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Flip74 28.01.2017 20:22

Zünder(fragment) oder Transportschraube?
 
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Hallo,
kann mir jemand sagen, um was für ein Teil es sich hier handelt?

Es ist 5cm lang und hat einen Durchmesser von 2cm.

Danke für Eure Hilfe!
Philipp

Zünderfreak 29.01.2017 10:15

Scheint der Körper eines Zünders für die deutsche Eierhandgranate M1917 aus dem 1.WK zu sein.

Gruß

Yoda 29.01.2017 12:51

Das Teil hat mit der EiHgr.17 - bis auf das zufällig passende Gewinde - nichts zu tun.

Gruß

Yoda

Flip74 29.01.2017 13:25

Zitat:

Zitat von Yoda (Beitrag 4016478)
Das Teil hat mit der EiHgr.17 - bis auf das zufällig passende Gewinde - nichts zu tun.

Schade, passt genau auf die EIHgr 17.

Was könnte es dann sein?

Gruß
Philipp

Yoda 29.01.2017 13:49

Zitat:

Zitat von Flip74 (Beitrag 4016522)
Schade, passt genau auf die EIHgr 17.

Was könnte es dann sein?

Gruß
Philipp

Es ist eine Reibzündschraube, mWn für den 7,6cm Leichten Minenwerfer.

Gruß

Yoda

Zünderfreak 29.01.2017 16:59

Hier mal eine Seite, welche diese Reibzündschraube auch für Handgranaten ausgibt. Mein französisch war noch nie das beste.
http://humanbonb.free.fr/indexKugel.html (etwa ab der Mitte)

Yoda hat aber recht. Das Teil wird aber öfter fälschlicherweise als HG-Zünder ausgegeben.

http://odkrywca.pl/zapalniki,670083.html


Gruß Hagen

Flip74 29.01.2017 19:01

Hallo,
ich danke Euch herzlich. Die französische Seite ist super interessant. Da steht auch sinngemäß, dass die Reibzündschraube, die ursprünglich für den mittleren Minenwerfer entwickelt wurde mit den Handgranaten genutzt wurden. Dies sei anhand von Bodenfunden erwiesen. Anscheinend in dieser Kombination genutzt als Sprengfalle, wenn ich "piegeage" richtig übersetzt habe.

Viele Grüße
Philipp

alpini 29.01.2017 21:27

Die Zündschraube wurde z.B. in der lg. 15 cm Ringkanone, diversen Küstengeschützen und vielen Krupp Export Kanonen verwendet. Auch viele andere Länder wie Italien, Holland, etc. benutzen sie. Zusammengefasst wurden diese Zündschrauben in allen Geschützen mit "zentralem Zündloch" verwendet. In Geschützen mit von der Seite eingebrachtem Zündloch (von oben) wurden die normalen Feldschlagröhren ohne Gewinde verwendet, da dort die rausschlagenden Gase niemanden störten. Bei Geschützen mit zentralem Zündloch musste dieses dicht sein, sonst hätte sich die Bedienmannschaft die Barthaare versenkt.

Der mittlere und schwere Minenwerfer benutzte eine viel größere spezielle Zündschraube. Der leichte Minenwerfer hatte die Treibladung in der Wurfmine und brauchte daher nur einen Schlagbolzen anstatt einer Zündschraube.

Die Handgranaten-Sabotagestory halte ich für ein Märchen. Die Drähte dieser Zündschrauben waren zur Seite gebogen und dort weich verlötet. Wenn da kein tonnenschweres Geschütz dran hängt, funktioniert das mit dem Abziehen nie und nimmer. Eine Eierhandgranate oder Kugelhandgranate würde man damit eher wegziehen, als dass diese auslösen. Auch hätte man dann über diese Vorgehensweise mal in irgend einer Vorschrift etwas gelesen oder Fotos davon gesehen (gibt ja mehr als genug). Auch sollte man bedenken, dass diese Zündschrauben 30 Jahre vor den Handgranaten aktuell gewesen sind. Die wurden nur wieder aus den Depots geholt, als die uralten Ringkanonen wegen Artilleriemangel wieder ausgekramt wurden.

Flip74 29.01.2017 21:49

Danke Alpini,
na dann glaube ich mal Dir :D

Danke für die Klärung!

Viele Grüße
Philipp


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