Beiträge von Thelowersaxon

    Das Nachweisen des Kaufs ist einfach. Das BKA muss sich einfach nur ganz stumpf die Käuferliste des größten Dekowaffen-Händlers ausdrucken. Ich will nicht verraten, wie er heißt, nur dass er mit "Z" anfängt und mit "ib-Militaria" aufhört. :D


    Ich hatte mal ein Steuerstrafverfahren am Hals, wegen des Verdachts der Steuerverkürzung von 437,- [!] EUR. Ich hatte die Steuer also schon bezahlt und wollte sie über die Steuererklärung zurückhaben. Letztendlich wurde das Verfahren kostenintensiv mithilfe meines Rechtsanwalts eingestellt, weil er herausstellen konnte, dass Steueruneinigkeit noch kein Steuerbetrug ist. Was ich daraus gelernt habe, ist, dass deutsche Behörden keine Beißhemmung haben und kein Anlass zu gering für einen Streit ist.


    Manni: die Begriffe Deko-Waffe und Teilesätze benutzt das BKA nicht, sondern nur "verbotene Teile nach § ...etc."


    Mit einem Waffenschrank bin ich auf der sicheren Seiten. Ich räume mir einen gewissen Handlungsspielraum ein, wie ich damit umgehe.

    Die Trommel ist frei und muss nicht angemeldet werden, sagte sie mir.


    "Klar" finde ich gar nichts, denn "mein" Büchsenmacher war sich sicher, dass der Teilesatz (der Begriff ist juristisch gar nicht belegt) zu einer EU-Dekowaffe zusammengebraten werden muss.


    Den Satz Satz mit dem Schrank des Widerstandsgrads 0, der 200 kg unterschreitet, habe ich mit copy und paiste der Mail vom BKA entnommen. Diese Schränke wiegen auch tatsächlich unter 200 kg und kosten in der Regel so ab die 460 EUR frei Haus. Ich frage aber sicherheitshalber noch einmal nach.


    Gruß


    Dirk

    Moin zusammen,


    iich bringe meinen Fall noch einmal kurz in Erinnerung, der mir von dem einen oder anderen Foristi Hohn und Spott eingebracht hat (welchen ich aber gern auf mich nehme).


    Im August 2020 habe ich meine im Jahr 2020 gekauften MG53- und PPS43-Teilesätze sowie einen nachgekauften MG53 Dekoverschluss, einen PPS43 Deko-Verschluss und Deko-Rohr sowie eine MG53 Gurttrommel mit Deko-Gurt kompromisslos zunächst bei der lokalen Waffenbehörde und anschließend beim BKA angemeldet, umeine Ausnahmegenehmigung dazu erhalten.

    Dieses Verfahren steht nun kurz vor dem Abschluss. Ich habe nach einigem Mailverkehr und einem Telefonat heute folgende Auskunft bekommen:


    Um die Teilesätze und das 35-Schuss Magazin behalten zu dürfen, muss ich einen Waffenschrank- oder Tresor anschaffen, der mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 (Stand Mai 1997. Oktober 2002, Februar 2006, Januar 2010 oder , Juli 2012 oder Juli 2019)3 entspricht und bei dem das Gewicht des Behältnisses 200 Kilogramm unterschreitet). Wenn ich die Anschaffung nachweise, brauche ich weder den MG53- noch den PPS43 Teilesatz und das Magazin zu verändern. Eine Ausstellung der Waffen auf einem Ständer außerhalb des Schranks ist nicht mehr erlaubt. Damit kann ich leben.

    Es ist noch keine Entscheidung gefallen, wie mit Deko-Verschluss und Deko-Rohr umgegangen wird. Wichtig ist, dass meine Teilesatz nicht zu einem EU-Teilesatz umgebaut werden müssen. Weiterhin erhielt ist die Auskunft, dass mein Antrag nach dem Recht des "Altbesitzes" behandelt wird und deshalb kostenfrei bleibt. Es wird jedoch alle drei Jahre meine Zuverlässigkeit überprüft, in dem in verschiedenen Straf- und Zentralregistern geprüft wird, ob ich Scheiße am Stecken habe. Das wird mir alle drei Jahre mit 59,-EUR in Rechnung gestellt.

    Die interessanteste Auskunft war aber, dass bisher nur eine Handvoll Leute so einen Antrag gestellt haben wie ich.


    Alles Schisser!


    Gruß


    Dirk

    So rückständig wie unsere Strafverfolgungsbehörden sind, würde ich mir darum gar keine Sorgen morgen. Es geht nur um wirtschaftliche Interessen und die Manipulation der User, um ihr Käuferverhalten zu manipulieren. Es geht nur ums Geld. Marc Zuckerberg ist der mächtigste Mann der Welt, nicht der amerikanische Präsident.

    So, ich habe mein Fahrtenmesser noch einmal durch den Ultraschallreiniger gejagt und es ein bisschen poliert. Die Lilie habe ich wieder mit Modellbaufarbe ausgefüllt. Ansonsten habe ich nichts mit Farbe gemaht.


    So sah das Messer vorher aus:


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    Dann kam es für 40 Minuten bei 70 Grad in den Ultraschallreiniger.


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    ...um dann am Ende so auszusehen:




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    im direkten Vergleich zu meinem C. Jul. Herbertz fällt der Größenunterschied schon auf:



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    Allerdings habe ich immer noch keine Ahnung, wer der Hersteller ist. Also, wer eine Idee hat: raus damit!



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    Vielen Dank für´s Zeigen der Messer.


    Ich muss sagen, ich bin ganz angetan von den unterschiedlichen Hersteller und wie ich mich kenne, rutsche ich gerade in meine nächste Sammlung. Qualitätiv sind die alten Fahrtenmesser wohl über jeden Zweifel erhaben.


    Der Postbote hat mir eben das zweite gebracht, das allerdings etwas kleiner ist als mein erstes. Wohl eher ein echtes Jugendmesser mit 10 cm Klingenlänge (das andere hat 12cm).

    Ich zeige hier mal Fotos vom ungereinigten Zustand, so wie ich das Messer eben ausgepackt habe. Gleicht geht es in den Ultraschallreiniger.


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    Kann mir jemand sagen, um was für einen Hersteller es sich hier handelt?


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    Besten Dank und Gruß


    Dirk

    hupe65: Danke für´s Zeigen Deiner beiden Messer, die ich beide sehr interessant finde. So wie die Klinge von Deinem Herbertz aussieht, sah meine Klinge auch aus. Da lässt sich noch viel herausholen. Allerdings kann ich auch verstehen, wenn man einem alten Messer die Patin lässt.


    Gruß

    Dirk

    Zum Thema Nachkriegsfahrtenmesser habe ich nichts gefunden, was aber nicht bedeutet, dass es in den unendlichen Tiefen dieses Forums nicht doch Beiträge dazu gibt.


    Tollkühn und verwegen wie ich nun einmal bin, mache ich anlassbezogen einfach mal einen neuen Thread dazu auf.


    Ich habe zu meinem 12. Geburtstag von meinem Vater dieses lang ersehnte Fahrtenmesser geschenkt bekommen. Es ist also 43 Jahre alt. Ich weiß nicht, ob es stimmte, aber er sagte damals, Messer mit feststehender Klinge dürfte man erst ab 12 Jahren haben. Vorher bin ich immer mal mit einem Taschenmesser rumgestromert, was natürlich im Verhältnis zu einem richtigen Fahrtenmesser ziemlich uncool war.


    Leider habe ich dieses Fahrtenmesser nicht lange zu schätzen gewusst, denn irgendwann kamen diese Rambo-Survival-Messer in Mode, mit Kompass und Angelschnur und Sägezahn auf der oberen Seite der Klinge. Dass die Klinge selbst so weich war wie eine Käse-Quark-Legierung, hat niemanden gestört. So geriet das Fahrtenmesser in Vergessenheit, bis ich es kurz vor Weihnachten beim Aufräumen des Dachbodens wiedergefunden habe. Es sah schon ziemlich runtergekommen aus, die Klinge war stumpf, matt und teilweise angerostet.


    Am Montag klingelte bei uns ein älterer Mann, der sich als "mein Scheren- und Messerschleifer" vorstellte. Mir passte das gut, den ich hatte tatsächlich noch einiges zu schleifen.


    Ich habe ihm eine Axt sowie mein olives "Beil, Klaue-, EA 1, VSNr. 2320-12-4329-4350" gegeben"😉. Beides ist perfekt geworden. Dann hat er noch ein paar Fleisch- und Ausbeinermesser aus der Küche, das THW-Messer meines Sohnes sowie mein Fahrtenmesser im Laderaum seines 1997er Mercedes Vito geschliffen. Als ich bezahlen wollte, fragte er mich, ob ich ihm das Fahrtenmesser für 50,-EUR verkaufen wolle. Ich habe das natürlich abgelehnt, weil das ein Geschenk meines Vaters gewesen ist.

    Dann hat er mir an seinem Schleifband gezeigt, warum der Stahl so gut ist: zunächst hat er ein (wie ich finde wirklich gutes) Ausbeinermesser darangehalten. Er konnte es schleifen, ohne dass Funken geflogen sind. Bei dem Fahrtenmesser und sind so viele Funken geflogen, dass es so aussah, als würde man in eine Wunderkerze sehen. Das war ein riesiger Unterschied, ich hätte das nicht gedacht. Er sagt, das käme von dem besonders gehärteten Stahl, der erst bei 1.200 - 1.500 Grad verglühen würde. Solche Stahlqualität würde man heute nicht mehr kaufen können.

    Der Hersteller des C. Jul. Herbertz aus Solingen.

    Ich bin dann ganz raschelig geworden und habe mich einen Abend lang ganz intensiv um das Messer gekümmert. Ich habe es ultraschallgereinigt, die rote, weiße und schwarze Farbe in der burgundischen Lilie mit Modelllbaufarbe ergänzt, die Klinge mit 600er, 1.000er, 1.200er und 1.600er Wasserschleifpapier geschliffen, mit EMR Ambassador fein und Stahlfix (dem original) poliert und mit Ballistol versiegelt und die Scheide geschliffen, grundiert, matt schwarz und mit seidenmattem Klarlack überzogen und die Lederteile mit Froschfotzenfett gepflegt. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Die Überholung des alten Messers hat mir sehr viel Spaß gebracht. So viel Spaß, dass ich mich ein bisschen in der Bucht umgesehen habe und feststellte, dass die Nachkriegsfahrtenmesser, die in der Tradition der Pimpfendolche weiterproduziert wurde, durchaus respektable Preise erzielen. Ich stieß gestern aber auch auf ein gerade online gestelltes Sofortkaufangebot eines anderen alten Solinger Fahrtenmessers, das ich für 35,-EUR kaufen konnte. Ich werde es auch aufarbeiten und schärfen und dann meinem Sohn schenken.


    Hier mal zwei Bilder von meinem eigenen, frisch überabeiteten Fahrtenmesser. Fühlt Euch frei, Bilder von Euren Nachkriegsfahrtenmessern zu posten.

    Gruß


    Dirk


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