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Alt 24.12.2017, 07:54   #1
USCOB
 
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Standard Kamerun

Seit einiger Zeit sitze ich nun schon an einem Erlebnisbericht meines Urgroßvaters aus seiner Zeit in Kamerun 1901-3.
Etwas schwierig ist dabei die Zuordnung der Bilder, die seit 1907, als er den Bericht im Oberkriegskollegium vorgetragen hat, keiner mehr gesehen hat, es wird also noch etwas dauern.
Vorgetragen werden die Erlebnisse, wie damals geschrieben, es wird also keine "politisch korrekte" Form geben. Ich möchte absolut keinen Vergleich anstellen, aber ein Thomas Mann wird auch nicht neu gedichtet.
Es wird noch einige Zeit dauern, aber ich denke, das Warten lohnt sich.
Anbei ein kleiner Auszug:

Erlebnisse im Schutzgebiet Kamerun.


In Anbetracht der mir zur Verfügung stehenden kurzen Zeit, kann ich den Herren leider nur in großen Zügen einen Überblick meiner afrikanischen Tätigkeit geben.
Bevor ich mit meinen Ausführungen beginne, möchte ich mir die Bemerkung gestatten, daß ich nur Selbstgesehenes und Selbsterlebtes schildern und mich fern von jeder Übertreibung halten werde.
Vom Herrn Oberleutnant Schneider ist bereits die Ausreise ins Schutzgebiet, das Leben an der Küste und der Marsch ins Innere eingehend geschildert worden, so daß ich mich hierbei nicht länger zu verweilen brauche.

Meine Lichtbilder, die ich den Herren vorzuführen beabsichtige, möchte ich am Schluß meines Vortrages zeigen.

Nach einem 4 wöchentlichen Aufenthalt in Deidodorf bei Duala, an der Küste gelegen, trat ich auf Befehl meines damaligen Kommandeurs Herrn Oberst Pavel, von Kribi aus, wohin ich mich mit dem fahrplanmäßigen Dampfer Woermann begeben hatte, nach Anwerbung von Trägern, den Marsch nach Jaunde Station an, die ich nach anstrengenden 14 Tagen, die große Regenzeit hatte seit einigen Wochen eingesetzt, eines Sonntags Abend erreichte.

Mein Stationschef , Oberleutnant Scheunemann, teilte mir bei meinem Eintreffen mit, daß er in 2 Tagen eine erneute Expedition gegen den Esum Häuptling Semikore unternehmen wolle.



An dieser sollte ich teilnehmen und anschließend die Leitung des Militärpostens Semikore übernehmen.
Die Gründe, die die Bestrafung des Oberhäuptlings Semikore vom Esum Gebiet nötig machten, lagen in wiederholter Ausplünderung kaufmännischer Karawanen und Abschlachten der Träger, so daß das Gouvernement eine energische Bestrafung dieses Häuptlings angeordnet hatte.

Bevor ich mit der Schilderung der Expedition beginne, möchte ich zum leichteren Verständnis und zur richtigen Beurteilung des Feldzuges einige Erklärungen über das dortige Gelände geben.
Der Militär Posten Semikore, nach dem Häuptling gleichen Namens genannt, liegt im Esum Gebiet nordöstlich von Jaunde. Nach Besitzergreifung des Dorfes, die von Norden her und vor meiner Zeit stattgefunden hatte, wurde der Posten auf einer Anhöhe derselben errichtet.
Es geht natürlich noch weiter, aber das muss warten.
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Alt 24.12.2017, 08:02   #2
Antiquanti02
 
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Standard Kamerun

Ich warte sehr gerne,
freue mich schon auf weitere Berichte
Gruß und frohe Weihnachten
wolfgang
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Alt 24.12.2017, 08:15   #3
USCOB
 
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Ich versuche dasi im nächsten halben Jahr fertig zu bekommen.
Einiges muss noch Recherchiert werden, um unleserliche Worte ergänzen zu können.

z.B.: Jeder Träger war außerdem zu seiner persönlichen Verteidigung mit einem K* ausgerüstet.
Das K ist nicht zu entziffern gewesen, ich denke nicht, dass es ein Karabiner war, da die Träger sicherlich keine Aubildung hierfür erhielten.
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Alt 24.12.2017, 08:24   #4
USCOB
 
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Woanders gibt es den Begriff Kaschko, den ich leider nicht zuordnen kann.
Kann das da unbekannte K sein? Was ist das?

Textstelle:
Da die Wachsamkeit der farbigen Soldaten zu wünschen übrig ließ, übernahmen wir Europäer die Wache. Ausgesetzt waren 4 Posten, die alle 5 Minuten abgerufen wurden. Antwortete mal einer nicht, so begab man sich an die betreffende Stelle und weckte den schläfrigen, falls erforderlich, mit dem Kaschko sanft aus dem Schlaf.
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Alt 24.12.2017, 13:33   #5
rujab
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Da bin ich auch mal gespannt
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Alt 24.12.2017, 21:14   #6
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Seine Spangen
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Alt 25.12.2017, 09:25   #7
rujab
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Spitzen Spange, der Kronenorden mit kleiner Krone
genau wie bei meinem Kamerun Nachlass
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Alt 25.12.2017, 10:09   #8
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Zitat:
Zitat von rujab Beitrag anzeigen
Spitzen Spange, der Kronenorden mit kleiner Krone
genau wie bei meinem Kamerun Nachlass
Hast Du da einen Namen?
Vielleicht war's ja ein Kamerad von meinem Uropa, der im Bericht erwähnt wird.
Bei mir 1901-3,wie ja die Auflagen zeigen.
Gerne per PN.
P.S.: das ist leider das einzigste an Auszeichnungen die von meiner Familie übrig gebleiben sind.
Bis zum Blauen Max und schwarzem Adler Orden war ja eine Menge vorhanden, bis 45 die Russen kamen.
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Geändert von USCOB (25.12.2017 um 10:12 Uhr)
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Alt 25.12.2017, 13:44   #9
Spolei
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Hallo,
vielen Dank, dass Du uns an deiner Familiengeschichte teilhaben lässt.
Bin gespannt, wie es weiter geht.
Gruß Andreas
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Alt 25.12.2017, 16:07   #10
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Zitat:
Zitat von Spolei Beitrag anzeigen
Hallo,
vielen Dank, dass Du uns an deiner Familiengeschichte teilhaben lässt.
Bin gespannt, wie es weiter geht.
Gruß Andreas
Wie geschrieben, viel ist nicht übrig geblieben.
Mein Vater hat früher immer erzählt wie er mit Lederhose und Degen, der wohl mit ein paar Steinchen besetzt gewesen sein soll, auf dem Gutshof der Tante rumgerannt ist. Orden etc. gab's auch, obwohl er nicht sagen konnte, was es so war. Für ein Kind halt glitzerndes Schmuckwerk.
Bis 45 haben die Güter noch so viel abgeworfen, dass jedes Familienmitglieg eine Apanage von 20.000 Goldmark bekommen.
Keine Ahnung wie man das in heutige Kaufkraft umrechnen kann, aber es dürfte nicht weinig sein.
Das Heft wird wie schon geschrieben noch etwas dauern, es soll ja auch Sinn und Verstand haben und nicht nur ein Gekritzel mir Bildern sein.
Anbei noch die bildaufstellung, mehr wird dann aber nicht verraten.

Der da links ist übrigens einer der "berühmten Verwandten" und nicht nur ein netter Avatar.

Lichtbilder zum Vortrag:
„Erlebnisse im Schutzgebiet Kamerun“

1. Meine boys auf der Treppe des Stationsgebäudes in Jaunde
2. Ein „play“ oder „Tanz“ auf dem Stationshof in Jaunde
3. desgleichen
4. Das Aufrichten eines Taubenhauses auf dem Stationshof in Jaunde mittels Gabelstangen und Lianenstricken
5. Jaunde Kompanie beim Exerzieren – im Marsch
6. zum Schuß fertig
7. Soldatentypen, an denen die Herren auch die verschiedenen Abzeichen für die Länge ihrer Dienstzeit ersehen können
8. Der zur Station gehörende...früher von Hauptmann Dominik beschafft. Vorn der Pferdepfleger Soldat Komla. Hinten mein aus dem Esumlande stammender Boy Albescha. Dahinter Wachlokal der Jaunde Station
9. Der Stationschef von Jaunde zu Pferde.
10. Hauptmann Scheunemann mit Jaunde Soldaten. Links Soldaten im Sonntagsanzug, rechts ein soeben aus dem Busch zurückgekehrter Mann.
11. Jaunde Weiber
12. Frühstückszimmer im Jaunde Stationsgebäude.
13. Scheunemann mit Soldaten im Feldlager
14. Frühstück auf Expedition und zwar meine Geburtstagsfeier ( geb.27.11.1871), daher der Blumenstrauß auf dem Tisch.
15. Passieren eines Wassers mit der Expedition
16. Gefecht an einem Flussübergang im Wey Jambasse Gebiet, an dem Oberleutnant Legnis im Jahre 1900 gefallen war.
17. Besprechung mit Häuptlingen über Friedensbedingungen.
18. Play und Palavertrommeln
19. Rast in einem Dorf nach erfolgreich verlaufener Expedition gegen die Way – Jambassas.
20. Rast im Busch während des Marsches von Jaunde nach Lolodorf.
21. Die im Bau befindliche Ebolowa Station
22. Planierungsarbeiten auf der Ebolowa Station
23. Soldatenfrauen in Ebolowa ( Leutnant von Raben und ich).
24. Kegelklub in Ebolowa
25. Unteroffiziershaus in Ebolowa
26. Sonntagsappell in Ebolowa – Hauptmann Zimmermann.
27. Büli Leute, bei denen ich bitte, auf die Haarfrisuren zu achten.
28. Nguma Weiber
29. Schutztruppen-Kapelle, die in Duala an der Küste stationiert ist und mir vor meiner Abreise nach Deutschland noch einige Stücke gespielt hat.
30. Das letzte Bild gibt den Herren Aufklärung darüber, aus welchem Grunde ich eine Wiederausreise ins Schutzgebiet unterlassen habe.
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