

    was ist denn eigentlch mit minderjährigen Besitzern eines alten Magazins vom Flohmarkt (bisher ja ohne Altersbegrezung erlaubt, da kein Waffenteil)? Wo müssen die sich eigentlich melden? Werden Meldungen solcher Personen von der Behörde überhaupt akzeptiert? Wissen die eigentlich von der Gesetzesänderung? Plötzlich haben die es mit dem Waffengesetz zu tun, wie gruselig...

    Ein neuer Gedanke: Egun-Anbieter Frontvogt bietet derzeit Kriesgwaffen-Magazine als Deko an, freiverkäuflich. Bei denen wurde jeweils eine Magazinlippe entfernt, so dass Patronen nicht mehr gehalten werden können. Hat damit schon jemand Erfahrungen gesammelt?

    Der Vorteil: Solche Deko-Magazine gelten nicht mehr als echte Magazine und müssen deshalb auch nicht angemeldet werden.

    Eine Möglichkeit für solche Besitzer, die keine unheimlich wertvollen Exemplare besitzen, und bei diesen Exemplaren lieber eine Magazinlippe abfräsen, somit eine nicht anmeldedepflichtige Version besitzen. Damit schläft man ruhig, ist gesetzeskonform und muss keine Liste auf dem Amt abgeben.

    Bestandsschutz ist ein heißes Eisen. Wenn ich 100 alte Dekos hätte mit einem (alten) und sehr niedrig angesetzten Sammler-Gesamtwert von 50 000 Euro, dann darf ich die natürlich auch weiterhin unangemeldet behalten. Wenn ich die aber an meine Enkel weitergeben möchte, müssen sie nach heutigem Recht EU-deaktiviert sein. Das kostet mich (oder meine Erben) dann bei 600 Euro pro Waffe insgesamt 60 000 Euro. Und alles muss danach angemeldet werden. Ich glaube, die Enkel würden die 60 000 Euro nicht für so einen alten Schrott ausgeben wollen und dann lieber alles entschädigungslos abgeben. Das ist dann keine Abgabe duch Zwang, sondern nach Vernunft. Verlierer ist dann immer der Sammler.

    Hier noch ein paar Gedanken zum oben erwähnten Thema "Melden" oder "Selbtststellen":


    Natürlich muss es jeder selbst wissen, ob er alle Bestände anmeldet.


    Bedenken sollte man aber folgendes:


    Einmal angemeldete Dekowaffen können bei einer künftigen Gesetzesänderung ohne großen Aufwand eingezogen werden. Da gibt es dann nur ein kurzes Anschreiben mit Fristsetzung, und alles ist weg. Wenn der Gesetzgeber plötzlich festlegt, das Dekowaffen ein gefährliches Problem sind, dann werden die einfach verboten. Da reicht schon ein Bastler, der aus einer alten Dekokrücke ein schussfähiges Exemplar macht und Schaden damit anrichtet.


    Oder es folgt eine weitere Verschärfung der Aufbewahrungsanforderungen, plötzlich müssen bisher frei verkäufliche Dekowaffen in einen Tresor mit 300 Kilo Gesamtgewicht. Das können viele Leute (z.B. in kleinen Wohnungen) nicht leisten, dann bleibt nur noch die Abgabe bei der Behörde, also die kalte Enteignung. Oder es wird festgelegt, das Dekowaffen in ein versiegeltes Spezialbehältnis einzuschweißen sind, mit Siegel der Behörde, des Beschussamtes oder so. Das kostet dann pro Waffe vielleicht 500 Euro, ebenfalls eine kalte Enteignung. So weit hergeholt ist das alles nicht, verschärfte Aufbewahrungsregeln haben wir teilweise schon, und die vor Weitergabe an Dritte vorgeschriebene EU-Deaktivierung kostet auch pro Waffe 600 Euro, auch das ist dann eine kalte Enteigung, zumal manche Dekowaffe einst nur 50 Euro kostete.


    Und dann noch ein kleiner Rückblick: Im Mai 1945 wurde von den Alliierten festgelegt, das jeglicher Besitz von Schusswaffen, aber auch von Hieb- und Stichwaffen, aber sogar auch von Radios, verboten ist. Angedroht wurde teilweise die Todesstrafe! Viele Leute haben die Schusswaffen in den nächsten Tümpel geworfen, den alten Säbel vom Vater und das Radio aber behalten. Hätten die sich alle von den Strafandrohungen beeindrucken lassen, dann gäbe es heute in keinem Auktionshaus und keiner Sammlung auch nur einen alten Dolch. Selbst kostbare Vorderladerpistolen wären dann alle in der Schmelze gelandet. Doch die Leute haben sich nicht verrückt machen lassen und vieles einfach nur in der Scheune versteckt.

    Fall: Besitz eines Gehäuses AK 47, nicht deaktiviert und bisher frei. Jetzt verboten.


    Mögliche Lösung: Geschickter Heimwerker nimmt Stahlrohr und baut daraus sehr laienhaft eine Art Dekolauf, ohne Bohrung, ohne Waffeneigenschaft, evtl. aus Gummi.... Damit ist die Dekowaffe wieder komplett. Kein Teil muss irgendwo dokumentiert oder registriert werden. Wenn später jemand fragt: Es ist eine alte erlaubte Dekowaffe aus privater Hand, also nicht anmeldepfliichtig. "Die war schon so."

    Es kommt allen Besitzern sicherlich sehr entgegen, dass bisher wirklich keinerlei Kennzeichnungen auf Deko-Vollautomaten angebracht waren. Keine Behörde könnte heute beweisen, wo das einzelne gute Stück denn nun herkam. Im Zweifelsfall eben immer von privat auf dem Parkplatz vor der Waffenbbörse gekauft (war auch durchaus üblich und ist ja auch nicht verwerflich. Wo sich Sammler treffen, da wird gehandelt. War ja damals nicht illegal, Dekowaffen zu kaufen.

    Richtig, wer um 1998 z.B. eine "PPSHa Mpi 41 russ." als dmals "Teilesatz" erworben hat, kann den Lauf problemlos ausbauen, wegwerfen oder auch nicht. Und zusammenbauen darf er die ja ohnehin schon seit 2003 wieder, vorher war der Zusammenbau verboten. Nach heutiger Sicht wäre das dann ein "Teilesatz" mit nun erlaubnispflichtigen Einzelteilen- nur weil der Lauf mal "weg kam". Wäre der Lauf noch drin, wäre alles erlaubt...

    Und etwas ketzerisch angemerkt: Wer eine Dekowaffe hat, bei der einige Teile verlorengengen sind, was dann? Ist eine Dekowaffe nur dann eine Dekowaffe, wenn alles dran ist? So mancher mag ja aus Angst vor ehemaligen Waffenteilen den Dekolauf weggeworfen haben und nur das behalten haben, was nie Waffeneigenschaft aufwies (Gehäuse etc.). Der soll nun schlechter gestellt sein als der, der die ganze Waffe immer komplett behalten hat? Sehr rätselhaft!

    Genau, und wie schon mal erwähnt, kann kein Mensch auf der Welt beweisen, ob eine Dekowaffe, die laut meiner Rechnung am x. Dezember 2016 bei Firma xy gekauft wurde und nun bei mir herumliegt, wirklich diese jene ist. Keine Seriennummer auf der Rechnung. Ich könnte also zwischenzeitlich tatsächlich die eine gegen eine andere privat getauscht haben, weil die andere besser glänzte. Also: Eine Rechnung "gekauft am bei Firma xy" beweist eigentlich gar nichts, wenn sich das Objekt nicht klar zuordnen lässt. Eine Tasse loses Mehl lässt sich auch keinem Händler mehr zuordnen, weil hier keine Seriennummer existiert. Bei Dekos war es bis zur EU-Regelung auch so: Keine Registrierung von irgendwelchen Nummern und keine Erwähnung auf der Rechnung. Auf einer Rechnung von 1997 stand damals lediglich "TS AK 47" (Teilesatz) und der Preis, mehr nicht.

    Ein klarer Vorteil ist auf jeden Fall, dass zum gesamten Altbesitz an Dekos keinerlei Quittungen vorgeschrieben sind. Niemand musste bisher einen Kassenzettel oder eine Rechnung aufheben, und ich kann immer behaupten, das Dekowaffe X nicht auf Rechnung, sondern per persönliche Übergabe auf der Börse in Kassel gekauft wurde. Alle "Zertifikate" aus der Zeit vor der EU-Deaktivierungsrichtlinie sind ohnehin jetzt bedeutungslos.

    Und: Selbst wenn mir eine Behörde per "gefundener" Rechnung irgendeinen Kauf nachweist, kann ich immer sagen, dass diese Dekowaffe längst an einen unbekannten Käufer per Handschlag verkauft wurde, und die bei mir vorliegende Dekowaffe eine gleichartige, aber andere ist. Keine alte Rechnung der großen Händler enthielt jemals eine Seriennummer der Dekowaffe, also sind ohnehin alle alten Kaufbelege kein Beleg dafür, dass genau jene Deokwaffe gekauft wurde und nicht eine gnaz andere. Wenn früher nichts nachgewiesen werden musste, dann kann das auch nicht später zur Pflicht gemacht werden.

    Ich will nur mal daran erinnern, dass um 2000 die vorher frei verkäuflichen Teilesätze plötzlich (kurzzeitig) nicht mehr erlaubt waren. Händler schrieben damals in ihren DWJ-Anzeigen "Ein vollständiger Besitz aller zu einem Teilesatz gehördenen Teile ist verboten." Da gab es eine große Unsicherheit, ob plötzlich alles Erworbene illegal wäre. Mancher befürchtete, dass sich Behörden die Kundenlisten der Händler holen würden. Nichts dergleichen geschah! Kein Händler musste irgendwelche Listen herausrücken, soweit ich weiß. Zumal auch viele Dinge ohne Quittung direkt auf Waffenbörsen wie in Kassel verkauft wurden, da gab es nie ein Papier. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Behörden nun zu großen Sammlern von Verkaufsbelegen aller möglichen Händler werden, zumal zum Zeitpunkt der Verkäufe nichts Verbotenes getan wurde, also eine Einholung von Unterlagen über solche älteren Vorgänge rechtlich sehr fragwürdig wäre.