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Alt 16.08.2017, 17:57   #1
Motschge
 
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Standard Resto Gr.W34

Hallo zusammen

Hier ein kleiner Restorationsbericht über die Resto meines
Granatwerfers 34.
Ich bitte euch erst Kommentare zu schreiben wenn ich den Bericht
fertig verfasst habe. Danke
Bekommen habe ich das Rohr + Zweibein von einem sehr netten
Kollegen der ihn im Raum XXX gefunden hat.
Das Rohr wurde natürlich sofort der Länge nach aufgeschlitzt und ein
Stahlstift eingeschweißt und somit unschädlich gemacht.

Eigentlich wolle ich das Projekt erst im Winter angehen, aber ich kann
bei solchen Sachen einfach nicht die Finger davon lassen,
darum begann ich schon im Mai mit den Arbeiten.

Daten:
Rohr: Hersteller “ bwx“ ( Ruhrstahl AG Hattingen ) Bj. 1942 mit Sicherung
Schusstafel Type1 max. Entfernung 1900m mit 4 Ladungen
Zweibein: Hersteller “ kgh“ ( ????? ) Bj. 1943-44


Ausgangsbasis: + Rohr und Zweibein stark korrodiert
+ Alle beweglichen Teile wie
Höhentrieb, Seitentrieb, Kipptrieb usw. festgefressen
+ Einstellgriff fürs rechte Bein abgebrochen
+ Knick im linken Bein
+ Bodenplatte fehlt


Ziel: + Rohr und Zweibein entrosten
+ zerlegen in Einzelteile ohne großartige Beschädigungen zu verursachen
+ Alle Einzelteile reinigen, überholen, schmieren, konservieren mit Owatrol Öl
und wieder zusammenbauen
+ Alles soll original bleiben, nichts gespachtelt oder neu lackiert werden
+ Bodenplatte organisieren die optisch zum Rest passt ( Bofu )


Hier ein paar Bilder, so wie ich ihn bekommen habe.
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Alt 16.08.2017, 18:02   #2
Motschge
 
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Angefangen habe ich mit dem entrosten des Zweibeins.
Also 90 Liter Oxalsäure an gemischt und rein damit.
( Mischverhältnis 2 kg Pulver auf 90 Liter Wasser )
Habe es den ca. 3 Tage in der Säure gelassen, wobei ich es 3 mal am Tag
heraus nahm, und mit dem Hochdruckreiniger gereinigt habe.
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Alt 16.08.2017, 18:07   #3
Motschge
 
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Als das Zb fertig entrostet war, begann ich nun mit dem zerlegen.
Hab mir dann im Baumarkt mal zur Sicherheit eine Familienpackung
WD40 besorgt, dazu noch 5 Kartuschen für die Lötlampe nen neuen
Splinttreibersatz und einen 2000g Hammer.
Habe dann 2 mal am Tag, 1 Woche lang, erstmals alles mit WD40 eingesprüht,
damit es erstens nicht weiter rostet, und zweitens die verrosteten Verbindungen
vielleicht gelöst werden.
Dann konnte es endlich mit dem zerlegen losgehen.
Begonnen habe ich mit der Knebelmutter die das Rohr fixiert.
Dieser war komplett festgerostet.
Mit Wärme und WD40 konnte sie wieder gelöst werden, und dreht sich nun
wieder wie am ersten Tag.
Den Rest des Zweibeines habe ich dann nach und nach mit viel Geduld lösen/zerlegen können.
Man darf sich einfach nicht zu viel vornehmen. Wenn es heute nicht aufgeht, dann halt morgen,
oder übermorgen. Alles braucht seine Zeit. Es lag ja auch 72 Jahre unter der Erde.
Fast alle Teile sind miteinander verstieftet und können mit den gängigsten
Splinttreiber zerlegt werden. Man muss sie nur finden.
Hier empfiehlt es sich, sich Schnittzeichnungen des Grw 34 zu organisieren.

Hier ein paar Bilder
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Alt 16.08.2017, 18:14   #4
Motschge
 
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Als alles zerlegt war, begann ich mir alle Bauteile genau anzuschauen und zu überholen
bzw. zu reparieren.
Ein paar Teile wurden durch die Demontage ein wenig beschädigt, und mussten wieder
Ausgerichtet, oder mit Feile und Schleifpapier bearbeitet werden.
Danach reinigte ich alle Bauteile sauber mit Bremsenreiniger und behandelte sie
mit Owatrol Öl.
Nach einem Tag Trockenzeit konnte nun alles wieder zusammengesetzt werden.
Anstatt der originalen, meist defekten Zylinderstiften, verwendete ich herkömmliche
Schwerspannstifte. ( die originalen sind verbogen oder mussten für den Ausbau aufgebohrt werden )
Ja und nach 2 Stunden Zusammenbau war das Zb nun fertig.
Alles lässt sich nun wieder ohne Probleme bewegen da schön eingefettet.
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Alt 16.08.2017, 18:22   #5
Motschge
 
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Zum Rohr:
Das habe ich natürlich auch erstmal 3 Tage in Oxal gebadet
und gereinigt.
Mit erhitzen und reichlich WD40 konnte ich
den Stellbolzen auf die Stellung “ E“ stellen und entnehmen.
Da war es mit der Verschlussschraube um den Schlagbolzen zu entfernen nicht so einfach.
Mit einem speziell angefertigtem Schlitzschlüssel und einem großen Schlagschrauber
löste sie sich endlich nach 2 Wochen Einweichzeit ( Schlagbolzen konnte nicht entnommen werden
da dieser fehlte )
Nun zur Verschlusskappe.
Um das Rohr vernünftig spann zu können, hab ich mir dafür so ne Art klemme für den
Schraubstock zusammengeschweißt um das Rohr optimal spannen zu können, und eine
parallel Zwinge um ordentlich Druck auf die Kappe zu geben.
Egal ob erhitzen, schlagen mit dem 5kg Hammer oder Druck mit dem Verlängerungsrohr, das Ding will einfach nicht auf.
Nach etlichen Versuchen, bis der Schraubstock kapitulierte und brach, entschloss ich mich diese
nicht zu entfernen.
Habe dann um das Rohr von innen optimal zu konservieren mir vom KFZ Markt
Fluid film besorgt und mit einer Lanze versprüht.
Zu vor reinigte ich es von innen mit einer Kaminkehrerbürste.
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Alt 16.08.2017, 18:25   #6
Motschge
 
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Zur Bodenplatten:
Diese habe ich über das Forum hier bekommen.
Viel Arbeit war da nicht zu machen,
außer baden in Oxal, Haltegriff gängig machen und konservieren.
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Alt 16.08.2017, 18:31   #7
Motschge
 
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Abschluss:
Ich möchte mich hiermit noch bei den Usern: Anderot und wekri1 bedanken.
Ganz besonders dem User: LUGER666 für seine Hilfsbereitschaft.
Er hat mich durch das ganze Projekt begleitet, hat mir Tipps und Tricks gegeben
und Stand mir mit sehr vielen Infos immer zur Seite. DANK DIR !

!!!! Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass es sich um alle gezeigte Sachen um
unschädlichgemachte Relikte handelt und frei von gefährlichen Soffen sind !!!!

So das war es nun mit dem Bericht und ich hoffe es hat euch ein wenig gefallen.
Kommentare sind nun erwünscht :-)

Hier noch ein paar Bilder vom fertigen Zustand nach ca. 100 Arbeitsstunden
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Alt 16.08.2017, 19:22   #8
rg34sucher
Sammelschwerpunkt RG 34
 
Benutzerbild von rg34sucher
 
Registriert seit: 26.01.2014
Ort: Baden
Beiträge: 506
Standard

Hallo
Schönes Projekt,ist gut geworden
Da steckt ja einiges an Arbeit drin
Auch in deinem ausführlich und interessanten Bericht
Gruß
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Alt 16.08.2017, 21:00   #9
Rostinator
 
Benutzerbild von Rostinator
 
Registriert seit: 03.12.2014
Ort: Niederrhein
Beiträge: 720
Standard

Sehr schöne Arbeit und toller Bericht dazu ! Beachtlich ist, daß nach so langer Zeit die Mechanik wieder komplett funktioniert. Super finde ich auch, daß der ursprüngliche Zustand so beibehalten und der Werfer nicht "totrestauriert" wurde.

Gruß
Uwe
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Alt 16.08.2017, 21:27   #10
katt
Sammelschwerpunkt Ausrüstung/Sonderbekleidung Flugdienst
 
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Registriert seit: 03.02.2005
Beiträge: 1,467
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Toll.das ist wirklich eine restauration.klasse gemacht mit liebe zum detail.
Und der bericht ist super.sollten sich die helm restaurierer mal anschauen das es auch absolut ohne neulack geht.
Gruss katt
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