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Alt 13.03.2009, 13:11   #1
Fridspeed
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Standard Der Technik - Thread, Zahnräder, Spirale und mehr

Hallo Uhrenfreunde,

wenn man als Uhrensammler fachsimpelt bleibt es nicht aus, dass man irgendwann auf die Technik der Uhr zu sprechen kommt. Dass dies dann ein ganz eigenes Thema darstellt, über das man tagelang reden könnte, weiß jeder Sammler genau.
Ob nun ganz allgemein über die Leistungs- und Ausstattungsmerkmale der Uhr diskutiert wird oder ob es um notwendige Reparaturen, Ersatzteile und Restaurierung geht. Jeder Sammler wird sich kurz oder lang mit dem Thema befassen müssen.
Wenn dies der Fall sein wird, können die Erfahrung anderer Sammler und die Tipps hierzu im wahrsten Sinne des Wortes Gold, bzw. Euros wert sein.

Für solche Fälle und alle ähnlichen habe ich heute diesen Thread eröffnet und für wichtig genug befunden ihn oben an zu pinnen.

Gruß

Fridspeed





NS. Endlich ein Thema in dem ich etwas mehr mitreden kann!:AMD
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Alt 13.03.2009, 13:30   #2
Fridspeed
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Für alle, die gerne etwas mehr über Technik von Uhren erfahren würden, nachfolgend ein Link zu der Seite von Herrn Stern, der alte Uhrenliteratur für Uhrmacher anbietet:

UhrenbücheraufCD

Gruß

Fridspeed
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Alt 16.03.2009, 09:29   #3
k02c271
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Hallo,
sehr gute Idee. Hier ein bisschen Info über das in z.B. B-Uhren eingesetzte Malteserkreuz. Dazu hatte ich schon einmal etwas in einem Thread über Sassenachs B-Uhr Laco geschrieben, aber ich denke, hier passt es besser und geht nicht so unter.

Ich bin bei der Recherche zu B-Uhren über dieses interessante Detail gestolpert. Das kannte ich bisher noch nicht. Es geht um das sogenannte Malteserkreuz. Bei alten B-Uhren liegt die Gangdauer bei Vollaufzug etwa bei 30-35h. Wenn die B-Uhr deutlich mehr Laufzeit hat (45h), dann ist dieses Malteserkreuz ausgebaut worden.
Hier mal ein paar Links zu Informationen zum Malteserkreuz.

Funktionsweise

Animation der Funktionsweise

mfg christoph
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Geändert von k02c271 (16.03.2009 um 09:30 Uhr)
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Alt 16.03.2009, 10:01   #4
Fridspeed
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Standard Neue Beschichtung von Uhrengehäusen

Aus einem der Beiträge greife ich hier das Thema der neuen Verchromung, Vernickelung und Vergoldung von Armbanduhrengehäuse als Fortsetzung auf.

Jeder Sammler kennt das Problem, dass im Laufe der Zeit durch die ständige Reibung und den aggressiven Schmeiß beschichtete Uhrengehäuse an der Beschichtung leiden.
Die Schicht wird abgetragen und die Grundsubtanz des Gehäuses kommt zum Vorschein. Man spricht dann von einem "beriebenen" Gehäuse.
Ob das Gehäuse ursprünglich verchromt, versilbert, vernickelt oder vergoldet, war spielt hierbei keine Rolle, da das Problem identisch ist. Nur bei vergoldeten Gehäusen und einem Gehäusematerial aus Messing schafft man es durch aufpolieren des Gehäuses die beriebenen Stellen optisch zu kaschieren.

Ein Gehäuse neu zu beschichten kann sehr kostspielig werden.
Hierfür sind sorgfältige Vorarbeiten am Gehäuse notwendig. Die alte Restbeschichtung muss vollständig abpoliert werden. Das Gehäuse selber muss danach sehr sorgfältig fein poliert werden. Je sorgfältiger die aufwendige Vorarbeit, umso besser wird das spätere Ergebnis der Neubeschichtung.
Die oft angebotenen günstigen Neubeschichtungen auf galvanischer Basis (im Galvanikbad) bringen unter der Voraussetzung der wirklich sorgfältigen Vorarbeit eine optisch einwandfreie neue Beschichtung des Gehäuses.
Selber habe ich mir vor Jahren eine kleine Ausrüstung für solche Neubeschichtungen zugelegt und damit experimentiert. Wie bereits erwähnt, erreicht man damit nur eine neue Optik. Die Besichtung fällt derart dünn aus, dass beim regelmäßigen Tragen einer Uhr das Gehäuse an den beanspruchten Stellen sehr schnell wieder berieben sein wird.
Für die Vitrine oder den Uhrenbeweger würde diese Art der Neubesichtung ausreichen!
Die Qualität der neuen Schicht Chrom, Nickel oder Gold hängt neben der Vorarbeit auch etwas von der Dauer und der Qualität des galvanischen Bades ab. Hier gibt es durchaus Unterschiede. Unterstellt man optimale Bedingungen in Vorarbeit und Ausrüstung wird z. B. eine Vergoldung maximal nur 3 - 5 Mikro stark sein können. Sehr einfach vergoldete Gehäuse haben werkseitig mindestens 10 Mikro. Normal sind 20 Mikro. Hochwertige Vergoldungen haben dann 40 - 80 Mikro bis hin zur Goldummantelung.
Eine derartige Qualität kann man bei der Neubesichtung eines Gehäuses nur mit Hilfe aufwendiger Maschinen mit hoher Zentrifugalkraft erreichen. Die technischen Voraussetzungen hat nur die Industrie. Einzelne Gehäuse von Privatleuten werden und können nicht bearbeitet werden, da die Maschinen für eine Mengenbearbeitung ausgelegt sind.


Vor Jahren habe ich wegen der Neuvergoldung von Uhrengehäuse bei einem Gehäusehersteller angefragt. Der Preis je Gehäuse belief sich auf etwa 250 - 300 DM.
Die Vorarbeit war in diesem Preis nicht eingeschlossen und wurde auch nicht angeboten. Eine Garantie für eine einwandfreie Neubeschichtung schloss der Betrieb wegen dem aufgearbeiteten alten Uhrengehäuse aus.

Bei Chrom gelten gleiche Grundbedingungen der Vorbereitung des Gehäuses, für die genaue Endbesichtung habe ich mich bisher nicht genau interessiert. Möglicherweise geht dies mit Chrom etwas einfacher?

Grundsätzlich sollte man bei Angeboten zur Gehäuseaufarbeitung die Bearbeitung im Detail und die zu erreichende Schichtstärke genau erfragen.
Preisangebote sollten hier für alle bekannt gegeben werden.

Gruß

Fridspeed
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Alt 14.04.2009, 22:29   #5
k02c271
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Hier mal 2 sehr interessante Links zu Seiten, wo die Incabloc Stosssicherung optisch gut aufgearbeitet erklärt wird.

Incabloc - Link 1 - Hier klicken

Und hier etwas allgemeiner zum Thema Stosssicherung: Hier klicken

mfg christoph
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Alt 20.04.2009, 09:19   #6
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Standard Strahlende Zifferblätter

Hallo,
hier mal ein sehr interessanter Link mit Informationen zum Thema strahlende Zifferblätter bei alten Militäruhren. Auch mit einer sehr ausführlichen weitergehenden Linksammlung.

Hier klicken

mfg christoph
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Geändert von k02c271 (20.04.2009 um 09:19 Uhr)
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Alt 16.05.2009, 18:07   #7
Fridspeed
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Standard Bastelei an Uhren

Ich habe mir eine Heerestaschenuhr bei ebay gefangen, die repariert werden musste.
Heute habe ich die Uhr zerlegt. Ärgerlich wenn jemand an der Uhr bereits ohne Fachkenntnis herum gefummelt hat und dies nicht in der Auktion erwähnt.
Na ja, bin es selber schuld. Man sollte auf solche Auktionen, wo bereits Werkteile fehlen eigentlich nicht bieten.
Die Uhr bot viele Überraschungen. Es war so viel Öl in die Taschenuhr gekippt worden, dass man fast damit einen Ölwechsel an einem Moped hätte machen können.
Leider hat sich das Öl auch in das Leuchtmittel von Zifferblatt und Zeiger gesogen. Das Zifferblatt mit den Leuchtpunkten war vorher in einem neuwertigen Zustand gewesen. Was für ein Schwachkopf von Bastler!


Mit dem Öl sind wir nun auch beim Thema Technik angekommen:

Ohne Fachkenntnisse sollte man nicht mit Öl an eine Uhr heran gehen. Geölt mit nur nach einer kompletten Reinigung und dann äußerst sparsam. Weniger ist hier wirklich mehr!
Ich musste schon öfters eine fertig gereinigte Uhr ein zweites Mal zerlegen und neu reinigen weil ich es unbewusst mit der Menge Öl zu gut gemeint hatte.
Ins Werk kommt heute ein gutes synthetisches Uhrenöl unterschiedlich nach Lager und Mechanik. Die Menge auf Lager und mechanisch beanspruchte Stellen muss so gering sein, dass man das Öl mit starker Vergrößerung kaum sieht. Es gibt auch Uhrmacher, die neue und gut erhaltene Lager nicht mehr ölen. Keinesfalls darf Öl unkontrolliert ins Uhrwerk geraten, da nicht alle Teile des Werkes Öl vertragen. An die Spirale darf z.B. kein Öl gelangen. Die Windungen würden vom Öl verkleben und die Uhr läuft dann meistens nicht mehr oder viel zu schnell.
Ich dachte, ich schreibe dies zum Thema ÖL im Uhrwerk hier einmal rein, damit nicht jemand auf die Idee kommt und seine vielleicht nicht mehr richtig laufende Uhr nachölt.

Gruß

Fridspeed
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Alt 16.05.2009, 19:28   #8
k02c271
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Hallo,
danke, interessanter Beitrag. Also auf die Idee wäre ich nicht gekommen (Ein Werk kräftig nachzuölen meine ich).

Genug Öl für den "Ölwechsel bei einem Moped"; hast du mal ein Foto, wie so etwas dann aussieht? Auch eines vom ZB, wenn es möglich ist.

mfg christoph
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Alt 17.05.2009, 12:57   #9
Fridspeed
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Zitat:
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Genug Öl für den "Ölwechsel bei einem Moped"; hast du mal ein Foto, wie so etwas dann aussieht? Auch eines vom ZB, wenn es möglich ist.

mfg christoph
Hallo Christoph,

es hat jemand so viel Öl ins Werk gesprüht, dass es im Gehäuse stand.
Scheinbar war das Werk stehen geblieben und mit dem Öl sollte Abhilfe geschaffen werden. Nachdem dies natürlich nicht funktionieren konnte, fing man an zu basteln.
Zuerst wurden Sperrrad und Kronrad gelöst. Ohne Fachkenntnis mit aufgezogener Feder, wodurch sich dann die Lasche an der Aufzugsfeder auf der Schnecke im Federhaus auch verabschiedet hat.
Da dann meist Kronrad und Sperrrad fliegen gehen, konnte scheinbar auch nur das Sperrrad wieder gefunden werden.
Bevor man schraubt, muss selbstverständlich die aufgezogene Feder erst behutsam abgelassen werden. Schade, dass durch solche Bastelexperimente immer ein weit größerer Schaden angerichtet wird als ursprünglich bestanden hat.

Das Öl habe ich sofort, so gut es möglich war, aufgesaugt.
Abgelichtet hatte ich aber noch das Werk nach Abnahme des Zifferblattes. Hierunter befand sich auch noch übermäßig viel Öl.

Gruß

Fridspeed
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Alt 17.05.2009, 13:33   #10
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Hallo,
das stimmt, Öl hatte er zu mindest genug . Ich hoffe, du findest noch die passenden Ersatzteile für das Werk und stellst uns das Projekt ARSA Diensttaschenuhr nach der Vollendung mal vor. Danke für die Fotos.

mfg christoph
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