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Alt 07.05.2016, 15:15   #1
PK-Mann
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Standard Museum Panzerschlacht von Kursk - Prokhorovka field

Museum-Preserve "The Field of Prokhorovka"
Museum of Military Glory of Russia's Third Battlefield

The Museum is open to the public from 10.00 to 17.00 hrs
Closed on Monday

47, Parkovaya street,
Prohorovka town, Belgorod oblast

Homepage : http://prohorovskoe-pole.ru/
E-mail: Proh_muz@mail.ruProh_muz@mail.ru

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Alt 10.05.2016, 10:07   #2
Steinacher
Sammelschwerpunkt Gebirgstruppen zwischen Narvik und Murmansk
 
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Ort: Dort wo Tirol an Salzburg grenzt.
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Dazu ein recht passender Artikel:

Quelle: http://www.welt.de/geschichte/zweite...er-Zeiten.html

Zitat:
Legenden um die größte Panzerschlacht aller Zeiten

Das Ringen um Prochorowka südlich von Kursk gilt als "wichtigster Einzelsieg" des Zweiten Weltkriegs. Hier soll die deutsche Panzertruppe zerstört worden sein. Ein Mythos, wie neue Studien zeigen.

Kaum hatten die Überlebenden festgestellt, dass sie bei Kursk die größte Panzerschlacht der Geschichte geschlagen hatten, gerann ihre Erinnerung zu Legenden und Mythen. Da wurden Gefechte beschrieben, die es gar nicht gegeben hatte, und Sieger geehrt, die eine Niederlage erlitten hatten. Noch heute gilt das Scheitern des deutschen Unternehmens "Zitadelle" gegen Kursk gemeinhin als entscheidender Sieg der Roten Armee über die neuen Panzer Hitlers. Brennende Tiger-Panzer wurden zum Symbol eines Waffengangs, an dem insgesamt nur 128 dieser neuen "Supertanks" teilnahmen – bei mehr als 10.000 Kampfwagen insgesamt.

Ausgangspunkt vieler Fehldeutungen ist der 12. Juli 1943. Bei der Ortschaft Prochorowka trafen die Panzer der 4. Panzerarmee unter Hermann Hoth und der 5. Gardepanzerarmee unter Pawel Rotmistrow aufeinander. Die Szenerie, die der britische Historiker Richard Overy beschrieben hat, ist zum Gemeingut geworden:

"Die gewaltigen Panzermassen stürzten sich in einem frontalen Zusammenstoß aufeinander … Mehr als 300 deutsche Panzer wurden allein am 12. Juli zerstört … Das Ringen bei Kursk riss der deutschen Armee das Herz heraus … (Es) war der wichtigste Einzelsieg des Krieges." Damit folgte Overy der Darstellung des sowjetischen Marschalls Iwan Konew, der die Schlacht als "Schwanengesang" der deutschen Panzertruppen bezeichnet hatte.

Erst vor wenigen Jahren haben Historiker des Militärgeschichtlichen Forschungsamts der Bundeswehr in Potsdam nach umfassender Sichtung der deutschen und russischen Akten die tatsächlichen Vorgänge rekonstruiert. Dabei stellte sich heraus, dass die deutschen Verluste bei Kursk gerade einmal 252 Kampfwagen betrugen – gegenüber 1956 Verlusten der Roten Armee. Bei den Flugzeugen ein ähnliches Bild: 159 deutschen stehen 1961 sowjetische Maschinen gegenüber. Insgesamt betrugen die Personalverluste der Roten Armee mehr als 300.000 Soldaten, die der Wehrmacht 54.182. Ein entscheidender Sieg sieht anders aus.

Im achten Band des Reihenwerks "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg" hat der Militärhistoriker Karl-Heinz Frieser das Ergebnis dieser Recherchen ausgebreitet. Seitdem sind zahlreiche Memoiren und Studien buchstäblich Makulatur.

Zum Beispiel zu den Kämpfen um Prochorowka: In seinen Erinnerungen berichtete der sowjetische General Pawel Rotmistrow von 400 zerstörten deutschen Panzern, darunter zahlreiche der neuen Typen Panther und Ferdinand. Frieser las die Bestandsmeldungen der beteiligten deutschen Truppen und stellte fest: Das II. SS-Panzerkorps konnte "keine Panther und Ferdinande verlieren, weil es keine besaß". Auch Rotmistrows Angabe, seine Leute hätten 70 "Tiger" zerstört, entbehrt jeder Grundlage. "An diesem Tag waren nämlich nur 15 Panzer dieses Typs einsatzbereit, von denen wiederum nur fünf im Abschnitt von Prochorowka kämpften."

Überhaupt standen sich bei Prochorowka nicht zwei feindliche Panzerarmeen gegenüber. Auf deutscher Seite sicherte ein Bataillon diese Enge und wartete darauf, dass nachrückende Truppen zu ihm aufschließen würden. Gegen diesen Ort ließ die sowjetische Führung ein ganzes Panzerkorps der 5. Garde-Panzerarmee vorrücken. Eigentlich hatte dieser Eliteverband zu den strategischen Reserven gehört, die den Gegenangriff vortragen sollten, sobald die Offensive der Wehrmacht gegen Kursk gestoppt sein würde. Wegen des schnellen Vormarschs der deutschen Panzer hatte aber die Stawka, Stalins Hauptquartier, Rotmistrows Truppen befohlen, unverzüglich und ohne ausreichende Aufklärung vorzugehen.

Als sich die sowjetischen Tanks den dünnen deutschen Linien näherten, kam es zu einer Katastrophe. Man hatte den Panzerfahrern gesagt, dass die neuen Tiger nur aus nächster Nähe bekämpft werden könnten. Bei den deutschen Panzern handelte es aber nicht um Tiger, sondern um moderne Versionen des Typs IV, die aus der Ferne dem Tiger ähnelten. Mit hoher Geschwindigkeit versuchten die russischen Kampfwagen, die Distanz zu verringern, um dem überlegenen Feuer der scheinbaren Tiger zu entgehen – und fuhren dabei in einen getarnten Panzergraben, den die Rote Armee im Rahmen der Feldbefestigungen um Kursk zuvor selbst angelegt hatte.

Man glaubte an einen Kamikaze-Angriff

"Wer das Ganze sah, glaubte an einen Kamikaze-Angriff, den die Russen da fuhren", erinnerte sich ein Augenzeuge. Ein anderer sprach von einem "Scheibenschießen auf bewegliche Ziele". Dennoch fuhren immer mehr sowjetische Panzer wie in Trance und wohl auch unter Alkoholeinfluss in dieses Inferno aus "Feuer, Qualm, brennenden T-34, Toten und Verwundeten", so ein Augenzeuge. "Heldenmütig und todesverachtend" kämpfend gingen ganze Divisionen unter.

Insgesamt verlor das sowjetische XXIX. Panzerkorps an diesem Tag 172 von 219 Kampfwagen, darunter 118 Totalverluste, sowie fast 2000 Mann. Dagegen meldete das II. SS-Panzerkorps am 13. Juli 190 Panzer und Sturmgeschütze einsatzbereit. Zwei Tage zuvor waren es 186 gewesen. Die Differenz erklärt sich mit Reparaturen, die abgeschlossen wurden. Die Ausfälle des 12. Juli bezifferten die technischen Dienste mit drei.

Ende der 1990er-Jahre konstatierte denn auch das Militärgeschichtliche Institut in Moskau: "Trotz … zahlenmäßiger Überlegenheit war es der 5. Garde-Panzerarmee nicht gelungen, der Schlacht eine entscheidende Wende zu geben. Gegen Abend gingen ihre Verbände nach dem Verlust von 500 Panzern und Sturmgeschützen zur Verteidigung über."

Das Desaster war schon Stalin nicht entgangen. "Was haben Sie Ihrer prachtvollen Panzerarmee angetan?", herrschte er Rotmistrow an und drohte mit einem Kriegsgerichtsverfahren, wobei er, wie üblich, die Rolle der Stawka bei der Genese der Katastrophe unterschlug. Damit nahm er auch seinen späteren Nachfolger Nikita Chruschtschow in Schutz, der als hoher Kriegskommissar der im Süden stationierten Heeresgruppe maßgeblich für einen baldigen Vorstoß Rotmistrows plädiert hatte.

Verlegenheitslösung ohne Sinn

Zu seiner Verteidigung erfand dieser buchstäblich die Heldenschlacht von Prochorowka, die zur Vernichtung des SS-Panzerkorps geführt haben sollte. Seine "Beweise" waren schlagend: Ab dem 13. Juli griff dieser Verband nicht mehr in die Kämpfe ein – aber nicht, weil er ausgeschaltet worden wäre, sondern weil er nach Hitlers Haltebefehl aus der Schlacht herausgezogen wurde. Diese Anweisung Hitlers erklärte sich aber nicht mit schweren Verlusten bei Kursk, sondern mit der Landung der Amerikaner und Briten auf Sizilien.

Spätestens mit den dramatischen Entwicklungen im Westen hatte der deutsche Diktator sein Interesse an dem ungeliebten Kraftakt im Osten verloren. Hatte er bis dahin immer wieder zwischen den unterschiedlichen Generälen, Dienststellen und Ansichten laviert, entlarvte der alliierte Vorstoß gegen Mussolinis Italien den Angriff auf Kursk einmal mehr als das, was er trotz aller Superlative und Legenden tatsächlich war, eine Verlegenheitslösung ohne strategischen Sinn.

Wenn später Erich von Manstein, der Marschall, der die Idee des Unternehmens "Zitadelle" vorangetrieben hatte, von einem "verschenkten Sieg" sprach, fügte er den vielen Legenden um Kursk nur eine weitere hinzu. Angesichts der drei- bis vierfachen Überlegenheit der Roten Armee und ihrer strategischen Reserven hätte selbst ein begrenzter Sieg an der defensiven Ausgangslage wenig geändert, in der sich das Dritte Reich seit den Niederlagen von Stalingrad und El Alamein befand.
MfG Christian
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Alt 10.05.2016, 12:22   #3
PK-Mann
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Servus Christian

Super Bericht den du da in der Welt gefunden hast ... anbei ein paar Videos zum Thema

Prokhorovka - https://www.youtube.com/watch?v=nngsCQnAA5w

Battlefield S4/E1 - The Battle of Kursk - https://www.youtube.com/watch?v=22xpNBJCS4U
Gekürzte deutsche Fassung dieser Dokumentation - https://www.youtube.com/watch?v=_YjgQ2jjok4
... man beachte die Unterschiede !

Deutsche Wochenschau - Operation Zitadelle - https://www.youtube.com/watch?v=0gCtd6lfYyU

2 Weltkrieg - Operation Zitadelle Reportage über die Operation Zitadelle - Teil 1 - https://www.youtube.com/watch?v=dY0Abzh2OK8
2 Weltkrieg - Operation Zitadelle Reportage über die Operation Zitadelle - Teil 2 - https://www.youtube.com/watch?v=FRJSpz1t-uk

https://www.youtube.com/watch?v=iRQG-PZtUx0
https://www.youtube.com/watch?v=gGP5Ui_S5cQ

... und da gibt's noch mehr zu gucken ...

Schöne Grüsse
Roland
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Alt 25.05.2017, 12:30   #4
breidi81
 
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Anbei ein paar Bilder meines Besuches im Mai
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