Beiträge von GRIMBALD

    Moin, ich danke Dir, aber wie gesagt, den Bericht habe ich nicht selber geschrieben, nur ergänzt und einzelne Formulierungen geändert. Er paßt aber perfekt, um die Urkunde in den richtigen geschichtlichen Kontext zu setzen.
    Und da ich mehr oder weniger durch Zufall inzwischen mehrere Dokumente im Zusammenhang mit Stalingrad in der Sammlung habe, war es jetzt genau der richtige Zeitpunkt, mal etwas zum Thema vorzustellen.
    Freut mich, daß es gefällt!

    Mittlerweile war die 24. Panzer-Division auf 1,5 Kilometer zum Fähranleger “Roter Oktober” aufgerückt und drohte, die 62. Armee in zwei Teile zu spalten. An ihrer vordersten Front war die 24. PD bereits in die nördliche Arbeitersiedlung „Traktorenwerk“ eingedrungen. Da ein Großteil der Panzer der Division inzwischen vernichtet war, übernahm jetzt die Infanterie die Hauptlast, konnte sich jedoch nur im Schneckentempo vorwärts bewegen, da zahlreiche Erdbunker und Häuserfestungen einen schnellen Vormarsch unmöglich machten. Die Geschwindigkeit reduzierte sich von hundert Meter Geländegewinn auf wenige zehn Meter und noch immer waren nicht alle Höhenzüge über den Arbeitersiedlungen in deutscher Hand. Am Mamajew Hügel geriet der Vormarsch durch verstärkten sowjetischen Widerstand vollständig zum Stillstand. Hinzu kam, daß Tschuikow beträchtliche Verstärkungen in den Gefechtsabschnitt entsandte.

    Innerhalb der drei letzten Septemberwochen eroberte das LI. Armeekorps den Westsektor der Arbeitersiedlungen „Roter Oktober“ und „Barrikaden“, die 24. PD konnte sich insgesamt innerhalb von zwei Tagen 6 Kilometer vorwärts bewegen. Danach waren ihre Kräfte völlig erschöpft...


    Bei den schweren Kämpfen um die Arbeitersiedlung „Roter Oktober“ wurde der Gefreite Rudi Pape am 28.9.1942 verwundet.


    Die Urkunde ist am 9.11.1942 bei der Kriegslazarett-Abteilung 533 R ausgestellt und vom Oberstabsarzt und Chefarzt des Kriegslazarett 1/533 (R) Dr. Wegerle unterzeichnet.

    Wegerle selber wurde am 2.2.1944 zum Oberfeldarzt befördert und am 6.9.1944 mit dem KVK 1. Klasse ausgezeichnet.


    Über das weitere Schicksal des Rudi Pape ist leider nichts bekannt. Es ist zu vermuten, daß die Verwundung den Gefreiten vor der Einkesselung in Stalingrad bewahrt hat.


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    Am 28.9.1942 standen die beiden Kampfgruppen in der unteren Arbeitersiedlung „Roter Oktober“ und sahen sich, noch 500 Meter von der Stadtbahn entfernt, zunehmenden und besser organisierten sowjetischen Widerstand gegenüber.
    Edelsheim entsandte Aufklärungstrupps in die Tiefe der Arbeitersiedlung, um dort Schwachstellen in den Verteidigungslinien auszumachen. Dann wurde der Vormarsch fortgesetzt und der Skulpturny Park, der „Dreieckswald“, sowie eine Position 600 Meter südlich der Silikatfabrik, welche als „Die Enge“ bezeichnet wurde, erreicht. Das Gelände zwischen den Arbeitersiedlungen „Roter Oktober“ und „Barrikaden“ bot keinerlei Deckung, bestand aus einer Buschsteppe und war von sowjetischen Schützengräben durchzogen. Hier konnten sich die Panzer wesentlich schneller bewegen als im Labyrinth der brennenden Hütten in den Siedlungen (---> siehe Karte 6). Die dichte Bebauung behinderte das freie Schußfeld der Panzergrenadiere, Feindpanzer und Schützen waren in den Bränden und Rauchschwaden nur schwer auszumachen. Sowjetsoldaten infiltrierten immer wieder die deutschen Linien und töteten die Soldaten in ihren provisorischen Schützenlöchern. Alleine diese Operation kostete die 24. Panzer-Division 25 Gefallene und 164 Verwundete, 280 Rotarmisten konnten gefangen genommen und fünf Panzer zerstört werden.

    Am 27.9.1942 eröffnete Tschuikow einen groß angelegten Angriff, um die Vorbereitungen des Gegners zu stören. Dies wiederum wurde mit einer größeren Operation deutscher Schlacht- und Sturzkampfflugzeuge beantwortet, welche das gesamte Gelände in eine undurchdringliche Rauchwolke hüllte. Kampfgruppe Edelsheim übernahm die Führung und versuchte die zahlreichen sowjetischen Stellungen am Hügel 107,5 zu werfen, geriet dabei jedoch in Flankenfeuer aus beiden Seiten. Gruppe Hellermann musste ihr durch das von Büschen überwuchernde Trainingsgelände der Roten Armee und der Schießanlage zur Hilfe kommen. In dem buschbestandenen Areal war es für die Panzergrenadiere schwierig, den Gegner auszumachen, da Artillerie- und Luftangriffe das gesamte Gebiet in ein Chaos verwandelten. Weiterhin gab es blutige Auseinandersetzungen der 24. PD im Zentrum mit dem 23. Panzer-Korps und dem 269. NKWD-Schützen-Regiment am Hügel 112,0, als die Kampfgruppe Edelsheim gegen 11 Uhr die sowjetischen Verteidigungslinien durchbrach. Etwa zeitgleich nahm die Gruppe Winterfeld Hügel 107,5 ein. Dabei entwickelte sich ein scharfes Gefecht in der unteren Arbeitersiedlung „Roter Oktober“ gegen ein von T-34 Panzern unterstütztes Regiment der 112. Schützen-Division (---> siehe Karte 5). Gegen Mittag eroberten die Panzergrenadiere das Gelände des Kommunenhauses. Auf dem rechten Flügel näherte sich Gruppe Hellermann dem Schießplatz und der Flugpiste auf dem Mamajew-Hügel. Am Ende des Tages kam Hellermanns Vormarsch in der Militärischen Bekleidungsfabrik und in der Bannyi-Schlucht zum Stillstand, wo die Russen neue Abwehrstellungen aufgebaut hatten. Der kombinierte Angriff der 24. PD und 389. ID dezimierte mehrere Brigaden der Roten Armee. Obwohl dabei die Hälfte ihrer Panzer zerstört wurde, visierte Generalleutnant von Lenskis Division bereits neue Ziele in der Wischnevaia Balka an und hatte einen breiten Stoßkeil in Tschuikows Abwehrreihen getrieben. Auch auf dem Mamajew Hügel erzielte der Angriff kleinere Erfolge, indem der Divisions-Gefechtsstand der 95. SD vernichtet wurde. Weniger später wurde das 276. IR der 94. ID zur Unterstützung der 24. PD abgestellt. Durch den weiten Vormarsch der 24. PD überdehnte sie ihre Flanken und machte sie mangels ausreichender Sicherung verwundbar für Gegenangriffe.

    Am 26.9.1942 befand Paulus, daß die Schlacht um Stalingrad-Mitte und -Süd bis auf einige wenige sowjetische Brückenköpfe beendet sei.

    Das nächste Ziel war der Industriekomplex Stalingrads und die vorgelagerten Arbeitersiedlungen. Die 24. PD unter Generalleutnant Arno von Lenski hatte mittlerweile die 295. Infanterie-Division auf dem Mamajew Kurgan zur Hälfte ersetzt. Die volle Stärke der 24. PD und 100. Jäger-Division sollten die Entscheidung im Norden erzwingen. Hierzu wurde das LI. Armeekorps in Stoßtrupps und einer Streitmacht von ca. 100 Panzern reorganisiert. Das Einsatzziel der 24. PD wurde wie folgt definiert:

    Vernichtung des Gegners an und südlich der Eisenbahnlinie, Eroberung von Hügel 107,5 sowie die Säuberung der Stadtviertel nördlich und nordöstlich davon. Wenn möglich sollte die Bannyi-Schlucht im Planquadrat 74c (---> siehe Karte 4) dauerhaft besetzt werden. Hügel 107,5 dominierte die offene Fläche zwischen der oberen und unteren Arbeitersiedlung „Roter Oktober“ und das finale Ziel der 24. PD war das Kommunenhaus und der Nordsektor der Arbeitersiedlung, 600 Meter von der Silikatfabrik entfernt. An der linken Divisionsgrenze befand sich die 389. ID und an der rechten die 100. JD. Die Gruppe Edelsheim (Oberst Reichsfreiherr Maximilian von Edelsheim, Kommandeur des Pz.Gren.Rgt. 26) und Gruppe Winterfeld (Major Hild-Wilfried von Winterfeld, Kommandeur I./Pz.Rgt. 24), zu der das I./Pz.Gren.Rgt. 26 und damit auch die 3. Kompanie des Gefreiten Pape gehörte, bildeten den Hauptstoßkeil. Eine dritte kleinere Kampfgruppe unter Oberst Hellermann und dem Pz.Gren.Rgt. 21 sollte sich vom Westhang des Mamajew Kurgan auf die Bannyi-Schlucht vorarbeiten. Der Angriff sollte von 17 Artillerie-Batterien vorbereitet werden. Die 100. Jäger-Division übernahm am 26.9.1942 die Positionen der 24. PD am Mamajew Kurgan.

    Heute möchte ich euch eine Urkunde zum Verwundetenabzeichen in Schwarz vorstellen. Auf dem ersten Blick eher unspektakulär, haben wir es hier doch mit einem höchst interessanten Stück Geschichte zu tun!


    Der Gefreite Rudi Pape ist als Angehöriger der 3./Pz.Gren.Rgt. 26 Teil der 24. Panzer-Division, als diese mit der 6. Armee am Angriff auf Stalingrad, heute Wolgograd, teilnimmt (---> siehe Karten 1-3).

    Kein anderer Schicksalsort, kein anderer Name steht so sinnbildlich für die verlustreichen Kämpfe des 2. Weltkrieges und letztendlich nicht nur für den Untergang einer ganzen Armee, sondern für die Niederlage der Deutschen Wehrmacht - Stalingrad! Die Stadt, die den Namen des sowjetischen Diktators Josef Stalin trägt, wird vom Mythos zum Massengrab für Millionen Soldaten und Zivilisten beider Seiten, für Russen und für Deutsche.

    Die gezeigte Urkunde steht als winzig kleines Puzzlestück für diese Schlacht und soll auch 80 Jahre später zur Erinnerung beitragen.


    Für die genaue Einordnung habe ich ein paar Karten beigefügt und einen Bericht über den Ablauf des Geschehens dem Netz entnommen und teilweise ergänzt.

    Moin moin,


    ich habe ein paar Feldpostbriefe bekommen. Da FP nicht wirklich mein Thema ist, wollte ich mal fragen, ob da was Interessantes bei ist, ich kann das nicht einschätzen. Beim letzten Brief weiß ich leider nicht, um was es sich genau handelt.


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    Mehrere Briefe an eine RAD-Flakwaffenhelferin.

    - Fliegerhorstkommandantur Neubrandenburg

    - FP-Nr. 18085 - 2./Flakscheinwerfer-Abteilung 610 in Hamburg


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    - FP-Nr. 29834 - Hilfskreuzer 3 "Widder" / Handelsstörkreuzer HSK 3 / Schiff 21

    - FP-Nr. 15930 - Marine-Arsenal Brest


    Die "Widder" war mit 364 Mann Besatzung unter Korvettenkapitän Hellmuth von Ruckteschell vom 12.5.1940 an im

    Einsatz und brachte 10 Schiffe mit insgesamt 58.644 BRT auf, von denen 9 versenkt wurden. Aufgrund eines

    Maschinenschadens mußte der Hilfskreuzer nach einem knappen halben Jahr den Einsatz abbrechen und kehrte zum

    Stützpunklt in Frankreich zurück. Am 31.10.1940 traf die "Widder" in Brest ein. Daher wurde die Feldpostkarte auf die

    FP-Nr. 15930 "Marine-Arsenal Brest" umgeschrieben.

    Von Ruckteschell bekam für seine Erfolge noch am gleichen Tag das Ritterkreuz verliehen, am 23.12.1942 erhielt er als

    158. Soldat der Wehrmacht das Eichenlaub.


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    - FP-Nr. M 03749 - Troßschiff "Franken"

    Das Schiff war im Bereich Ostsee im Einsatz und lag die letzten Jahre in Gotenhafen auf Reede.

    Am 8.4.1945 durch russische Flieger in der Danziger Bucht versenkt.


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    Beim letzten Brief habe ich wie gesagt keinen Schimmer :)

    [...]


    Klar ist es nicht schön und fast jeder muss mit Einschränkungen leben, aber im Gegensatz zu anderen Menschen geht es uns doch noch sehr gut!


    [...]

    Und genau DAS kann ich nicht mehr hören!

    Wenn man so argumentiert, findet man immer einen, dem es noch schlechter geht! Und genau DAS ist es, was uns hier jeden Tag erzählt wird, damit die Suppe nicht sofort überkocht.


    Klar, man kann auch in Angola im Dreck sitzen und Glasmurmeln aus der eigenen Kacke pulen!

    Wenn aber ein Mittelständler in Deutschland, gut verdienend am Ende des Monats - nach Abzug von Miete und Nebenkosten - nicht mehr genug Kohle in der Tasche hat, um seine Familie satt zu bekommen, dann ist die Fallhöhe definitiv eine andere!


    Und DAS ist kein Jammern!

    Im Waf ein 20er, normale Tragespuren für 3 K.

    Wurde nicht verkauft und schon reduziert.

    Bei Scholz sind auch noch alle da und zumindest nicht als verkauft markiert.

    Das die Preise fallen würde ich auch nicht unbedingt sagen aber es scheint zu stagnieren.

    Wäre doch DIE Gelegenheit für unsere 80-DKiG-Horter, die ganzen Überbestände jetzt "günstig" aufzusaugen :D :D :D

    Ah OK, ich verstehe. Unter diesen Umständen würde mir die Patina dann wohl auch besser gefallen. Und solange die Mechanik etc. noch einwandfrei läuft, ist ja auch nichts dagegen einzuwenden. Ich dachte erst, das Ziel wäre gewesen, sie in den Ursprungszustand zurück zu versetzen, dann hätte man aber auch die kleinen Dellen restaurieren müssen, die aber mit Patina durchaus Charme haben.

    Ich bin hin und her gerissen. Eigentlich bin ich ja auch ein Verfechter einer natürlich gewachsenen Patina.

    Andererseits hat man die Gerätschaften damals auch poliert, damit alles schön blitzeblank aussieht. Warum muß man daher heute jedem Objekt sofort das Alter ansehen? Eine Armband- oder Taschenuhr, Tafelsilber usw. wird ja auch mit viel Aufwand und Liebe poliert. Schwierig, ich kann irgendwie beide Seiten verstehen.


    Irgendwie sieht es aber so aus, als wäre die Delle nicht ganz raus, oder täuscht das?

    Ganz aktuell stellt einer einen Wehrpaß mit genau einem (!!!) Bild für 500 Euronen ein.

    Was zur Hölle soll so etwas???

    Ist das Ding vollständig? Das Foto drin? Einheiten, Orden, Sonstiges?

    Bevor mich jetzt drölfzig Leute anschreiben und nach Fotos fragen, stelle ich die doch gleich ein, um unnötige Arbeit und ggf. nervigen Ärger zu vermeiden.

    Man muß das alles nicht verstehen...

    Moin Manni,


    ja, genau das habe ich mir so schon gedacht, daher komme ich auch zu dem Schluß, daß die Eigenverantwort schlußendlich das einzige ist, was einen selber vor Betrügereien schützen kann. Das natürlich vorhandene Jagdfieber und die Gier sollten einer rationalen Herangehensweise untergeordnet sein, das gelingt nicht immer, gerade wenn man ein Objekt der langjährigen Begierde vor sich hat.

    Viele hochpreisige Objekte werden ja auch eh schon vorab vorgestellt, der Satz "Besprechung findet ihr in meinen Themen" ist ja schon fast Standard. Oftmals wird im Flohmarkt-Bereich auch nach expliziten Bildern im Fachbereich gefragt. dem meist auch nachgekommen wird. Natürlich will der Besitzer von Dokumenten diese nicht immer bis ins letzte Detail vorstellen, da sich das leider auch auf den Preis auswirken kann, bei Urkunden sehe ich das persönlich allerdings als geringeres Problem an. Außerdem gibt es noch immer den guten, alten Kopierschutz.


    Im Grunde war das jetzt eine Menge unnötiges Lehrgeld, man hätte das Drama vermeiden können. Es sollte allen eine Lehre sein, es gibt halt in jedem Bereich, gerade wenn er mit Geld zu tun hat, eine Grenze. Auch Vertrauen sollte immer eine Grenze haben, ohne jetzt einen grundsätzlichen Mißtrauen weichen zu müssen. Mir ist so etwas in dieser Größenordnung zum Glück noch nicht passiert.


    Viele Grüße!