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Alt 29.01.2017, 21:27   #8
alpini
MFF Experte für Munition vor 1939
 
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Die Zündschraube wurde z.B. in der lg. 15 cm Ringkanone, diversen Küstengeschützen und vielen Krupp Export Kanonen verwendet. Auch viele andere Länder wie Italien, Holland, etc. benutzen sie. Zusammengefasst wurden diese Zündschrauben in allen Geschützen mit "zentralem Zündloch" verwendet. In Geschützen mit von der Seite eingebrachtem Zündloch (von oben) wurden die normalen Feldschlagröhren ohne Gewinde verwendet, da dort die rausschlagenden Gase niemanden störten. Bei Geschützen mit zentralem Zündloch musste dieses dicht sein, sonst hätte sich die Bedienmannschaft die Barthaare versenkt.

Der mittlere und schwere Minenwerfer benutzte eine viel größere spezielle Zündschraube. Der leichte Minenwerfer hatte die Treibladung in der Wurfmine und brauchte daher nur einen Schlagbolzen anstatt einer Zündschraube.

Die Handgranaten-Sabotagestory halte ich für ein Märchen. Die Drähte dieser Zündschrauben waren zur Seite gebogen und dort weich verlötet. Wenn da kein tonnenschweres Geschütz dran hängt, funktioniert das mit dem Abziehen nie und nimmer. Eine Eierhandgranate oder Kugelhandgranate würde man damit eher wegziehen, als dass diese auslösen. Auch hätte man dann über diese Vorgehensweise mal in irgend einer Vorschrift etwas gelesen oder Fotos davon gesehen (gibt ja mehr als genug). Auch sollte man bedenken, dass diese Zündschrauben 30 Jahre vor den Handgranaten aktuell gewesen sind. Die wurden nur wieder aus den Depots geholt, als die uralten Ringkanonen wegen Artilleriemangel wieder ausgekramt wurden.

Geändert von alpini (29.01.2017 um 21:33 Uhr)
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