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Alt 25.03.2015, 13:52   #1
Jack Daniels
Fachmann für Feuerwehr im 3.Reich
 
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Standard Blankwaffen der freiwilligen Feuerwehr '33 bis '45

Die Feuerwehren im dritten Reich trugen eine Vielzahl von Blankwaffen.
Neben den zur damaligen Zeit offiziell ausgegeben Stücke durfte in der Anfangszeit auch Sachen aus der Zeit vor der Machtergreifung getragen werden.
Schließlich waren es an die Wehrmänner verliehene Stücke.
Im Jahre 1934, als die Feuerwehren nach dem Gesetz über das Feuerlöschwesen wurde auch das Tragen der Blankwaffen geregelt. Es ist schon in der Feuerwehr Tradition gewesen, lange und kurze Faschinenmesser zu tragen. Ebenso der Säbel und später der SS-Degen waren offiziell ausgegeben.
Natürlich für den Feuerdienstanzug auch das Beil.
Inoffizielle Blankwaffen, die geduldet waren, waren die Feuerwehrdolche und die Ehren- und Paradebeile in ihren unzähligen Ausführungen.
Das Tragen von Blankwaffen war zu Kriegsbeginn eingeschränkt.
Es durfte nur das Faschinenmesser getragen werden und ab Mitte 1944 war es sogar komplett untersagt eine Blankwaffe zu trage. Außer das für den Einsatz notwendige Feuerwehrbeil.
Diese Erklärung beläuft sich erst nur auf die Blankwaffen der freiwilligen Feuerwehren.
Berufsfeuerwehren und Feuerschutzpolizei kommen nach.


Im Voraus danke ich den Usern, die mir ihre Bilder für diese kleine Erklärung zur Verfügung stellten.


PS: Sollte jemand andere Informationen haben oder möchte, dass ich seine Bilder mit einbinde, Bescheid geben per PN.
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Alt 25.03.2015, 13:54   #2
Jack Daniels
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Fangen wir an mit den wohl am häufigsten auftretenden Blankwaffen.
Das Faschinenmesser der Feuerwehren gab es in 2 Ausführungen.

Das lange Faschinenmesser mit einer Klingenlänge von ca. 25 cm war:
1934 - 1939 für Anwärter bis Löschmeister,
1940 - 1943 für Anwärter bis Hauptruppmann und
1943 - Kriegsende für Anwärter bis einschließlich Meister zu tragen.
Es wurde für jede Anzugart getragen außer dem Feuerdienstanzug
Ausnahme war:
1934 – 1939 Brandmeister,
1940 – 1943 Truppführer und Obertruppführer,
1943 - Kriegsende Meister.
Diese durften das Messer auch im Einsatzfall tragen.
Das war aber die Ausnahme und war nicht oft zu finden.
Unten ist ein Faschinenmesser lange Ausführung zu sehen.

Das Portepee ist wie das hier: http://www.militaria-fundforum.de/sh...d.php?t=304091

Bild 1 zeigt ein Messer für einen Anwärter bis Löschmeister von 1934 bis 1939.
Bild 2 zeigt ein Messer für Anwärter bis Obertruppmann von 1940 bis 1943, Anwärter bis Oberwachtmeister von 1943 bis Kriegsende.

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Alt 25.03.2015, 13:56   #3
Jack Daniels
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Das kurze Faschinenmesser mit einer Klingenlänge von etwa 20 cm trugen alle Dienstränge, die zum Führen eines Löschfahrzeuges berechtigt waren.

Ebenso:
1934 – 1939 Brandmeister und
ab 1940 Haupttruppführer
zum Dienstanzug und Ausgehanzug.
Dies auch nur, wenn sie nicht zum Tragen des Säbels berechtigt waren.

1934 – 1939 Brandingenieur (BF) und Hauptbrandmeister (FF) und
Ab 1940 der Zugführer aufwärts
durften anstatt dem langen und sperrigen Säbels auch das kurze Messer tragen.

Auch hier durften:
1934 – 1939 Oberbrandmeister aufwärts,
1940 – 1943 Haupttruppführer aufwärts und
1943 – Kriegsende Meister aufwärts
zum Einsatz tragen.

Das Bild zeigt ein kurzes Faschinenmesser mit einem Portepee für einen Anwärter bis Löschmeister 1934 bis 1939 der als Maschinist ein kurzes trug.
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Alt 25.03.2015, 13:57   #4
Jack Daniels
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Zu den Säbeln.
Säbel aus dem Reich gab es zum einen mit vernickeltem Gefäß oder mit Messinggefäß.
Ebenso sind auch Stücke mit Löwenkopf bekannt, die auf dem vorderen Schild den stilisierten Helm mit gekreuzten Beilen haben. Diese gab es als Geschenk an Feuerwehrführer wie unten zu sehen mit Ornamenten verzierter Klinge oder Blank
Ebenso durften auch die Stücke aufgetragen werden, die aus dem ersten Weltkrieg an Soldaten ausgegeben wurden. So kam es auch vereinzelt vor, dass ein Offizier der Feuerwehr einen Offizierssäbel der Artillerie oder Infanterie mit Feuerwehrportepee trug.
Auch war es oft der fall, dass eigentliche Einheitssäbel des Heeres für Offiziere der Feuerwehr angschaft wurden.

Tragen durfte man den Säbel:
1934 – 1939 vom Brandingenieur (BF) und Hauptbrandmeister (FF),
ab 1940 ab Zugführer aufwärts
trugen zu jeder Anzugart den Säbel.
1934 – 1939 war es dem Brand –und Oberbrandmeister freigestellt, den Säbel zu tragen, sofern sie der Führer einer Wehr waren.
Ab 1940 durften Haupttruppführer den Säbel nur tragen wenn sie eine besondere Genehmigung hatten.
Ab dem Jahr 1940 gab es spezielle Säbelportopees der Polizei und SS.

Diese sind hier zu finden: http://www.militaria-fundforum.de/sh...d.php?t=304091

Im s-w Bild ist ein Kreiswehrführer zu sehen, der einen Löwenkopfsäbel mit dazugehörigem Portopee trägt.
Sein Adjutant (Brandmeister) hingegen trägt ein kurzes Faschinenmesser mit dem Brandmeisterportopee.
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Alt 25.03.2015, 13:59   #5
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Das“ Reichgesetz über das Feuerlöschwesen“ gliederte die Berufsfeuerwehren als 5. Polizeiorganisation ein und somit waren diese Offiziere berechtigt die Polizeidegen und Führerdegen zu tragen.
Aber auch die Offiziere trugen diese. Nur niemals zur blauen Uniform.
Der SS Polizeiführerdegen trug somit ab September 1938 Berufsfeuerwehroffiziere, die im Reichsdienst standen zur grünen Uniform.
Ab 1942 durften auch Feuerwehrtechnische Aufsichtsbeamten einer freiwilligen Feuerwehr (Kreisführer und Abschnittsinspekteur) diesen tragen anstatt dem Feuerwehrsäbel.
Eine ausführliche Genehmigung zum Tragen des Polizeidegens bekam auch ab 1943 der Meister, wenn er in gehobener Position ebenfalls zum Tragen der grünen Uniform berechtigt war.

Der SS-Führerdegen durfte nur mit ausschließlicher Genehmigung getragen werden.
Und zwar nur von im Reichsdienst stehenden Berufsfeuerwehroffizieren und ab 1942 von Feuerwehrtechnischen Aufsichtsbeamten.
Dann auch nur wenn sie zum Tragen der grünen Uniform berechtigt waren und SS-Führer waren.

Bild 1 und 2 zeigen ein SS-Polizeiführerdegen.
Bild 3 und 4 einen SS-Führerdegen.
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Alt 25.03.2015, 14:02   #6
Jack Daniels
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Neben den Blankwaffen zum Ausgeh und Dienstanzug gab es natürlich auch das Beil was zum Feuerdienstanzug getragen werden musste.
Hier gab es eine Vielzahlt von Varianten denn es gab keine Reichseinheitlichen Ausführungen.
Manche Feuerwehr ging mit der Zeit und beschaffte moderne Hammereile mit Notnagel und andere behielten die feineren Spitzbeile ihrer Vorgänger. Eine kleine Auswahl ist in den Bildern unten zu finden.

Getragen wurde das Beil:
1934 - 1939 für Anwärter bis Löschmeister,
1940 - 1943 für Anwärter bis Hauptruppmann und
1943 - Kriegsende für Anwärter bis einschließlich Hauptwachtmeister
Zum Feuerdienstanzug.

Das s-w Bild zeigt angehörige der Fliegerhorstfeuerwehr mit dem bekanntesten und weit verbreitestem Beil zur damaligen Zeit.
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Alt 25.03.2015, 14:04   #7
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Neben den offiziell getragenen Blankwaffen gab es wie bereits erwähnt eine Vielzahl von „geduldeten“ Seitenwaffen.
Die war zum einen der Feuerwehrdolch oder Offiziersdolch genannt. Das Grundgerüst dieses Dolches war stets identisch.
Die Klinge trug fein ziselierte Ornamentik der Feuerwehr.
Ein schwarzer Griff aus Leder war mit vergoldetem oder vernickeltem Draht umwickelt.
Das Parier trug vorne den Helm mit gekreuzten Beilen oder auch nur einen Helm, manchmal auch nur eine Kreuzblume.
Die schwarze Lederscheide hatte 2 vernickelte Beschläge. Dazu gab es ein meist goldenes Portepee und das Dolchgehänge.
Die Modelle unterschieden sich meist nur an der Parierstange, der Ornamentik, dem Scheidenbeschlag und dem Griffkopf.
Dies ist nur ein Beispiel eines solchen Dolches.
Sie waren von Hersteller zu Hersteller und von den Herstellungszeiträumen in der Ausschmückung unterschiedlich.
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Alt 25.03.2015, 14:05   #8
Jack Daniels
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Neben dem Feuerwehrdolch gab es auch Paradebeile, Offiziersbeile und Ehrenbeile.
Worin liegt der Unterschied?

Das Offiziersbeil war meist das schlichteste der drei.
Ein schwarzer Holzstiel mit einem vernickelten Beilblatt.
Ab und an waren diese Beile unten am Stiel mit einer Metallöse versehen.

Paradebeile hingegen waren etwas luxuriöser.
Ein schwarz polierter, aufwendig gekräxelter Stiel mit meist einer vernickelten Kugel unten dran.
Zwei silberne und vernickelte Schildbeschläge zierten Vorder- und Rückseite des Stieles.
Das Beilblatt war entweder Blank poliert oder zeigt feine eingravierte oder geäzte Ornamentik.
Unterhalb des Beilblattes waren links und rechts 2 Ösen befestigt, die das Beil mittels Beilgehänge für den Gürtel trugen.

Das Ehrenbeil oder auch Geschenkbeil war fast identisch. Es war als Geschenk oder Ehrung für einen Feuerwehrmann, der sich im Feuerwehrwesen verdient gemacht hat, oder für einen ausscheidenden.
So standen die verschiedensten Widmungen darauf.
In Form und Ausführung waren diese drei Beilarten wie der Dolch in unterschiedlichen Variationen zu finden.

2 Beispiele von Paradebeilen hängen unten an.

Während für das Beil als Werkzeug eine Lederne Tasche Verwendung fand, waren die Präsentierbeile so befestigt,
dass das Beil einen Blickfang darstellte. So manches Offiziersbeil verschwand in einer Ledertasche, während die Ehren- und Paradebeile nur mit den beiden verzierten Lederschlaufen getragen wurden.
Es gab auch offene Ledertaschen oder Schlaufen, die das Beilblatt und dessen Verziehrung zeigen.
Manches Beil wurde auch gar nicht erst getragen, sondern verschwand in Vitrinen oder Schubladen.
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