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Alt 10.12.2014, 08:39   #11
DEA
 
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Hallo plym,

vielen Dank für Deine Hilfe, sehr interresant,ich habe aus dieser abgeschossenen Halifax einige Exponate wie die Fliegerjacken,Kartenmaterial,zum Teil auf Seide gedruckt.
Ich würde gerne ein Foto mit Hpm. Breves dazu hängen,wie kann ich dies herauskopieren ?

Ich wusste gar nicht dass er die ME110 geflogen hat.

Gibt es zufällig auch ein Bild der abgeschossenen Halifax in Oeffingen ?

Gruß DEA
gerne auch per PN
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Alt 17.05.2015, 12:30   #12
Barolo1964
 
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Zum Thema Nachtjägerspangen mit Anhänger kann ich auch etwas sagen. Besitze die Spange eines
Nachtjägers in Gold mit Anhänger 300. Der Beliehene hatte bei der Nachtjagd nur wenige Einsätze, kam jedoch von den Fernaufklärern und hat erst bei der NJ die 300 Einsätze erreicht, daher die Nachtjagdspange. Die tatsächliche Zahl der NJ-Einsätze lag bei ihm bei unter 20.
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Alt 21.05.2015, 10:29   #13
plym
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Die FFSp. selbst beweist eigentlich nichts. Nach den Vergaberichtlinien hätte er diese ,mit weniger als 20 Nachtjagdeinsätzen ,nicht bekommen dürfen !
Beweisend wäre die Verleihungsurkunde mit seinem Namen ,ggfs. auch ein Foto des Beliehenen mit der FFSp.. Dann wäre es jedoch eine Ausnahme von der Regel.
Entsprechend den Vergaberichtlinien wäre nach Erhalt einer FFSp.Aufklärer "250" somit eine Differenz zur Nachtjagdspange "300" von Fünfzig Feindflügen .Von denen die Mehrheit ,also mind. 25 Feindflüge, Nachtjagdeinsätze hätten sein müssen.
Ich selbst kenne nur wenige Trägerbilder mit Nahnachtjagdspangen und Sternanhänger. Allerdings auch mal von Nachtjägern mit Kampffliegerspangen mit Anhänger ,oder Aufklärerspangen - wie in deinem Fall.

Zitat:
Zitat von Barolo1964 Beitrag anzeigen
Zum Thema Nachtjägerspangen mit Anhänger kann ich auch etwas sagen. Besitze die Spange eines
Nachtjägers in Gold mit Anhänger 300. Der Beliehene hatte bei der Nachtjagd nur wenige Einsätze, kam jedoch von den Fernaufklärern und hat erst bei der NJ die 300 Einsätze erreicht, daher die Nachtjagdspange. Die tatsächliche Zahl der NJ-Einsätze lag bei ihm bei unter 20.
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Alt 27.06.2015, 14:03   #14
plym
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Standard Unübliche Trageweisen der Frontflugspangen

Wie hier im 3. post mit dem Bild der falsch herum getragenen Nahnachtjägerspange (davon sind mir einige Fälle ,bildlich dokumentiert ,bekannt) schon angesprochen, scheint sich das fliegende Personal der Luftwaffe einige Freiheiten in der Trageweise der Frontflugspangen herausgenommen zu haben.
Im WAF wurde eine "gebastelte" Jägerspange vorgestellt ,falsch herum getragen - im Sinne der Zerstörerspange ,mit Anhänger 300 - somit gebastelt und an der Pfeilspitze montiert ,während das HK nach oben zeigt http://www.wehrmacht-awards.com/foru...d.php?t=131180 - post Nr.22 !
In gleicher Weise trug der Nachtjäger Major M. Drewes (48 Luftsiege) eine gleichsam gebastelte "Zerstörerspange" mit Anhänger 200 ,die ihm definitiv so nicht verliehen worden sein konnte (Seine goldene Nahnachtjägerspange mit Verleihungsurkunde wurde vor kurzem bei einem Händler des MFF Homepage-Kopfes verkauft) .
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Alt 22.07.2015, 15:20   #15
kanne
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habe hier ein fotos von einem zerstörer-piloten. dieser trägt seine ffsp auch verkehrt herum.
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Alt 18.08.2015, 15:55   #16
plym
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Standard Die erfolgreichsten Nachtjäger

Ich habe mir mal die Mühe gemacht ein "anderes Ranking" der bekannten erfolgreichsten Nachtjagdpiloten zu erstellen ,und zwar nicht nur entsprechend der absoluten Abschusszahlen/Luftsiege (LS) ,sondern im Verhältniss zu den durchgeführten Feindflügen (FF) - somit ein "Ranking" der Effektivität dieser Nachtjagdpiloten.
Die Idee kam mir bei den Frontflugspangendiskussionen ,wobei mir Hptm. Johannes Hager auffiel ,der das Ritterkreuz erhielt - aber "nur" 99 FF vorweisen konnte ,somit "nur" die silberne FFSp. verliehen bekam. Den mit Stern * markierten Piloten war also "nur" die silberne FFSP. verliehen worden.
Die Liste ist nicht vollständig ,da ich nicht bei allen Nachtjägern die genaue Anzahl an Feindflügen recherchieren konnte. Es fehlen aus diesem Grund: Knacke ,Lippe-Weissenfeld ,Ehle ,Bahr ,Augenstein ,D.Schmidt ,H.D.Frank ,Lechner ,Bertram und G.Friedrich. Major W.Herget ist beispielsweise hier nicht gelistet da er trotz 73 Luftsiegen bei der großen Zahl von 700 Frontflügen nicht so effektiv war.

1.) Erfolgreichster bleibt Mj. H.W.Schnaufer mit 121 LS bei 164 FF
2.) Oblt. K.Welter 63 LS 93 FF *
3.) Hptm.M.Becker 58 LS 110 FF *?
4.) Hptm.M.Meurer 65 LS 130 FF
5.) Hptm. J.Hager 48 LS 99 FF *
6.) Obstl.G.Radusch 65 LS 140 FF
7.) Hptm.E.G.Druenkler 47 LS 102 FF *
8.) Obst. W.Streib 68 LS >150 FF
9.) Hptm. J.Kraft 56 LS 129 FF
10.) Hptm.H.Rökker 64 LS 161 FF
11.) Ofw. H.Vinke 54 LS 150 FF
12.) Hptm. G.Raht 58 LS 171 FF
13.) Hptm. L.Meister 39 LS 125 FF
14.) Oblt. P.Gildner 48 LS 160 FF
15.) Hptm. L.Becker 46 LS 165 FF
16.) Mj. W.Hoffmann 52 LS 192 FF
17.) Hptm.H.Bergmann 36 LS 135 FF
18.) Mj.E.W.von Bonin 39 LS 150 FF
19.) Hptm.Sayn-Wittgenstein 83 LS 320 FF
20.) Hptm. H.Greiner 51 LS 204 FF
21.) Lt. R.Frank 45 LS 183 FF
22.) Oblt. G.E.Francsi 56 LS >250 FF
23.) Mj. P.Zorner 59 LS 272 FF
24.) Obst. H.Lent 110 LS 520 FF
25.) Hptm. W.Baake 41 LS 195 FF


Natürlich ist das mit der "Effektivität" relativ zu Sehen ,denn in den letzten beiden Kriegsjahren war es für die Piloten und deren "Augen" den Bordfunkern ungleich leichter nachts die Bomber zu lokalisieren und vom Nachthimmel zu holen ,da sie mit modernster Radartechnik ,Waffentechnik ("schräger Musik") und Flugzeugen (z.B.He 219) ausgerüstet waren. Dem entsprechend wurden (mit zwei Ausnahmen vor dieser Zeit) fast alle höher zahligen Serienabschüsse (5 oder mehr Abschüsse in einer Nacht) ab Mai 1943 erzielt !
Nächtliche Luftsiege in den ersten Jahren der Nachtjagd waren ungleich schwerer zu erzielen ,da meist nur ein kurzes Zeitfenster ("helle Nachtjagd" der Scheinwerfergürtel um Großstädte) oder helle Mondnächte ("dunkle Nachtjagd") zur Erfassung der Ziele notwendig waren.

Da die Soldaten in der zweiten Reihe ,die Bordfunker/Schützen und Bordmechaniker ,häufig weniger präsent sind ,füge ich ein Portrait des Bordfunkers von Oberstleutnant Radusch ,Ofw. Alfons Hundschell an ,der in 44 Feindflügen an 26 Abschüssen beteiligt war ,dafür das DKiG verliehen bekam und "nur" die bronzene FFSp. für Nahnachtjäger besaß.
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Alt 01.12.2015, 16:45   #17
plym
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Standard Fernnachtjagd + Tageinsätze

Thema Fernnachtjagd: Vorweg eine ungefähre Definition der Fernnachtjagd (da mir anfangs nicht einmal ein erfahrener renommierter Händler den Unterschied zur Nahnachtjagd erklären konnte):
Fernnachtjäger waren auf den Bomberrouten ,jenseits des kontinentalen Festlandes ,der an- und abfliegenden englischen Bomberpulks ,sowie über den englischen Flughäfen im Einsatz. Über den engl. Flugplätzen schossen sie anfliegende ,landende oder startende Bomber ab - warfen Bomben auf die Landebahnen oder abgestellte Flugzeuge. Folglich kam es zusätzlich zu Kollisionen oder anderen Unfällen die teils mehr Schäden verursachten als die Abschüsse selbst.
Meist wurden Ju 88 und Do 17 Nachtjäger eingesetzt. Die meisten erfolgreichen Besatzungen gehörten zum NJG 2 (Beier ,Hahn ,Köster ,Semrau ,Sommer ,Strüning ,Bussmann).
Als die Fernnachtjagd zunehmend effektiver und erfolgreicher wurde ,untersagte Hitler diese im Oktober 1941. Ein Hintergrund waren die ersten Luftangriffe auf die Reichshauptstadt Berlin ,weswegen man aus propagandistischen Gründen der deutschen Bevölkerung die Wirkung der deutschen Luftabwehr anhand von Bomberwracks auf Heimatboden demonstrieren wollte.
Die Fernnachtjagd wurde erst im März 1945 mit den Unternehmen "Gisela" und "Adelheid" wieder nennenswert durchgeführt.
Vergleichbar sind die erfolgreichen nächtlichen britischen Einsätze der Beaufighter und Mosquito`s über dem europäischen Festland und dem Reichsgebiet der Jahre 1941-45.
.
Tageinsätze: Aufgrund der zunehmenden alliierten Bomberangriffe auf das Reichsgebiet 1942/43 wurden die Nachtjäger auch zur Verstärkung der Jagdstreiträfte der Reichsluftverteidigung bei Tageseinsätzen herangezogen.
Das hatte fatale Folgen für die eingesetzten Nachtjagdbesatzungen mit erheblichen Verlusten an Flugzeugen und Besatzungen ,auch einige prominente Piloten wie EL Träger L.Becker fanden hierbei den Tod.
Schon bei der Nachtjagd waren die damaligen Me 110 und Ju 88 kaum schneller als die modernen britischen Lancaster ,aber bei der Tagjagd hatte die Langsamkeit und Schwerfälligkeit der zweimotorigen deutschen Nachtjäger ,gegenüber den begleitenden schnellen feindlichen Jägern ,die erwähnten katastrophalen Folgen. Wenige Abschüsse standen in erheblichem Gegensatz zu den schweren eigenen Verlusten ! Erst in der zweiten Hälfte 1943 wurden die Tageinsätze für die Nachtjäger weitestgehend eingestellt.
.
Bild 1: (kleiner Nachlass Hptm.Bussmann) Bei Hauptmann Rolf Bussmann spiegeln sich beide Nachtjagdphasen exemplarisch wieder: primär beim NJG 2 erfolgreicher Fernnachtjäger (mindestens 7 Fernnachtjagdabschüsse) ,später erfolgreiche Tageinsätze (zwei B-17 am 17.8.43) beim NJG 1. Insgesamt kommt Bussmann auf 20-24 Abschüsse und bekam das DKiG am 20.3.1944 verliehen - für das Ritterkreuz waren in dieser Kriegsphase zumindest 25 Abschüsse für Nachtjagdpiloten gefordert.
(Ich habe leider kein Bild von Bussmann um es anzufügen).
Bild 2: Auszug aus "Geschichte der deutschen Nachtjagd"
Bild 3: Modell eines Ju 88 Fernnachtjägers.
Bild 4: Bild eines Me 110 Schwarmes beim Tageinsatz.
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plym ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2015, 17:43   #18
medica
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Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine äußerst interessanten Beiträge zum Thema Nachtjagd!

Grüße
Oliver
medica ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2015, 12:33   #19
Silver
 
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Hallo Andreas,

auch von mir vielen Dank für deine Super Beiträge und Informationen hier in diesem Beitrag!

Anbei ein Foto auf dem Bussmann rechts zu sehen ist!

Viele Grüße
Thomas
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Silver ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2015, 17:51   #20
plym
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Hallo Thomas,
vielen Dank für die sehr hilfreiche Ergänzung !!
In der Mitte deines Bildes steht Beier - weist du wer der Offizier links neben ihm ist ?
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